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 Kapitel 6 - Der Große See

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 28, 2010 9:54 am

Kenn ihr das Gefühl, mit jedem Atmezug, weniger Luft zu bekommen? Mit jedem Augenaufschlag, weniger zu sehen? Weiter und weiter zu gehen und dennoch nicht vorran zu kommen? In einem Trancezustand zu leben? Es ist wie schweben, schweben über allem Geschehen, nichts an sich heran zu lassen. Wie in einer Kapsel eingeschlossen zu sein. Untergetaucht unter Wasser und alle Geräusche nur noch dumpf zu vernehmen? WIe durch einen Schleier. Würde der Rüde den Fang öffnen, so wären gluckernde Luftblasen alles, was seinen Körper verlassen würde. Seine Bewegungen waren verlangsamt, seine Pfoten steckten fest im Schlick des dunklen Grundes. Und der See? Das Gewässer, der Fluss, das Meer, der Regen, die Traufe - alles trug den Namen Realität.

Gerade dieser schien der Rüde entkommen zu sein, die feinfühlige Nase hatte alle Gerüche ausgeblendet, der starke Körper trug gerade noch den ausgehungerten Wolf, die stechenden und Angst sowie Respekt einflößenden Augen waren erblasst, stierten nur noch in die Leere vor sich hin. Raayu war ein Schatten seiner selbst, hätte sich nicht mehr erkannt, würde er seinem Spiegelbild begegnen. Gefressen hatte er seit Ewigkeiten nichts mehr, die Wunden des Kampfes waren verheilt. Auch die Klippenerfahrung lag hinter ihm, doch hatte sie so tiefe Wunden hinterlassen, dass der Kämpfer, der Mörder der er war nun in dieser Gummikapsel eingeschlossen war. War es Givaan, der dies alles ausgelöst hatte? der Hüne hatte die Realität verlassen, wanderte alleine im All umher, obwohl seine müden Pfoten ihn über den Boden, dem Rudel nach trugen.

Nicht bemerkt hatte er, dass Givaan ihn wieder erkannte. Dass das Rudel wieder zusammen war. Das er wieder eine Aufgabe hatte. Die neuen Gesichter, alles war an seinem Gewässer der Dumpfheit und Trance vorbeigezogen, nicht einmal Magai, die Fähe, der er doch tatsächlich einen einblick in seine Seele gewährt hatte, konnte er mit seinen Augen efassen. Doch in letzter Zeit begann die Stimme seines Vaters und seine eigene Stimme der Vernunft immer wieder auf ihn einzureden, im erfolglosen Versuch, den schwarzen aufzuwecken.

"Siehst du? Zanba ist da. Schau doch! Das Rudel, es ist beisammen. Die Feinde sind tot, Givaan hat den Alpha vernichtet! Givaan. Er erkennt dich. Guck doch zu Zanba, sie redet mit dem Rudel. Und Magai, sie auch. Zanba und Magai. ... RAAYU WACH AUF!"

Raayu schreckte hoch. Seine Augen zuckten umher, hatte Magai ihm nicht in die AUgen gesehen? Ihm nicht gesagt, er solle Givaan helfen? War sie nicht an ihm vorbeigezogen zu Zanba? Zanba. Sie wollte weiterziehen. Wo war Givaan? Raayu sah ihn neben Zanba. ER SAH! Er begriff das Geschehen, er hatte seinen Winterschlaf überlebt. Doch wusste er, dass Givaan kein Alpha mehr war? Nein. Er wusste nichts, nichts was Magai zu ihm gesagt hatte, nichts von Tessyra oder den anderen, die kamen, gingen. Ein Neugeborener, in die Wirklicheit hineinkatapultiert. Sollte er überfordert sein? War er nicht Beta? Raayu schrak hoch und richtete sich auf. Trabte mit aufgerissenen Augen zu Zanba. Doch dann verschwand Magai, kurz darauf Zan und Givaan stand einem neuen alleine gegenüber. Givaan oder Magai? Raayu überlegte fieberhaft. Er hatte sie beide enttäuscht.

"In Selbstmitleid zu ertrinken hat dir noch nie geholfen. Geh zu ihr, dann zu ihm. DU kennst deine Entscheidungen. Es muss sich einiges ändern, aer jetzt bin ich wach, die Zeit des dämmerns ist vorbei."

So blickte er Givaan an, trabte auf ihn zu, verneigte sich. Givaan war sein Freund, sein einziger und gerade ihn hatte er im Stich gelassen. Wo er doch alles für ihn tun würde.

"Givaan, mein Freund. Ich weiß dass du dich nicht erinnerst, aber ich bin wieder da, ich werde nicht mehr in Trance fallen. Vergib mir, wenn du kannst für das, was ich getan oder eher nicht getan habe, dir beizustehen. Ich hoffe ich habe mich nicht zu entfremdet. Mein Leben gehört weiterhin dir und deinem Schutz."

"Schutz ist relativ. Givaan kann sich selbst beschützen. Mein Ego will ihn nur, damit ich nicht allein bin. Ich brauche einen Freund, auch wenn ich es mir nicht eingestehen will. Und er braucht mich auf die gleiche Weise. Schutz? Begleitung. Ich lebe um ihn zu begleiten, mag er Zanba haben oder nicht."

Er straffte seinen Körper, dann drehte er ab und folgte Zanbas Spur zu Tessyra und Magai. Wie sie so dar lag wurde sein Blick erst kalt. Reiner Selbstschutz, das war es. Doch es war seine Schuld, dass sie nun so dar lag und somit genügte ein Blick zu Zanba und Tess, zu sagen, dass er gerne einen Moment mit Magai alleine wäre und nachkommen würde. Vorsichtig näherte er sich der Fähe und drückte seine Schnauze in ihr Fell.
Er tat was? Erschrocken über sich selbst sprang er zurück. Sie wollte das nicht, da war er sicher.

"Mag...", setzte er an "Vergib mir. Ich bin jetzt wach... Ich habe mit Givaan geredet und werde das auch nochmal tun, sobald ich das mit dir geklärt habe... Würdest du mir zuhören?"


[in seiner eigenen traumwelt / wacht auf / geht zu givaan und redet mit ihm / folgt zanba zu mag / fängt an mit ihr zu reden]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Sa Jul 31, 2010 7:31 am

Eine Weile war die Fähe in Gedanken versunken weitergelaufen, alles um sich herum vergessend, hatte sie einfach nur nachgedacht. Das tat Jakara ziemlich oft. Zu oft, für ihren Geschmack. So folgte die Dunkelgraue auch jetzt dem Rudel, doch waren ihre Bewegungen nur mechanisch, ohne der Leidenschaft, die sie normalerweise in dem Rudel erfüllt, jedoch mit derselben Gleichgültigkeit wie immer, wenn sie weit weg war von der Realität.

Doch endlich wachte sie auf aus ihrer Trance und Bewusstlosigkeit, wodurch auch immer. Kara blinzelte und betrachtete den strahlend weißen Schnee, der unter ihren Füßen leise knirschte. Die Wölfin hielt inne, streckte sich kurz und mechanisch, löste die Verkrampfung ihres Kiefers, der die Kräuter festhielt und schüttelte sich.

Jetzt bemerkte sie auch Magai, und dass die Fähe schwach war, und dass Tess, Zan und Raayu zu ihr eilten. Nur sie nicht, die Heilerin. Kara warf einen Seitenblick auf Lubaya, die sich nicht gemeldet hatte.

(Egal. Es wird Zeit, magai zu helfen!)

Mit einer Kopfbewegung winkte Jakara Lubaya zu sich und bedeutete der Weißen, ihr zu folgen. Bi Mag angekommen, legte sie die Kräuter ab und bemerkte jetzt einen bitteren, etwas tauben Geschmack im Mund. Sie hatte zu krampfhaft zugebissen, als sie in Gedanken war.

Jakara schnaubte etwas ironisch und spuckte schnell zur Seite aus, bevor sie sich zu Magai beugte und besorgt fragte:

"Brauchst du Kräuter zur Stärkung? Aya, suche du ein passendes Kraut zur Stärkung aus, schau dir Magai an und finde das Richtige!"

Kara schaute zu ihrer Schülerin und nickte ihr auffordernd zu. Sie hatte schon einige Kräuter zur Stärkung erklärt und war gespannt auf die Antwort Lubayas.


[Wandert - Bemerkt Magai - Geht zu ihr - Weist Lubaya an, Kräuter zu bestimmen]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   So Aug 01, 2010 3:09 am

((Du überforderst mich, Kara xD))

Lubaya lief einfach weiter. Die ganze Zeit neben Kara. Sie erzählte ihr noch einiges über Heilkräuter, mittlerweile musste die Weiße erstmal verdauen. Merken konnte sie sich nur wenig von dem, was ihr erzählt wurde. Kein Wunder, bei so vielen Kräutern! Aber sie wollte es lernen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Sobald sie den eingeschlagen hatte, würde wohl das Verständnis zunehmen. Dennoch wird dieses Verständnis groß sein müssen. Denn in einem Wald wuchsen viele dieser Kräuter und Pflanzen. Kara kannte alle, Lubaya fast keine. Das Moos, daran konnte sie sich noch gut erinnern. Für den Rest würde sie Zeit zum nachdenken brauchen. Eine Zeit, in der sie wohl eher mit ihrem Solz zu kämpfen hatte und lieber nicht im Schnee nach Kräutern suchen wollen würde. Im - vielleicht - dreckigem Schnee. Hach, wie eitel sie doch war..

Plötzlich verstummte die Graue neben ihr. Was war los? So still kannte Lubaya Kara gar nicht. Schließlich hatte diese ihr ununterbrochen von Heilmitteln erzählt und plötzlich schien ihr der Stoff des Wissens entflohen oder zu Ende gegangen zu sein. So urplötzlich, merkwürdig. Dann schlug sie einen anderen Weg ein, erzählte ihr, sie würden zu Magai gehen. Ihr Heulen hatte die Weiße nicht überhört, nur sah sie, wie bereits einige zu ihr hin rannten. Warum sollte sie folgen? Ach ja, sie war ja die Schülerin. Zuerst müsste das in ihren Kopf rein gehen, dann würde sie wieder Zeit finden es als gut oder schlecht zu werten. Dieser eine Konflikt, einer unter vielen. Von welch einem gekränktem Stolz das wohl kommen muss.

Nach einigen Metern waren sie da. Sie waren nicht die Ersten. Zanba war bereits da und Tess. Dann kam auch noch Raayu, er durfte nicht fehlen. Sofort fragte Kara ob sie etwas bräuchte und wie es ihr geht. Wenn Lubaya dort liegen würde, würde es ihr wohl noch schlechter gehen.. umringt von den ganzen Wölfen. Dann sollte Lubaya ihr etwas suchen. Ihre Augen wurden groß und sie bekam ein wenig bange. Wie sollte sie das schaffen? Aber sie versuchte es, wollte es versuchen. Ob es ihr wohl gelang? Also nickte sie, wendete den anderen den Rücken zu und verschwand im Dickicht. Sie würde dem Geruch des Rudels wohl folgen können, wenn sie schon weiter reisen würden.
Während sie dort nach einem Kraut suchte, welches für Mag geeignet war, fielen ihr die Wörter von Kara wieder ein.

oO( "Dieses Kraut hat normalerweise kleine, zartgelbe Blüten. Diese sind aber giftig, also pflücke sie nicht ausversehen mit- das wäre tödlich für den, der sie hinterschluckt. Die Symtome treten binnen einer Stunde ein: Atemnot, Krämpfe und am Ende Herzstillstand. Ein Heilmittel gibt es nicht.
Hier können wir nur die Blätter gebrauchen, die kleinen hier.
Sie lindern Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten. Ach ja, und die Wurzel betäubt Schmerzen und ist ein gutes Stärkungsmittel.
Diese Pflanze wächst nur in solchen Gebieten wie hier, ein bisschen höher gelegen. Am stärksten ist die Wirkung im Frühling, wenn die Blüten sich zu öffnen beginnen."
)Oo

Sie suchte nach diesem Kraut. Auf einer höheren Ebene, sollte es zu finden sein. Doch wo genau? Sie würde unter die Schneedecke schauen müssen. Gerade setzte sie ihre Pfotenabdrücke hinein, bald würde sie mit ihrer Nase darin schnüffeln. Wie absurd diese Vorstellung für sie war. Jedoch würde sie das für Magai und auch ein klein wenig für Kara machen, als eine Art Danke. Schließlich hatte diese bei ihrer Annahme um sie gebangt und darum geboten, dass Lubaya dableiben könne. Aber nun musste sie sich um dieses Kraut kümmern.


[Wandert - Folgt Jakara - Bei Magai & Co - Auf Suche nach Kräutern]

((Ich hab das zu dem Kraut aus dem letzten Beitrag von Kara im letzten Kapitel übernommen, ich hoffe, dass ist in Ordnung sp..))
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Aug 04, 2010 3:40 am

Wut. Zorn. Unbändige Gefühle brachen aus ihm hervor, beherrschten ihn, umnebelten seinen ohnehin verdorbenen Geist und ließen ihn an Dinge denken, die selbst ihm einen Schauder über den nachtschwarzen Pelz trieben. Doch anders als bei anderen Wölfen entstand dieser Schauder weit mehr aus der Entzückung heraus, als wirklich aus Angst. Ein Wolf wie Givaan es war, durfte weder Angst verspüren, noch zeigen.
Doch nun brachen sich weitaus gefährlichere Mächte Bahn, begruben den letzten Rest Selbstbeherrschung unter sich und ließen die mächtigen Muskeln unter dem nachtschwarzen Pelz vor Verlangen erzittern. In seinen hasserfüllten Augen tanzte der Teufel persönlich, wie es schien und seine hässlich verzerrte Fratze lachte der Welt ins Gesicht. Nun galt es, die Bestie endlich frei zu lassen, sie walten und handeln zu lassen, so, wie er es sich schon jahrelang ausgemalt hatte. Endlich wieder hervorzubrechen, mit einer grausamen Gewalt über jedes lebende Wesen hinwegzubrausen, als handle es sich dabei lediglich um einen schwachen Grashalm.
Schwach.
Das waren sie in seinen Augen. Sie waren schwache Kreaturen, die nicht fähig waren, Verlangen und Liebe voneinander zu trennen. Die nicht dazu bereit waren, jenen Schritt zu gehen, der sie dichter an den Abgrund herantragen würde, als jemals zuvor. Der ihnen den Schwefelgestank der Hölle entgegen blasen würde, unbarmherzig, boshaft, zu allem entschlossen. Der sie zwingen würde, hilflos nach Luft zu flehen, sich röchelnd auf dem Boden zu winden, wie jene niederen Würmer, die sie waren. Doch nein!
Sie ließen sich beherrschen von jener Angst, von welcher auch er selbst zehrte, um seine eigene Macht aufrecht zu halten. Denn sobald die Angst nachließ, würde auch er verblassen und die Bestie, die er diesem Wolf eingepflanzt hatte, würde wieder in einen jahrtausendealten Schlaf sinken. Und er wäre nicht mehr fähig, genügend Macht aufzubringen, um das wilde Biest erneut von der Leine zu lassen.

Was also hinderte die blutrünstige Kreatur daran, seinen Befehlen zu folgen und durch Givaan´s massigen Leib Verderben und Tod über dieses Rudel zu bringen? Es war diese Fähe! Langbeinig und grazil, ebenso naiv wie auch gleichermaßen weltgewandt hatte sie den Verstand des Schwarzen vollkommen beansprucht. In Besitz genommen. Das durfte, konnte, sollte nicht sein! Voller Zorn flackerte der Widerhall des Teufels in den gelb glühenden Augen auf, manch einer mochte glauben, dem schwarzen Fell entströmte ein sanfter Schwefelgeruch.
Dennoch, obgleich er es ihm befohlen hatte, rührte Givaan sich nicht. Stand regungslos, einer absolut tödlichen Statue gleich neben jener Fähe, welche die Pläne des Höllenwächters durchkreuzt hatte, ohne davon etwas zu ahnen, zu wissen. Und das verräterische Herz eben jenes Rüden schlug im Gleichtakt mit den Atemzügen, welche die junge Fähe tätigte. Ungesehen sah der innere Dämon den sanften Schein des Feuers, welches seit Jahr und Tag in Givaan brannte. Jenes Feuer, welches sich sanft flackernd der jungen, beigefarbenen Fähe entgegen reckte, danach lechzte, ihre Stimme zu hören, sie zu betrachten. Jenes Feuer war es, welches dem schwarzen Dämon ein Dorn im Auge war. Gleichzeitig für Liebe und Hass, für Rettung und Verderb, für Licht und Schatten zuständig, wob dieses Feuer eben jene komplizierte Muster eines Wesens wie Givaan.

.o( “Ich bin gleich wieder da. Führe Du sie weiter. Sie brauchen einen klugen Wolf an ihrer Spitze.“ )o.

Die Stimme, die das Feuer sanft umwarb, es einschläferte und zahm werden ließ. Die Stimme, die Auslöser dafür war, dass aus der wilden Bestie ein schweigsamer, jedoch auch `zahmer´ Wolf geworden war. Voller Wut begehrte der Dämon auf, doch äußerlich änderte sich nichts. Weder die abweisende, kalte Miene, die Givaan zur Schau stellte, noch die stählernen Muskeln, welche sie unwillkürlich anspannten, als Zanba lautlos hinfort glitt. Ja, selbst sein sanft im Winterwind wogendes Fell regte sich ebenso wie auch zuvor. Der Dämon schien seine Macht einzubüßen und dies behagte ihm ganz und gar nicht. Und er würde Wege und Mittel finden, um seine Macht mit der der Bestie zu vereinen. Dann würde endlich das Zeitalter der Schatten und Abgründe beginnen!

Lange Zeit hatte Givaan der Fähe nachgesehen, unschlüssig, ob er nun erzürnt oder gerührt sein sollte. Schlussendlich siegte der Zorn, was jedoch nicht weiter verwunderlich war, betrachtete man einmal genauer jenes kompliziert Muster seines Wesens. Es war geprägt von jenen schwarzen Emotionen, Hass, Gier, Macht, Zorn, Gewalt. Es schien beinahe ein Wunder, dass er der Fähe nicht nachsetzte, ob nun zum Töten oder zum Schelten sei dahin gestellt.
Doch wie sie so hinfort glitt, erinnerte er sich an Dinge, an welche er sich nie mehr zu erinnern gelobt hatte. Es waren lediglich einzelne Fetzen von Tagen, die er aus seinem Hirn löschen wollte wie das Leben eines Opfers, doch obgleich ihm dies bei jeder anderen Situation problemlos gelungen wäre, so hatte hier wiederum jener teuflische Dämon seine Klauen im Spiel.
Die Erinnerung war vollkommen. Perfekt. Jedenfalls in den Augen eines Mörders der speziellen Art. Noch immer erfreute es sein Blut, noch immer sang sein diabolisches Herz voll blutiger Grausamkeit und ebenso blutgieriger Zufriedenheit. Und noch immer genoss er diesen Anblick schweigend, doch mit jeder Faser seines Körpers. Es waren sechs an der Zahl. Sechs reglose Körper. Sechs blutig entstellte Kreaturen. Sechs schwarze Welpen. Und es waren sechs Geschwister gewesen. Sie hätten es sein sollen, doch waren sie nie mehr als lediglich ein unleidlicher Nebeneffekt, den zu ertragen bereits damals schwer gewesen war. Es kam einer öffentlichen Schmälerung seiner Gene, seines gesamten, gewaltigen Auftretens gleich und somit gärte auch der Zorn in jenem halbwüchsigen Körper, der bereits im Welpenalter viele überragte. Nun sah er sie wieder vor sich, die sechs geschändeten Leichname, entstellt, grässlich zugerichtet und im Blut der Geschwister. Das Blut hing noch immer in der Luft, am nachtschwarzen Pelz des einzigen Überlebenden. Des Täters.
Voller Verlangen blickte Givaan in jene Erinnerung zurück, wohl wissend, dass seine Chance bereits verwirkt war, eben jene Tat zu wiederholen. Voll düsterer Vorahnungen, eine grausamer als die andere, blickte der schwarze Teufel sich im Rudel um, warf einen Blick über die Schulter zurück und fletschte knurrend die Zähne. Geifer troff aus seinem tödlich angespannten Fang, das Fell sträubte sich und der Dämon jubilierte. Wenn es ihm schon gelang, derartige Emotionen gegen seinen eigenen Nachwuchs - den zu akzeptieren dem Schattenwesen in Givaan noch immer Qualen bereitete - aufzubringen, wie groß nur würde der Hass gegen diese Fähe sein? Beinahe genüsslich schien der Dämon sich über die spitzen, grauenhaften Zähne zu lecken und begierig darauf warten, dass die letzte Anstrengung genügte. Die letzte Anstrengung, die ihn, Dämon der Unterwelt und Givaan´s Herzen, endlich dazu brachte, die Bestie auf ein neues zu erwecken!

Doch dann kam plötzlich alles anders. Alles entglitt den schwarzen, giftigen Klauen des Dämons und entgeistert musste er dabei zusehen, wie er zurückgedrängt wurde, zurück in die Finsternis, welche ihn vergessen lassen würde. Wieder einmal! Zorn flackerte auf, erneut versuchte er seine wütende Position im Augenspiegel des Wolfes zu halten und doch gelang es ihm nicht. Die einst wild aufglühenden Augen wirkten seltsam stumpf, gebrochen, verlassen. Zornig heulte der Dämon auf und lauschte mit gebleckten Zähnen den Worten jenes Rüden, der derart vertrauensvoll zu Givaan sprach.
Es täte ihm leid und auch wenn Givaan sich womöglich nicht daran erinnerte - in dieser Hinsicht hatte dieser störende Wolf recht, schließlich wusste der vollends rasende Dämon nicht einmal mehr seinen Namen - würde sein Leben noch immer im Schutze Givaan´s stehen. Kaum, dass diese Worte die Lefzen des Anderen verlassen hatten, stahl sich ein boshaftes, allzu hinterhältiges und selbstzufriedenes Grinsen auf die hässlichen Züge des Dämons. Ohne Frage würde er diesem Angebot gewiss nachkommen, doch bis dahin müsste er seine Kräfte schonen. Grollend gestand er sich ein, dass die Bestie zurück in einen sanften Schlaf gefallen war. Doch die Tatsache, dass sie ebenso leicht wieder zu erwecken sein würde, entlockte dem Dämon ein schauerlich triumphierendes Heulen, welches einzig der Geist Givaan´s wahrzunehmen schien.

Sein Blick glitt über den Körper seines alten Freundes, den er, wider dessen Erwartungen, erkannte. Raayu. Gewiss hatte er in seinem Delirium bemerkt, dass nicht nur er weggetreten war, nur vermochte er erst jetzt, Tage später, festzustellen, wer es gewesen war. Unter anderem Raayu, wie es schien, doch da dieser nun energischen Schrittes auf ihn zutrat, sorgte sich der Schwarze nicht weiter. Nun, wenn er der Wahrheit die Ehre gab, musste er eingestehen, dass er sich bislang noch nie gesorgt hatte. Nicht wirklich jedenfalls.
Doch kaum, dass Raayu zu sprechen begann, verkrampfte sich der Körper des Schwarzen, spürte - fühlte! - er doch jenen Dämon, der wie ein zweiter Geist zu werden schien. Zorn wallte in ihm auf, Zorn auf sich selbst und auf jenen Dämon. Gewiss, er liebte das Morden, das unendlich verspritzte Blut und auch das Knirschen der Knochen, wenn er diese endlich knackte. Aber dass er nun zum Biest auserkoren wurde, welches den Machenschaften jenes inneren Teufels dienen sollte, ging ihm gegen den Strich. Givaan war seither ein Einzelkämpfer und dies würde nicht einmal ein Dämon ändern!
Doch kaum, dass er seinem Freund eine unfreundliche Antwort hätte geben können, verschwand dieser bereits und Givaan senkte seinen Kopf weit, sehr weit dem Erdboden entgegen. Schatten verdeckten seine Augen und ließen jenes Feuer verborgen aufflammen, welches erneut drohte, ihn zu zerreißen. Und dann kam sie.

Wild heulend warf der Dämon sich gegen jene Ketten, die Givaan ihm im Laufe der Zeit endlich angelegt hatte und ihn somit - vorerst - an Ort und Stelle hielt. Aber dennoch spürte er einen Teil von sich, welcher eben jenem wilden Geschöpf verloren ging. Es war, als würde jene Macht ihn auffressen, wie er es mit dem Leichnam des Weißen gemacht hatte. Wie nur hieß er? Dass er vergessen hatte, wie dieser Wolf hieß, welcher einst seinem - nein, Zanbas! - Rudel angehört hatte, hinterließ nicht jene tiefen Wunden, die es hätte sollen und doch erschrak Givaan, wie selbstgefällig er dabei die Zähne bleckte.
Dann öffnete sich der Fang der hübschen Fähe vor ihm und all jene Gedanken waren vergessen. Weit, sehr weit schob der Schwarze jenen wütend aufbegehrenden Dämon zurück, welcher ihn nach allen Regeln verfluchte und ihm mit boshaft gespaltener Zunge einflüsterte, dass er dafür umso grausamer sein werde. Givaan wusste es. Doch ignorierte er die nahe liegende Tatsache, dass unter seinem Fell, unter der Oberfläche eine Kreatur hauste, die bald schon hervorbrechen könnte und ihm alles nehmen könnte, was ihm lieb wäre. Einschließlich jener Fähe vor sich. Zanba.
Ihre Worte waren wie sanfte Flügel, die zart über ihn hinweg strichen, ihn liebkosten und schlussendlich eine bittere Leere zurück ließen. Dass er den Rang aufgab, hatte er einzig jener boshaften Ader zu verdanken, welche geplatzt zu sein schien und sich nun als ein boshaftes Geschwür in ihm ausbreitete. Viele hätten angesichts dieser Aussicht wahrscheinlich den Freitod gewählt, doch erschien es ihm lächerlich, sich gegen sein eigenes Wesen zu richten. Er war Teil von ihm, auch wenn es bedeutete, dass dies das Ende vom Anfang wäre.
Seine Ohren zuckten, als Zanba den Kopf senkte und fort fuhr, ihn zu liebkosen und den Dämon in wilde Raserei zu versetzten. Wie gern hätte er die wenigen Zentimeter überbrückt, um seinen Kopf schützend auf ihren Hals zu betten, das Gefühl der Wärme zu genießen, das Gefühl der Geborgenheit. Doch erneut war es jene giftige Stimme des Dämons, zischend vor Wut, die ihm entgegen wisperte, dass es für Kreaturen wie ihn niemals das perfekt idyllische Leben geben würde. Immer würde das blutige Verlangen dicht unter der Oberfläche brodeln und mit jeder Jagd würde es schwerer werden, es zurückzuhalten. Und dann, wenn es nicht mehr ging, würde er anfallen, was ihm am liebsten war. Sofern er sich vorher nicht bereits emotional abgeschottet hätte.

.o( “Aber wie Du schon sagtest, ich muss es akzeptieren. Und so übe ich mich in Toleranz, ununterbrochen. Aber Du fehlst mir trotzdem. Es tut mir leid, wenn ich Dich deshalb verletzt habe. Ich liebe Dich, Givaan. Verzeih mir mein unüberlegtes und naives Handeln. Ich bin ein wenig verwirrt in letzter Zeit.“ )o.

Unwillkürlich fuhr er zusammen, ein leises Grollen auf den Lippen, lediglich ein Bruchteil von jener ungezügelten, gefährlichen Macht, die in ihm hauste. Und ebenso unwillkürlich zog er sich zurück, wollte jene `Schwäche´, welche sie dem Dämon gegenüber offenbart hatte, nicht ausnutzen, sie nicht verraten. Aber er wusste, ahnte es bereits. Sowohl Raayu, als auch Zanba hatten ihm eine Schwäche eingestanden, die er ohne weiteres gnadenlos ausnutzen würde. Und Givaan müsste dabei zusehen, wie er selbst beide Wölfe zerriss.
Sie sprach endlich weiter, schien nichts von seinem inneren Kampf gespürt zu haben oder ließ es sich nicht anmerken. Nun endlich betrat sie Terrain, auf welchem er selbst agieren konnte, ohne fürchten zu müssen, unüberlegt oder gar todbringend zu handeln. Nicht, dass Givaan seine Kraft und Ausdauer überschätze, doch ahnte er, dass es der Dämon wäre der ihn bis in die Erschöpfung der Raserei aussetzen würde. Knapp nickend blickte er den sanften, so verletzlich wirkenden Augen entgegen, spürte jene sanften Schwingenschläge über sein vernarbtes Herz streichen und dieses liebkosen. Es war beinahe mehr, als er ertrug und somit klang seine Antwort kälter als beabsichtigt.

"Es ehrt mich, dass Ihr solch ein großes Vertrauen in mich setzt, Leitwölfin. Doch die Jagd auf jenes Kleingetier sollten einzelne Wölfe, die noch bei Kräften sind, bestreiten. Jeder für sich und jene Wölfe, welche sich noch unserer ... Eurer vollsten Zufriedenheit ungewiss sein sollten. Die Neuankömmlinge in Eurem Rudel."

Mit keiner Silbe erwähnte er, dass sie es nun wäre, die die Stärkere von ihnen sein müsste, denn er selbst, Givaan, müsste all seine Energie aufbringen, um dafür zu sorgen, die Macht des Dämons in die richtigen Bahnen zu lenken. Dem Schutz des Rudels und Zanba. Doch gerade, als er seinen Kopf leicht umwand, beschlich eine verräterische Leere ihn und in dem Glauben, den Dämon vorerst besiegt zu haben, drehte er sich nochmals um und rieb seinen Kopf beinahe zärtlich an dem von Zanba. Leise, dass einzig sie, er und gewiss auch der Dämon, der irgendwo zu schlummern schien, hörten, wisperte er leise

"Ich liebe dich, Zanba. Auf ewig."

Dann drehte er sich herum und blickte aus gewohnt kalten, abschätzigen Augen über das Rudel, welches sich um sie versammelt hatte. Raayu, Magai, Tessyra, Jakara und Lubaya waren dem Anschein nach zurück gefallen, eine Tatsache, die ihm missfiel. Mit einem energischen Heulen rief er sie zurück, die Tatsache übergehend, dass er nun lediglich Deltawolf war. Obgleich ... er gehörte dem Rudelrat an und dieser hatte durch Zanba einiges an Macht zugebilligt bekommen. Ein bitteres Glühen trat in seine gelben Augen, dann jedoch verschwand ER wieder so schnell, wie er erschienen war. Lautlos und leise schmiedete er seinen Plan, seinen Hinterhalt. Um schlussendlich hinterrücks anzugreifen, wenn Givaan glaubte, er sei frei.
Dann würde er endlich die Bestie wieder erwecken!




[Wechselweise Sicht Givaan/Dämon - lauscht Raayu/Zanba - kurz vor einem `Ausbruch´ - spricht mit Zanba - heult nach Magai & Co. - Dämon]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Aug 04, 2010 5:30 am

Da ging Lubaya, auf der Suche nach Kräutern, und Jakara schmunzelte. Sie beschloss, die Fähre suchen zu lassen, auch wenn sie eigentlich gewollt hatte, dass Aya eines der Kräuter auswählte, die Kara mitgenommen hatte und nun vor sich abgelegt hatte.

(Was soll's- daran kann sie sich üben!)

Schweigend saß sie da und wartete auf die Rückkehr der ihr anvertrauten Schülerin. Immer wieder warf sie Blicke auf Magai, untersuchte sie zwischendurch flüchtig, aber eigentlich war sich Jakara sicher, dass ihr körperlich nicht so viel fehlte, dass all das mehr ein Werk der Nerven war.

Plötzlich ertönte das ungeduldige Heulen Givaans, der bemerkt hatte, dass es hier hinten nicht vorwärts ging. Also konnte Jakara nicht warten.

"Hier, nimm dies. Du musst sie einfach nur ein wenig kauen und ausspucken, sobald du dich stärker fühlst!"

sagte sie hastig und schob Mag die Wurzel der Pflanze, die Lubaya suchte, hin. Dann wandte sie sich um und folgte den Spuren von Lubaya. Endlich machte sie die weiße Fähe im Wald aus.

"Aya! Komm zurück, ich habe Magai die Wurzel gegeben, die ich schon gesammelt habe. Givaan will, dass wir schnell weiterziehen!"

Jakara lächelte leicht.

"Aber schön, dass du gleich auf Kräutersuche gegangenbist. Ich wollte doch nur, dass du von den kräutern, die ich schon gesammelt hatte, das Richtige auswählst. Doch nun lass uns zurück zu Magai gehen."

Die Dunkelgraue setzte sich schon in Bewegung und sah über die Schulter zurück, ob Lubaya ihr folgte.


[sieht Aya nach und wartet auf ihre Rückkehr- hört Givs Heulen- gibt Mag selbst etwas zur Stärkung- bei Aya, spricht mit ihr]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Do Aug 05, 2010 3:10 am

Die Ohren des Jungwolfes zuckten leicht durch die Gegend. Immer in Bewegung um kein einziges Geräusch zu überhören. Damit hörte der schwarze Wolf auch das Heulen von der Fähe. Von Magai. Für einen Moment blieb er stehen und wollte gerade seinen Fang öffnen, um etwas zu sagen. Doch dann schloss er ihn wortlos wieder, lies keine Silbe seiner Kehle entweichen. Seine Mutter reagierte schon und wandte sich an seinen Vater. Jener schwarze Wolf, vor dem er einst Respekt hatte. Den Respekt den man gegenüber seinem Vater, seinen Vorbild hatte. Doch dieser war verschwunden. Als hätte der kalte Wind sich dadrum geklammert und ihn fort geweht. Mit genommen in die unbekannte weite Ferne des Landes. Jetzt war nur noch der Respekt da, welchem einen fremden Wolf galt mit einem tödlichen Charakter. Wobei... es war er die Tatsache welche Blutgier in den Augen seines Vaters Givaan stand. Als könnte ihn nichts und niemand aufhalten.

Leicht schüttelte Blizzard seinen Kopf um zurück in die Gegenwart zu gelangen. Er sah wie die sandfarbene Leitwölfin zurück kehrte und zu Givaan sprach. Doch er lauschte nicht den Worten. Ja, es interessierte ihn wahrhaftig nicht was sie sagten. Sein Blick hob sich in den Himmel, während seine Ohren an seinem Kopf ruhten. Dicht angelegt um den Schnee dadran zu hindern in sein Gehör zu wehen.
Als er lautlos einen Seufzer ausstieß, sah er zu wie eine weiße feine Wolke sich mit dem Schneetoben vermischte und verschwand. Kurz schüttelte er sich, brachte die Schneeflocken auf sich zum tanzen. Aber natürlich brachte es nichts. Seine Gedanken wanderten zur Jagd.
Er, Blizzard, sollte die nächste große Jagd leiten. Seine himmelsblauen Augen wanderten über das Rudel, blieben an jedem einen Augenblick prüfend hängen. Überlegte welche Beute sie erlegen könnten, welche sie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit antreffen könnten.

Mit einen Mal schweiften seine Gedanken zurück zu Lucky. Sein Bruder der immer der kleinste war. Ihm immer am schwächsten schien und nun nicht mehr da war. Es war merkwürdig das er trotz seinen nicht gerade freundlichen Reaktionen zu Lucky gerade an ihn dachte und sich fragte ob ihm die Jagd gelingen würde. Mit einem kräftigen Kopfschütteln holte er sich wieder zurück und blinzelte einen Augenblick um sich wieder umzublicken.


[ in Gedanken / lässt seinen Blick über jeden schweifen / wieder in Gedanken ]
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Bastet

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Fr Aug 06, 2010 6:54 am

    Er tanzte deutlich in den nebelgrauen Augen der Nebelschönheit, er zeigte sein Antlitz, ohne dass jemand sich darum scherte. Und anders hätte die graue Fähe es nicht haben wollen. Niemand hatte bislang erkannt, welches Wesen tatsächlich in diesem Pelz steckte und ebenso sollte es auch bleiben. Ein verächtliches Lächeln verzog die Lefzen der schönen Fähe, doch sie wusste, niemand sah es. Niemand sollte sehen, zu was sie imstande wäre, ehe sie es nicht selbst so entschieden hatte. Doch wie nun weiter?
    Isabis hatte sich nicht bewegt, als jene graue Fähe namens Jakara sagte, sie sollten sich aufmachen. Wenig später hatte sie einen pechschwarzen Wolf erblickt, groß, imposant und ihr vom Wesen her wohl äußerst ähnlich. Doch das welpenhafte, kindliche Lächeln auf ihren Lefzen, welches sie ein wenig dummdoof aussehen ließ, behielt sie lediglich solange bei, bis wirklich jeder der Wölfe dem vermeintlichen Leitwolf folgte. Isabis hingegen verharrte an Ort und Stelle, sah das sanfte Schneegestöber, welches die Wölfe bald schon verschluckte und ihre Spuren nicht ganz so schnell verwischen würde. Die Schöne wusste, dass es ihr nicht schwer fallen würde, den Düften des Rudels zu folgen. Schließlich befand sie sich inmitten deren Reviers, es sollte also ein Kinderspiel werden.

    Erneut zeigte sich das heimtückische Funkeln ihrer tiefgründigen, grauen Augen, welche nun den Farbton von Schiefer angenommen hatten. Und ebenso schmerzhaft konnte sich dieser Blick in den eines anderen bohren, unbarmherzig und unnachgiebig, bis sie wusste, was sie verlangte. Doch jene Wesenszüge müssten nun gut verborgen sein, denn niemand sollte wissen, auch nur ansatzweise ahnen, zu was die Schauspielkunst die befähigte. Das grauenhafte Wesen zu verbergen, welches sie sein konnte. Augenblicklich wurde ihr Blick hart, dann jedoch durchdrang eine klare, selbstsichere Stimme die Stille des Waldes. Die Stimme einer Anführerin, ohne Frage, doch hatte Isabis dafür lediglich ein verächtliches Schnauben übrig. Sie würde sich erheben und aus diesem Revier verschwinden, ohne dass jemand sie noch weiter zu Gesicht bekäme.
    Mit der geschmeidigen Eleganz, für die viele Wölfinnen sie beneideten, erhob sich die schöne Graue, ließ den Blick schweifen und kam zu dem Schluss, parallel zum Rudel zu laufen, bis sie eine der Grenzen witterte.
    Mit leichtfüßigen Bewegungen schritt sie voran, die Nase zuckte unablässig, auf der Suche nah bekannten Gerüchen. Ob Freund oder Feind, Isabis war vorsichtig, insbesonders dann, wenn sie sich in einem fremden Revier befand. Lautlos wie eine Nebelschwade sprang sie über eine kleine, halb eingeschneite Kuhle und blieb kurz dahinter stehen. Erstarrte und verharrte, die samtenen Ohren drehten sich in jede erdenkliche Richtung und die schwarze Nase zuckte noch heftiger als zuvor. Dann richtete sich ihre Aufmerksamkeit schlagartig in eine Richtung und die Fähe richtete sich auf. Kühn, stolz, selbstsicher und mit der Arroganz, die lediglich den Schönen und Erfolgreichen reserviert zu sein schien. Der Duft des sich nähernden Wolfes wurde stärker und das dunklere Nackenfell der Fähe sträubte sich leicht. Doch selbst so schien sie königliche Eleganz und Aristokratie zu versprühen und dies verlieh ihren nun nebelgrauen Augen eine satte Arroganz, die zu übertreffen schwer sein würde. Man mochte meinen, die Schönheit würde lediglich für diese leben, doch das warnende Funkeln der Augen verriet, dass dennoch Vorsicht angebracht war.
    Doch mit einem Mal schwenkte der Wolf ab, der Duft verlor sich mehr oder weniger wieder und misstrauisch streckte ISabis ihren Kopf nach vorn, nahm die Spur des Fremden auf und folgte diesem. Lautlos. Für eine Nebelschönheit wichtig.

    Der Schnee unter ihren Pfoten wurde langsam immer höher, bis ihre Pfoten bei jedem Schritt beinahe zu verschwinden drohten. Ärgerlich hob die Wölfin ihre Pfote, schüttelte diese und blickte noch ärgerlicher auf all die Schneeklumpen, die sich an ihrem Fell festgesetzt hatten. Sie mochte um die Vergänglichkeit ihrer Schönheit wissen, doch hinderte sie dies nicht daran, eben jene Schönheit auszunutzen, solange sie diese noch besaß.
    Dann jedoch drangen leise Stimmen an ihre Ohren und augenblicklich war das Schönheitsproblem vergessen, zurückgedrängt. Unter anderem, weil sie den Duft wahrnahm, welchen sie zuvor gefolgt war. Sehr zu ihrem Missfallen musste sie sich eingestehen, dass es ein Fehler gewesen war, denn nun stand die dem Rudel mehr oder weniger direkt gegenüber.

    .oO( Ich hätte es wissen müssen! Wonach sehnt sich jeder Wolf, Isabis? Was hat man versucht, dir einzuprügeln? Ge-sell-schaft! )Oo.

    schalt sie sich selbst und wich wieder ein wenig zurück. Dann jedoch erklang die Stimme eines Rüden und ihr Nackenfell sträubte sich. Ihr gesamter Körper war von einem Moment auf den nächsten angespannt, ihr Fell stand ihr wild vom Körper ab und ließ sie wie eine Göttin der Schönheit und des Krieges aussehen. Diese Stimme!
    Die Stimme gehörte eindeutig jenem Rüden, der die Wölfe um einiges überragte und welchen sie zuvor auch gesehen hatte. Doch wieso nur sträubte sich alles in ihr, sich ihm nicht zu offenbaren? War es Angst, die ihr Unterbewusstsein dazu trieb, sich jenen Wolf nicht zum Feinde zu machen oder aber war es die Erinnerung an die sanfte, milde Stimme seiner Gefährtin, die zuvor alle Streuner eingeladen hatte, sich dem Rudel anzuschließen?
    Zu allem Überfluss sah sie nun auch jenen Wolf, dem sie gefolgt war, in der irrwitzigen Annahme, er würde ebenfalls die Grenzen des Reviers suchen, um endlich verschwinden zu können. Als seine Stimme erklang, konnte die Fähe sich kaum zurückhalten, um ein spöttisches Schnaufen von sich zu geben. Der Wolf schien nicht einmal wirklich dem geistigen Niveau eines Welpen entsprungen zu sein, denn der Blick des Schwarzen, welcher dicht neben seiner Gefährtin stand, war mehr als eindeutig. Aber dennoch ... etwas an diese Szene irritierte sie, doch bislang wusste sie nicht genau, was es war.
    Aus leicht verengten Augen betrachtete sie das Paar, welches dem Fremden gegenüberstand und gegensätzlicher nicht hätte sein können. Nur irgendeine kleine Nebensächlichkeit war hier verkehrt. Nur was? Je länger und intensiver sie darüber nachsann, umso genauer betrachtete sie die beiden Wölfe, ließ den Fremden vollkommen außen vor, ebenso das Rudel. Darum könnte sich ihre kleine Schauspielschwester kümmern, wenn es soweit war. Und langsam erkannte sie auch, was sie derart verwirrte. Der Rüde schütze die Fähe, ohne Frage, aber er war es nicht, der dem Wolf sagte, ob er bleiben dürfe oder nicht, obgleich er den Fremden wohl als erster gewittert hatte. Bedeutet dies, dass er zwar Partner, jedoch nicht Leitwolf war? Isabis zog verwirrt den Kopf zurück, doch dann bildete sich ganz langsam ein hinterhältiges Lächeln auf ihren Zügen.

    .oO( Interessant. Du kannst uns also nichts mehr anhaben, großer, böser Wolf. Interessant, sehr interessant. )Oo.

    Und aus dieser wahnwitzigen Situation heraus trat sie langsam aus den sanften Dunstschwaden des Schnees hervor, ihre nebelgrauen Augen noch immer voll boshafter Intrigen auf den Schwarzen geheftet, welcher nicht genügend Macht besaß, um sie zu vertreiben. Und ein kurzer, prüfender Blick auf die Wölfin verriet ihr, dass diese nicht jene Art Wölfin war, die Wanderer vertrieb. Erneut tanzte jenes durchtrieben Funkeln in ihren Augen, welches ihrer Scharade gewiss geschadet hatte. Doch noch während sie langsam und gemessen auf die Wölfe zuschritt, änderte sich der Ausdruck ihrer Augen. Ja, selbst ihr Körper schien sich leicht zu wandeln.
    Mit großen, glänzenden Augen trat sie dem `Leitwolfpaar´ gegenüber, wobei Isabis das Gefühl des grausamen Triumphes unterdrücken musste und ihren Blick ehrfürchtig an beiden Wölfen hinab gleiten ließ. Sie wirkte ohne Frage überzeugend, wie eine junge, naive Fähe, die nicht glauben konnte, nun dem mächtigsten Paar in diesem Revier gegenüber treten zu können. Nun kam jene Szenerie, die Isabis bis auf die Knochen verabscheute, doch eine gute Schauspielerin musste auch eigene Differenzen überbrücken.
    Somit drückte sie sich, die großen, naiven Augen ängstlich aufgerissen, vor Zanba und Givaan auf den Boden, spürte die Kälte in ihren Pelz kriechen und ignorierte diese, obgleich sie liebend gern nach den Pfoten des Möchtegern-Alphas gebissen hätte. Doch ihre Maske hielt und sie wusste, man würde glauben, was sie sagte. Und sie sagte es mit solch einer Ehrfurcht in der Stimme, dass Isabis schlecht wurde, doch solch ein Theater würde gewiss glaubhafter sein, als lediglich oberflächliche Worte. Sie kannte nun einmal die Kniffe des Schauspielerei.

    »Sagt mir bitte, werte Wölfe, seid ihr jenes stolze Alphapaar, welches die `Kinder des Mondes´ führt? Jenes stolze Alphapar, dessen Geschichten bereits über euer Revier hinaus getragen wurde? Welches das Rudel sowohl mit Strenge und Milde, als auch mit Disziplin und Freundschaft führt? Seid ihr jene Wölfe, die zu treffen mich unendlich glücklich machen würde?«

    erklang ihre helle, klingende Stimme. Intuitiv versuchte sie die Beziehungen des Rudels zu entwirren, doch ähnelte es einem Gewirr aus Schlingen, welche lediglich dann zu entwirren waren, wenn man sich der Gemeinschaft anschloss. Und eben dies hatte Isabis vor, obgleich aus anderen Gründen, als es einen normalen Wolf dazu getrieben hätte. Sie wollte lediglich beobachten und analysieren.
    Beinahe, als würde ihrer kleinen, ängstlichen Seele erst jetzt der Fehler bewusst, riss sie ihre Augen auf und drückte sich noch fester in den Schnee, rollte sich halb auf den Rücken und unterdrückte das Gefühl des Zornes. Sie wusste, sollte der Schwarze sie tatsächlich angreifen, dann würde ihre Maskerade auffliegen, doch sie zählte darauf, dass er als zurückgetretener Leitwolf keine Autorität mehr hatte, was solche Entscheidungen anbelangte.

    »Verzeiht mir. Oh, ich bitte euch, verzeiht mir. Ich wollte euch nicht kränken, indem ich sagte, dass lediglich Zanba und Givaan zu sehen mich glücklich machen würde. Auch euch zu sehen erfreut mein einsames Herz ... «

    Welch eine Lüge dies war, konnte keiner ahnen, denn Isabis war Meisterin der Illusionen. Sie blickte derartig kummervoll empor, dass es gewiss ein leichtes wäre, das Muttergefühl der Fähe zu erweichen und die Verachtung des Schwarzen. Er würde sie meiden, aus Glaube, dass sie zu schwach wäre und sie würde sich um sie sorgen. Ein angenehmes Leben würde sie erwarten, doch hatte die graue Schönheit nicht vor, es sich allzu bequem zu machen.
    Sie schielte nochmals ängstlich empor, bot ihren blanken Bauch und den Hals an und winselte leise. Wie sie es hasste, doch sie hatte ohnehin alles aufgegeben. Zudem es versprach, hier äußerst interessant zu werden.

    »Man taufte mich auf den Namen Isabis - schön anzusehen - und ich ... es ... würdet Ihr Euch bereit erklären, mich ebenfalls aufzunehmen?«

    Ihre Stimme tendierte nun beinahe in etwas kindliches, doch es machte nichts. Sie spielte hier eine Fähe, die sie nie sein würde, von daher wäre es kein weiteres Problem. Beinahe, als habe sie Angst, abgewiesen zu werden, blickte sie Zanba nun geradewegs in die Augen. Sie war mehr oder weniger die Schwachstelle, denn Isabis baute auf deren Moral. Ob sie die Graue nun durchschaute oder nicht, wobei Isabis es stark bezweifelte, dass es überhaupt jemandem gelang, sie würde keinen Wolf, der sich demütg zeigte, vertreiben können. Die Graue hatte es in den sanften Augen der Beigefarbenen gesehen und innerlich jubiliert. Da nun auch der Schwarze kein direktes Problem mehr wäre, könnte sie also gleich Einzug halten. Dennoch, sie blickte sicherheitshalber nochmals mit jenem Welpenblick auf, welcher die Herzen unweigerlich zum Schmelzen brachte. Doch innerlich wütete eine zornige Isabis, dass es soweit mit ihr gekommen war. Nichts jedoch drang nach außen und se verschloss ihr Herz nur allzu gut vor der Außenwelt.




[Im Wald - folgt Dasan´s Duft - trifft das Rudel - unterwirft sich Zanba & Givaan - bittet um Aufnahme]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Fr Aug 06, 2010 3:23 pm

Lubayas Augen waren auf den Erdboden gerichtet, ihr Kopf war gesenkt. Wenn sie vielleicht mal mit der Schnauze im kalten, wirklich, bitter kaltem, Schnee schnüffeln oder vielleicht auch mal ein wenig graben würde, würde sie vielleicht auch fündig werden, aber so? Mit ihren Augen konnte sie gerade mal die weiße Schneeschicht betrachten, die durch die verschiedenen Schneekristalle sich ansammelte und somit wuchs. Die Schicht wurde dicker, wenn der Schnee heftiger viel und wenig Sonne den Boden bestrahlte, und wurde wieder dünner, wenn er durch in Berührung mit einem warmen Körper schmolz. Angesichts der Tatsache das es Abend war und kein Sonnenstrahl mehr durch die dichten Wolken zu erkennen war, einzig und allein das Mondlicht die Schneelandschaft erhellte, sammelte diese weiße Pracht sich auf dem Boden zu einer immer dicker werdenden Schicht. Die Läufe Lubayas sanken immer weiter darin hinein und ein vorankommen wurde schwieriger. Ebenso die Suche nach diesem heilenden Kraut. Wie würde sie es jetzt noch finden? An einigen Stellen, welche sich die Erde zu einem kleinen Hügel wölbte, fing sie an zu graben, doch es war von wenig Nutzen. Schnell war wieder Schnee drauf gefallen und versperrte ihr somit den Anbetracht. Wenn sie versuchte es zu riechen, betäubte die eisige Kälte ihre Sinne und ein schauer lief ihrem Körper hinunter. Kurz seufzte sie und machte sich dann weiter auf die Suche.

Plötzlich stieg ihr ein unbekannter Geruch in die Nase. Seltsam war dies. So sehr sie es auch versuchte, ein Tier konnte sie hinter alledem nicht entschlüsseln. Kein bekanntes zumindest. Völlig fremd war ihr das, was sie dort roch. Oder war alles nur Einbildung? Womöglich. Aber es behagte ihr nicht. Der Schnee sperrte ihr die Sicht, ebenso die kleine Wolke ihres eigenen Atems. Die Kristalle, welche auf ihrer Nase schmolzen, ließen sie kalt werden und ihr Sinnesorgan nichts weiter riechen als den Duft es Winters. Dann war der Geruch wieder weg. Sie schauderte einmal.

oO( Sicherlich nur irgendein kleines Tier, dass nach Beute sucht und ich ihm eine Nummer zu groß war. )Oo

Sie lief wieder weiter. Weiter auf ihrer Suche. Doch ihr Blick wendete sich immer wieder hinter sie. Ihre Ohren waren nach hinten gelegt, damit sie die Geräusche von dieser Richtung besser vernehmen konnte. Aufregung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Doch schnell legte es sich wieder. Wozu aufgeregt sein? Sie war stark, wenn sie ihre Kräfte einsetzte unberechenbar. Aya hatte das Temperament eines Löwen, und wer fürchtete sich nicht vor einem solchen oder von der Kunst eines Kampfes? Mit welcher Geschicklichkeit diese Raubkatzen vorgehen und mit welcher Eleganz sie ihre Beute erlegen. Gruselig und bezaubernd. Dennoch sind die Gegner nicht immer begeistert davon.
Immer wenn sie nachsah, ob hinter ihr irgendwer war, blieb sie stehen. Schnell aber richtete sie ihren Blick wieder nach vorne und machte sich weiter auf die Suche. Sie hatte sich das alles nur eingebildet, so musste es sein. Anders konnte es gar nicht sein. Aber wieso bildete sie sich ein, ein Tier wäre in ihrer Umgebung? Es war wohl der Hunger. Sie erinnerte sich schon gar nicht mehr an ihre letzte Mahlzeit und trotzdem war sie wohl nicht länger als ein, zwei Tage her. Gab es auch ein Kraut, welches den Magen füllte? Welch absurde Idee, aber sie könnte Kara mal danach fragen. Vielleicht kannte sie ja ein solches Kraut. Wenn das der Fall wäre würde sie sofort danach suchen gehen. Ohne zu bedenken, dass die anderen auch Hunger haben könnten, würde sie es zu ihrem eigenen Nutzen sammeln und wohl sofort verschlingen. Eventuell würde sie etwas für Kara mitnehmen um den Wölfen, die es wirklich bräuchten, zu verabreichen. Aber auch das war nicht mit Sicherheit bestimmbar.

Nach einiger Zeit, in der sie das Kraut versuchte zu finden, nahm die Schneeschicht zu. Auch musste sie sich des öfteren ausschütteln um ihren Körper nicht unnötig zu belasten. Wenngleich es nicht schwer sein mochte, sie wollte ihre Kräfte einteilen. Sollte der Winter ihr keine Beute schenken, so würde sie danach nichts weiter als nur noch aus Knochen bestehen. Jedoch war niemals an ihrem Talent zu zweifeln, unverkennbar dem Kämpfen geneigt. Sobald man sie kämpfen sah, sah man sie morden. Nur für die Zustimmung danach, welche von allen Seiten aus dankend ihr beipflichtete. Wie stolz sie in solch einem Moment dort triumphierend stehen würde. Wie sie hinab sehen würde, auf die anderen. Hach, wie schön konnte das Leben nur sein.

Als sie die bekannte Stimme Karas hörte fuhr ihr Körper ruckartig in jene Richtung. Immer näher kam die Graue Lubaya und erzählte ihr während dessen, dass all dies nicht sein musste. Innerlich fing die Weiße an die Wut in sich aufflackern zu lassen. Sie musste etwa nicht durch diesen Schnee? Durch diesen vielleicht dreckigen Schnee? Sie musste also nicht graben und ihre Nase vereisen und sie musste nicht diesem ... Geruch eines Wesens begegnet sein? Das alles war also umsonst? Warum hatte ihr das keiner gesagt, bevor sie sich auf den Weg gemacht hatte? Alles stand in ihr Kopf. Trotzdem sprach Jakara weiter, wohl nicht bemerkend, was in Lubaya gerade abging. Sie sprach davon das Givaan weiter wollte. Was interessierte sie Givaan? Dieser Dämon der seinem Verlangen nach Zanba ein Ende setzte und trotzdem ihre Nähe suchte. Jener Wolf, der seinen Rang als Alpha aufgab. Ein Trottel beinahe. Und dieser Wolf sollte böse sein? Nun gut, ein Koloss war er wahrlich. Im Kampf würde er ein netter Gegner sein, leicht keineswegs. Aber er gab seinen Rang auf, seine Liebe und begriff keines dieser Fakten? Er wollte alleine leben um einen Erfolg alleine genießen können. Wer nicht teilt, muss nicht abgeben. Wohl nach diesem Motto? Er war einfach nur Givaan. Gewiss ein Teil des Rudelrates, doch das war doch nur ein weiteres Stück, welches seinen Stolz ergänzte. Sie hatte wohl auf ihn zu hören. Aber sie hatte dennoch ihre eigene Meinung und diesem Trottel würde sie nicht ins Verderben führen! Wenngleich er einen ähnlichen Charakter hatte. Zanba, diese gutmütige Fähe, sie wurde gekränkt von ihm und doch verzieh sie ihm, weil sie ihn liebt. Er hingegen blockt immer aufs Neue ab.
Als die Weiße jenes Tier vernahm, welches sich in der Umgebung aufhielt, wurde sie wieder zurück in die Realität geschubst. Es war wohl ein Hase. Ja, das war es. Aber vor ihr stand noch immer Jakara.

"Ich komme sofort, warte einen Moment"

Sie war eines netten Tonfall bemüht. Vielleicht konnte man ihr jene Anspannung anmerken, aber sie roch Beute. Egal ob eine nächste Jagt statt finden sollte oder nicht. Sie hatte hunger. Das war es, was zählte.
Ihr Kopf wendete sich in die Richtung aus der der Hase kam. Erneut diese Erinnerung an diesen komischen Geruch. Ihr wurde unbehaglich, doch der hunger siegte. Wahrscheinlich war es das Kaninchen, es war vorhin nur zu weit weg um es genau identifizieren zu können. Also schlich sie sich an. So gut es ging versuchte sie in diesem Schnee unbemerkt in die Nähe dieses Tieres zu gelangen. Dann sprang sie ab, verbiss sich im Fleisch dieses Tieres und setzte eine Pfote drauf, damit es nicht so viel zappelte. Noch immer war es nicht tot, soviel war klar. Den Nacken hatte Lubaya nun nicht getroffen, aber wie dieses kleine Tier vor sich hin zappelte, und sie das Blut, diesen metallischen Geschmack nach Blut, in ihrem Maul fühlte, war sie zu sehr nach dessen Fleisch auf um darauf zu achten. Es belustigte sie nur noch mehr. Das Blut tropfte in den Schnee, doch wurde langsam mit einer Böe wieder fort geweht. Immer noch zappelte dieser Hase, litt. Aber das machte es genussvoll. Zuzusehen wie er starb. Langsam musste ihm das Blut ausgehen, denn die Bewegungen lähmten sich. Dann biss sie einmal in das saftige Bauchfleisch und riss es hinaus, kaute es wenige Male und verschluckte es sogleich. Nun gut, ihren Hunger sättigte es nicht, nicht mal ihren Appetit, aber es war etwas für den Magen. Etwas, was sie vielleicht sogar über längere Dauer am Leben halten könnte.
Aya wurde sich wieder bewusst, das Kara noch auf sie warten musste. Wenn sie ihr nun aber erzählte, sie hätte ein Tier gefangen und gegessen, wäre dies nur zu gemein. Also entschloss sie sich wider ihres Stolzes, Jakara etwas mitzubringen. Den Rest. Viel war es nicht mehr, doch auch nicht viel weniger als der Anteil von der Weißen. Nur war sie zur zuvor gekommen. Noch immer gingen leichte Bewegungen von dem Kaninchen aus. Sie wollte es so nicht zu Jakara bringen, also durchbrach sie mit einem Biss den Nacken und alle Regung war verschwunden. Mit dem Tier im Maul ging sie zu der Heilerin.

"Hier, für dich. Danach können wir aufbrechen."

Sie blieb stehen um auf die Graue zu warten. Ihr Blick lag erwartungsvoll auf dem Leib ihres Gegenüber. Wenn sie es nicht gleich verschlingen würde, würde Aya sich nicht mehr zurück halten können, soviel war klar.


[Alleine - bei Jakara - alleine - bei Kara | Sucht nach dem Kraut - riecht irgendwas Fremdes - sucht weiter - in Gedanken - merkt Jakara - riecht einen Hasen - tötet ihn - bringt ein Teil der Heilerin mit - wartet]

((Ich werde nun die nächste Woche nicht schreiben können. Wenn du weiter möchtest, Jakara, dann zieh mich einfach mit, darfst Lubaya wieder ein wenig steuern ;) ))
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65/100  (65/100)
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Sa Aug 07, 2010 6:00 am

Lubayas Aufforderung ließ Kara stehen bleiben. Die weiße verschwand wieder zwischen den Schneemassen und die Dunkelgraue blieb zurück. Sie blieb stehen, sah über ihre Schulter zurück dahin, wo Aya eben noch gestanden hatte. Der Schneesturm, der selbst zwischen den Bäumen des Waldes tobte, verwehte schnell die Pfotenspuren, die Jakara und Lubaya hinterlassen hatten. Die graue Fähe zitterte und verfluchte diese Kälte und den Schnee und den Sturm und Lubaya dafür, dass sie Kara und das Rudel noch länger warten ließ.
Der Ort, von welchem Zanba gesprochen hatte, klang vielversprechend. Die Dunkelgraue wollte dorthin, so schnell wie möglich. Ein Niesen entfuhr ihr, und schließlich ließ sich Kara auf den schneebedeckten Boden fallen. Wie kalt war es eigentlich? Und wie viel Schnee fiel auf einmal? Hatte die weiße Masse vor Kurzem kaum einmal den Boden bedeckt, versank die Fähe jetzt regelrecht in dem Schnee. Ungeduldig wartete sie, die Muskeln unruhig angespannt. Durch den tobenden Sturm fiel es ihr schwer auf das Rudel zu lauschen, dass jetzt wohl größtenteils an Ort und Stelle, wahrscheinlich in Magais Nähe, verweilte.
Oder sie zogen einfach weiter, ohne Lubaya und sie. Vielleicht war Magai stark genug geworden, hatte die Wurzel mit verzogener Grimasse ausgespuckt und folgte Zanba und Givaan, der ja schon viel zu ungeduldig war.

Plötzlich nahm Jakara einen fremden Geruch wahr. Doch dann war er wieder verschwunden. Die Wölfin fuhr hoch, sah sich in dem unendlichen Weiß um, spitzte die Ohren, doch weder sah noch hörte sie etwas, und auch, als sie einige Zeit so dagestanden hatte, kehrte der Geruch nicht zurück.
War es nur Einbildung?

(Was geht hier vor?)

Jakara setzte sich wieder nieder, jetzt fror sie noch mehr. Wo blieb Lubaya?
Die Dunkelgraue war ja eigentlich sehr ruhig und ausgeglichen, nichts brachte sie allzu schnell aus der Ruhe oder machte sie wütend, aber jetzt... Jetzt war das anders.

o.O Lubaya! Wo bist du? O.o

heulte sie nach der weißen Fähe, doch entsetzt stellte sie fest, dass aus ihrem hals nur ein Krächzen kam, dass sie in diesem Schneesturm selbst kaum hörte.
Endlich machte sie zwischen den Bäumen eine Silouette aus, und dann stand Lubaya vor ihr, in ihrem fang ein halbes Kaninchen.

Hier, für dich. Danach können wir aufbrechen.

waren die Worte der Fähe, nachdem sie das Kaninchen abgelegt hatte.
Jakara hatte Hunger. Unendchlichen Hunger. Der Hunger fraß ihre Wut auf. Die Wut ihren Stolz, das Kaninchen einfach zu übergehen und Aya eine Standpauke zu halten.
Mit wenigen Bissen schlang Kara das Kaninchen hinunter, genoss das warme Blut mit seinem metallischen Geschmack und leckte sich dann die Schnauze.

Erst jetzt sah sie Lubaya an.

"Gut, dann lass uns jetzt schnell gehen!"

Die Dunkelgraue wandte sich um und sprang mit großen Sätzen durch den Schnee in Richtung Rudel. Sie schaffte es nicht, ihr Gewissen zu besänftigen. Sie musste sich bedanken, das lag in ihrer Natur. Und Aya würde sonst nur unnötig wütend oder beleidigt sein. Also blieb Kara stehen und wandte sich kurz um:

"Danke. War ein guter Fang."

Dann lief sie weiter, stolperte ein paar Mal in dem hohen Schnee und machte schließlich bei dem Rudel halt. Eine fremde Fähe, die sich Giivaan und Zanba unterworfen hatte, war das Erste was sie bemerkte. Sie hörte, wie sie ihren namen nannte und ihre Frage, ob man sie aufnehmen würde.
Jakara setzte sich hin und wartete desinteressiert darauf, dass es weiter ging, ob diese Fähe nun aufgenommen würde oder nicht.


[wartet auf Aya-riecht ebnfalls den fremden Geruch-denkt nach-ungeduldig-sieht Aya & frisst Kaninchen-redet mit Aya-läuft-beim Rudel]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   So Aug 08, 2010 9:23 am


    Schatten, immer wieder neuen, huschten umher, berührten sie, kamen. Gingen. Verflogen, blieben. Erzählten, redeten. Wer waren sie? Was machten sie? Warum wussten die Schatten Mag's Namen? Was hatten sie vor? Ohnmächtig lag sie am Boden, wurde von einem der Schatten erhoben. So viele Worte! Weise Dinge, man erzählte ihr von Thor, einer Legende, so viele Eindrücke ...
    Das atmen viel ihr nicht minder schwer, anfangs war es noch ein keuchen, welches sich bald legte. Doch sie spürte immer noch die Anwesenheit der Schatten. Doch das Bild dieser schärfte sich langsam, wurde klarer. Und auch der Gesang der Worte wurden zu klaren Ausdrücken. Und dann sah sie sie. Tessyra, Zanba, Jakara mit Lubaya ... Als sie die anderen erblickte, verschwand die Taubheit nicht. Als sie die Worte der anderen hörte, verschwand ihre Taubheit nicht. Sie stand kümmerlich da, die Läufe zitterten, sie schaute zu Boden. Wie sie sich doch gewandelt hatte. Sie schien wie ein Stein, der durch Sand und Wasser im Meer geschliffen wird. Immer verändert er seine Gestalt, bei jeder Bewegung an der Küste fangen erneut Sandkörner damit an, sein Muster mannigfaltiger zu machen. Und wenn etwas Großes in das Leben tritt, so ist es wie wenn ein Hühnergott geschliffen wird: Etwas bleibt an einem hängen, will einen nicht verlassen. Und dann bildet sich das Loch, welche beide prägt. Vereint, gekennzeichnet. Ein Bund, eine Vereinigung.
    Magai sah ein, dass ihre Philosophie über Hühnergötter zwar sinnlos und nicht ganz stimmig war, aber sie mochte diese kleinen Steine.

    Zanba ging wieder, aber die Worte der schönen Fähe blieben ihr im Gedächtnis. Sie schwor sich in diesem Moment, dass sie einmal darauf zurück kommen würde. Tessyra war noch bei ihr und sie genoss die Anwesenheit ihrer ersten richtigen Freundin in diesem Rudel. Sie hatte sie nie wirklich im Stich gelassen ... Nur Magai Tessyra. Sie wollte es in Zukunft besser machen, so das sie ihr erstmal über den Hals bis zu den Ohren leckte und sie ansah. Es war ein dankender Blick, selbst ein blinder Wolf hätte das in diesem Moment spüren können.

    Und wie als trieb der Wind ein Blatt herbei, stand auch Raayu bei ihr. Er war also doch nicht im Schnee gestorben, sondern hatte sich wieder aufgewacht. Ein Cocktail der Gefühle überlief sie. Erst schauderte sie; sie fror; dann wurde ihr heiß; Nervosität überkam sie einmal; Sie hatte viel zusagen, doch aber wenig. Es war eigenartig. Sie spürte, dass ihm etwas auf dem Herzen lag, und das verkündete er ihr auch.

    "Mag...", setzte er an "Vergib mir. Ich bin jetzt wach... Ich habe mit Givaan geredet und werde das auch nochmal tun, sobald ich das mit dir geklärt habe... Würdest du mir zuhören?"

    "Ich will dir vergeben. Ja, ich weiß es. Aber irgendetwas hindert mich daran, es ganz offen zu sagen ... ich weiß nicht, was ... aber, es ist vorhanden. Natürlich, ich höre dir zu. stotterte sie ihm entgegenImmer, wenn du magst. Darauf hat jeder ein Recht." nun musste sie schmunzeln.

    Sie trat näher an ihn heran und blickte in seine Augen. Ob er sich verändert hatte? Den seine Worte klangen nicht wie die eines Killers.

    [erst ohnmächtig; später: bei Raayu, redet]

>

[sry für den kurzen Post >.< unkreativ -.-"]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Aug 09, 2010 9:41 am

Der Wind fuhr ihr sanft durch den Pelz, sanft... Sanft war relativ. Vielleicht war es für andere ja ein Sturm... Nun gut, für andere war es ganz gewiss ein Schneesturm, der die Flocken tanzen ließ, ihnen seinen Willen aufdrang und sie irgendwo, ihnen ungewiss, unsanft nieder schlug. Doch Raayu spürte nur ein kleines Kitzeln im Fell. War viel zu fasziniert von dem Windspiel in Magais Hülle. Ihr bunt gefärbtes Fell hatte all diese naturfarben. Sie strahlten etwas so weiches und liebevolles aus, wie sie sich nicht bissen, sondern ineinander griffen. Das Braun in einem Ton des haselnuss wechselte ich ohne scharfe Kanten und Ränder mit dem schneeweißen oder dem Baumesstamm Dunklen Farbton ab. Und ihre langen, buschigen Haare wallten, vom Wind bewegt, rahmend um ihr dazu zierliches Gesicht. Die Augen des Rüdens, die trotz dem so warmen bernsteinton meist kalt und abweisend in die Welt schauten, konnten sich gar nicht mehr lösen, von dem Farbenspiel. Es wirkte alles so harmonisch, als wäre die Welt gut und nicht durchtrieben.

Givaans Heulen holte ihn aus der Versengung zurück, er blinzelte, als würde er erwachen und sah sich desorientiert um. Was war denn nur los mit ihm? Es war nicht gut, was da geschah, er ließ sich ablenken, war nicht aufmerksam, lebte am Geschehen rund um ihn herum vorbei. Nun war er alleine mit Magai, die anderen waren schon gegangen. Er würde ihr gleich helfen müssen zu laufen, das war ihm klar, doch er hatte sie schon einmal getragen, das war nicht so belastend. Nur sein Magen knurrte...
Es war nicht das einzige Geräuscht, nun begann Magai recht leise zu sprechen, hauchte, dass sie ihm verziehen hatte und dass sie ihm zuhören würde. Dass sie Hemmungen in sener Gegenwart hatte. Als sie sagte, dass jeder ein Recht darauf hatte, Gehör zu finden, stampfte ein Wolf in seinem Unterbewusstsein auf, leicht gekränkt, nichts besonderes zu sein. Doch davon merkte der "wirklche" Raayu erst gar nichts. Er öffnete die Lefzen, um zu sprechen, sah ihr in die Augen, um sich mitzuteilen. Doch was wollte er eigentlich sagen? Sie verwirrte ihn. Was hatte sie nicht zugeben können, ihm im Angesicht? Und was hatte er sich zurechtgelegt, ihr nun zu sagen? Wieso spielte es überhaupt eine Rolle, was zwischen den beiden beredet wurde, ob sie ihm nun zuhörte. Gut, dann hatte sie eine winzige Ecke seiner verletzlichen Seite gesehen, die, die sich nicht an die Vergangenheit erinnern wollte. Die, die sich mit einer tödlichen Maske versteckte, aus Angst ausgenutzt zu werden. Wollte sie doch lieber verkümmern und dem Killer Platz schaffen um nie mehr ans Tageslicht zu kommen. Doch diese Fähe hatte etwas davon gesehen und nun konnte er das nicht mehr ungeschehen machen. Es war, als würde sie ihm jedes mal laut ins Gesicht schreien, dass er nicht der Mörder war, der er... na ja war. Er brauchte sie nur anzusehen und schon klopfte die verletzzliche Seite an sein Hirn, kratze an den Wänden des Gefängnis. Doch er konnte sich nicht daran erinnern, er traute sich nicht. Was er sich natürlich nicht eingestand...

"Es ist wie ein Plaster. Es überdeckt die Wunde, schützt sie gegen den Dreck von Außen, oder eben gegen den Abschaum von Persönlichkeiten. Und wenn man es lang genug drauf lässt, ist vielleicht die Wunde plötzlich verschwunden, wenn sie ausgeheilt ist. Aber manchmal reißt man damit auch alles wieder auf. "

Er setzte ab, hatte den Blick in ihre Augen gerichtet. Vermutlich wurde sie nicht schlau aus dem, was er sagte.

"Ich kann es schon lange nicht mehr entfernen, es ist an einer Stelle, an die ich nict drankomme. Weißt du, ich bin hier, damit ich Givaan beschützen kann... dachte ich. "

Erneut brach er ab, dachte an Geschehenes zurück. Sein Blick wurde leer und kalt.

"Ich habe versucht mich umzubringen, im See damals. Givaan hat mich in die Gegenwart zurückgeholt. Dann wurde ich wieder der Mörder, hatte mich schon fast an Jakara vergriffen, brauchte das Blut um mich rum. Givaan hat mit mir gejagt, hat mir Gegner gebracht. Wollte selbst gegen mich kämpfen. So folgte ich ihm erst als einziger, als er den Berg hinaufstieg, da wir glaubten, Zanba wäre tot. Ich sprang, als er sprang. ich wollte mit ihm sterben. Es waren Saiten, die er angespielt hatte. Saiten in meinem Inneren und es ist nicht gut, wenn eine reißt. Es sind schon zu viele gerissen..."

Er ließ den Blick nun in den Himmel schweifen. Die Schneeflocken tanzten unbeirrt zu einer ihm unhörbaren Synphonie.

"Givaan erkennt mich nicht. Ich habe schon zu viel gesehen und getan, um auch noch das verkraften zu können. Ich BRAUCHE dieses Plaster, denn wenn ich verliere... dann ...
Alleine könnte ich es sowieso nicht wiederfinden."


Nun senkte er den Blick gänzlich auf den Boden, er hatte zwar in Rätseln gesprochen, doch es war das erste mal, das er von sich erzählte. Von dem, WER er war. jeder wusste wie er war, also kannte ihn eigentlich jeder. Doch es gab nicht einen, der wusste WER er war. Givaan, aberd as war lange her. Es war ein großer Schritt, den der Rüde gemacht hatte, sie könnte sie als Abschaum und Dreck entpuppen. Doch was hatte er schon noch zu verlieren? Es gab keine Saiten mehr, nur noch dieses Pflaster...
Raayu glaubte nicht, dass Magai das verstand... doch er hoffte.


[redet mit Magai]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Aug 09, 2010 1:10 pm


    Wie schafft es jemand zugleich poetisch und verwirrend sein? Oder liegt es in der Natur der Philosophen und Wordgewandten, um den heißen Brei herumzureden? Es war für Mag wie ein Déjà-vu ... hatte er nicht schon einmal so viele schöne Sachen gesagt? Und schon wieder war es wie ein kleiner, hauchdünner Riß im Herzen - genauso, als Magena ihr ins Gewissen sprach. Die Augen der Fähe wurden zusammengekniffen; Tränen wurden zurückgehalten. Es war einfach ebenso rührend, wie verwirrend. Sowohl-als-auch eben.
    Lust auf ein Rätselspiel? Ja, alles was Raayu in seiner so maskulinen Sprache sagte, klangen wie diese Worte. Na, wollen wir die Mag ein wenig verwirren? War anscheinend sein Ziel. Aber es klang wie ein süßes Lied, mit rauer Stimme ... trotzdem sanft. Und so wunderschön.

    Raff dich zusammen! Pass auf, antworte! Los, Mag! Deine Chance zu sagen, was du denkst!!

    Ihr Gewissen, was sie so lang im Stich gelassen hatte. Dieses Gehirn spielte eh in letzter Zeit verrückt. Erst setzte sich Mag für das Rudel ein, spielte den Helden. Dann war sie am Boden zerstört, leblos. Nun war sie in Trance, schien sich in den Worten des Rüden zu wogen. Ouh, wie sie das mochte. Die Stimme des Rüden, dunkel mit den weißen, charakteristischen Abzeichen. Die Augen, die so viel sagten. Sie erzählten Geschichten, Vergangenes, das was war wiederholten sie ihn Ausdrücken. Sprachen ihre eigenen Worte ...

    Es ist wie ein Pflaster ... Sag mir, was das Pflaster ist, Raayu ... Es überdeckt die Wunde, schützt sie gegen den Dreck von Außen, oder eben gegen den Abschaum von Persönlichkeiten ... Meinst du mich? Nie würde ich es fertig bringen, dich zu kränken! ... Aber manchmal reißt man damit auch alles wieder auf ... Das kenne ich. Zu gut ...

    Aber manchmal reißt man damit auch alles wieder auf ... Damit erzählst du mir nichts Neues. Auch ich habe Dinge erlebt, die ich nicht auszusprechen wage. Jeder hat eine blutbedeckte Pfote, die sich nicht mehr reinwaschen lässt. Ich habe gemordet, und leide darunter. Ich habe sie alle enttäuscht, und leide darunter. Ich habe sie alle ....

    Magai musste schluchzten. Sie schaute auf den Boden, konnte keinen Blickkontakt zu Raayu halten. Ach, wenn er nur wüsste! Nein, er konnte nichts wissen. Wie sie nichts von ihm wissen konnte. Traurig und perplex wandte sie ihren Kopf nun fast zwischen die Vorderbeine, so das es sehr albern wirkte. Den Rest des Satzes, den sie begonnen hatte, zischte sie zwischen ihren Zähnen hindurch, und von der akuten Depression war kaum etwas zu merken.

    .. im Stich gelassen!!

    Doch sie besann sich sobald wieder, um weiter den Singsang aufzufangen, der aus seinem Fang kam.

    Ich kann es schon lange nicht mehr entfernen, es ist an einer Stelle, an die ich nicht drankomme. Weißt du, ich bin hier, damit ich Givaan beschützen kann... dachte ich.

    Weißt du, Raayu. In all der Zeit habe ich nicht viel gelernt. Doch eines, da bin ich mir sicher, weiß ich: Es geht nicht darum was du denkst. Es geht darum was du fühlst und was du tust. Ich weiß, das ihr euch braucht. Givaan braucht dich und du brauchst ihn. So ist das in Freundschaften nun einmal. Und in einem Verhältnis wie von Alpha zu Beta ... da ist es noch stärker.

    Somit schaute sie ihm endlich - nach endloser Zeit der Nachdenklichkeit - in die Augen. Nun war sie es, die um den heißen Brei erzählte. Egal, es musste heraus. Nein, sie war sie sich sicher, dass es so kommen musste. Und ja, ihr Gehirn war verwirrt. Die Gedanken durcheinander doch irgendwie schaffte sie es doch, etwas zu sagen. Irgendwas, auch wenn er es vielleicht nicht recht noch vollziehen konnte.

    Es wird dir nun auch nichts nützen, wenn ich dir sage, Suizid ist keine Lösung. Zumal wir für Psychoanalye keine Zeit und keien Mittel haben....

    endlich trat wieder einmal ein schmunzeln auf Magai's Lefzen. Ein wenig konnte sie sich fassen, aber es war einfach alles zu abstrus ... alles. Ihre Gefühle, seine Gefühle, ihre Vergangenheit, seine Vergangenheit. Sie hätte schreien können ... bis sie merkte, was er tat. Sie erinnerte sich an den Vergleich mit dem Stein. Der Stein gab etwas von sich bekannt, erzählte die Vergangenheit? Sie konnte es nicht fassen. Sonst machte er immer ein Geheimnis darum. Um das, was geschehen ist. Doch nun, in der Stunde der Verzweiflung - oder was es bei ihm war - kam es heraus. Endgültig.

    Und nun kam das heraus, was ihn so belastete. Sie dachte eine Zeit lang, sie wäre Auslöser. Aber anscheinend war es Givaan. Wie konnte sie ihm nur helfen? Natürlich, beide hatten nicht die besten Voraussetzung für einen Charakterwechsel bei Kuchen und Tee. Aber dennoch hoffte sie etwas zu verändern. Doch allein? Sinnlos.

    Givaan erkennt mich nicht. Ich habe schon zu viel gesehen und getan, um auch noch das verkraften zu können. Ich BRAUCHE dieses Plaster, denn wenn ich verliere... dann ...
    Alleine könnte ich es sowieso nicht wiederfinden.


    Du weißt, dass ich versuche, dir mit Rat und ... Tat beseite zustehen. Und wenn du das haltende Band, das Pflaster, wie du es beschreibst suchst, so helfe ich dir. Wenn du bittest. Wenn du verzeihen kannst; nicht mir, sondern dir selbst. Und vielleicht Givaan. Wenn das Pflaster nun eine Art Begleiter wäre? Ein Schutzengel? So wie die Legenden, die auf uns achten.

    Und die Schneeflocken unterstützen bei eisigen Temperaturen ihre Gedanken. Doch sie veränderten nichts.

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Aug 09, 2010 1:59 pm

Noch immer stand er da wie eine Statue, unbewegt, nur der Wind verursachte diesen dramatischen Touch von Bewegung um das steinerne Bild. Er schaffte es vielleicht nicht, den massigen Körper in sich zu bewegen, doch jedes der einzelnen Haare wog sich im WInd, gesprenkelt von den feinen, zarten Schneeflocken, die es vermochten scarfkantig und beißend zu sein. So sanft und so brutal. War dies Magai auch? Konnte sie brutal sein? morden? Raayu kniff die Augen nachdenklich einen winzigen Hauch zusammen und so unpassend wie es in diesem Augenblick auch war - er betrachtete ihre Pfote. Natürlich erwartete er nun keine Blutspur, auch keine Abgetrennten Gliedmaßen anderer Wölfe oder ein Banner auf dem dick und fett die Schuld Magais geschrieben stand. Schwarz auf Weiß. So wie sein Fell. Doch er sah nichts mehr von einer Mörderin, egal was dort gewesen war, es war nun vorbei. so entspannte er die Augen erneut, auf ihr gesenktes Haupt gerichtet.

"Du magst das getan haben, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass das deiner Idee entsprungen ist. Jede Geschichte hat nicht nur einen Mittelteil - mag er gut oder schlecht sein - sie hat ebenso einen Anfang wie auch ein Ende. Auch wenn dein Mittelteil absurd und bestialisch gewesen sein mag, egoistisch... die Geschichte hatte mit Sicherheit einen schrecklicheren Anfang."

Der Rüde brach ab. Tröstete er sie gerade? Redete er ihr aus, dass sie ein schlechter Wolf war oder es zumindest gewesen war? Nachdem sie einen Mord begangen hatte...Oder ihrnach alle im Stich ließ. Was hatte er getan? Gehandelt, wie er es gelernt hatte. Gemordet... immer und immer wieder. Hatte er jemals jemanden im Stich gelassen? Er meinte sich nicht daran zu erinnern. Vielleicht seine Mutter, als er seine Geschiwister tötete. Selbst ihre Gesichter konnte - nein WOLTTE er sich nicht nocheinmal vor Augen führen.
Magai fuhr fort. Doch was sie sprach löste wohl die gegenteilige Wirkund dessen aus, was sie bezwecken wollte. Was er fühlte? Seine Miene verhärtete sich nun. "Der Haken an der Sache ist nur, dass meine Wenigkeit nicht fühlt." Doch ihr weiteres Gerede wurde überdeckt von einem Gedankenschwall, dumpf machten sich Emotionen breit. Es war nicht, dass Raayu nichts fühlte, er fühlte nur nicht das Rechte. Es war wie immer, es war der Hass, die Wut. Doch worauf war der Rüde wütend. Wem musste er verzeihen...Ohen es zu merken sprach Raayu seine Gedanken aus, die ein Wirrwarr waren, wie eh und jeh.

"Wut, dass Givaan und ich nicht gestorben sind. Wut, dass er nicht weiß wer ich bin. Selbsthass, weil ich meine Geschwister tötete. Hass, weil ich es nicht war, der das Rudel von meinem Vater erlöste. Schmerz von Vergangenem."

Und ganz leise, als würde es es zu sich selbst sagen

"Angst, dass er wiederkommt."

Raayu blickte erschrocken auf, seine Nackenhaare stellten sich auf, er wehrte sich gegen diese Emotionen, gegen sich selbst, der viel zu viel erzählte. Ach,sind wir heute in plauderlaune? Aber so lief das nicht. Sie konnte es ausnutzen, sie konnte ihn bei den Schwächen packen und - Seine aufgerissenen Augen erstarrten in der Bewegung, das Nackenfell legte sich ganz langsam, er sah wohl aus, als wäre er ein Gebilde aus Luft, das langsam immer flacher wurde. Sie konnte ihm nichts tun. Wer wurde schon gegen die Gedanken eines anderen aufgelehnt? hatte er nicht immer noch diese beträchtlichen Muskeln? Er konnte gehen, wann er wollte. Er konnte sie töten, wann er wollte. Vielleicht war es gerade dieses Wissen, was ihn veranlasste, dies nicht zu tun. Gut, dann wusste sie es. Konnte sie ihm deswegen wehtun? Raayu überlegte, was das schlimmste war, was sie nun mit diesem neu erlangtem Wissen tun konnte. Doch soweit er auch überlegte, es war nichts da, was nicht schon da gewesen war. Würde sie gehen - gut, das hatte Winona getan. Raayu hatte sich nun wieder entspannt, was hieß, dass er wieder, der Statue gleich, im Sturm stand. Doch die Augen waren nun wieder aufmerksam, nicht erschrocken und wild. Das Fell nur vom Winde verwirbelt. Magai konnte nichts tun, dann konnten sie dieses Spiel ja auch noch weiter spielen.
Da er wieder zuhörte, vernahm er nun auch die Worte, die ihm anboten ihm zu helfen. Doch an diesem Punkt blockte er wieder ab. Es war nicht richtig zu vertrauen, helfen? Wie meinte sie das. Er überlegte, ob sie seine letzen Worte verstanden hatte. Was er meinte. Er sollte sich verzeihen und auch Givaan. Die Worte über Begleiter und Schutzengel ignorierte er gekonnt, an soetwas glaubte der Rüde nicht. Verzeihen? Dafür müsste er das erst wieder finden. Doch so schwer er es auch merkte, die verletzliche Seite schabte immer mehr an der Mauer aus Eis, ohne, dass Raayu etwas davon mitbekam, zingelte eine ganze Armee dieses Gebilde ein, im Hinterhalt, doch sie rückte näher.

"Manchmal wird ein Pflaster auch verwendet, um die restliche Welt von dem unappetitlichem zu schützen, was es darunter verbirgt."

Er dachte dabei an seine Schwächen, die Schwächen, die ihm nicht erlaubten, seine Gefühle zuzulassen. Dann schüttelte er den Kopf.

"Nicht davor zu schützen. Wenn sie den Schwachpunkt nicht kennen, können sie auch nicht mit Stöcken darauf ein dreschen. Aber auch das Plaster verrät, dass überhaupt eine Wunde da ist."

Nun schien er Gefallen daran zu finden, die Fähe zu verwirren. Die Gedanken an Vergangenes hatte er wieder verbannt, doch er redete noch immer um den heißen Brei herum. Magai lag falsch, wenn sie dachte, das Plaster sei etwas positives. War es doch lediglich der Beweis, dass er angreifbar war. Er war eine gespaltene Persönlichkeit, wie es schien. Unberechenbar. Sie konnte ihn noch nicht einschätzen, dass konnte er selbst nicht. Er blickte ihr nun wieder in die Augen, hatte den Blick zuvor gemieden.

"Ich meine damit einen Selbstschutzmechanismus. Ich trage eine Maske, gleich einem Plaster. Im Zweck, dass ich vergesse, dass dort etwas ist, wovor ich mich schützen muss."

"Aber jedes mal, wenn ich dich ansehe, ist es ein Schlag in den Magen. Ich hatte es vergessen. Im Kampf wurde ich selbst zum Plaster. Da gab es keine Wunde mehr. Doch eigentlich ist sie nur größer geworden. Vergessen ist nun nicht mehr, Magai..."

Er konnte nochmals auf ihre Vergangenheit anspielen, konnte das heikle Thema von sich schieben, indem er auf Magais Wunden ziehlte. Doch irgendwas, und Gott behüte, was auch immer, war dort und hielt den Rüden davon ab, erneut den Fang zu öffnen, um Magai an ihre eigenen Schwächen zu erinnern. Was für eine Art von Unterhaltung führten sie da gerade überhaupt? Was erhoffte sich der Rüde davon? Doch was ihn am meisten verwirrte, war die Tatsache, dass Magai ihn nicht verurteilte, seinem Ich zufolge. Für ihn wäre das selbstverständlich gewesen, er war kein Verständnis oder keine Freundschaft gewohnt. Givaan hatte ihm gezeigt, wie vergändlich soetwas war. Doch er war nicht wütend auf den Alpha, es war mehr Bitterkeit, die ihm seitdem auf der Zunge lag. Aber auch er verurteilte die schöne -Stop. Was war das für eine Ansicht? Schön? Raayu presste den Kiefer aufeinander. Weiter im Text. Er verurteilte sie nicht, es war okay, dass sie schlechte Seiten hatte. Dass sie nicht aus Glas bestand, sondern auch dunkle, tiefe und unergründete Stellen im eigentlich so seichten Wasser hatte. Nun blickte er sie forschend an, Magai, das Wesen, welches so seltsame Machenschaften mit ihm anstallte...


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Di Aug 10, 2010 5:23 am

    Lautlos tanzten die Schneeflocken um das versteinerte, recht ausdruckslos wirkende Gesicht des Schwarzen, dessen Blick aufs Geratewohl in den Schneesturm geheftet war. Noch immer nagte die Gewissheit an ihm, dass es keine Pflicht war, ihm zu gehorchen, obgleich Zanba derartiges angedeutet hatte, wie er glaubte sich zu erinnern. Erneut brach der Dämon mit wildem Wutgeheul aus ihm hervor, geiferte und wütete in seiner ohnehin vernarbten Seele und war versucht, seine Macht gegen die des Rüden zu setzen. Doch beide wussten um dessen eiserne Selbstdisziplin - sofern sie nicht wieder einmal durch Dämon´s Werk dahin gerafft war - und es wäre eine Frage der Ausdauer, wer schlussendlich siegen würde.
    Grollend hob er seinen Kopf ein wenig höher, ließ den Blick über die anwesenden Wölfe gleiten und verengte seine Augen misstrauisch, als er einen schwarzen Schatten wahrnahm. Ohne weiter auf seine Umgebung und anderes zu achten, schoss der Koloss herum, spürte das seichte Fell Zanba´s kurz an seinem entlang streichen und taumelte für den Bruchteil einer Sekunde.

    .oO( Reiß dich zusammen, verdammt! Du nanntest dich einst Höllenfeuer, jetzt bist du nicht mal mehr ein Flämmchen! Wärest du tatsächlich ein ausgemachtes Feuer, hättest du SIE längst getötet! Hole es nach. Tu es für deinen Ruf ... deine Ehre ... deinen Stolz ... )Oo.

    Schlussendlich sprach der Dämon mit seidenweicher Stimme auf ihn ein, einem Schlaflied gleich, doch Givaan kannte die Taktik des Verführen und Manipulieren viel zu gut, als dass er nun selbst in seine eigenen Netze gegangen wäre. Mit einem energischen Satz sprang er nach vorn, grub seine Pfoten in den weichen, beißenden Schnee und stob nach vorn. Schneewehen wurden aufgespritzt, bedeckten die Wölfe, an denen er vorbei jagte mit Kaskaden von Schnee und blieben an Fell und Pfoten kleben.
    Sein Ziel noch immer vor Augen, sah er den Kopf herum fahren, als sich der Flüchtling seines Verfolgers bewusst wurde. Beinahe unweigerlich wurde der Wolf schneller und Givaan setzte ihm nochmals nach. Immer wilder wurde der Ausdruck seiner Augen und bald schon glaubte er, die Hitze seines Feuers versenge ihm den Pelz. Dann jedoch spannten sich die mächtigen Muskeln des Wolfes an, eine kurze, jedoch prägnante Flugphase erfolgte und der schwarze Hüne landete mit seinem gesamten Gewicht auf seinem Opfer. Das dumpfe "Uff!" des Wolfes verriet, dass dieser nun vollends unter ihm begraben lag und somit setzte der Teufel in Givaan die sehnige, große Pfote dicht neben die Kehle des Flüchtenden. Dann blickte er ihm erstmals in die noch jungen, jedoch voller Entschlossenheit funkelnden Augen. Es war jener Jungwolf, der dem Rudel angehört hatte, dessen Leitwolf er getötet hatte. Getötet im Blutrausch der Jahrtausende, welche der Dämon in ihm gesehen hatte.

    "Wo willst du hin, Wolf?!"

    blaffte Givaan ihn grob an und fletschte drohend seine Zähne. Er würde dem jungen Rüden in Erinnerung rufen, was mit seinem Rudelführer geschehen war - und wie es um ihn stehen würde, wenn er sich nun davon machte. Nur vage erinnerte sich ein letzter Teil Givaan´s daran, was er dem Wolf unter ihm gedroht hatte, als er seinen Vater und den Altwolf umgebracht hatte. Er hatte ihm keine Wahl gelassen: Entweder schloss er sich dem Rudel an oder Givaan tötete auch ihn.
    Etwas regte sich in ihm, was keineswegs positiv für den Jungwolf unter ihm zu sein schien und eben dies zeigte sich nun auch in den gelb glühenden Augen des Schwarzen. Die jüngeren Augen waren noch immer unverwandt auf den Wolf über ihn gerichtet, wusste er, das sein Leben nun am seidenen Faden hing - in den Klauen dieses Wolfes. Und es sah aus, als wolle er sein Versprechen einlösen und ihn in den Abgrund folgen lassen, welchen auch sein Vater und Anyuk betreten hatten. Doch zu Givaans Missfallen schien der Jungwolf keineswegs ängstlich diesbezüglich zu sein. Viel eher sah es aus, als wolle er eben dies beschleunigen, als wolle er dem Abgrund namens Tod entgegen treten. Nur - weshalb?
    Der Dämon in ihm riet dem Schwarzen, einfach zuzuschlagen, denn dann hätte er wieder für eine Weile seine Ruhe. Es war ein verlockender Gedanke, noch dazu, wo es keinen Wolf aus dem Rudel traf. Er hatte somit weder gegen ein Gesetz verstoßen, noch gegen die Moral eines Rudels. Was also hielt ihn zurück. Es war der Teil, der selbst Vater war. Jener Teil also, den zu unterdrücken und verdammten Givaan nie gänzlich geschafft hatte. Nun regte er sich, sah unter sich nicht einen dahergelaufenen Jungwolf, dessen Rudel versucht hatte, seines auszulöschen, er sah seinen Jüngsten unter sich, mit aufgerissenen Augen und Angst in ihnen. Lucky. Er hatte ihn ziehen sehen, hatte seinen ausgemerzten, schwächlichen Körper gesehen, als er kaum drei Tage als gewesen war. Er hatte gesehen, wie er aussah, als er nun beinahe so alt war wie auch Aralez. Und doch lag ein großer Unterschied zwischen Beiden.
    Lucky war klein, zierlich und schwächlich gewesen, Aralez hingegen nicht. Er glich viel mehr seinem Ältesten, Blizzard, jener Jungwolf also, der noch im Rudel verweilte und seinen Posten einnehmen würde, sobald er dahin schied oder zu schwach war. Nun lauerte in jenen gelben Augen, die zu ihm empor blickten, nicht mehr die wilde Entschlossenheit Aralez´ sondern viel mehr der kühle Hohn Blizzard´s, der ihm frech ins Gesicht lachte. Zornig heulte er auf, ein Ton, der durch Mark und Bein ging und ließ seine gewaltige Kraft an jenem Jungwolf aus, der unter ihm lag.

    Mit wildem Blick und spritzendem Blut grub Givaan seine gierigen Fänge anfangs erst in den Hals des Wolfes, schlussendlich jedoch hielt er kaum noch an sich und überließ dem Dämon die Führung. Händereibend und mit einem hinterhältigen Lachen auf den grauen Lippen trat er Gott gleich über den Wolf, sah dessen Lebenslichter langsam erlöschen und beugte sich dicht über dessen sachte zuckendes Ohr. Die Stimme, die aus der Kehle des Rüden erklang, war rau, als habe jemand lange Zeit nicht mehr damit gesprochen. Und sie gehörte einem fremden Wesen, jenem Wesen, welches sich in Givaan eingenistet hatte.

    "Lege dich nie mit höheren Mächten an. Denn Satan hat seinen Blick überall."

    Erneut warf der schwarze Koloss seinen Kopf empor, dieses Mal erklang die kräftige, durchdringende Stimme des ehemaligen Leitwolfes wie zu seinen grausamsten - und somit besten - Tagen. Der Ton war durchdringend und ließ einem Wolf das Fell zu Berge stehen, drang in Knochen und Mark ein, ließ einen die eigene Qual vor Augen führten. Der Tod, das Grauen und selbst der Dämon schienen von dieser übermächtigen Kraft zurück gedrängt und einzig Givaan war aus diesem wilden Heulen zu hören.
    Dann fiel er über den leblosen Körper des Jungwolfes her, zerriss und zerfetzte ihn, bis einzig blutige Fetzen übrig waren und nichts außer einem blutigen, grausamen Chaos und viel Blut daran erinnerte, was hier geschehen war. Der Schnee zu Pfoten Givaan´s war dunkel gefärbt und breitete sich langsam immer weiter aus, einem Geschwür gleich, welches nicht mehr aufzuhalten war, bis es sich selbst schließlich Einhalt gebot. Blut war überall hin verspritzt, an die kargen Bäume, an die mageren, längst abgestorbenen Buschreste und auch an Givaan selbst. Er sah noch mit am blutigsten aus, was hinsichtlich seiner Position in diesem Mord wohl nicht allzu verwunderlich war. Blut benebelte seine Sinne, ließ ihn nichts weiter außer Blut riechen, sehen, schmecken und auch hören. Es rauschte durch seine Adern, floss in Strömen aus dem zerfetzen Leib, von dem nicht mehr viel in einem Ganzen übrig war. Es erinnerte stark an ein Massaker und hätte Givaan gekonnt, er hätte den Jungwolf mehrmals wieder belebt, knapp an den Abgrund getrieben und wieder zurück gerissen. Kurz gesagt, er hätte diesen elendigen Bastard leiden lassen!
    Mit der gefährlich geschmeidigen Eleganz Givaan´s drehte der Dämon sich herum, den Kopf leicht gesenkt, das Nackenfell gesträubt. Er beherrschte dieses Monstrum nun endlich vollends und wenn er diese Macht weiter beibehielt, bis er das Rudel erreicht hatte, würde er endlich wieder das Biest freilassen, welches darum kämpfte, endlich wieder frei walten zu können. Nicht mehr unterdrückt und somit gefangen zu sein. Mit einer ruckhaften Bewegung setzte sich der blutüberströmte Wolf in Bewegung, mit jedem Schritt hinterließ er einen blutigen Abdruck im Schnee, mit jedem Schritt flossen kleine Blutgerinnsel auf den Boden und zeichneten seinen Weg. Selbst über seinem Nasenrücken bis hin zu seiner Stirn und seinen Wangen reichte das Blut, zeichnete ihn wie vor vier einhalb Jahren. Als der Dämon das erste Mal erwacht war.

    Schnee fiel an ihm vorbei, beinahe konnte man glauben, es seien die gefrorenen Tränen des Himmels, der einen weiteren Sohn zu sich holte. Doch der Schwarze hatte sich bereits gedanklich und physisch vom Massaker des Jungwolfes abgewendet, denn seine beinahe lautlos scheinenden Schritte im tiefer werdenden Schnee steuerten ihn geradewegs auf ein wahres Festbankett zu. Je dichter er kam, umso intensiver wurde der Geruch der Ahnungslosen und Naiven, des Rudels. Und dann brach er aus dem Gebüsch hervor.
    Sein Blick zuckte unruhig umher, unsicher, welchen Wolf er als nächstes Opfer auswählen sollte, grollte der Dämon durch die Kehle Givaan´s. Er tanzte voll hämischer Freude in jeder Bewegung des schwarzen Kolosses, in jedem feurigen Blick, in jedem Ton, den die Kehle des Wolfes verließ. Und dennoch, langsam spürten Dämon und Givaan, wie sich etwas am Mächteverhältnis änderte und in dem Versuch, einen letzten, verzweifelten Versuch, die Macht durch ein weiteres Opfer zurückzuerlangen, sprang er geradewegs auf einen der Wölfe zu. Wer war es? Das Blut machte ihn blind und doch war es ein einzelner Geruch, der durch den markanten, durchdringenden Geruch des Blut zu ihm durchdrang. Ein einzelner Geruch, der den Zorn des Dämons anfachte und die wilde Begierde Givaan´s langsam weichen ließ. Ein ... einzelner ... Geruch.
    Und nun fand der Dämon auch den Grund dafür und sich wild gegen die Stäbe seines Gefängnis´ werfend starrte er hasserfüllt auf jene Fähe, die ihm seit ihrer Ankunft stets einen Strich durch die gut durchdachten Pläne machte. Er wäre inzwischen erfolgreich, Givaan würde einen Ruf wie kein Zweiter genießen und doch war es diese verdammte Wölfin, die jeden Bluttrieb in Givaan zum Schweigen brachte. wenigstens für Minuten, Sekunden. Kostbare Sekunden, die er hätte nutzen können, um Givaan für seine Zwecke einzuspannen und töten zu lassen. Ein letztes Mal begehrte der Dämon wild heulend auf, spuckte Gift und Galle, doch gegen die Macht der Zuneigung und Liebe kam selbst das Böse nicht auf Dauer an.

    Nun stand er da, blutbefleckt, fremd und irgendwie vollkommen fehl am Platz. Und ein einziger Gedanke drängte sich ihm auf: Er hatte sie enttäuscht. Alle. Man hatte ihm Macht zugebilligt, Macht als Rudelratmitglied, Macht, die der Dämon ausnutzen würde. Macht, die zu verwalten er nun in den Augen der Anderen nicht mehr befugt war. Und dennoch stand er dort, Blut floss in Strömen aus seinem Pelz, ließ ihn furcht erregend und sonderbar fremd aussehen, den Kopf stolz erhoben, den Blick kalt und ungebrochen. Und doch blendete der Wolfsrüde alles um sich herum aus, einzig ein Paar warmer Wolfsaugen vor sich sehend. Und je länger er diese Augen anstarrte, umso bewusster wurde ihm, was dort in ihm wütete.
    Doch gab es eine Chance für ihn? Eine Hoffnung? Wenn er ehrlich war, so wollte er eigentlich nie als friedliebender Wolf ein friedliebendes Rudel führen. Wenn er ehrlich war, würde er viel lieber als mordender Meuchelmörder durch die Welt ziehen und jeden Wolf, der es wagte, das Wort gegen ihn zu erheben, restlos und mit eiskalter Präzision töten.
    Nun lösten seine gelben Augen sich von den braunen Zanba´s, langsam ließ er ihn durch die Reihen gleiten und grollend zog er leicht die Lefzen zurück. Eine fremde Fähe, welche sich unterworfen hatte, bat darum, in das Rudel aufgenommen zu werden. Als sie jedoch fragte, ob es sich hier u die legendären Rudelführer Zanba und Givaan handelte, verfinsterte sich sein ohnehin düsterer Gesichtsausdruck weiter. Er war nicht länger Rudelführer. Womöglich würde er irgendwann Omegawolf sein, der sich dann endlich vom Rudel loseisen konnte und durch die Welt lief. Durch die Welt mordete.
    Seine Gedanken kehrten zu jener Fähe namens Isabis zurück und kurz suchte er Zanba´s Blick. Sie war nun Leitwölfin, doch obgleich er kein Vetorecht mehr bei der Aufnahme Fremder hatte, wollte er dennoch sicher gehen, dass sie wachsam blieb. In seiner momentanen Verfassung täte es ihr wohl ganz gut, mehr Freunde als Feinde in das Rudel zu lassen und ihn zu meiden. Ein letzter Blick galt Isabis, dann lief er mit der lautlosen Eleganz eines Mörders ein wenig seitwärts und hob abermals seinen Kopf. Dieses Mal tat er sich nicht die Mühe und verbarg seinen Zorn. Leitwolf hin oder her, Befehlen sollte Folge geleistet werden. Vor allem im Winter!

    Wenn ihr nicht bald eure faulen Hinterteile in Bewegung setzt, mache ich euch Beine! Und zwar richtig!

    heulte er zornig und spürte seinen Brustkorb aufgrund dieses dunklen, gereizten Tonfalls vibrieren. Herrisch und zornig, so kannte das Rudel Givaan und so sollte es ihn auch in Erinnerung behalten. Leitwolfposten hin oder her, früher oder später würde er sich diesen Rang wieder aneignen und dann würde er die Wölfe dafür zahlen lassen, die in Zeit seiner `geistlichen Verwirrtheit´ keinem Befehl folge leisteten. Und er versprach ihnen bereits jetzt, dass er keine Gnade walten ließ. Er sand ein letztes, herrisches "LOS JETZT!" hinterher, dann drehte er sich wieder herum und knurrte all jene an, die es wagten, und ihn anstarrten. Einmal schüttelte er sich kräftig, sodass der Großteil des Blutes von seinem Fell spritze und dafür nun an anderen Pelzen, am Schnee und an Bäumen klebte. Es war ihm egal. Er sand einen letzten, warnenden Blick gen Isabis, dann steuerte er jene Richtung an, in welche sie wandern mussten. Und dort, einige Meter vor dem Rudel, setzte sich der schwarze Wolf nieder und wartete.
    Einzig die gelb glühenden Augen durchbrachen die perfekte Dunkelheit, an welche er sich ebenso perfekt anschmiegen konnte. Wächter der Schatten. Und Mörderdes Lichts.



[Bemerkt Aralez - Folgt ihm - Bringt ihn zu Strecke - Kehrt zum Rudel zurück - Dämon - Bemerkt Isabis - Heult nach dem Rest - Geht ein wenig vor]

Aralez wurde aus dem Play genommen.

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Di Aug 10, 2010 8:23 am

Erst gesch nichts weiter, außer dass Magai und Raayu sich unterhalten. Jakara wandte den Blick ab, starrte den weißen Schnee an, mit jenem fiebrigen Blick, der das Eis zum Schmelzen bringt... Doch natürlich nicht in der Wirklichkeit. Die dunkelgraue Fähe blickte den Schnee an, als wäre er etwas Magisches, als wäre er Chazaar, der wieder lebendig wäre, und dessen Gestalt sich in den Schnee brannte. Kara wimmerte leise vor sich hin, stieß den Kopf in den Schnee und versuchte, das Gespinst ihrer Gedanken zu verwischen. Doch es funktionierte nicht, weiterhin sah sie so deutlich und klar, als wäre es Realität, die Gestalt des vertrauten und geliebten Rüden. Kara grub heulend mit ihren Vorderpfoten ein Loch in den Schnee, stand auf, drehte sich im Kreis wie irre. Dann waren die Bilder endlich weg. Die Färe sah sich unauffällig um, dann setzte sie sich aufrecht in den Schnee. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie weiter Mag und Raayu.

(Chaz, wo auch immer du jetzt bist- ich liebe dich!)

Gedanken im Stillen, doch so leidenschftlich wie ein lautes Heulen.
Kara sah Givaan weggehen, dann bemerkte sie, dass er Aralez folgte, diesem einen Jungwolf, aus dem kleinen Rudel.

(Gleich sind sie alle drei tot.)

dachte sie ohne Gefühl. Eine Weile blieb Giv weg, doch als er zurückkehrte, war er wieder der Dämon, der Blutgeruch haftete an ihm, und Fellfetzen des Jungwolfes. Der Geruch erschreckte Jakara. Blut. Tod. Chazaar! Er wurde von diesem Dämon umgebracht. Von seinem Bruder!

Kara jaulte leise und wimmerte vor sich hin, eine kleine Weile jedoch nur, denn Givaan befahl den Weitermarsch. Die Fähe fasste sich, schnappte sich die Kräuter, die noch bei Magai lagen, ohne sie und Raayu anzusehen. Dann folgte sie dem Rudel, schweigend, Lubaya nur einen stummen Wink gebend, dass Kara die weiße Fähe jetzt nicht weiter unterrichten würde.
Die dunkelgraue Wöfin war jetzt nicht in der Lage, über Kräuter und Heilpflanzen zu berichten. Ohne Glanz in den Augen, ohne Leidenschaft in den Schritten, ohne Gefühl von Kälte oder irgendetwas anderem folgte sie dem Rudel.


[in Gedanken-hat Halluzinationen-beruhigt sich wieder-sieht Giv, denkt nach-riecht das Blut von Aralez & denkt an Chazaar-wimmert vor sich hin-folgt dem Rudel]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   So Aug 15, 2010 5:25 am

Wieso reagierte Magai nicht? Tessyra winselte mitfühlend. Ging es ihrer silbergrauen Freundin so schlecht? So schlecht, wie es auch ihr ergangen war, als Tujaro weg war? Als Zan kam, wuchs jedoch neue Hoffnung in ihr auf. Die Alpha würde Mag sicher dazu bewegen, zurück zum Rudel zu gehen. Zans Worte lösten eine Wärme in ihr aus. Trotz ihres hohen Ranges war Zanba noch immer die Alphafähe, die sie kannte. Sanft, freundlich, mitfühlend. Zanba fand wohl immer die richtigen Worte. Schließlich kam auch Raayu. Er wollte mit Magai alleine sein. Tess nickte verständnisvoll und zog sich langsam zurück. Magais dankenden blick erwiderte sie fest und mit einem freudigen funkeln in den Augen. Mit leichteren Pfoten folgte sie Zanba zurück zum Rudel. Allerdings gefiel es ihr nicht das sowohl Jakara als auch Lubaya noch bei Mag und Raayu waren. Selbst wenn die beiden Heilerinnen waren ... Tess hätte es auch nicht gutgefunden, wenn sie mit jemanden 'Besonderen' redete, ständig beobachtet zu werden. aber nun gut. Was konnte sie dabei schon ausrichten.

Schneeflocken tanzten vor ihrem Fang hin und her. Wie ein kleiner Jungwolf schnappte sie danach. Und sobald eine der kleinen Flocken ihr Maul erreicht hatten, wurden sie zu Wasser. Tess leckte sich über die Schnauze und schüttelte den Kopf. Sie war Rudelrat. Es war keine Zeit, sich wie ein Welpe zu benehmen. Augenblicklich stellte sie die ohren wieder auf und lief eilig hinter Zan her. Beim Rudel angekommen, richtete sich ihr Blick auf Givaan. Sie wusste nicht, wie sie auf ihn reagieren sollte. Es machte sie traurig ... das er so geworden war. Ja, sie vermisste dne alten Givaan. Eine Erinnerung kam in ihr auf. Sie und Givaan am wasserfall. Damals hatte sie noch große Angst vor ihm gehabt. Und er hatte gesagt, wenn etwas sei, sollte sie es ruhig sagen. Da war Givaan noch nett gewesen. Aber war Nett überhaupt das richtige Wort? Tess zuckte mit einem Ohr und ließ sich schließlich auf ihren Hinterbeinen nieder. Schnee bedeckte ihren braungrauen Pelz. Sie schüttelte sich ungeduldig.

.oO(Wie es Zanba wohl geht? Sie sieht so stark aus, aber im Inneren zerreißt es sie. Und ich kann ihr nicht helfen.)Oo.

Trostlos kauerte Tess sich zusammen. Sie wünschte sich sosehr die alte Zeit wieder. Aber sie konnte nicht mit der Vergangenheit leben. Und auch nicht mit der Zukunft. Sie muste im Hier und Jetzt leben, so schwer es auch war. Aber wenn der Winter erstmal vorbei war ... ja, was dann? Tessyra sehnte sich nach der warmen Sonne, die ihr auf den Pelz schien, dem frischen, grünen Gras, dass sich unter ihren Pfoten anfühlte wie Federn. Trotzdem würde nichts mehr so sein, wie vorher. Givaan war kein Alpha mehr, Zanbas Herz war zerrissen worden ... alles hatte sich geändert. Tessyras Nackenfell sträubte sich

.oO(Jetzt reiß dich zusammen!)Oo.

Befahl sie sich selbst, wie so oft. Rasch erhob sich die junge Fähe und trottete neben Zanba. Neben ihrer Freunbdin ließ sie sich wieder nieder und drückte sich gegen ihr warmes Fell. Ein tröstende Welle durchfuhr ihren leib. Zan sollte nur wissen, dass sie da war und nicht wieder weglief. Das sie bei ihr blieb.


[Bei Mag, folgt Zan | Beim Rudel, blickt Giv an | Bei Zan]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Aug 23, 2010 9:10 am


    Warum? Warum, warum, warum? Warum was? Warum gerade das. Warum suchte sich Magai immer die Wölfe aus, die entweder in Rätseln sprachen und mit ziemlichen viele Worten nichts ausdrückten, oder die, die einfach quatschten, über ernsten Zeug und Magai nicht mit einbezogen, sodass wie wenigstens ein was verstand. Warum ...? Teilweise waren ihre dicht bepelzten Lauscher aufgeregt, zuckten nach dem Singsang Raayu's. Doch manchmal ... pah, da hörte sie kaum zu. Sie musterte ihn zwar die ganze Zeit, schaute aber ins Leere. Eigenartig. Die ganze Situation war eigenartig. Warum die Hand ins Feuer legen, wenn man weiß, dass es wehtut? Das Fragewort Nr. 1 lautete heute: Warum?
    Mit diesem einem Wort konnte man mehr sagen als 1000 Worte - man konnte mehr als 1000 zum Thema passende Fragen stellen.

    Auch wenn er ihr in diesem Moment so viel eröffnete, verstand sie ihn nicht. Er war einfach wie eine Ananas. Komplex.

    "Du magst das getan haben, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass das deiner Idee entsprungen ist. Jede Geschichte hat nicht nur einen Mittelteil - mag er gut oder schlecht sein - sie hat ebenso einen Anfang wie auch ein Ende. Auch wenn dein Mittelteil absurd und bestialisch gewesen sein mag, egoistisch... die Geschichte hatte mit Sicherheit einen schrecklicheren Anfang."

    Sie zischte durch die scharfen Reißzähne.

    Ich hab ihm nicht geholfen ... ! Ich hab ihm im Stich gelassen. Ohne mich wäre er nicht gestorben, würde mit mir zusammen ein Rudel führen. Verstehst du was ich meine? Weil ich Angst hatte, habe ich alles verloren, was mir der Weg vorgegeben hat. ALLES ZERSTÖRT. Keine Ruine ist übriggeblieben. Selbst der letzte Schutt und die Asche sind verloren gegangen. Es hat sich in Sekunden aufgelöst ... es ist wie eine Sternschnuppe. Erst blüht sie wunderschön auf, hat Chancen darauf, mit ihrem wnuderschönen langen Schweif alle zu begeistern, wenn sie am Himmel dahin schwebt ... und irgendetwas löst sie auf ... und dann ist sie nur dreckiger Staub. Hässlich und Grau, mit Narben und zerschunden.

    Hasserfüllt und kalt wurden auf einmal ihre Augen - so, wie sie sonst nie sind. Sie hatte sich dem Stein neben ihr ein wenig angepasst. Raayu wusste mittlerweile, dass Magai keine Meisterin der großen Worte war - sie hatte weder einen poetischen Ausdruck mit zahlreichen Fremdwörtern und wohlklingenden Ausdrücken ... eben so ein Straßenköterwortschatz.

    Ich werd einfach nicht schlau aus dir ... doch ich gedenke daran, was du sprachst. Vielleicht verstehe ich es ja irgendwann.


    Sie schaute sich um. Noch immer tanzten rings um sie die Schneeflocken, die sie langsam zum frösteln brachten.

    Raayu? Ich denke, wir sollten Zanba's Spruen zum Rudel folgen ... ich denke, es geht bald weiter. Sie werden nicht erfreut sein, wenn wir so lange sprechen. Zur Not holen wir das 'versäumte' beim Laufen ein.

    SO drehte sie ihm langsam den Rücken zu und schaute noch einmal zurück. Komm, sagten ihre Auge, die wieder den normalen Anblick angenommen hatten. Es war rein gar nichts mehr vom kalten Wesen zu erkenne, was noch vor wenigen Sekunden in ihr gehaust hatte. Nichts. Sie war wieder die Alte - so schien es.

    [redet, geht langsam zum Rudel]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Aug 30, 2010 12:21 pm

    Lubaya wusste um die Eile der Grauen, doch verstand sie wenig, was der Ansporn war. Man konnte sich denken, dass Kara nicht sonderlich viel gute Erfahrungen mit Givaan gemacht hatte. Eben weil sie ihm treu war, wie ein Haushund seinem Herrchen. Vielleicht hatte er ihr je etwas angetan, weshalb sie ihm hohen Respekt zollte, oder sie hatte etwas gesehen, welches ihre Achtung ihm gegen über zugeteilt wurde. Aya wusste es nicht. Vermutlich wollte sie es gar nicht wissen. Jakara war für sie einfach nur ... ihre Lehrerin. Bislang nichts mehr als das. Vielleicht würde sie zur Freundin werden, doch von ihren Plänen würde sie gewiss nichts erfahren. Davon würde sie irgendwann schon genug zu sehen bekommen, wenn sie eine wirklich gute Beobachterin ist, die ihre Schülerin immer im Auge behält. Und obwohl die meisten Konflikte Lubaya´s durch ihre Gedanken ausgetragen werden, fürchtete sie sich ein wenig davor, dass Kara es doch jäh herausfinden würde. Sie, Lubaya, fürchtete sich, vor einer einfachen Fähe, oder auch, einer Heilerin?! Und doch, es war so real, wie der Schnee, der vor ihrer Nase tanzte und der Windzug, der alles in eine andere Richtung lenkte. Es war die Angst von Verrat. Die Angst, jemanden zu vertrauen, ohne wirklich zu wissen, ob man es wirklich kann. Immer wird 'auf das Herz gehört'. Ihr Herz verriet ihr, einfach Lubaya zu sein und niemandem zu vertrauen, wenn doch, nur Lügen. Um Jemanden jene Wahrheit zu erzählen war sie viel zu stolz, außerdem würde es bei ihrem Charakter nicht auch nur eine kleine Spur von Sinn machen.

    Wie die beiden Wölfe nun dort so liefen, dachte die Weiße weiterhin darüber nach, welch einen Sinn vertrauen überhaupt hatte; ob sie jemals vertrauen würde, oder ob sie es nicht sogar schon tat. Selbstverständlich redete sie sich ein, es sei nicht der Fall, anders würde es absurd sein. Dennoch ... sie fing an sich Gedanken darüber zu machen.
    Givaan vertraute sie nicht. Oh nein, soweit würde es gar nicht erst kommen. Diesem ... sie brach den Gedanken ab. Zanba. Wohl kaum. Sie wechselte bereits nur ein paar Worte mit der Alpha und hatte sich kurz um sie gesorgt, doch zu diesem Zeitpunkt war sie anders. Sie hatte eine Art massive Maske aufgesetzt gehabt, ohne es gemerkt zu haben. Jakara vertraute sie auch nichts an. Das war so leicht zu sagen, wie das der Baum mit Schnee bedenkt war. Wie gesagt, eine Lehrerin. Lubaya selbst war nun keine Streberin, weshalb sie Jakara nun nicht so achtete, wie ein Streber es getan hätte. Aber sie verachtete sie auch nicht. Den Rest kannte sie kaum. Magai hatte sie kurz mitbekommen, war nun aber höchstens nur ein Wechsel von dem ein oder anderem Wort gewesen. Tessyra hatte ihr zu jener Zeit nicht geantwortet und Lubaya hatte nichts über sich selbst erzählt. Lunasoleil kannte sie so wenig, wie der Rest, der sie noch rein gar nicht kannte. Wie Trujaro oder Raayu.
    Schwere Schritte, bei all diesen Gedanken, die sie durch den Schnee trugen. Durch diese doch so weiche Kristalldecke über dem Erdboden. Es war Nacht, daher glitzerte der Schnee nicht. Sonst reflektierten die kleinen wunderschönen Kristalle das Licht und es sah so aus, als würde der Boden glitzern. Diese Jahreszeit war abgesehen von den Temperaturen eine sehr schöne. Aber jede Jahreszeit hatte ihre eigenen Merkmale und Besonderheiten.

    Nach kurzer Zeit kamen die Beiden bei Magai, Raayu und Tessyra an. Auch Zanba war in der Nähe. Kara gab Magai das Kraut und dann fingen Raayu und Magai an zu reden. Nun, interessant fand Lubaya das nicht wirklich, also ging sie ein bisschen weiter weg. Sie brauchte auch ein wenig Ruhe und wollte nicht immer irgendwie unterwegs sein um Kräuter zu suchen. Trotzdem wollte sie darüber ein wenig lehren. Ein kleines wenig. Nicht alles und doch ließ sie es über sich ergehen. Solang sie nicht im Matsch wühlen musste ...
    Aya beobachtete das Treiben. Givaan kam, blutverschmiert - wie hätte es auch nur anders sein können? -, und gab schließlich den Befehl weiter zu ziehen. Gewiss, vielleicht wäre es nötig. Bestimmt. Es war Winter und der Hunger ließ sie leiden. An das letzte bisschen trinken, konnte sich die Fähe auch nicht mehr erinnern. Um jedoch Schnee in ihrem Maul zu Wasser verlaufen zu lassen, war sie sich zu viel wert. Es könnte Dreck drin sein! 'Dreck reinigt den Magen', sieht aber schrecklich aus und so etwas wollte sie mit Sicherheit nicht in ihrem Magen wissen. Umso wichtiger war das vorankommen. Sie wusste, sie musste ihre Kräfte schonen: Wenig reden und sich nicht belasten. Also beschloss sie Kara vorerst nicht zu helfen, beim Sammeln von Kräutern.

    Langsam, aber doch in elegant athletischen Schritten, lief sie los. Sie wollte, dass der Rest sie überholte, damit sie getrost hinter her rennen konnte und alles in ihrem Blickfeld hatte. Wusste sie doch, dass es schwer möglich war, wenn sie vor ihnen los lief und jäh langsamer wurde. Sie beschloss im Gebüsch zu verschwinden. Rann daher etwas seitlich und war zwischen Baum und Busch versteckt. Der Wind wehte in die andere Richtung, verriet sie daher nicht. Nun hieß es warten.

[Bei Jakara - Magai & Co. - Allein | Denkt - kommt bei Magai & Co. an - verschwindet im Gebüsch - wartet]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Do Sep 02, 2010 6:49 am

Lunasoleil erhob sich, als Zanba ihre Stimme erhob und zu Lubaya sprach und sich dann an die Streuner wandte. Gespannt lauschte sie der kräftigen Stimme der Leitwölfin. Die Wölfin musste mit Givaan und Blizzard mit auf die Jagd gehen, um ihr Geschick zu beweisen. Auch wenn der Weißen dabei etwas unwohl wurde, strafften ihre Schultern sich und sprach zu Zanba.

"Wie ihr es wünscht, werte Alphawölfin der Children of the Moon. Ich werde tun, was ihr sagt."

Mit einem zufriedenen und respektvollem Nicken blickte Luna zu Givaan.

Wie er es wohl findet, mit mir auf die Jagd zu müssen, nach all dem, was ich ihm an den Kopf geworfen habe? Nun ich werde es dann sehen. Und wenn er glaubt, dass ich mich von ihm einschüchtern lasse, dann sollte er aufpassen. zog es durch ihre Gedanken.

Givaan war jetzt nicht nur der Jagdführer wie Blizzard vielleicht auch bald, sondern auch Mitglied im Rudelrat und mit ihm Tessyra als zweite, wenn der schwarze Wolf einmal nicht da sein sollte, um Zanba zur Seite zu stehen. Magai und Tujaro wurden geschickt, um sich auf dem neuen Lagerplatz um zu sehen, ihn zu erkunden, Duftnoten zu setzten und nach jeder Patrouille Bericht abzugeben. Nach ihrem letzten Heulen sprang die Leitwölfin von ihrem Platz am Hochfelsen hinab, bahnte sich einen Weg durch das Rudel. Mit einem sicheren Heulen preschte die Wölfin, los, an den Felswänden hinab. Anscheinend war sie sich ihrem Ziel sicher.
Luna wandte ihren Blick jetzt dem anderen schwarzen Rüden zu, welcher sich als Dasan vorstellte. Er war anscheinend wie Lubaya und sie ein Streuner, welcher sich versteckt gehalten hatte. Dem restlichen Geschehen hörte und sah die weiße Wölfin nur nebenbei. In Gedanken war sie woanders, denn diese schwirrten zurück in die Vergangenheit. An den Tag, wo jener Kampf stattfand, welcher ihr alles nahm, was Luna je besessen hatte. Ihr Rudel. Ihre Familie. Ihre Freunde. Ihre Kinder. Alles hatte man ihr genommen.
Wut quellte in ihr auf und man konnte förmlich sehen, wie ihre wasserblauen Augen Funken sprühten. Noch immer war die Wölfin nicht darüber hinweg gekommen, was an jedem Tag geschah. Ein leises, unkontrolliertes Knurren entrann ihrer Kehle, was jedoch niemand bemerkte. Unmerklich fletsche sie kurz ihre Zähne, riss sich dann aber zusammen, um keinen falschen Eindruck zu erwecken, sie wolle dem Rudel etwas antun. Mir gezügelten Gefühlen beobachtete folgte sie dem Gespräche zwischen Givaan und Zanba, nachdem sie ihr gefolgt war.


[erhebt sich - spricht zu Zanba - denkt - erinnert sich an den Tag, den sie eigentlich vergessen wollte - bei Givaan und Zanba ]

[ So ich kann auch endlich wieder angespielt werden, nachdem ich so lange inaktiv war. Sorry confused ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Sep 06, 2010 7:23 am

Das Rudel hat den Wald erreicht und ist ein wenig sicherer vor den eisigen Stürmen des Winters. Nun gilt es, eine Höhle zu finden, ein Versteck, in dem sie weilen können, und Beute, von der sie ihre Energie wieder aufstocken können. Denn die Kälte zerrt an ihren Kräften, wie der weite Weg es auch getan hat. Leider wissen die Vierbeiner nicht, dass sie nicht die einzigen sind, die Schutz in Tarathmar suchen.

Sanft tanzten die flauschigen Flocken im Takt des Windes, ein amüsantes Schauspiel, dass einen sowohl Kälte als auch eine wohltuende Wärme durch den Körper jagte. Blendend reflektierte der Schnee das Licht der Sonne und ließ es leicht golden Schimmern. Doch dieser glitzernde, leuchtende und mit warmen Farben gefärbte Schein trug, versteckte hinter sich diese eisige Kälte, die mit dem Tod im Bunde war. Jene Kälte, die den Bewohnern des Waldes das Blut in den Adern gefrieren ließ, ihnen die Nahrung raubte und sie mit aller Kraft in Richtung des Abgrunds schob, der das Ende bedeutete. So viele Leben drohte der Winter zu nehmen, um nur die Stärksten überleben zu lassen. Er zeigte mit all seinen Hinterhalten und Listen, dass diese Welt keinen Platz für Schwache ließ, das sie zu klein für überflüssiges Leben war. Und nur wer kämpfte, wer den Willen hatte, dem schenkten die Götter das Leben. So sagten es die Regeln, so schrieb es Shania, das Gleichgewicht dieser Welt, vor und so sollte es auch immer bleiben.

Der Dickhäuter jedoch, der faul und träge in seiner Höhle schlief, hielt nichts von dem Geschwätz der Schnellen Läufer, von denen sich nur wenige mutige trauten, seinen Wald zu betreten. Sein eigenes Königreich, welches von Generation zu Generation weiter gegeben wurde. Doch für nervtötende, quängelnde und schreiende Jünglinge hatte er keine Zeit, oder besser gesagt: Definitiv keine Lust. Er wollte sein Revier nicht mit diesen unwissenden Biestern teilen müssen, er war ein Einzelläufer und stolz darauf. Sehr stolz. Beinahe zu stolz. Von den tösenden Stürmen bekam er nichts mit, spürte nicht einmal den kältesten Windhauch, so dick waren die vielen Schichten Fett, die er sich in der Jahreszeit angefressen hatte, in der sich die Blätter in seinem Wald färbten, die nun verschüttet unter den Schneemassen waren.

Und während der Bär sich räkelte und wälzte, drang plötzlich ein Geruch an seine Nase, den er sowohl hasste wie auch verachtete. Obwohl er schon so viele von ihnen verjagt, sie so häufig gewarnt hatte, sie kamen wieder und wieder, missachteten jegliche Markierungen. Er erinnerte sich daran, denselben Duft wahrgenommen zu haben, mit einer Mischung aus Blut, als er die Berge hinab gestiegen war, um Schutz in seinem Wald zu suchen. Ja, ganz genau, seinem Wald. Aber nun musste er abwarten, musste warten, bis die Schnellen Läufer mit ihrem in den Ohren schmerzenden Gejaule die Ruhe des Bären störten, um dann aus seinem Versteck zu schnellen und sie wieder zu verjagen. Vorm Blutvergießen scheute er sich nicht, nein, genoss es sogar, wenn das Zeichen der Macht an seinen kräftigen Kiefern hinab rann und an den schweren Pranken klebte. Ein gieriges Lächeln hatte sich auf die Lippen des Untiers geschlichen und eine Erregung brachte seinen mächtigen Leib zum Zittern. Sollten sie nur kommen, diese eingebildeten und von sich selbst überzeugten Köter. Wenn er erst einmal ihren Anführer zur Strecke gebracht hatte, würden sie sich so schnell nicht mehr blicken lassen. Yldur schloss seine Augen, während draußen vor dem Eingang seiner Höhle ein wilder Sturm durch Tarathmar, durch sein Tarathmar, tobte.


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Sep 06, 2010 10:28 am

    Langsam senkte sich die Dunkelheit wie ein schützender Schleier um die Wölfe, ließ einstweilen die schwarzbefellten unter ihnen kaum mehr erkenntlich werden und schlussendlich wie ein tödlicher Schatten wieder hervorbrechen. Einzig die Tatsache, dass noch immer lebende Wölfe weiterzogen, unbeirrt und drängend, schien fehl am Platz, doch auch damit würde sich das Schicksal bald zufrieden geben. So jedenfalls dachte Givaan, der, den Kopf gegen den immer heftiger wütenden Schneesturm tief gesenkt, voraus lief, stets darum bemüht, die letzten Leichenspuren auf seinem prächtigen Pelz wieder loszuwerden. Und doch ... es gab einen Teil in ihm, der sich danach verzehrte, die Angst in den Gesichtern, ja, selbst die Abscheu, zu sehen und somit unumwunden deutlich gezeigt zu bekommen, dass er noch immer fähig wäre, zu morden.

    Einem mechanischen Gleichtakt gleich wanderte der große Rüde weiter, seine Machtposition am Kopf des Rudels noch immer aufrecht haltend, obgleich es ihm gewiss nicht mehr zustand, diese Position anzufechten. Gelegentlich wurde gesagt, er ginge den Weg des geringsten Widerstandes, den Weg der kleinsten Probleme, doch dies war nur der eine Teil der Geschichte. Der andere Teil, dass wusste wohl inzwischen jeder dieses Rudels, der einigermaßen sehen, hören und spüren konnte, beherrschte ihn und wurde selbst von jener Macht beherrscht, die als dunkle Seite verrufen war. Dabei fanden weder Givaan, noch dessen innerer Dämon etwas daran, dieser Seite verfallen zu sein. Sie gab Macht, spendete Kraft und vor allem - die ließ einen einzelnen Wolf beinahe gottesgleich werden.

    ( "Achte auf dich, Givaan. Eines Tages wirst du den letzen Funken deiner Selbst noch in dieser Dunkelheit verlieren." )

    Wem nur hatte er diesen lästigen Gedanken zu verdanken? Givaan wusste es nicht, der Daemon wusste es nicht. Keiner wusste es und höchstwahrscheinlich standen die Chancen, dass der alte Wolf, der ihm dies zugeraunt haben mochte, gleich null, dass dieser solch einen Kommentar auch noch überlegte. Es sei denn ... Unwillkürlich wurde der Schwarze in seinem mörderischen Lauf langsamer, ließ sich ein wenig zurück fallen und warf einen abschätzigen Blick nach vorn, kurz darauf zurück und dann wiederum nach vorn. Seine Gedanken jedoch kreisten weder um den Waldrand, den sie nun endlich - nach stundenlanger Wanderung durch Schneewehen und Sturmgebrüll - erreicht hatten, noch um das Rudel, welches in einiger Entfernung folgen würde. Dass er keinerlei Gesellschaft duldete, hatte er zu Beginn der Reise mehr als deutlich gemacht, indem er vereinzelten Wölfen entgegen schnappte, die den Versuch gewagt hatten, ihm zu nahe zu kommen. Obgleich der dämonische Teil in ihm dagegen schrill kreischend aufbegehrte, formte sich dennoch ein klares Bild vor seinem geistigen Auge ab. Ein Bild, welches deutlicher nicht hätte sein können, dem verwundeten Herz Givaan´s wie Trost war, dem verdorbenen Dämpfen des Dämons jedoch mehr im Wege war als sonst etwas.

    Es war das Antlitz einer großen, schlanken und zudem langbeinigen Fähe, die ihre Machtposition nie zu solchen Dingen ausnutzen würde, wie er es einst geplant hatte. Obgleich niemand dies geahnt hatte und wohl selbst jene Wölfe, die ihm nahe standen, kaum damit gerechnet haben konnten, hatte sich dennoch ein eiserner, steinharter Wunsch in seinem Herzen eingenistet, sich dort gefestigt und wuchs heran, zu einem stattlichen Gebilde. Lange Zeit schon fragte sich der Schwarze indirekt, woher plötzlich all die Macht des Dämons kam, woher er seine Kraft nahm und sich just in diesem Augenblick gezeigt und offenbart hatte. Und nun endlich sah er seine Antwort wie ein verführerisches Fleischstück vor ihm schweben.
    Doch jener Gedanke, welcher ihm vorerst davon ablenkte, dass hinter ihm genau sechzehn laufende Opfer wandelten, rief ihm nur wieder jenes Gemetzel in Gedanken, welches er nun nicht mehr von seinem Pelz waschen wollte. Als wolle er es wie eine Art Trophäe tragen und somit der gesamten Welt zeigen, wozu er fähig war. Zu Dingen, die ihm selbst vor Augen führten, wie vergänglich doch eine einzelne Macht war. Und dennoch strebte er eben solche wieder an. Wieso?

    Noch immer im gleichmäßigem Takt trafen seine Pfoten den verschneiten Erdboden, hinterließen gut sichtbare Spuren für die Nachfolger und ließen ihn wenig später in das dämmrige Dunkel des Waldes eintauchen. Noch immer hingen seine Gedanken dem nunmehr totem Jungwolf hinterher, somit achtete der Schwarze einmal weniger auf seine Umgebung und bald schon hob sich sein Kopf und aus misstrauisch funkelnden Augen blickte Givaan sich um. Wohin hatte es ihn nun verschlagen?
    Die Stille umgab ihn ebenso sanft und flüssig wie auch die Dunkelheit, einzig die fallenden Schneeflocken, die wild tanzend vor seiner Nase schwebten und ihn necken wollten, durchbrachen dieses eintönige Bild. Unberührt lag der Schnee vor ihm, ein Blick zurück verriet, dass seine Gedanken ihn einen anderen Weg haben einschlagen lassen. Entweder folgte das Rudel nun der Fährte Zanba´s, einer fremden oder aber seinen. Ein weiterer Blick zurück jedoch verriet, ebenso wie die heftig zuckende Nase, dass er bis auf die einzelnen Schneeflocken allein war. Und dann brach er sich mit der Kraft eines ausgewachsenen Elchbullen bahn.

    Nutze deine Chance! JETZT! Sie ist günstig, niemand würde überleben! Niemand wüsste, dass ihr hier wart und vor allem - endlich könntest du der Welt beweisen, was in dir schlummert! Welche Kraft - welche M-a-c-h-t! So lange hast du gewartet, so lange hast du gelitten. Und wofür? Für eine Fähe, die eventuell doch einen anderen, liebevolleren Rüden wählt? Für ein Rudel,w elches dir im nächsten Winter in den Rücken fällt? Für Nachwuchs, den du nie haben wolltest? Für einen Glauben, den du nie praktiziert hast? Wofür, frage ich dich, GIvaan?! WOFÜR hast du so gelitten?! WOFÜR HAST DU UNTERDRÜCKT, WONACH ES DICH IN WAHRHEIT GELÜSTET! SAGE ES MIR! SAGE ES!! SAGE ES!! WOFÜR!!

    Immer schriller, immer befehlender, immer überzeugender erklang die Stimme des widerwärtigen Monsters in ihm, immer lauter, bis der Schwarze Rüde mit schmerzvoll angelegten Ohren zurück wich und glaubte, nichts mehr zu hören. Alles um ihn herum war still, alles lauerte darauf, endlich hervorzubrechen, endlich seinen Wall zu durchbrechen, zu sehen, in welche Bestie er sich verwandeln würde. Sie arbeiteten gegen ihn, ließen ihn nicht zur Ruhe kommen, provozierten ihn, forderten heraus. Doch das grausamste an der Sache war, dass der schwarze Koloss nur ein einziges Bild vor Augen hatte. Ein einzelnes, grauenhaftes Szenario, welches immer deutlichere Gestalten und Formen annahm, welches immer besser durchdacht schien und am Ende nahezu perfekt war. Er würde mit dem wichtigsten Glied beginnen. Es müsste damit beginnen, denn sonst besäße es keine Kraft mehr, um das wichtigste Glied endlich aus den Ketten zu reißen. Aus den Ketten zu SPRENGEN!
    In einem gewaltsamen Satz, der beinahe unwirklich schien, setzte es nach vorn, setzte der Spur eines unsichtbaren Gegners nach, der mehr Freund als Feind war und den blutigen, geifernden Fängen zum Opfer fallen sollte. War es nun Schicksal oder schlichtweg Zufall, dass der Schnee stärker wurde und das Vorankommen tief im Wald behinderte. Zornig setzte es zurück, hielt angespannt inne und reckte einem tollwütigem Tier gleich die zitternde Nase in den hernieder rieselnden Schnee. Und mit ihm kehrte auch zurück, was bislang verloren und besiegt glaubte. Ein Teil jenes Wolfes, der Selbstbeherrschung zur Stärke erkoren hatte, um sich selbst zu schützen.
    Nur langsam glättete sich das Fell, nahm wieder normalere Züge an und legte sich beinahe sanft um den Nacken Givaan´s. Givaan. War er dies denn noch? Die Antwort lag klar vor ihm, er wusste es, spürte es, ahnte es, kurzum, alles in ihm hatte es bereits aufgenommen, doch sträubte er sich noch mit jeder Faser seines Körpers dagegen. Solange er selbst noch wusste, wer er war und was er tat, würde noch immer ein Teil Givaan in ihm stecken.
    Doch eine verräterische, honigsüße Stimme, kaum mehr mit der gellend schreienden Stimme von vor wenigen Sekunden zu vergleichen, drängte sich in seine Gedanken, beherrschte diese und ließ wiederum hervorbrechen, was Givaan immer weniger zu kontrollieren vermochte.

    Du hast mir Raum in deinem Leben gegeben, Givaan. Platz in seiner Seele, fest daran klammernd, dass du gegen mich bestehen kannst. Ich war jedoch bereits seit deiner Geburt bei dir, ein Teil von dir. Ich bin du, du bist ich, seit dem du geboren wurdest. Erinnerst du dich an die Worte? `Die Schwärze ist mein Leben. Die Finsternis meine Seele. Die Dunkelheit mein Herz. Und der Tod mein Schicksal.´ Du hast es IHM ins Gesicht gesagt, ohne zu ahnen, was du meinst. ICH jedoch habe dir den Weg gezeigt, ICH habe dir offenbart, was ich meinte, was du bist. ICH zeigte dir stets den rechten Weg, doch dann kam SIE. SIE, die Ausgeburt der Hölle, selbst unrein, um als Engel durchzugehen. Öffne deine Augen, GIvaan, denn eines ist ebenso gewiss wie die Tatsache, dass der Fluss hinab nicht hinauf fließt: Ich bin ein Teil von dir. Und selbst wenn ich hervorbreche, bist du immer noch du. Denn wir beide ... WIR sind GIvaan.

    Und dann verstummte sie abrupt. Als habe der Wind sie verweht, verklang die Stimme und mit ihm das nagende und zerrende Gefühl, endlich die Ketten abzuwerfen. Doch wohin würde das führen? Der Schwarze wusste, nur ein weiterer Ausbruch dieser Art wie vor wenigen Minuten und die Schutzwälle seiner Seele wären kaum mehr standfest genug, um gegen einen Windhauch zu bestehen. Weshalb quälte es ihn so? Weshalb schlug es nicht einfach seine Klauen in sein Herz und ließ dieses, durchtränkt vom schwarzen Gift, jegliche Entscheidung fällen?
    Es missfiel dem Schwarzen, dass sein Verstand von einem Wesen gesteuert werden konnte, welches er selbst nicht beeinflussen konnte. ER wurde gesteuert und diese Tatsache missfiel ihm gründlicher als je zuvor etwas. Und dennoch ... seine Schritte, beinahe ungelenkig, führten ihn wieder auf die Fährte des Rudels. Wolf blieb Wolf, naiv und triebgesteuert. Obgleich Givaan im Grunde seines Herzens Einzelgänger war, hatte er sich an das durchaus annehmliche Leben im Rudel gewöhnen können.
    Und je dichter er dem Rudel wieder kam, umso heftiger frohlockte der Dämon in ihm.
    Der Jäger schlich sich stets rücklings an die Beute heran.
    Wie nun auch Givaan.
    Den Rest ...

    ... den werde ich besorgen. Verlass dich auf mich, Givaan. So wie in alten Zeiten! Wir werden wieder groß sein! MÄCHTIG! Wir werden ...

    Leise waren sie gesprochen, kaum mehr zu verstehen und der Schwarze überging dies ohnehin, nahm dieses zarte Wispern kaum mehr wahr. Und die letzen Worte des Dämons, unheilbringend und mit teuflischer Genugtuung ausgesprochen, waren kaum mehr als ein hauchzartes Berühren.

    Wir werden endlich wieder Mörder sein!



[Wandert voraus - Waldrand - Geht in den Wald - Wandert erneut voraus - Allein - "Anfall" - Denkt - Unsicher - Kehrt langsam zum Rudel zurück - Wird diesem vorerst lautlos/unbemerkt folgen]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Sep 06, 2010 10:46 am

Ihre Pfoten drohten bei jedem Schritt einzuknicken, als Kara erschöpft hinter den anderen hertrottete. Die Kälte riss an ihren Nerven und schaffte ihren Körper. Regelmäßig hatte die Fähe im ganzen Rudel Kräuter zur Stärkung verteilt, zumindest an die, die sie genommen hatten. Lubaya hatte sie weitere Kräuter gezeigt, und Jakaras Augen hatten gestrahlt, als sie endlich das seltene Schneekraut entdeckt hatte. Die Blüten halfen bei Magenschmerzen und Übelkeit. Der Stängel und die Wurzel halfen gegen Müdigkeit und große Schwäche. Die getrockneten Blätter stoppten Blutungen, während die frischen Blätter, sorgfältig zerkaut, eine perfekte Wundkühlung abgaben. Jakara blickte nach vorn. Sie kniff die Augen gegen die ewig gleiche, weiße Masse zusammen. Schnee, Wind, Schnee, Wind, Sturm, Schnee, Schnee, Schnee...

(Warum gibt es nicht mal ein Kraut, dass wärmt? Ein Kraut, dass ein saftiges Kaninchen ersetzt? Kühlung- das braucht das Rudel jetztnicht!)

dachte sie, während sie sich hinter Zanba und dem Rest der Children of the Moon entlang kämpfte. Doch dann- waren sie da! Der Wald, der Große See, Schutz! Zanba rief sie auf, dass sie alle nach einer Höhle oder ein Versteck suchen würden, um ein sicheres Winterquartier zu haben! Das schenkte Kara neue Kraft! Sie kämpfte sich weiter, wenn auch erschöpft. Sie wollte raus aus diesem Schneesturm, endlich raus!


[läuft mit dem Rudel-denkt-läuft]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Sa Sep 25, 2010 2:58 pm

Zanba konnte das Gefühl nicht benennen, welches in ihr aufkam. Abgesehen von der mörderischen Schwäche, die ihr nach und nach fester das Messer an die Kehle hielt und ihre Pfoten an den Boden zu ketten schien, so dass jeder einzelne Schritt zu einem enormen Kraftakt wurde. Abgesehen von den höllischen Schmerzen, die in jeder Faser ihres Körpers brannten und sie nieder zu drücken versuchten wie eine höhere Kraft. Abgesehen von alle dem, da war etwas wie Glück, das sich langsam in ihrem Inneren regte und erneut erwachte. Ein sachtes Kribbeln, das die Rückkehr ihrer Freude ankündigte. Doch so sehr sich die Wölfin auch bemühte, stolz auf den Erfolg zu sein, zu groß war doch das Leid, von welchem die Luft um sie herum getränkt war, denn es war ihr, als müsse sie auch die Erschöpfung der anderen auf ihren zarten Schultern tragen, als spüre sie ebenfalls deren Schmerzen. Und sie war sich sicher, dass auch die Wölfe, die ihr folgten, sich sehnlichst Wünschen, einfach auf der Stelle liegen zu bleiben und nie wieder aufstehen zu müssen. Aber es war eben jenes winzige Fünkchen Glück und Stolz, das sie dazu trieb, tiefer in diesen Wald einzudringen, obwohl sie die zahlreichen Blicke auf sich spürte, die hinter jedem aus dem Schnee ragenden Gestrüpp steckten.

Und so stiefelte sie weiter, während der Schnee ihr ins Gesicht peitschte, immer wieder warf sie Blicke über die Schulter zu dem Rudel, wartete, bis alle wieder enger zusammen waren, und lief weiter. Es war ihr, als flüsterten die Blätter, als wisse schon jeder Strauch im Wald, dass das Rudel dieses Gebiet betreten hatte. Ein Gefühl, dass Unbehagen in ihr hervor rief und mit misstrauischen Blicken beäugte sie die Schatten, die im Schutz der dichten Tannen herum schlichen und ab und an zu schemenhaften Gestalten wurden, die immer dann verschwanden, wenn Zanba ihnen näher zu kommen versuchte. Und so schlichen die Wölfe weiter durch den Wald, suchten eine Höhle oder einen anderen Unterschlupf, suchten Schutz. Wie Geister bewegten sie sich vorwärts, das Strahlen in den Augen ein kaum vernehmbares Fünkchen, welches jedoch Sehnsüchte, Wünsche und Ängste nur noch deutlicher Ausdrückte.

Der Schnee reichte der Leitwölfin bereits bis zur Elle, als plötzlich der Boden unter ihren Vorderpfoten nieder sackte. Mit gespitzten Ohren schnüffelte sie an der dichten Schneedecke, die nun zerfallen und zerbröckelt in dem Loch lag. Unter dem eintönigen und nichtssagenden Duft des Wassers berührte ein Hauch ihre Nase, der eine Art Blutrausch in ihr weckte und das riesige, schmerzende Loch in ihrem Magen betonte. Tiefer und tiefer grub sie ihren Kopf in den Schnee, grub sich mit den Vorderpfoten durch die Massen von weißen Flocken und wuffte zu dem Rudel, damit sie ihr zur Hilfe kamen. Als Blut aus den Rissen in den Ballen an ihren Pfoten floss, schaffte sie es, mit der Schnauze das Tier aus dem Erdloch zu ziehen, welches dort gelebt hatte. Ein Dachs, dessen eisiger Körper bereits erstarrt war. Während der Geschmack von Blut sie auf eine finstere Art und Weise erregte, rief sie mit einem Heulen das Rudel zusammen, an dem man ihr anhören konnte, wie schwach sie wirklich war. Aber nachdem sie einige wenige Bissen von dem Fleisch verschlungen hatte, überließ sie es ihren Wölfen, damit diese sich ebenfalls stärken konnten, und grub weiter an dem Erdloch.

Als es endlich frei gelegt war, zwängte sie sich durch einen schmalen Eingang hinein und gab dem Rudel mit einem Schwanzschnippen Zeichen, zu folgen. In der niedrigen, aber breiten Höhle kratzten von der Decke dickere und dünnere Wurzeln ihren Rücken, rissen an den bereits blutenden Wunden und dem noch immer zerzausten Fell. Erbärmlich war die Gestalt der Leitwölfin, wie sie in dieser Höhle kauerte, und sich gegen die Flanken der anderen Wölfe drückte, ohne darauf zu achten, wie hoch dessen Rang war. Unter dem glanzlosen Pelz traten die Hüft- und Schulterknochen hervor und Rippen zeichneten sich ab. Dreck und Blut mischten sich zu einem Gestank, der ihren eigenen, süßen Duft zu überdecken drohte. Langsam entspannten sich die schmerzenden Muskeln und ihr Brustkorb hob und senkte sich wieder zu dem Rhythmus ihres Herzens, welches sich zu beruhigen schien. Doch obwohl sie es nun geschafft hatten, obwohl sie den Wald erreicht und einen Unterschlupf gefunden hatte, fühlte sie noch immer nicht die vollkommene Befriedigung, welche sie erwartet hatte.

“Lauscht meiner Stimme, meine Kinder. Wir sind lange gelaufen... zu lange...“

Sie rang nach Luft. Der Sauerstoff hier unten war knapp und die Erschöpfung zerrte an ihren Kräften.

“Aber nun, nun sind wir sicher vor der eisigen Kälte, die dort draußen droht – und vor dem unaufhaltsamen Schneesturm, der uns die Sicht raubt. Ihr könnt nun schlafen, sammelt eure Kräfte, lasst sie wieder erblühen. Wenn der Sturm sich gelegt hat, werden wir die Gegend erkunden und Duftmarken setzen. Außerdem müssen wir Beute finden, um uns zu stärken. Also schlaft nun.“

Zanba schloss ihre Augen, gab dem Rudel ein Zeichen, noch näher zusammen zu rücken und erfreute sich der geringen Wärme, die die anderen Wölfe ihr spendeten. In nur wenigen Augenblicken hatte ein tiefer Schlaf sie geholt, um ihr neue Kräfte zu schenken.


[läuft - findet einen Unterschlupf - gibt dem Rudel Nahrung -weist dem Rudel an, zu schlafen]

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   So Sep 26, 2010 10:00 am

Kara sah Zanba mit müden Augen an, als diese begann, im Schnee zu wühlen. Sie rief dem Rudel zu, dass sie ihr helfen sollten, aber verdammt noch mal, die graue Fähe war wie festgefroren, konnte sich nicht rühren, wollte sich nicht rühren um im Schnee zu buddeln wie ein Welpe. Plötzlich kam ihr das alles so sinnlos vor, der ganze Schnee, der Winter... Sommer, Sonne, viel Beute- das wollte sie jetzt! Endlich ausruhen! Zanba hatte von dem Großen See gesprochen, dass er gut sein würde und so, dass sie da Schutz finden würden vor dem Winter mit seiner Kälte. Aber Kara spürte nichts davon- es war immer noch eiskalt, und der Schnee reichte ihr fast bis zum Bauch. Doch dann berauschte ein Geruch ihre Sinne- der Geruch von Blut, von Beute! Beinahe ließ sie die Kräuter fallen, so eilig hatte sie es plötzlich, der Leitfähe zu Hilfe zu eilen. Endlich kam das Tier zum Vorschein; ein toter Dachs. Mit hungrigen Augen sah Jakara Zanba beim Fressen zu, sie wurde plötzlich zum Dämon, wollte die Fähe töten, um endlich selbst ihre Zähne ins Fleisch zu schlagen. Doch dann war Zanba fertig, und Kara wartete ungeduldig ab, bis die anderen ranghohen Mitglieder etwas gefressen hatten.

(Wie hoch steht eine Heilerin eigentlich?)

dachte sie, während sie sich schließlich gierig auf den Dachs stürzte. Natürlich nahm sie nicht mehr als die anderen Wölfe auch, aber dennoch schenkte das bisschen Fleisch ihr Kraft, Energie und Stärke.

(Ach wie schön ist doch das Leben... weißer Schnee und kalter Winter...)

Welch Ironie! Jakara packte wieder ihre Kräuter und folgte Zanba in die Höhle. Vorher sah sie sich um. Wo war nur Lubaya? Etwa schon in der Höhle? Kara zuckte mit den Schultern. Es war ihr plötzlich egal, zumindest ein bisschen. Sie wollte erstmal raus aus dem tobendem Schneesturm. Wahrscheinlich war die weiße Fähe nur wenige Meter von ihr entfernt, aber Jakara sah sie aufgrund ihrer Fellfarbe nicht. Es war ja schon schwer genug, die anderen Wölfe im Schneetreiben ausfindig zu machen.
In der Höhle war es durch die Anwesenheit der vielen Wölfe stickig, wenig Sauerstoff, keine gute Luft... Aber es war immerhin besser als draußen... solange sie hier nicht tagelang sitzen musste. Wurzeln stachen Kara in den Rücken, eine große schnitt eine tiefe Wunde in ihr Fleisch, aber das war jetzt nicht so wichtig. Jakara war froh, dass sie überhaupt noch etwas fühlte. Sie suchte sich einen Platz und quetschte sich zwischen die anderen Wölfe. Dann lauschte sie Zanbas Worten. Wie konnte sie vorher nur den Gedanken gehabt haben, die Fähe umzubringen wegen ein bisschen Beute! Zanba war die beste Leitfähe, die ein Rudel nur haben konnte! Sie schloss die Augen und schlief ein. Kara legte ihre Kräuter ab und schob sie sich vorsichtig unter den Bauch. Dann senkte sie ihren Kopf auf die Pfoten und schloss ebenfalls die Augen. Sie dachte einfach an nichts, und wartete, bis sie langsam wegdämmerte, in eine andere Welt.


[bei Zanba und dem Rudel-sieht Zanba beim Graben zu-riecht Dachs und hilft mit-frisst ein bisschen vom Fleisch-sieht sich nach Aya um-in der Höhle-lauscht Zanba-schläft ein]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Sep 27, 2010 7:02 am

    Atemlose Stille, kein einziges Geräusch. Nichts durchbrach den Wall der Stille um ihn herum, nichts schien sich hindurch fressen zu können. Es war ein grotesker Vergleich, die Stille, welche nie gesprengt werden konnte und Givaan, dessen Seele durch die eigene Nachlässigkeit zerstört wurde. Und das von mal zu Mal mehr. Er spürte, fühlte, sah es regelrecht vor sich und eben diese Gewissheit, zu welchen Grausamkeiten Daemon, zu welchen Grausamkeiten er fähig war, ließ den Rüden das Schlimmste befürchten. Gab er dem Verlangen nach, so würde er verlieren, was ihm einst die Welt bedeutet hatte. Würde das zerstören, was seiner Welt die Familie und Geborgenheit spenden konnte, die er ihr verwehrt hatte. Er zerstörte nicht nur sie und ihre Familie, er zerstörte auch sich selbst. Und damit auch den letzten, wölfischen Teil tief in ihm. Den letzten Teil in ihm, welcher tief verborgen schlummerte und darauf harrte, sich eines Tages wieder zu erheben und restlos zu vertreiben, was nicht zu ihm gehörte. Den Daemon. Doch ... würde er einen Teil aus seiner Seele verbannen können, der zu ihm gehörte wie sein schwarzer Pelz und sein Wesen? Gewiss, Aussehen änderte sich von Jahr zu Jahr, von Jahreszeit zu Jahreszeit. Das Wesen eventuell auch, doch hier eher geringfügiger als schon beim Aussehen. Wie erst wäre es mit einem Teil der Seele, der dominant war wie kein Zweiter? Das geisterhaft klingende Lachen hallte melodisch wider, beinahe schien es dem Schwarzen, als ob ein zweiter Geist sich von ihm losgesagt hatte und nun in unmittelbarer Nähe schwebte, ihn auslachte und jenes Lachen anschwellen ließ, je verzweifelter die Gedanken des Rüden wurden.

    (Hast du bereits vergessen, was ich dir sagte, mein Freund? Wir sind eins. Dagegen kannst du dich ebenso wenig wehren wie gegen deine erbärmlichen Gedanken, du Naivling. Bekämpfe mich nicht, du wirst ohnehin unterliegen. Mag sein, dass du mich einmal schlägst, vielleicht auch ein weiteres Mal. Doch irgendwann werde ich zurückkehren und du wirst nicht mehr leugnen können, was du bist. Denn du bist ich. Und du bekämpfst somit einen Teil von dir. Versuche dich weiter daran, doch behalte stets eines im Kopf ...)

    Sekundenlang war es geisterhaft still und kurzweilig glaubte Givaan, jene zweite Koexistenz tief in ihm verwurzelt würde sich nicht nochmals erheben. Doch es kehrte zurück und schmerzverzerrt fiepte der Rüde auf. Blut sickerte in den jungfräulichen Schnee, wurde dann jedoch bald schon wieder verdeckt. Fassungslos und entsetzt zugleich starrte der Schwarze auf seine verklebte, rechte Pfote, in welcher ein durchaus ansehnlicher Zweig steckte. Wie viel Macht besaß das Innere Tier nur?!

    (... Ein böses Wesen wie du, kaltblütig und Mörder in jeder Faser, bringt ein ebensolches Tier hervor. Was glaubst du wohl, wer am Ende siegt? Du hast am eigenen Leibe gespürt, was ich dir willkürlich antun kann. Du hast es gespürt. Und ich werde weitaus größere Dinge vollbringen. Sofern du dich nicht endlich besinnst. Darauf, wer und was du bist. Denn einen Kampf gegen mich ... einen solchen Kampf würdest du nicht überleben. )

    Und er wusste es. Wusste es tief im Herzen. Wurde er verrückt? Es schien so und Givaan war geneigt, den Worten, den unausgesprochenen Gesetzen zu glauben. Er hatte dieses ... Tier ... wachgerufen, indem er sich dem Tode gegenüberstellen wollte. Indem er seine Beherrschung fahren ließ und einem blutigen Instinkt folgte. Und nicht mehr. Er hatte sich auf die unterste Ebene der Evolution herab reduziert, lediglich dem Ausleben der Instinkte und Triebe folgend. Er hatte sich in ein hirnloses Monstrum verwandelt. Und er einzige Weg, diesem Einhalt zu gebieten, wäre der Tod. Zitternd stemmte er sich empor, beschämt und entsetzt darüber, solch eine Schwäche gegenüber ... seinem eigenen Geist ... eingestehen zu müssen?! Es war regelrechter Wahnsinn und doch ... womöglich wurde er wahnsinnig. Wie sonst hätte er auf eine derart intensive Art und Weise mit ihm sprechen können, wie sonst hätte er ihm diese reale Wunde zufügen können? Mit zornigem Knurren zog er unter Schmerzen den Zweig aus seiner Pfote, leckte mehrmals darüber hinweg und besah sich das feuchte Fell. Der Schnee klebte an seinen sehnigen Läufen, teils ein wenig rötlich, hauchfein und kaum zu erkennen, aufgrund seines eigenen Blutes. Blanke Ironie, nicht wahr?! Der `Große Krieger´ brach vor dem einzigen Feind zusammen, den zu treffen er nie geglaubt hätte: Sich selbst.

    In einer verzweifelten, ruckhaften Bewegung riss er seinen mächtigen Kopf empor, sandt´ ein dunkles Heulen gen Himmel und schloss die Augen. Niemand würde ihm eine Antwort geben, denn niemand hätte eine Antwort für ihn. Immer verzweifelter klang der raue Laut seines einsamen Heulens, immer weiter flog der Schnee über ihn hinweg, kühlte seine Pfoten, seinen Körper und ließ ihn in seiner Verzweiflung wünschen, es möge rasch beendet sein. Doch mit einem hämischen Lachen, welches erschreckend real klang, drängte der Daemon ihn weiter, ließ ihn seine Nase gen Boden senken und die Fährte aufnehmen. Und Givaan folgte willig. Wozu noch weiter kämpfen, wo er doch ohnehin bereits verloren hatte? Ein wenig humpelnd, einzig dem Daemon verschuldet, setzte er seinen Weg fort, nahm die Witterung des Rudels auf und folgte diesem. Wie ein einsamer Wanderer auf dem letzten Weg in das sagenumwobene Große Tal. Dorthin zog es die Alten und Schwachen, dorthin drängten sich die zerstörten Seelen und Geister. Doch jener Drang wurde durch einzig den Daemon gesteuert und dieser verbot ihm regelrecht, ihm nachzugeben.
    Mit gesenktem Kopf und angelegten Ohren schleppte der Schwarze sich durch den Schneesturm, sammelte vereinzelte und verstreute Mitglieder auf und dirigierte diese mit glasigem Blick dorthin, wohin es auch ihn zog: Zum Duft des Rudels.
    Jedes Mal, wenn einer der Zurückgebliebenen nicht parierte, erhob sich ein schwarzer Schatten über Givaan und ließ ihn handeln wie einen Grünschnabel. Wie ein temperamentvoller Grünschnabel. Jedes Mal teilte er kleinere Knuffe und Tritte aus, sofern jemand langsamer wurde und sollte sich jemand dazu erheben und gänzlich stehen bleiben, zwang Daemon sie durch gezielte Bisse und drohendes Knurren dazu, weiter zu ziehen. Ob es sich um eine Vorahnung der übernatürlichen macht handelte, wusste Givaan später nicht, nur, dass es wohl nicht verwunderlich hätte sein sollen, dass Daemon genaueres über jene enge Höhle wusste.

    Bald schon erreichten auch Givaan und die Nachzügler die Höhle, unsanft schob er nun auch Isabis, Lubaya und einige weitere Wölfe in die enge Höhle, knurrte drohend, sollte sich jemand weigern und kroch wenig später selbst hindurch. Man sah ihm nicht an, was vor wenigen Minuten noch im Wald geschehen war, dass man ihn gebrochen hatte, noch immer hielt er die kühle Fassade, den beißwütigen Wolf und vor allem den ungebrochenen Krieger aufrecht. Erschöpfung drang ihm durch jede Muskelfaser und durch jeden Knochen, doch irgendetwas störte ihn. Zuvor hatte er einen erfrorenen Dachskadaver gesehen und den Wölfen einige Brocken zugestanden, ehe er sie in die Höhle gedrängt hatte. Der Duft des Beutetieres war bald schon vom Duft des Rudels überdeckt gewesen, doch es war auch ein anderer Geruch, der ihn ebenso alarmierte wie irritierte. Er war intensiv, besonders, wenn er seine zuckende Nase in gewisse Richtungen gen Rückwand der Höhle zucken ließ, doch aufgrund des starken Rudelgeruchs ließ sich nichts genaueres feststellen. Zu allem Übel und Givaan´s Misstrauen schwieg auch der Daemon, was keineswegs ein gutes Zeichen war. Er spürte regelrecht dessen Zufriedenheit und Freude, doch worüber? Bald schon kräuselten sich die Lefzen des Schwarzen und er stupste die Rute Zanba´s an, die unweit vor ihm lag. Irgendetwas stimmte hier nicht. Und zwar komplett.

    "Zanba ..."

    knurrte er leise, grollend. Seine Müdigkeit war teils verschwunden, doch die Gabe des Daemon´s, mit ihm zu kommunizieren bezog sich glücklicherweise auf beide Seiten. Er spürte, dass etwas nicht in Ordnung sein konnte, denn dieser dämonische Teil seiner Selbst wirkte viel zu ... erfreut. Die Augen zuckten unruhig im engen Raum umher, fanden jedoch auch keine Anzeichen auf den Verursacher des undeutlichen und doch prägnanten Geruchs dieser Höhle.

    "Hier stimmt etwas nicht."

    (Gut erkannt, mein Freund. Lass die Natur ihren Dienst tun und notfalls helfe ihr ein wenig nach ... )

    Unberechenbar. Tatsächlich. Der Rüde wurde langsam unberechenbar.



[Im Wald l Im Selbstkonflikt l Folgt der Spur des Rudels l In der Höhle l Spricht zu Zanba]
@ ALL: Bitte auch wirklich in die Höhle gehen und zwar VOR Givaan. Danke.

_______________

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Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


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Zuletzt von Givaan am Di Dez 21, 2010 10:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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