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 Kapitel 6 - Der Große See

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Zanba

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ORT : Auf dem Weg zum Großen See

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BeitragThema: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Jun 21, 2010 9:14 am

Zanba sog die Worte Givaans in sich auf, mit jedem einzelnen Haar ihres Pelzes, der sich mit dem zunehmenden Schnee verdickte. Er hatte Recht. Er hatte vollkommen Recht, auch wenn ihr Herz sich schmerzhaft zusammenzog, als sie dies einsah. Ihr Blick schweifte hinauf in den Himmel, der von dem nackten Geäst vereinzelter Bäume verdeckt war. Die dunklen Wolken, die sich hoch über ihrem Kopf tummelten, grollten ihr und ein Schauder fuhr ihr über den Rücken. Die Wölfin erinnerte sich an jene Nacht, in der Tylio sie gefunden und zu seinem Rudel gebracht hatte. Damals war sie noch eine Welpin gewesen, blind und taub, von der Mutter abhängig. Als man sie ausgesetzt hatte, da war es ihr genau so gegangen. Jedoch hatte sie damals die Welt noch nicht so verstanden, wie sie es jetzt tat. Tief gruben sich die Klauen in ihre Brust, rissen Fleisch heraus, ließen nur ihr Skelett zurück. Und auch ihr Herz ließen sie Splittern. Wie ein Schatten verschwand Givaan zwischen den Bäumen, gefolgt von der fremden weißen Wölfin. Was sie ihm wohl zu sagen hatte? Es interessierte Zanba nicht. Verdammt, wo war sie nur hin? Ja, sie spürte ihren Körper, spürte die Kälte, die durch ihren Pelz fuhr, aber das war es auch schon. Es war, als hätte ihr Verstand abgedankt, sie alleine gelassen, von Givaan geraubt.

(Verdammt, was ist nur mit dir geschehen? Das Leben ist nun einmal nicht so, wie du es wünschst, du dummes Wölfchen! Und du bist nicht die Einzige auf dieser Welt, die Probleme hat. Tu nicht so, als würde die Welt untergehen! Der Leitwolf Givaan geht, ja, er lässt dich im Stich. Aber hast du in Givaan wirklich jemals einen anderen als deinen Gefährten gesehen? Er wird nicht von deiner Seite weichen, egal welchen Rang man ihm nachspricht.)

Zanba senkte den Kopf auf die Brust und vergrub ihre Schnauze in dem eigenen Brustfell. Oh, wie sehr ihre Innere Stimme doch Recht hatte. Wie sehr sie doch gezwungen war, ihr zu glauben. Wie sehr sie doch gezwungen war, den Schmerz zu vergessen. Für das Rudel, für sich selbst, für Givaan. Ja, seine Liebe würde auf ewig in ihr wohnen. Diese Erkenntnis war wie ein Faden, der die beige Leitwölfin wieder zusammenflickte, mit zarten und sanften Stichen. Langsam begann die Kraft wieder, durch ihre Adern zu fließen. Das Schicksal mochte mit ihr Spielen, möglich, es mochte versuchen, sie nieder zu drücken, so tief es ging. Aber aufzugeben, dazu würden sie sie nie bringen. Nicht in tausend Monden. Mit oder ohne einen Leitwolf, das Rudel vertraute ihr, folgte ihr und brauchte sie. Zanba hatte man als Welpin im Stich gelassen, alleine. Ihrem Rudel sollte nicht dasselbe geschehen, denn es war wie ein Welpe für Zan. Femijailuna hatte ihr den Weg gezeigt, den sie zu gehen hatten. Ihr Leidensweg mochte noch etliche Lichtjahre lang sein, ihr Rudel aber setzte auf sie.

Das kräftige Heulen zerschnitt die winterliche Stille. Zanba befürchtete, es würde bröckeln, splittern, wie ihr Herz es zuvor getan hatte. Aber zu ihrer Überraschung blieb es standhaft, bis der letzte Ton langsam abklang. Der Schall breitete sich in dem Gebirge aus und jeder Wolf, der sich dort aufhielt, musste ihn gehört haben, musste nun wissen, wohin es zu gehen war. Denn die Leitwölfin, die dort oben am Rand einer Klippe saß und hinab auf ihr Revier schaute, während der Wind mit ihrem Pelz spielte, hatte ein neues Ziel, war wieder auferstanden, mit neu gewonnener Kraft. Schon bald würde sich ihr Rudel unter dem Hochfelsen versammeln, auf dem sie nun stand, die Krallen fest in den Schnee gerammt, der mittlerweile schon ihr Fußgelenk umringte. So viel Stolz funkelte in ihren Augen, so viel Wärme, dass man meinen könnte, ihr Blick könnte den Schnee zum schmelzen bringen. Und ihr Glaube war es, der sie so stark machte. Ihr Glaube an die Zuneigung Givaan's, daran, dass sie ihr Winterquartier endlich erreichen würden und daran, dass sie ein Rudel hatte, welches hinter ihr stand, ein Rudel, in dem jeder Wolf bis zu seinem Tod kämpfen würde um den anderen zu beschützen. Eines, auf das sie so stolz war wie noch nie. Und endlich spürte sie diese Freiheit in sich, die wieder zu blühen begann.

(ja, schaut es euch an! Mich kriegt ihr nicht klein, egal wie tief die Schlucht ist, in die ihr mich schubst! Nicht mich!)

Jaulte voller Hochmut in sich hinein. Ein verschmitztes Lächeln zierte ihre Lefzen. Ja, dieser Kampf war für sie gewonnen. Als Zanba ihren Blick schweifen ließ, fiel ihr eine Spiegelung auf, die sie verwirrte. Es war, als schiene die Sonne aus der Erde heraus, umringt von vielen Tannen, deren Grün noch immer hervor strahlte, zwischen all dem Weiß. Die Lichtspiegelung blendete ihr in den Augen und sie war gezwungen, diese zusammen zu kneifen, um zu erkennen, was diesen grellen Schein verursachte. Und dann sah sie es. Sie sah das, was sie in ihrem Traum gesehen hatte, nur noch viel schöner. Ein See, in den ein breiter Fluss mündete, umringt von einem Wald aus hohen Tannen. Das Gebirge bildete eine Art Schutzwall um dreiviertel des Sees, die letzten Ausläufer der Berge endeten dort, wo der See schmaler wurde und schließlich als Fluss seine Wege ging. Noch einmal heulte Zanba, ein triumphierender Ruf, der die Vorfreude ausdrückte, die sie bei diesem Anblick empfand. In dem Gebirgswald suchten sicherlich nicht nur die Wölfe Zuflucht vor dem eisigen Winter, dort unten würden sie sicherlich einer Herde Rehe begegnen, denen sie durch die Blattleere folgen konnten. Oh ja, so fühlte es sich an, zu siegen. Nicht für sich, aber für all das, was man liebte und für das man lebte.

"Ich bitte alle Wölfe, die dazu imstande sind, sich aufzurichten, sich hier zu versammeln! Kommt nur herbei, liebe Wölfe, ohne Furcht und ohne Unbehagen. Ich führe euch fort von hier, an einen Ort, den die Kälte des Winters kaum erreichen wird."


[Ruft das Rudel + Streuner zu sich l sitzt sich auf einen Hochfelsen]

_______________

x female x 5 years x leader x lovely flower x
♥️ Givaan ♥️

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Jun 21, 2010 4:32 pm

Lubaya hörte Jakara aufmerksam zu, als diese sie einige Kräuter lehrte. Sie erklärte ihr mühevoll wozu sie verwendet werden, womit sie verwechselt werden können und der Gleichen. Sie war recht schnell, ließ der Weißen allerdings einen schönen Einblick in die Welt der Pflanzen. Nein, einen Einblick in die Welt der Heilkräuter. Es waren keine gewöhnlichen Pflanzen wie Löwenzahn und Gänseblümchen. Vielleicht hatten diese ebenfalls eine Wirkung, von der ein Wolf überleben könnte, vielleicht waren sie auch einfach nur Zierde und schmückten somit die Umgebung, in der sie sich befand. Im Winter verdeckt von weiß glitzerndem Schnee, im Sommer gut sichtbar unter einigen langen Gräsern. Es war ihre Schönheit, die sie überall sehen ließ. Die Schönheit der Natur, unvergleichbar mit jeglichem anderen Lebewesen.

Am Ende der Erläuterungen der Heilerin, fragte diese, ob Lubaya noch jene Frage auf der Zunge brennt. Beinahe wollte sie Fragen, was hier bislang alles passiert war, doch hielt sie diese unpassend und unhöfliche Bemerkung in ihrem Inneren. Komisch, normalerweise konnte sie mit Spott über so etwas sprechen, es aber dennoch Ernst meinen. Gerade nahm sie viel zu viel Rücksicht. Wahrscheinlich wollte sie die Stimmung nicht noch mehr trügen. Sie schien sich der Mehrheit anzupassen ohne von ihrer Einzigartigkeit bereiten zu wollen.
Weiterhin viel ihr allerdings keine Frage mehr ein, mit der sie die Wölfin belehren konnte.

"Mir tut sich keine Frage mehr auf. Nur, wie ich das alles für längere Zeit in meinen Schädel bekommen soll"

Sie lächelte die Fähe an, nachdem sie diese Antwort gegeben hatte.
In ihrem Augenwinkel erblickte sie immer noch Givaan und die Fremde, beachtete aber keinen der Beiden sonderlich doll. Sie stand in einer Unterhaltung mit Kara und bis ein anderer sie ansprechen würde, würde sie auch mit dieser weiterhin Kontakt pflegen. Und das nicht einen Kontakt nach dem Motto: Ich kenne sie, rede aber nicht immer mit ihr, sondern richtig. Richtig dieses Gespräch weiter führen. Gern würde sie mehr über diese Pflanzen heraus finden. So viel wie sie behalten kann. Das Moos war schon recht geläufig. Stoppte Blutungen und reinigte, wenn es mit einer sonderbaren Mischung oder Wasser getränkt ist. Es ist in jeder Jahreszeit zu finden.

Plötzlich ertönte die Stimme Zanba's. Sie war laut und mächtig. Reinste Wärme ging von ihr aus und Stolz, ja Stolz. Ihr ging es wieder gut, dass merkte man. Sowas war schön zu hören, nun verspürte sie das Bedrängnis es auch zu sehen. Sie wollte die Fähe mit all ihrem Stolz erblicken und wissen, ja das ist die Alpha. Sie ist die Leitwölfin dieses Rudels und sie ist Stark. Sie weiß sich um ihr Rudel zu kümmern. Aya wollte es sehen. Schließlich wollte sie diesem Rudel beitreten, doch was ist ein Rudel mit einer geknickten Alpha? Nichts. Sie brauchen ihre Meinung und die müssen sie unterstützten. Das konnte Zanba. Koste es sie Schmerz und Leid oder Freude und Hoffnung. Was auch immer. Es war ihr gelehrt.
Keinen Moment wollte sie mehr warten. Am liebsten ohne Umwege dort hinrennen und sich von dem Anblick überzeugen, den sie sich vorstellte, dass es wirklich Wahrheit war und nicht jene Illusion.

"Wir werden gerufen, lasst uns schnell hin. Jakara, wir können später weiter darüber sprechen, ok? Es ist interessant, wirklich. Vertrau mir. Aber in diesem Moment währe es wirklich besser, wenn wir gehen würden."

Keine Lüge steckte darin. Keine einzige. Sie interessiere sich wirklich für die Arznei und jegliche Arten der Pflanzen. Dennoch war es wohl wirklich besser, wenn sie Zanba nicht Ewigkeiten warten ließen. Sie ließ nur etwas aus: Das sie dort hin möchte. Es drängte und drängte, ihre Pfoten wollten kaum noch still halten und jede Faser ihres Körpers war angespannt.

"Ich geh schon mal vor."

Somit lief sie. Sie lief so schnell sie ihre Pfoten trugen. Mit jedem Aufprall ihrer Pfote in den Schnee hinterließ sie einen Abdruck. Wenn sie jemand suchen würde, würde er ihnen gewiss folgen können. Sei es Freund oder Feind. Jedem Ast, der sich unter dem Schnee befand und hart gefroren war, wich sie geschickt aus, ebenfalls den Bäumen und Büschen. Ihre Haltung schien sich wieder ihrer wahren Gestalt an zu nehmen. Sie wurde wieder aufrecht und stolz. In ihr erwachte das Wesen, was sie immer beherbergt, nur in den Situationen nicht, wo das Mitleid ihre Gefühle überwog. Es war wie ein Wunder und doch war es Wahr.

Mit einem Ruck hielt sie an. Sie sah die Alpha auf einem Hügel, begleitet von Stolz und Macht. Der Anblick gab der Weißen alle Kraft zurück, all ihren Charakter, all das, was sie geglaubt hatte verloren zu haben. Alles war wieder da. Sie war wieder die Alte. Die, die die Macht an sich reißen mag. Beinahe machte sie dieser Anblick, der ihr einst so viel Kraft gab, aggressiv. Sie wollte da oben stehen. Ganz allein sie. Aber es stand ihr nicht zu.

oO( Halt dich zurück, Lubaya. Du machst sonst etwas, was du nicht möchtest. Dir ist dieser Platz nicht gegeben, dass akzeptierst du gefälligst. )Oo

Ein Seufzer strich durch ihre Nase. Ließ ihren Oberkörper einmal vollkommen mit Luft füllen und danach wieder ausatmen. Der Zorn war aus ihrem Blick gewichen, doch er loderte immer noch wie eine Flamme in ihrem Inneren und wartete darauf irgendwann erloschen zu werden. Er wollte nicht akzeptieren. Fühlte sich in diesem zierlichen Körper nicht wohl. Ein Diamant sollte sie sein. Finger weg von dem Löwen.


[Bei Kara - Givaan - der Fremden | Interessiert sich für die Heilkräuter - hört den Ruf Zanbas - möchte dort hin - weist die Wölf in ihrer Umgebung darauf hin, dass sie zu ihr gehen sollten - läuft schon mal vor - bekommt kraft von de, Anblick - wird Zornig - beruhigt sich]
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Raven

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Di Jun 22, 2010 8:11 am


Magai hätte noch Stunden bei ihrer Alpha liegen können. Sie hätte noch lange Wärme gespendet und irgendetwas geredet, nur, damit sich Zanba besser fühlt. Der Schnee war unaufhaltsam vom Himmel gefallen. Und es war für Magai erstaunlich wie sich Zanba ihre letzte Kraftreserve nahm und wieder zu sich fand - zu sich, zu Givaan und zum Rudel. Sie war wieder die alte Zanba, zu der Magai aufgesehen hatte. Sie blies nicht mehr länger Trübsal, so schien es für Magai. Schon bald ging sie wieder fort, wohin wusste Mag nicht. Aber sie wollte ihr auch nicht wie ein kleiner Welpe hinter herlaufen und sich neugierig in Zanba's Privatleben einmischen. Sie hatte mit Mag schon genug Balast an sich. Schließlich verhielt sich die Graue wie ein Klammeräffchen, welches sich nicht von Zanba und den Children of the Moon lösen wollte. Denn Mag hatte erkannt, dass für sie nichts wichtiger war als ein Rudel, einen Übergeordneten und Freunde. Mit diesem Gedanken stand sie auf, folgte Zanba nur wenige Meter und ging dann zurück auf die Lichtung, auf der Raayu stand. Er war ihren Worten nicht gefolgt und zu Givaan gegangen, aber wenigstens hatte er nicht irgendetwas getan, was für Magai wieder einen Tritt in den Wolfshintern war. Sie schaute ihn an, ging dann aber weiter, als würde sie sich nicht für ihn interessieren.

Sollte er noch Verstand haben, so hätte er seinem Alpha beigestanden. Aber unter den Umständen fühle ich mich nicht dafür verantwortlich diesen Riesen-Welpen von Beta zu umsorgen oder ihm Gedankenstützen zu geben! Soll er doch machen was er will. Soll er doch dastehen und dem Ruf seinen Rudels nicht folgen. Anscheinend hat er mit mir nichts mehr zu schaffen.

Empört und mit gesenkter Rute lief Magai weiter, bis sie in die Büsche trat, die sich am Ende der Lichtung befanden. Schon bald ertönte das glasglockenhelle Heulen Zanba's, die ihrem Rudel verkündete, dass sie diese scheußliche Gegend verlassen. In diesem Augenblick schwor Magai sich, nie wieder in Gebirge zu treten. Hatten sie nicht alle gesehen, wie hier an diesem Ort, so viel kaputt ging? NICHTS Schönes ist in den kargen bergen passiert, nur scheußliche Dinge. Scheußlich, scheußlich, scheußlich ...
Sie nieste.
Dachte nach, wieder einmal. Und sie fasste etwas Mut, dass alles besser würde, wenn sie denn nur den schönen Platz erreichten zu dem Zanba sie führen sollte. Auf einmal fiel ihr etwas ein, was sie ihrer Alpha zu verkünden hatte. Im schnellen Trab lief sie zu ihr und durch Erschöpfung fast komatös scheinend trat sie zu ihrer beigen Leitwölfin, die auf einem Felsen stand. Ja, wie Magai sie in diesem Augenblick bewunderte! Zanba war eine Fähe, zu der sie aufsah. In letzter Zeit hatte sie dies sehr häufig getan, imemr wieder suchte sie Trist darin, dass sie Teil einer Gemeinschaft war, geführt von der Schönen und dem ... Biest.

Magai trat zu Zanba, die alle Rudelmitglieder gerufen hatte. Die kleine, kräftige Graue schien wie ein Welpe neben der schlanken, hochbeinigen, beigen Fähe, die so stolz und glücklich wirkte, wie lange nicht. Mit ihrem Anliegen im Herzen trat sie sehr nah an den Felsen heran und schaute auf. Mit einer hellen, süßen Stimme sagte sie:

"Hört Zanba, hört, was ich Euch zu sagen habe! Nach diesen schrecklichen Vorkommnissen wäre ich dafür, dass sich das Rudel nicht nur trifft, sondern das wir uns alle als Gemeinschaft fühlen! Ja, ich gebe es zu, Ja! Ich fühle mich schlecht, weil ich mich immer auf mich konzentrierte! Jeder einzelne von uns muss das Rudel kennen lernen, nicht nur den Einzelnen. Ich kenne hier doch niemanden außer Tessyra, dich und Raayu. Mit Givaan, demjenigen dem ich als Mitglieder Children of the Moon am meisten vertrauen müsste, wechselte ich lediglich ein Wort bei meinem Eintritt ins Rudel. Es wirkt fast so, als würden sich alle nur mit ihren Liebsten beschäftigen. es wirkt, als wären wie alle Einzelkämpfer. Aber wir sind doch eine Gemeinschaft. Wir müssen das vergessen, was geschehen ist. Es ist Geschichte, Vergangenheit. Niemand sollte man etwas übel nehmen. Wir müssen jedem vertrauen. Wir sind ein Rudel. Und ich sprach dies, so ehrlich, wie ich es lange nicht mehr tat! Ja, bei meinem Namen, ja! Ich bringe euch diesen Vorschlag, obwohl es ein Risiko birgt! Ich bringe euch diesen Vorschlag, so wahr ich Magai heiße!"

Nachdem sie dies gesprochen hatte erfüllte sie Reue. was ist, wenn Zanba dies anders verstand und sie deswegen nun verabscheute?? Nein, das durfte nicht sein! So konnte es nicht werden. Ein Zittern glitt ihr über den Körper. Der Schnee war zwar nicht kalt und schmolz auf dem Fell, was ihr nichts ausmachte. Aber ... sie hätte sich vieles ausmalen können, wenn sie Zanba nun hasste.
Magai legte sich auf den Boden, der sich eiskalt anfühlte - und es auch war. Die Vergangenheit, die jüngsten Ereignisse musste sie vergessen. In dem Zwiespalt zwischen Furcht und Nachdenken zappelte sie auf dem Boden herum und überlegte sich, wie sie ihre Sorgen vergessen könnte. Am besten wäre es, einfach etwas Abstand zu halten uns ich vom Rudel zu entfernen, für einige Zeit. Um alles verkraften. Wieder trat sie zu dem Felsen, auf dem Zanba stand, um ihr zu sagen, was sie vorhabe.

"Alles hat mich in letzter Zeit so herunter gezogen. Es war zu viel für mich. Der Kampf, Momala's Tot. Die Trauer, die sich unter alle mischte. Ich denke ich finde erst einmal zu mir selbst, bevor ich dem Rudel beistehe. Ich werde euch still folgen, dahin wo ihr mich führen wollt. Aber lasst mich alles vergessen. Ich möchte nun allein sein..."

Schweren Herzens lief Magai wieder in ein Gebüsch, um Nachzudenken und ihre Gedanken zu klären. Sie würde es schaffen, wieder die Alte zu werden. Nur brauchte sie dafür Zeit.

[bei Zanba, redet, meldet sich für unbestimmte Zeit ab]


So, hab mich mal gleich rausgespielt. Bitte fangt keine großen Gespräche mit mir an, weil ich wie gesagt abwesend bin bis nach den Sommerferien - in 3 Wochen kann ich frühestens wieder posten. Vergesst die Graue und mich nicht ;)
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Jakara

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Di Jun 22, 2010 8:34 am

Kara sah Lubaya eine Weile nachdenklich an, als diese ihr geantwortet hatte. Zanbas Heulen erklang, laut und entschlossen. Das Rudel sollte sich versammeln, wieder zusammenfinden. Ja, alle, das ganze Rudel!
Sie hatte sich lange gespalten gefühlt. Hatte sich nie wie in einem kompletten Rudel gefühlt, außer am Anfang. So vieles hatte sich geändert.
Neben ihr forderte Luabya sie mit hektischen Worten auf, Zanba's Ruf zu folgen. Kara lächelte der Fähe hinterher, als sie schon vorrauslief.

o.O (Aufgeregt, hm?) O.o

fragte sie die Weiße in gedanken und dachte an ihren eigenen Rudelbeitritt. Sie war verwegen und kühn gewesen, jung und unerfahren... unhöflich zu den Alphawölfen, das vor allem.
Und jetzt- dieses Rudel hatte ihr Leben verändert, ihren Charakter, ihr Wesen. Sie war Zanba so treu ergeben wie noch nie. Sie war eine gute Heilerin, nicht mehr stürmisch und wild.
Sie heulte mit dem Rudel, war ein Teil von ihm geworden, von ihrem Rudel- sie hatte ja gewusst, dass dies das Richtige war.

Jakara ging nun langsam zu Jaro und Tess.

"Ihr beiden. Zanba hat gerufen, los, wir sollten hingehen- Tess, du müsstest eigentlich wieder stark genug sein, um laufen zu können!"

Die dunkelgraue Fähe legte den Kopf schief, als sie zu Isabis schaute.

"Auch Streuner. Also komm."

Nun traf der Blick der Wölfin Givaan, den schwarzen Hünen, der starke Kämpfer, der Dämon, der Alpha, nein- der Delta.

"Givaan?"

fragte sie vorsichtig. Nur, weil er von seinem Rang zurückgetreten war, musste es nicht heißen, dass er ein Lamm geworden war, dass keiner Fliege etwas zu leide tun würde.

"Komm, gehen wir."

Sie machte einige langsame Schritte und blickte dann über ihre Schulter zurück zu Tessyra, Tujaro, der Fremden und Givaan- und der weißen Fähe neben ihm, die sie fast nicht beachtet hätte.

o.O (Wer bist du, Fähe? Wage ja nicht, dich in Givaan's Herz zu schleichen, denn es ist dort kein Platz für dich! Egal, ob ich die Zeichen falsch deute- lass ihn in Frieden, lass ihn und Zanba in Frieden!) O.o

dachte sie stumm, bevor sie sich wieder umwandte und weiterging.


[bei Lubaya-sieht ihr nach-denkt nach-spricht-geht-bleibt stehen, denkt nach-geht]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jun 30, 2010 5:54 am

Sanft und eisig fuhr der Winterwind durch den zerzausten Pelz, dem inzwischen anzusehen war, wie es dem Geschöpf ging, welches diesen Pelz trug. Man mochte meinen, darin verbarg sich eine Kreatur, welche nichts lieber getan hätte, als sich für den Rest des Lebens zu verkriechen, dieser Welt den Rücken zuzukehren und einen qualvollen Hungertod zu sterben. Aber wer wäre er dann, wenn er dies tatsächlich durchführen würde?
Ein Feigling. Nein, als solcher wollte er gewiss nicht in die Geschichte eingehen. Nicht als ein Wolf, der nach einem blutigen - und für ihn erfolgreichen! - Kampf aufgab und selbst starb. Das war selbst für ihn niveaulos und das wusste Givaan. Doch irgendetwas in ihm drängte ihn förmlich dazu, eine gewisse Richtung anzusteuern, beinahe, als zöge und schöbe ihn eine unsichtbare, enorme Kraft in diese Richtung. Auf einen Abgrund? Womöglich erwarteten die spitzen, dolchartigen Steinklippen ihn bereits, aber vielleicht hatte er auch einfach zu viel Hoffnung auf sein Ableben.

Weshalb? Diese Frage hatte er sich im Laufe seines mörderischen Laufens die meiste Zeit gefragt, ohne auch nur ansatzweise eine Antwort zu finden, die ihm auch tatsächlich gefiel. Er hatte es bereits vorher gewusst, doch nun sah er es endgültig und mit brodelndem Zorn in der mächtigen Brust ein: er war ersetzbar. Früher oder später wären die Jungwölfe - wie Givaan es hasste, zu wissen, der Vater dieser Würmer zu sein - weggezogen und ihre Spur hätte neugierige, machtbestrebte Rüden in dieses Revier gelockt. Dann begann der Kampf. Und irgendwann würde auch Givaan unterliegen, denn auch seine stattliche Fassade würde eines schönen Tages bröckeln und offenbaren, wie alt er geworden war.
Wütend fletschte er die Zähne, das Nackenfell sträubte sich und wütend flog der Schnee von seinen Pfoten auf. Ohne Frage, Givaan wusste sich selbst in Szene zu setzten, doch meist war er ebenso impulsiv wie zornig. Nicht selten unberechenbar. Eine gefährliche Mischung, wie es vor wenigen Stunden und Tagen gewiss bewiesen wurde. Ein kluger Schachzug, den Leitposten abzugeben? Gewiss, es würde seine Autorität untergraben, doch insgeheim wusste er, dass selbst ein ähnlicher Leitwolf wie er nie jene Angst hervorrufen konnte, wie er es getan hatte. Oder jene Liebe.
Das Ziehen und Drängen wurde stärker und langsam ärgerlich werdend gab er diesem Druck nach und spürte, wie seine Brust sich erleichtert hob und senkte. Es schien beinahe, als ob jenes sonderbare Ziehen alles daran setzte, ihn in die gewisse Richtung zu zerren, aus welchem Grunde war unklar. Doch die Worte Jakara´s hörte er schon nicht mehr, womöglich hatte eine höhere Macht es darauf abgesehen: Dass Jakara nicht seinem Zorn ausgesetzt gewesen wäre, denn obgleich ihre Worte gewiss freundlich und respektabel gewählt waren, konnte der schwarze Hüne dennoch mit einem schwarzen, gut gefüllten Pulverfass vergleichen. Es konnte jeden Moment in die Luft gehen. Und beinahe, als sei dies tatsächlich geschehen, schnellten die Pfoten des Schwarzen über den Boden, jagten mit dem Wind und liefen als Dämon.

Wohin sein Weg ihn brachte, wusste er nicht, doch inzwischen war er diesbezüglich ohnehin abgestumpft. Provokation würde mit einem Kampf geahndet, Unterwerfung mit Spott und Hohn. Alles, was sich nicht mit diesen zwei Worten beschreiben ließ, wurde ungemein aggressiv behandelt, ob nun Welpe, wobei er diese winzigen Grünschnäbel glücklicherweise nicht mehr in ihrer ursprünglich nervtötenden Form ertragen musste, Fähe oder Rüde. Energisch stieß er sich vom Boden ab, hinterließ tiefe Spuren im Schnee und ignorierte alles um sich herum. Beinahe schien es, als ob der Dämon eingeschlafen und lediglich die Hülle am Laufen war. Oder schlichtweg Givaan.
Mit einem langen, gewaltsamen Sprung setzte er über einen umgestürzten Baumstamm, ignorierte die intensiver werdenden Gerüche und sprintete weiter, ungeachtet der Tatsache, dass eben jenes Ziehen in diese Richtung dirigierte. Weshalb nur?
Dann endlich landeten seine Pfoten dumpf auf einer dünnen Schneedecke und die gelben, durchdringenden Augen hefteten sich auf die blondbraune Fähe, welche hoch über ihnen zu thronen schien. Die Nachmittagssonne zauberte einen faszinierenden Glanz in ihr Fell und für einen Sekundenbruchteil verstärkte sich das drängende Ziehen nochmals. Es hatte ihn zu Zanba gezogen.
Da erst wurde er sich bewusst, dass sie geheult haben musste, denn das Rudel fand sich langsam bei ihr ein. Doch sein Blick ruhte einzig und allein auf ihr, jener Fähe, die so enorm viel Macht über ihn hatte, dass es beängstigend und zugleich ärgerlich war. Doch ein anderer, emotional berührter Teil seines Herzens genoss diese Machtlosigkeit ihr gegenüber. Es sagte ihm, dass es ein Wesen auf dieser Welt gab, welches seinem schwarzen Herzen noch immer einen Funken Liebe abringen konnte. Doch wie lange würde dem so bleiben? Würde Zanba, nachdem sie diese Schmach, zugefügt durch ihn, endlich verwundet hatte, einem anderen Rüden ihr Herz und ihre wohltuende Liebe schenken? Gewiss, ihm oblag es nicht, an ihren Gefühlen zu zweifeln, doch insgeheim fragte er sich dies bereits seit dem Moment, als sie einander ewige Treue geschworen hatten. Würde sie irgendwann erkennen, dass es zwecklos mit ihm war? Würde sie - und wider aller seiner Einstellungen spürte er einen tiefsitzenden Zorn aufbranden - einen neuen Rüden zu ihrem Herzen kören und ihn verstoßen?
Nein, sie könnte niemanden verstoßen, der keinen guten Grund lieferte und eigentlich bezweifelte Givaan auch, dass sie auch nur ansatzweise an Verbannung dachte. Weder bei ihm, noch bei anderen Wölfen. Doch der Zweifel nagte an ihm und zermürbte ihn langsam und beständig. Sein Blick richtete sich auf Zanba und ein sehnsüchtiger Glanz trat in seine Augen. Wäre die Situation anders herum - er wüsste, dass er sich nie vergeben würde.

.oO( Sieh es ein, großer Krieger.)Oo.

dachte er spottend, den Blick wendete er nun ab und inspizierte die Umgebung. Er mochte kein Leitwolf mehr sein, doch das bedeutete noch lange nicht, nicht mehr wie ein solcher zu agieren. Jedenfalls, was die Führung anbelangte. Die Umgebung war sicher und seine Haltung entspannte sich ein wenig. Doch noch immer spürte man eine innere Anspannung, welche dem Rüden beinahe zur Gewohnheit zu werden schien. Ein Teil seiner selbst.

.oO( Gefallen und zerstört bist du nicht einmal mehr der negative Abklatsch von einst. Du bist zu schwach und viel zu unkooperativ. Eigennützig, egoistisch und zudem ein negativer Faktor im Rudel. Vielleicht solltest du einfach kurzen Prozess machen und ... )Oo.

"Nicht doch!"

zischte er boshaft, gegen sich selbst gerichtet und doch taub gegenüber den eigenen Worten. Plötzlich schüttelte er seinen Kopf, das Fell wurde wild geschüttelt und doch verstummte die boshafte Stimme keineswegs. Verlor er nun vollends den Verstand? Doch eines wurde er sich noch bewusst: Obgleich er nun gewiss kein Alphawolf mehr war - er stand dennoch in ihrer Schuld. Sie hatte ihm gezeigt, was es bedeutete, zu lieben. Hatte ihm gezeigt, dass es mehr gab, für dass es sich lohnte zu leben - und zu kämpfen. Er konnte Zanba nun nicht einfach zurück lassen, als sei nichts geschehen.
Entschlossen richtete er sich wieder zu vollständiger Größe auf, sein Blick war eisern und entschlossen und kurz suchte er den Blick seiner Leitwölfin. Nichts hatte sich verändert. Alles würde stets so bleiben wie es war. Die Leitwölfin würde die Mondkinder in eine Umgebung führen, in welcher sie sich erholen konnten und den Winter überstanden. Und er würde dabei nicht von ihrer Seite weichen.
Entschlossen machte er einen Schritt nach vorn, auf den Hochfelsen zu, auf welchem Zanba saß.





[folgt einer Intuition - am Hochfelsen - innerer Konflikt bricht wieder hervor - fällt eine Entscheidung ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

x male x 5 years x leader of the pack x black devil x
True Love Comes But Once - Just With You
Zanba
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jun 30, 2010 6:31 pm

Einsam. Alleine. Es war so absurd, dass die Fähe sich noch immer in dieser niemals endenden Starre befand. Tujaro war wieder da. Und doch schien er meilenweit weg. Ihr Plan, ihr toller Plan war gescheitert. Wie ein Vogelküken, dass aus dem Nest fiel und auf einem Felsen aufschlug. Eine weiße Fähe hatte kurz mit Tessyra geredet. Und Tess hatte lange überlegt, was sie antworten sollte. Und als sie es schließlich schaffte, den Fang aufzubekommen um ein paar Worte hinaus zu grollen, war die Fähe schonwieder verschwunden gewesen. Tess hatte sich nichtmal ihren Namen merken können, falls die Fähe diesen überhaupt gesagt hatte. Sie fühlte sich so schuldig. Sie wollte aus dem Rudel gehen. Aus ihrem Rudel. Sie war Betera, sie war in diesem Rudel, seid sie ein unehrfahrener Jungwolf war. Und sie hatte alles aufgeben wollen. Und nun kam sie wieder reumütig zurück gekrochen, wie ein Welpe zu seiner Mutter. Zanba wäre enttäuscht von ihr.

Jakara sagte, sie solle zum Rudel zurück kommen. Tess antwortete nicht. Die Kräuter - oder was auch immer da Grünzeug war -, lagen noch nach wie vor an dem Platz. Wenngleich sie noch eine zerstörte Fähe war, war ihr Stolz zu groß, um sich schonwieder von der Heilerin zu umsorgen lassen. Also trugen ihren Beine sie langsam zum Rudel zurück, den Kopf gesenkt. Die sonst leeren Augen waren nachdenklich zu Boden gerichtet. Die Ohren gespitzt. Ihr Fell juckte abscheulich und war mit Staub und Dreck bezogen. Sie blieb stehen, schüttelte sich regelrecht angewidert und ging weiter. Ihre Pfoten fanden den Pfad, den sie zuvor gegangen war. Der aus dem Rudel führen sollte. Ein Pfad ins Unglück. Aus dem Unglück? Tess wusste es nicht. Also lief sie weiter, immer weiter, ehe sie die vertrauten Gerüche von Zanba und Givaan wahrnahm. Sie trat den den Büschen hervor und sah ihre Alphera auf einem Hochfelsen sitzten.

Ja, man müsste sagen, dass manche Wölfe feige wären, wenn sie etwas verbrochen hatten, ihrer Alphera in die Augen zu blickten. Tess konnte es. Sie senkte den Kopf und starrte Zan einen Moment an. Ihre Freundin.

.oO(Es tut mir leid, Zanba.)Oo.

Dachte sie. Ehe sie die Worte laut herausheulen konnte, legte sie sich nieder. Mit der rauen Zunge begann sie, dass verfilzte, schmutzige Fell zu lecken. Am liebsten wäre sie in einen Bach gesprungen, um die Dreckschicht abzuwaschen. Aber dafür waren mehrere Bäder nötig. Tess schnaubte leise. Später würde sie mit Zanba reden müssen. Sich wirklich entschuldigen. Tessyra wand ihren Blick wieder hoch zum Hochfelsen. Givaan war auch da. Tess hatte kurz mitbekommen, dass Giv sich selbst zum Delta gemacht hatte. Es gefiel ihr nicht, Ränge höher - wenn sie ihren Rang überhaupt noch hatte -, als ihr eigentlicher Alpha. Tess schnaubte abermals und begann ihre Pfote zu lecken. Ob sie sich besser fühlte, konnte sie nicht sagen. So langsam war es ihr auch egal, alleine zu sein. Ihr Magen war ein schwarzes Loch, ihre Kehle brannte vor Durst, sie hatte ihre Alphera und zugleich Freundin enttäuscht, ihr Fell sah aus wie ein zerlumptes, altes Dachsfell und wo gerade ihr Gefährte war, konnte sie nicht sagen. Überhaupt. Gefährte. Tujaro war zurück gekommen. Tess wusste nicht, ob alles so werden konnte wie früher. Ob Tujaro noch so war wie früher ... die braungraue Fähe konnte es nicht sagen. Sie musste es erst herausfinden.


[Geht zurück zum Rudel | Denkt & Putzt sich]

Ich halte mein Versprechen. Zumindest versuch ich es.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Fr Jul 02, 2010 2:38 pm

Was Lucky sah entsprach seinen schrecklichsten Alpträumen. Er hatte sich immer für sehr mutig gehalten, gewiss, das war er auch. Aber er war noch jung und was er erlebt hatte war nicht einmal der Bruchteil von dem, was die Zukunft für ihn vorsah. Es war, als präge ihn dieser Anblick. Die schwarzen Flammen züngelten sich um das ebenso schwarze Fell und drohten den Jungwolf zu verbrennen. Er sah, wie seine anderen Rudelmitglieder um ihn herum verbrannt wurden, wie ihr Pelz dahin schmolz und ein verkohltes Skelett zurück ließ, dass langsam in sich zusammen fiel. Unter seinen Pfoten befanden sich Knochen, um ihn herum befanden sich Knochen. Überall waren sie. Und es war so heiß, dass er glaubte, auch er würde schmelzen. Es wurde heißer und heißer, das Feuer wurde mächtiger mit jedem weiteren Haar, das unter seinen Zungen schmolz. Fest presste Lucky die Zähne aufeinander. Eine unerklärliche Wut packte ihn und riss ihn fort von der Schwelle der Furcht, hüllte ihn ein in einen Schutzpanzer und vermachte ihm eine ungeheure Kraft, die seine Pfoten zum Beben brachte. Er sprang auf seinen unsichtbaren Gegner zu, wollte ihn töten, wollte sein Blut lecken und seinen zuckenden Körper unter den Pranken spüren. Scharfe Krallen zogen ihm tiefe Furchen ins Herz und zerrissen seinen schmalen Leib. Und so schnell wie sie gekommen war schwand seine Kraft auch wieder. Das Krähen eines Rabens wog ihn schließlich in einen tiefen Schlaf, aus dem er nie wieder erwachen würde.

Um sich beißend sprang Lucky auf. Die Knochen waren verschwunden, das Feuer war verschwunden, fort gewaschen, von all dem Blut, das nun die Lichtung bedeckte. Er schüttelte sich, in der Hoffnung, die letzten Reste des Traums würden nun aus seinen steifen Gliedern verschwinden. Der Schock saß noch immer tief in seinem Knochenmark und noch immer klopfte sein Herz beinahe hörbar laut gegen seinen Brustkorb. Dem Jungwolf fiel ein, was geschehen war, doch anstatt das Rudel sah er nur ungenaue Schemen, die mehr Schatten ähnelten als dem Rudel. Er sah die zwei Schatten, die sich bis in den Tod bekämpfen würden, sah den Wahnsinn, der mit ihnen den Todestanz vollstreckte. Er sah das Blut, dass sich als eine schwarze Flüssigkeit auf dem Boden verteilte und er sah die vom Leib des Verlierers abgetrennten Glieder, die der Gewinner prunkvoll zwischen den Kiefern hielt, mit einem befriedigenden Flackern in den Augen. Mit einem Mischgefühl aus Ekel und Erregung kniff er die Augen zusammen und schüttelte den Kopf, um die dunkle Erinnerung aus seinem Gedächtnis zu verbannen. Etwas Blut spritzte aus seinem Kopf zu Boden und vermischte sich mit dem des fremden Leitwolfes. Anscheinend hatte Lucky sich den Kopf gestoßen, denn nun spürte er den Schmerz einer tiefen Wunde und das unaufhaltsame Brennen.

Ein eiskaltes Schaudern fuhr durch sein Fell und er blickte sich nach dem Rudel um, doch der Schnee fiel mittlerweile so dicht, dass er nicht weit genug blicken konnte, um sie in der Ferne erkennen zu können. Am liebsten hätte er sich nun an seine Geschwister gekuschelt und den Moment genossen, in dem das Ende dieses furchtbaren Geschehens vollbracht war. Der Moment, in dem sie endlich nicht mehr die Wahrheit über ihren Vater mit ansehen mussten. Etwas wie Hass fühlte er für ihn, Abscheu, aber auch einen nun umso höheren Respekt und... und Hochachtung. Als er das Blut roch war die Erregung, die gierig in seinem Herzen aufgeflammt war, nicht zu unterdrücken. Und der junge Rüde wusste genau, dass in seinen Adern das Blut eines Dämons floss und in seiner Brust das Herz eines solchen schlug. Ja, er spürte diesen schwachen schlag seiner dunklen Seite, die noch im Verborgenen lag, aber wie lange würde es dauern, bis sie an Macht gewonnen hatte und ihn beherrschen würde. So wie sie nun Givaan beherrschte. Lucky musste sich an das Gute in ihm klammern, dass voller Angst der neu entdeckten Seite wich. Er dachte an das Rudel, rief sich die Gesichter der Wölfe wieder. Und, ja, er spürte ihre Wärme tief in seinem Herzen und das gab ihm halt. Das Rudel gab ihm halt. Vor allem seine Geschwister, die er liebte und die er immer beschützen würde, egal was geschah.

Der Schwarze begann, dem Geruch seiner Schwester zu folgen, der trotz des Sturms noch immer intensiv genug war und mit jedem Schritt, den er tat, stärker wurde. Schneller wurden seine Schritte, oh ja, endlich wollte er sie wiedersehen, denn nur in seiner Anwesenheit konnte er sie in Sicherheit wissen. Und dann, zwischen dem vielen Weiß erkannte er das Leuchten ihres wunderschönen, braunen Pelz'. Endlich, endlich konnte er sich gegen sie drücken, ihren süßen Duft in sich aufnehmen, ihn einatmen und ihre Schulter mit der Zunge liebkosen. Gegenseitig leckten sie sich liebevoll die Flanken, während beider aufgeregter Atem sich wieder beruhigte und die beiden Wölfe es auch schafften, das Chaos in ihrem Innern zu überblicken. Nein, die Liebe in Lucky's Herzen könnte selbst das schwarze Blut in ihm nicht zum Erlöschen bringen. Nicht, solange Njima sie am Leben hielt.

„Es ist schön, dich zu sehen, Schwester.“

Begrüßte er sie schließlich.


“Es ist auch schön, dich zu sehen. Aber was tust du denn noch hier? Zanba hat uns gerufen, zu einer Versammlung.“

Entgegnete Njima und ein wölfisches Lächeln zierte die Lefzen ihres Bruders. Er erinnerte sich plötzlich an den Wunsch, ebenfalls sein Rudel zu einer Versammlung rufen zu können. Noch immer sehnte er sich nach einem eigenem Revier, doch die Furcht war zu groß, einsam und verlassen solch weite Wege zu gehen. Er brauchte eine Gefährtin, die mit ihm ging, so wie Zanba es bei Givaan tat und anders herum ebenfalls. Auch er brauchte jemandem, der ihm half, wenn er nicht mehr weiter wusste, der ihn stützte, wenn er zu fallen drohte und jemand, an dem er sich fest klammern konnte und dessen Liebe sein Herz wärmte, das der Kälte so nahe stand. Bisher war es immer seine Schwester gewesen, die die Rolle einer Gefährtin übernommen hatte, doch vielleicht musste er dann auch sie verlassen, was wohl der schmerzvollste Abschied für ihn wäre. Noch einmal leckte er ihr mit der Zunge über die Lefzen, bevor sie ihren Blick betrübt zu Boden senkte. Aufmerksam spitzte er die Ohren.

“Bevor wir gehen... muss ich dir noch etwas sagen. Lucky wir.. haben nun ein Alter erreicht, in dem es zeit ist... Zeit ist den eigenen Pfaden zu folgen, nicht mehr auf den Schutz der Mutter zu setzen.“

Sie sah ihn für einen Moment fest in die Augen, schaute dann jedoch wieder fort, als suche sie nach den richtigen Worten.

“Und ich dachte... nun ist Winter und es ist Zeit... es ist sehr kalt und viele Streuner dort draußen suchen einen Wolf, dem sie folgen können. Denn zu dieser kalten Jahreszeit, da sind viele auf der Suche nach der Wärme eines Rudels. Und ich denke... ich würde mich gerne auf die Suche nach diesen Streunern begeben und sie in ein neues Revier führen. In mein Revier.“

Verständnisvoll musterte Lucky seine Schwester und senkte dann den Kopf.

„Njima, ich habe denselben Wunsch wie du. Lass uns zusammen auf die Suche gehen.“

Ein Leuchten in den Augen der Wölfin. Sie sprang auf, hob die Rute und bellte zustimmend.


“Dann... müssen wir nur noch dem Rudel Bescheid geben.“

Der Gedanke an Abschied schmerzte. Aber dieser Schmerz war nötig, er war der erste Schritt in ein neues Leben. Seite an Seite trabten die beiden Jungwölfe zu dem Hochstein, auf dem ihre Mutter saß, mit dem Vater an der Seite. Und dann... dann fiel Luckys Blick auf seinen Bruder Blizzard. Was war mit ihm? Er war wohl derjenige, der ihn an meisten an Givaan erinnerte. Trotzdem liebte er ihn, wie alle anderen Angehörigen des Rudels. Njima schien seinen Blick zu bemerken und denselben Gedanken zu haben. Während der junge Rüde auf den Hochstein zu trabte, bahnte sich Njima einen Weg zu Blizzard und erzählte ihm von den Plänen der Geschwister. So laut, dass es nur die beiden Leitwölfe hören konnten, verabschiedete er sich von seinen Eltern.

„Mutter, Vater. Meine Geschwister und ich, wir fühlen uns bereit, um nun ein eigenes Revier aufzusuchen, wie es Jungwölfe in unserem Alter tun. Givaan, egal was du getan hast, egal wie sehr du mich verabscheust und wie sehr du es bereust, mich zu haben: Ich liebe dich, als meinen Vater und Lehrer und das wird auch immer so bleiben. Meine Erinnerungen an dich werde ich in Ehren behalten und mit Stolz werde ich meinen nachkommen von dir erzählen, von jenem Hünen, der sein Leben für den Schutz des Rudels aufgeben würde. Und Zanba, geliebte Mutter. Auch von dir werde ich ihnen erzählen, von deiner Gutmütigkeit und von deiner Liebe zu alle dem, was dich umgibt. Lebt wohl, geliebte Eltern.“

Beiden leckte er noch einmal zärtlich über die Lefzen, bevor er sich dem Rudel zu wandte.

„Liebes Rudel, meine Geschwister und ich werden von nun an eigenen Wegen folgen. Wir werden euch in guter Erinnerung behalten. Lebt wohl.“

Mit einem Kopfnicken sprang er wieder hinab, ließ ein letztes, verabschiedendes Heulen hören und nickte dann seinen beiden Geschwistern zu, um mit ihnen in einem wölfischen Trab von dannen zu ziehen. Als sie sich schon ein Stück von dem Rudel entfernt hatten, landete plötzlich ein Rabe vor ihren Pfoten. Lucky erinnerte sich, wie dieser Rabe ihn wach gerufen hatte, als er bewusstlos gewesen war.


„Bruder Vierbein, ich bin auf der Suche, nach einem neuen Herren, dem ich folgen kann, da ich meinen Alten vor Kurzem verlor. Ich bin schon lange gereist und ich kenne einen Ort, an den ihr gehen könnt. Folgt mir einfach.“

Mit einem Nicken von Lucky erhob sich der Schwarzgefiederte und flog voran, so dass da Rudel in in all dem Schnee nicht verlor. Und so begann sein Weg. Der Weg in ein neues Leben. Ein letzter Blick über die Schulter und ein wöflisches Lächeln verrieten, dass er endlich bereit war, diesen Weg zu bestreiten.

[trifft Njima, geht zum Rudel, verlässt das Rudel]

Lucky (für immer), Njima (für immer) & Blizzard (vorerst) aus dem Play genommen!
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Sa Jul 03, 2010 2:40 am

Er stürmte an ihr vorbei, schnell wie der Wind, und verschwand in Richtung Hochfelsen. Jakara lächelte erleichtert. Nein, Givaans Herz war noch frei von anderen Fähen, frei von dieser weißen Fähe. Auch Tess erhob sich und ging zum Hochfelsen, ohne dass sie die Kräuter genommen hatte.

o.O (Vielleicht handle ich zu schnell und unbedächtig.) O.o

dachte sie seufzend, und schnappte sich den Rest ihrer Kräuter. Noch einmal legte die dunkelgraue Fähe sie ab und ihr schneeweißes Ohr zuckte in Richtung Tujaro.

"Tujaro, komm! Das Rudel wird sich freuen, dich zu sehen!"

Dann ging sie. Sie wandte sich nicht nochmal an die Streuner. Erst trabte sie langsam, dann jedoch stürmte sie, nicht so schnell wie Givaan an ihr vorbeigerast war, doch auch sie wollte wieder bei dem Rudel sein, dem ganzen, wahren Rudel, bei Zanba, der starken Leitfähe und all denen, die sie kannten und in ihrer Mitte akzeptiert hatten.

Endlich endete ihr Lauf bei dem Hochfelsen auf dem Zanba trohnte. Ihre Worte hallten in Jakara wieder und es schien wie ein Neuanfang für die Children of the Moon. Eine Reise, die dem Rudel vielleicht wieder Alltag und Zusammenhalt gab.
Erschöpft legte Kara ihre Kräuter hin und legte sich auf den schneebedeckten Boden.
Sie hörte, wie Njima, Blizzard und Lucky das Rudel verließen und sah ihnen nachdenklich nach.

o.O (Wie ist das für Zanba? Und wie für Givaan? Was werden sie fühlen?O.o

Plötzlich war die Fähe froh, dass dies nicht ihre Welpen waren, nicht ihre Geschwister oder Freunde, die da gingen. Sie dachte zurück an Leila, ihre beste und erste Freundin in dem Rudel. Wen hatte sie jetzt noch, wo auch Chazaar tot war und wo Black sie verlassen hatte? Vielleicht Magai. Lubaya. Vielleicht sogar Tessyra. Am Anfang hatte Kara sich mit dieser ja nicht so gut verstanden.

So vieles war anders geworden in dem Rudel, dass sie von Anfang an geliebt hatte. Und sie liebte es immer noch, denn jetzt war sie wirklich ein Teil von ihnen, verwachsen und zusammengeschweißt durch das, was sie erlebt hatten.


[spricht zu Jaro-folgt Giv und Tess zum Hochfelsen-lauscht Zanba-denkt nach]


Zuletzt von Jakara am Mo Jul 05, 2010 5:49 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   So Jul 04, 2010 4:14 am

Immer noch stand Lubaya am Hochfelsen, gegenüber von Zanba. Ihr Zorn war weder in ihren Zügen, noch in ihrer Haltung zu erkennen und doch loderte er wie eine Flamme in ihrem Inneren. Sie wollte dort oben stehen - sie wollte die Alpha sein. Vielleicht würde sie irgendwann mal davon abwenden können. Vielleicht würde sie an jenem Tag werden, wie sie es tat, als das Rudel den Hang hinab glitt. Wer weiß, was bis zu diesem Tage alles passieren konnte. Eigentlich konnte das niemand so genau sagen und dennoch vermochte sie es sich auszumalen wie es wäre wenn. All ihre Gedanken kreisten darum, während sie die stolze Fähe mit ihrem Alpha Givaan hatte. Auch in seiner selbst zierte der Stolz seine Züge, ebenfalls seine Entschlossenheit.

Man hatte sie noch nicht aufgenommen. Daher war sie noch ein Streuner und diesem Rudel nicht angeschlossen. Sie könnte machen, was sie wolle, wenn sie nicht bleiben wollen würde. Und genau das tat sie. Sie wollte bleiben. Außerhalb eines Rudel konnte sie keinen Schutz genießen und als neue Alpha würde sie sich gewiss nicht tun, zumal ihre Eltern nicht einmal einem Rudel angeschlossen waren. Alle waren Streuner - Fremde. Alle. Nie würde sie sich daher im Rang als Alpha gut tun, obgleich sie es sich verdammt wünschte.

Nachdem Givaan ebenfalls den Hochfelsen betreten hatte, kamen im Anschluss einige Wölfe. Sie waren wohl die Welpen - oder wohl eher Jungwölfe - des Alphapaars. Stark und mächtig schienen sie - bereit ein neues Rudel zu bilden. Lucky ging, Njima ging. Doch was war mit Blizzard?
Kurz überlegte Lubaya auch nach oben zu schreiten und zu fragen, was nun mit ihr angestellt wurde. Sie wollte zum Rudel gehören und nicht immer den Gedanken leben, doch erfolglos ausgegangen zu sein. Ihresgleichen wurde nicht gern aufgenommen. Zumindest wusste das Rudel noch nicht allzu stark, wer sie war. Sie hatte sie anders benommen, in der letzten Zeit, sodass sie mit einer echten Maske gespielt hatte. Sie war wirklich echt. Zwischen zeitig dachte sie, es würde Wahrheit werden. Aber schlussendlich war sie wieder die Alte. Die, die sie gehofft hatte zu verlieren.
Wenn das Rudel sie aufnehmen würde, wäre dies ein guter Neuanfang. Vielleicht würde die Macht gierige Fähe doch noch ein Nutzen dran finden, ihren Charakter zu ändern. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Denn auch dieses Rätsel stand in den Sternen.

Ihre Pfoten erhoben sich und setzen einen Abdruck in den Schnee, als sie einen nächsten Schritt tat. Einige Flocken landeten auf ihrem ohne hin schon weißem Fell. Einige schmolzen, andere glitzerten im Strahl der Sonne oder das was von ihnen übrig war. Denn der Himmel wurde bereits von einem sanftem blau durchzogen - die Nacht war eingetreten.
Noch ein Schritt und noch einer. Die Pfoten gingen wie von selbst. Letztendlich war sie vor Zanba angekommen, ebenso stand sie nun am Hochfelsen. Kurz sah sie hinab, um den Anblick zu genießen, der sich ihr anbot. Alle unter ihr, ja, dass gefiel ihr. Trotzdem wollte sie hier nicht allzu lang verweilen, also ging der Kopf empor. Der Bernstein ihrer Augen funkelte die Alpha an, während sie zu sprechen begann.

"Ich bin nun eine Weile hier, in Eurem Revier, Alpha. Doch mag ich die Ungewissheit nicht, welche auf meiner Gestalt ruht. Schließlich habt Ihr mich noch nicht angenommen."

War es Respekt, welchen man heraushörte? Ungewöhnlich. Normalerweise verwendete sie nie einer solchen Begabung, die sie eigentlich gar nicht mochte, geschweige denn auch nur richtig kennen gelernt zu haben. Es war ihr bereits immer Fremd gewesen. Aber gerade.. Alles schien wieder wie weg zu blasen. Aber nein. Ein erneuter Blick huschte hinunter, zu den anderen Wölfen. Herrisch lachte sie in sich hinein. Wenn sie doch immer so stehen dürfte oder auch nur konnte.


[Bei dem Hochfelsen - Zanba und Givaan | Ist zornig - denkt - schreitet zum Hochfelsen empor - spricht mit der Alpha]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Jul 05, 2010 6:20 am

Jakara schob ihre Gedanken beiseite und sah zu Lubaya, die sich erhob und zu dem Hochfelsen ging. Kara beobachtete ihre Bewegungen genau, sah auch, wie sie nach unten blickte. Es schien ihr zu gefallen. Die Dunkelgraue nickte ihr aufmunternd zu und wartete. Schließlich sprach Lubaya und Kara lauschte ihren Worten. Sie waren gut gesprochen, Respekt und Mut klang herraus. In der richtigen Mischung angewandt, erreichte man oft sein Ziel- Kara selbst war damals darüber hinausgeschossen, hatte sich anfangs Misstrauen eingehandelt.
Aber das war jetzt Vergangenheit. Es zählte das Jetzt, und Jakara beschloss, Lubaya zu helfen. Sie stand entschlossen auf und trat respektvoll und freundlich vor den Hochfelsen. Sie hob den Kopf und schaute zu ihrer geliebten Alphera auf, für die sie das Leben geben würde, ebenso wie für den schwarzen Hünen, dem sie den Mord an Chazaar vergeben hatte.
Denn diese beiden, Zanba und Givaan, hatten ihr ein Rudel geschenkt, eine Familie.
Jakara erhob langsam ihre Stimme:

"Ich möchte mich für diese Fremde, Lubaya, ausprechen. Sie hat mir vorhin geholfen, Kräuter zu sammeln und hat auch Tessyra und dir, Zanba, versucht zu helfen. Ich wäre auch sehr glücklich, wenn ich jemanden an meiner Seite hätte, der mir beim Sammeln von Kräutern behilflich sein könnte."

Jakara verstummte und sah zu Lubaya. Sie hoffte, dass diese mit ihren Worten einverstanden war. Vielleicht wollte sie ihr ja gar nicht dauerhaft helfen, vielleicht hatte sie sich einfach nur gedacht, dass es eben gerade passend wäre. Kara musterte die Weiße lange. Dann fügte sie hinzu:

"Wenn Lubaya möchte, natürlich. Ich will sie zu nichts zwingen!"


[beobachtet Aya-spricht-denkt nach-spricht]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mo Jul 05, 2010 10:01 am

Manche Wesen dieser Welt würden begreifen, wenn ihnen ein Fehler unterlief. Andere wiederum blieben stets der Abschaum der Welt, unwissend, dass dem so war und dass sie zu diesem degradiert worden waren. Welcher Seite er nun angehörte war wiederum eine Frage, auf die selbst der weiseste und älteste Wolf keine Antwort gefunden hätte. Givaan selbst fand ja nicht einmal die Antwort darauf.
Als nun Lucky mit Njima im Schlepptau zu ihnen trat, vor Selbstbewusstsein nur so strotzend und gepackt von neuer Abenteuerlust, ging ein beinahe unmerklicher Ruck durch den Körper des Hünen. Er wusste, viele Fehltritte könnte er seinem verlorenen Gedächtnis zuschieben, doch inzwischen hatte er wohl jede erdenkliche Lücke gefüllt und vollständig repariert. Soweit diesbezüglich eine Reparation noch möglich wäre. Doch der Fehltritt, welcher er vor einiger Zeit begangen hatte, dieser Fehltritt würde ihm auf ewig nachhängen. Ließe er Lucky, Njima und auch Blizzard nun ziehen, würden diese womöglich aller Welt berichten, was sich zugetragen hatte. Was für ein Feigling er gewesen war, aus Angst vor der Verantwortung. Was würde geschehen, wenn er wieder einmal seine allzu bröckelige Beherrschung verlor und das Rudel attackierte? Er wusste, Zanba hatte, kaum dass sie ihr Herz an ihn verloren hatte, den Pakt mit dem Teufel besiedelt und ihm dennoch zugestimmt. Sie hatte ihn zu seinem Gefährten und ihrem Alpharüden erhoben. Sie hatte ihm ihr Vertrauen geschenkt und er hatte sie - wieder einmal - im Stich gelassen.

.oO( Aller Welt bewiesen, dass du unfähig bist. )Oo.

schossen ihm die Gedanken durch den Schädel und ließen ihn glauben unter diesem Gewicht bereits zu schwanken. Verlor er möglicherweise jenen Biss, welcher ihn stets glauben ließ, unbesiegbar und nicht zu stürzen zu sein? Oder noch grausamer und dieser Gedanke ließ ihn unwillkürlich zusammenfahren und grollend knurren: Wurde er alt?
Seine Gedanken kehrten zu einem jüngeren Mitglied zurück, welches sie bereits seit einiger Zeit verlassen hatte und doch - irgendetwas lag ihm derartig schwer im Magen, dass er glaubte, dieses verschwundene Mitglied habe ihn unwillkürlich zum Opfer seines Geistes gemacht. Netis. Diesem vermaledeiten Welpen hatte Givaan nie über den Weg getraut und insgeheim hatte er angenommen, der Welpe würde später einen Versuch unternehmen, um ihn, Givaan, zu stürzen. Givaan, den Dämonen.
Abfällig schnaubte er und seine Gedanken kehrten wieder zu den zwei Jungwölfen zurück, welche tief entschlossen schienen, ebenfalls von dannen zu ziehen. Doch als Lucky´s Worte seinen vernebelten geist erreichten, hatten diese eine ähnliche Wirkung wie blitzende Messer, welche in der von ihnen verursachten Wunde nochmals bohrten und sich drehten, als wollten sie ihm heimzahlen, was er ihnen in jüngster Vergangenheit angetan hatte. Denn Givaan war das Blut und die Kopfwunde des Welpen - des Jungwolfes! - gewiss ebenso wenig entgangen wie es Zanba entgangen sein konnte. Bereits jetzt glaubte er, ihren erzürnten Blick in seinem nachtschwarzen Pelz zu spüren, doch was ließ ihn nur annehmen, dass sie ihm nun, nachdem er ihr bewiesen hatte, wie schwach er psychisch war, noch ansah und eines Blickes würdige?
Ihre Gefühle zu ihm.
Zanba war stets offener mit ihren Gefühlen umgegangen als er es je hatte zulassen wollen, doch in einer sonderbar verdrehten Art und Weise hatte er dies genossen. Warum? Weil sie ihm somit unmissverständlich gezeigt hatte, dass sie ihn liebte. Wieder einmal war er Opfer seiner verkorksten Vergangenheit, denn er selbst war kaum ehr fähig, Gefühle außer Hass und Verachtung zu zeigen. Warum nur hatte Zanba ihm dennoch ihr Herz geschenkt? Wieso nur?

Sein steinharter Blick, welcher bis dahin auf Lucky ruhte, kehrte nun zu Zanba ein und verweilte dort für eine kurze Zeit. Wieder einmal sah er sie, wie sie am ersten Tag aussah. Wie sie heute aussah. Sie hatte sie verändert, sehr sogar. Sie war inzwischen erfahrener, reifer und bei weitem gewitzer, als sie am ersten Tag aussah. Inzwischen, so glaubte Givaan, war sie gewiss nicht mehr so naiv und leichtgläubig wie am ersten Tag ihrer Begegnung. War sie es denn überhaupt gewesen?
Wieder einmal drehte sich sein ganzes Denken nur um die Fähe, welche neben ihm stand, jedoch erhöht und somit ranghöher. Obgleich er keineswegs der Typ Wolf war, der unbedingt einen hohen Rang benötigte, um sich selbst zu finden, hatte er es dennoch genossen. Kurzweilig sogar hatte er sich verflucht und gefragt, was genau ihn zu solch einer Tat bewogen hatte. Doch dann erinnerte er sich an Yakar Akiim. Jakara. Zanba. Lucky. Chazaar. Alle Wesen, die ihm in irgendeiner Weise nahe standen - sei es auch nur das Rudel im Allgemeinen! - schienen früher oder später in sein Beuteschema zu fallen. Abfällig schnaubend blickte er wieder zu seinem Sohn - Gott, noch immer hasste er es, dies zu denken und doch wusste er, war ihm dies nur möglich gewesen, weil er Zanba liebte - und lauschte dessen restlichen Worten.
Ungläubig war er nie gewesen und wenn doch, lag es sehr weit zurück. Nun jedoch stahl sich eine solche Regung in sein scheinbar doch vorhandenes Herz - und in seinen Blick. Der Welpe, den er anfangs hatte töten wollen, weil er zu schwach und kränklich aussah, hatte sich zu einem wahren Prachtexemplar von Sohn entwickelt. Obgleich Givaan ungern Fehler und Fehleinschätzungen zugab, musste er sich dennoch eingestehen, dass ein Funken Stolz für seinen Sohn aufkam. Sein Blick jedoch blieb felsenhart und eiskalt, ruhte noch immer auf Lucky, als dieser nun zum Rudel sprach. Nicht nur von diesem sprach Lucky in Zukunft wohl in den besten Tönen und dies war eine Erfahrung für den schwarzen Hünen, welche seinen inneren Dämon und ihn wieder in einen Zwiespalt lockte. Einzig Zanba hatte stets derartig über ihn gedacht, doch manchmal, das hatte er ihrem Blick angesehen, da schien sie an ihm zu zweifeln. Ihn regelrecht zu hassen, doch er wusste, dass er ein unleidlicher Wolf war. Unleidlicher als sein Großvater. Ein ebenso mörderischer wie hoch angesehener Wolf. Und er? Was konnte er bieten?
Eine Familie, die hinter ihm stand, obgleich er ihnen das Leben nicht selten zur Hölle gemacht hatte. Eine Familie, in dem Blut dicker war als Wasser. Und ein Rudel, welches möglicherweise nicht ihm, aber dafür dem für ihn wichtigsten Geschöpf unabdingbaren Gehorsam schwören würde, selbst in den Tod hinein: Zanba.

Die Jungwölfe zogen los, hinaus in die Welt. Eines wusste Givaan so sicher, wie Tag und Nacht: Wenn er nun keine Wiedergutmachung leistete, riskierte er, alles zu verlieren, was ihm lieb und teuer war. Riskierte, sein eigenes Leben aus den Augen zu verlieren und dabei zu übersehen, was es wirklich bedeutete, mit allen vier Pfoten im Leben zu stehen: Es bedeutete, auch in diesem zu leben!
Ehe Lucky und seine Geschwister - sein Fleisch und Blut - nun gänzlich verschwunden waren, ohne nochmals einen letzen Ton aus der Kehle des Vaters zu hören, wusste Givaan, was er zu tun hatte. Würde er seinen Sohn ebenso von dannen ziehen lassen wie es einst sein Vater getan hatte, würde womöglich ein ebenso kopf- und emotionsloses Wesen geboren. Er wusste, hatte es gesehen und gespürt, Lucky war eine außerordentliche Persönlichkeit und in ihm steckte mehr, als er je gedacht hätte. In ihm steckte jene Art Leitwolf, welche Givaan den größten Respekt eingeflößt hatten, als er noch klein und unverdorben gewesen war: Echte Leitwölfe! Ein Wolf, der für sein Rudel und die Familie über Kohlen ging, welcher sein leben ohne zu zögern als Pfand geben würde, sobald ein Wolf aus den eigenen Reihen gefangen war.
Langsam hob sich der mächtige Kopf des Hünen in den tobenden Schneesturm und sie Kiefer entblößten kurzweilig die dolchartigen Zähne. Wenig später tanzte das dunkle Heulen Givaan´s durch den wütenden Sturm, folgte den langsam immer schwächer werdenden Silhouetten und schmiegte sich an die Pelze der Jungwölfe, welche nun ihren eigenen Weg gehen würden. Womöglich trafen sie in einem späteren Sommer nochmals aufeinander. Givaan hoffte es, denn endlich hatte er erkennen können, zu was für einem Rüden Lucky geworden war. Sein Sohn.

"Achtet auf euren Weg und seid wachsam. Ihr tragt das Blut der Mondkinder in euch! Seid stolz darauf, denn ich bin es auf euch! Lebt wohl, Kinder."

Langsam verklang der durchdringende Ton seines Heulen im Wind des Sturmes und lange Zeit blickten die gelben Augen in den Sturm hinein. Er würde sie nie vergessen, seine Kinder. Zanba´s Kinder. Kurz blickte er zurück zu ihr, bemerkte Lubaya und deren sonderbare Blicke zurück. Erst da wurde ihm bewusst, dass seine Gefährtin - seine ehemalige Gefährtin? - Schutz bedurfte. Sie konnte sich gewiss verteidigen, dennoch behagte es dem Schwarzen in keinster Weise, sie allzu lang aus den Augen zu lassen. Er machte es sich somit zur Aufgabe, sie zu schützen.
Mit leicht gesträubtem Nackenfell, welches angesichts seiner enormen Größe eigentlich nicht hätte aufgerichtet werden müssen, sprang er leichtfüßig neben Zanba, fixierte die Fähe und zog seine Lefzen leicht zurück. Sollte er sein Ansehen und seine Glaubhaftigkeit als Alpha eingebüßt haben, würde er dennoch nicht davor zurück schrecken, einen eventuellen Feind schachmatt zu setzen. Notfalls auch mit den Folgen.
Als Lubaya jedoch ihr Anliegen vorbrachte, entspannte er sich ein wenig, wenn auch nicht gänzlich. Es konnte ebenso gut ein Trick sein, mit dem sie di Alphafähe stürzen und als Geisel nehmen wollte. Nun wurde er aber wirklich paranoid!
Schnaufend ließ er sich in den Schnee fallen, ignorierte dabei die Schneewolke, welche er aufwirbelte und ebenso die Schneekristalle, welche sich auf seinem Pelz niederließen. Er genoss es, in seinem Element zu sein. In dem Element, welches Opfer und Feind gleichermaßen lahm legte, nicht jedoch ihn. Den Blick noch immer auf Lubaya gerichtet, machte er deutlich, auch wenn er lag und scheinbar entspannt wirkte, einem Angriff würde er entgegen wirken. Mit allen Mitteln.

.oO( Gegen was möchtest du Zanba eigentlich schützen? Gegen Feinde oder gegen etwaige Konkurrenten? )Oo.

Wahrscheinlich gegen beides, doch eigentlich wusste Givaan, dass er eifersüchtig nur grausamer war als kalt. Also wollte er Zanba gegen etwaige Konkurrenten - Rüden - schützen. Oder? Je länger er darüber nachgrübelte, umso verworrener wurde es und irgendwann gab er es gänzlich auf. Dann erschien Jakara und lenkte ihn wiederum etwas ab. Als er dann jedoch wieder zu Zanba blickte, spürte er erneut jene Gefühle aufbranden, die er so mühsam in den letzen vier einhalb Jahren seines Lebens hatte zu unterdrücken versucht.
Ihre Worte, die Worte Jakara´s, der Heilerin des Rudels - nicht länger sein Rudel, sondern einzig Zanba´s Rudel, wie es ihm nun bewusst wurde - drangen schwerfällig in seinen Geist. Doch er nahm sie auf und wieder einmal sann er über sich und sein Wesen nach. Jakara verbürgte sich für Lubaya, obgleich sie diese nach eigenen Angaben nicht allzu lange kannte. Was trieb einen Wolf dazu? Einzig der leichtgläubige Gedanke, der Wolf würde es einem später heimzahlen?
Höhnisch schnaubend erhob er sich wieder, schüttelte sein Fell aus und beobachtete mit einem boshaften Funkeln in den gelben Augen den Flug der Eiskristalle, welche sich nun sanft auf Jakara, Lubaya und Zanba nieder ließen. Auf die Frage der weißen Fähe jedoch dürfte er inzwischen nicht mehr antworten, obgleich er bereits den Fang geöffnet hatte, um seine dunkle, drohende Stimme erklingen zu lassen. Ihr ein Ultimatum zu stellen. Doch es oblag Zanba und dies wurde ihm wieder bewusst.
Sein zorniger Blick bohrte sich in Lubaya, machte sie für etwas verantwortlich, welches rational gesehen seine Schuld war. Nun, Givaan war ohnehin nicht leicht von etwas zu überzeugen, was seinem Denken widersprach. Es hätte keinen Sinn, ihn diesbezüglich belehren zu wollen.

Also stand er schweigend, einer monumentalen Statue gleich, neben Zanba auf dem Hochfelsen, welche sie sich zum Podium ernannt hatte. Er bemerkte einen weiteren, weißen Schemen, welcher ebenfalls den Hochfelsen ansteuerte, wie die Mitglieder jedoch davor stehen blieb. Lunasoleil. Den Blick auf Jakara und Lubaya gerichtet, kalt und emotionslos, versuchte er sich daran zu erinnern, wie die drei Welpen geboren wurden. Nein! Er durfte sie nicht vergessen, gewiss, doch er würde sein Leben nicht nochmals von der Vergangenheit beherrschen lassen! Der Blick des Rüden wurde nun mörderisch und der alte, kalte Glanz kehrte zurück.
Givaan? Oder Dämon?


[Im Selbstkonflikt - Bei Zanba, Lucky & Co. - Denkt nach - Überwindet sich - Heult Lucky & Co. nach - bemerkt Lubaya und später Jakara - bewacht - sieht Lunasoleil ]
Tut mir Leid, Zanba. Aber ich musste einfach posten -,- [/list]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Di Jul 06, 2010 11:59 am

Lunasoleil blickte hoch zu der Alphawölfin, welche sie alle gerufen hatte. Ihr Blickt schweifte jedoch ab, als sie sah, wie Lubaya auf den Hochfelsen hinauf schritt und eine Frage zu stellen schien. Da fiel es auch der weißen Wölfin wieder ein.

oO( Wieso sitze ich eigentlich hier, wenn ich nicht einmal zum Rudel dazu gehöre? Was denke ich mir denn? )Oo

Mit diesem Gedanken machte sie es der Fähe vor ihr gleich und schritt dem Hochfelsen entgegen und hinauf. Hinauf zu Zanba. Vor der Alpha nahm sie eine unterwürfige Haltung ein, senkte den Kopf - den Blick jedoch trotzdem leicht auf Givaan gerichtet - und hoffte, dass der Wolf sie nicht wieder angreifen würde.

"Werte Alpha. Auch ich hasse es, mit der Ungewissheit zu leben, ob ich akzeptiert worden bin oder nicht. Ich bin nun - wie Lubaya - schon eine Weile hier und würde mich nach einem Rudel sehnen, welches zusammenhält, egal was kommt. Es wäre mir eine große Ehre, wenn ihr mich in euer Rudel aufnehmen würdet."

Noch immer die unterwürfige Haltung stehend, blickte sie Zanba an und wartete auf ihre Antwort. Erst wenn sie diese hatte, würde sie sich wieder erheben.


[ schaut zu Zanba l erblickt Lubaya l denkt nach l geht auch auf den Hochfelsen l spricht zu Zanba ]

[ Sry Leute aber ich kann irgendwie Momentan nicht wirklich viel schreiben. Fantasielos irgendwie zur Zeit ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 07, 2010 3:19 am

Es war wohl vergebens auf eine Antwort zu hoffen. Eine Antwort von seiner eigenen Mutter, die ihn auf gezogen hatte. Ein lieses deprimierendes Knurren war es, welches sich aus der Kehle des schwarzen Rüdens schlich und fast unterging.

Vielleicht war es manchmal einfach Schicksal so missachtet zu werden. Ignoriert als wäre man nicht da? War er es überhaupt? Der Jungwolf schüttelte seinen Kopf. Es war eine dumme Frage die sich dort in seinem Kopf breit gemacht hatte. Natürlich war er da, saß vor kurzem noch vor seiner Mutter und sprach zu ihr. Sprach ohne eine Antwort von ihr zu erhalten.

Sein Kopf hebte sich zu seinem Bruder Lucky. Als er die Worte hörte von Njima hörte die ihm erzählte was sie vor hatten. Zum ersten Mal wurde ihm nun bewusst das es wirklich Neid und Konkurenz war, welcher ihn ihm für seinen schwarzen Bruder ruhte. Leicht belustigt hoben sich die Lefzen von Blizzard. Vielleicht war es auch nur die innere Ironie über sich selbst, das er sich auf seine Pfoten erhob und dann ihm folgte. Aber ganz entschlossen war er sich nicht. Wollte er wirklich folgen oder bei dem Rudel bleiben? Nachdenklich ruhten seine hellen himmelsblauen Augen auf dem Rudel und den Fremden. Hörte die Worte der anderen. Magai hatte Recht. Sie kannten sich alle kaum, obwohl sie ein Rudel waren oder kam es ihm nur so vor?

Ohne es zu realiesieren folgte er Lucky und Njima. Hing seinen Gedanken hinter her und überlegte über jene Augenblicke nach, welche geschehen sind. Jene Augenblicke die weit in seiner Vergangenheit zurück zu liegen schienen und jene die erst vor Stunden passiert sind. Er war noch ein Jungwolf und doch war schon vieles passiert.

Mit einem Mal blieb er stehen und spitzte seine Ohren. Obwohl die Stimme seines Vaters Givaan schon verstummt war, hörte erst jetzt seine Worte und seufzte leise auf. Den Blick in den Himmel gerichtet.

"Lucky.... Wenn wir uns wieder sehen, irgendwann, werden wir sehen wer der bessere Alpha sein wird."

Kam es aus seiner Kehle. Ein merkwürdiger Abschied seiner Meinung nach. Aber ohne es zu geben zu wollen, so war ihm sein kleiner Bruder doch ans Herz gewachsen. Eine Sache die er sich aber nie eingestehen würde. Er senkte seinen Kopf wieder uns sah seine Geschwister an.

"Irgendwann..."

Damit wandte er sich herum und lief schnellen Schrittes den Weg zurück, den er eben gegangen war. Weit entfernt die schemenhaften Gestalten seiner Eltern, des Rudels und den Streunern. Kraftvoll stieß er sich vom Boden ab um im nächsten Augenblicj für nur einen kurzen Moment den Boden zu berühren. Der kühle Wind fuhr dabei durch seinen dunklen Pelz. Die Ohren schützend an den Kopf gelegt.

Immer näher kam er zu den anderen und wurde schließlich langsamer, fiel in einen leichten Trab ähnlichen Schritt und blieb schließlich stehen. Wortlos setzte er sich auf seine Hinterläufe und richtete seinen Blick auf seine Eltern. Entschlossenheit ruhte in seinen blauen Augen. Nein, er würde nicht gehen. Er würde bleiben und das war in seinen Augen zu sehen.

Wohin sollte der Wind ihn auch schon führen? Vielleicht hatte er das Alter erreicht, das Rudel seiner Eltern zu verlassen um ein eigenes zu gründen. Doch wollte er mehr lernen, von seinem Vater selbst wenn dieser vor kurzem einem Dämon glich. Und wo konnte er am besten mehr Wissen sammeln als in seinem Geburtsrudel bei Givaan, Zanba und den anderen?


[geht mit seinen Geschwistern/ denkt nach/ bleibt stehen/ spricht zu seinen Geschwistern/ rennt zurück/ setzt sich wortlos bei den anderen hin/ blickt entschlossen seine Eltern an und man sieht in seinen Augen das er entschlossen ist zu bleiben]

Tut mir Leid das ich die ganze Zeit nichts geschrieben hatte. Bei mir ging einiges drunter und drüber und eigentlich immer noch. Sind auf der Suche nach einer Wohnung. Streiterein und Auseinandersetzungen auf schlimme Art sind zur Zeit Tagesordnung. Ich versuche diesen "Vorfall" nicht noch einmal zu wiederholen. Deshalb noch Mals Sorry Leute.
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 07, 2010 11:31 am

Tujaro machte einen Satz zurück, als Tessyra wirres Zeug redete. Der Selbsthass zog wie eine Stichflamme durch seinen Körper und war nun größer als je zuvor. Ja, er hasste sich, für das, was er ihr angetan hatte. Und vielleicht hatte sie ja recht. Vielleicht wäre es besser, wenn er sie lassen würde, wenn er ihr nicht noch mehr wehtun würde. Denn er war Schuld an all dem Leid, das sie hatte ertragen müssen, er hatte das Feuer gelegt, durch das sie hatte laufen müssen, als er wortlos gegangen war. Doch die Hoffnung lebte nun in ihm wie die Reue und zwang ihm dazu, daran zu glauben, dass tief in Tessyra noch immer die Wölfin lebte, in die er sich verliebt hatte und für die er sein Leben geben würde. Seine Aufgabe war es, dass Werkzeug zu finden, mit dem er ihr Herz wieder reparieren könnte, mit dem er es schaffen konnte, die Wunden zu flicken und den Blutfluss zu stoppen, der ihr solche Schmerzen bereitete. Und er würde alles tun, um sein Ziel zu erreichen. Für seine Gefährtin legte er die Pfote ins Feuer, wenn es sein musste. Er musste stark genug werden, um den Schmerz zu ignorieren, den Tessyras verwahrlostes Auftreten ihm bereitete.

Jakara riss ihn aus den Gedanken. Zanba hatte sie gerufen, hatte das Rudel gerufen. Gehörte er noch dazu? Wohl kaum. Er war fort gegangen, hatte sich nicht verabschiedet, so wie Tessyra es nun vor hatte, so wie Lubaya es seiner Gefährtin zum Vorwurf gemacht hatte. Ihm hatte man sicherlich dieselben Vorwürfe nach gejault, hatte ihn verflucht und zum Teufel gewünscht. Denn was er getan hatte war egoistisch und dumm gewesen, das hatte er schnell gemerkt. Sich selbst finden, pah! Das hatte er nie gebraucht. Viele Jahre hatte er nun schon damit leben können, dass er nur am Rande stand, mit dem Blick jedoch fest den Mittelpunkt visiert hatte, um zur Stelle zu sein, wenn es nötig war. Zeit für sich hatte er genug gehabt nachdem er sein Geburtsrudel verlassen hatte und in genau dieser Zeit hatte er sich geschworen, stets das Licht im Herzen zu tragen, das die Schatten vertreibt. Jenes, dass Ahkuna, seine Großmutter, ihm damals in das Nest gelegt hatte. Er trage das Licht im Herzen, so hatte seine Mutter immer gesagt. Sein Vater hatte diese Aussage verspottet und sich darüber lustig gemacht, bevor es zu dem Kampf kam, in dem Tujaro das Leben gewann, das er heute führen durfte. Warum nahm er das Geschenk denn nicht an, sondern warf es in den Dreck? In Zukunft sollte das nicht mehr geschehen.

Während Tujaro wortlos seiner Gefährtin zum Rudel folgte, spürte er, dass sich eine Distanz zwischen ihn und seiner Geliebten geschoben hat, die er nun mit funkelnden Augen betrachtete. Ja, er wollte sie wieder aus der Welt schaffen, wollte sich wieder vollkommen in den Pfoten der Vertrautheit wiegen können. Der Rüde wollte wieder offen für Tessyra sein und er wollte ihr wieder so nah sein wie ein Pelz der Haut. Doch die Fähe musste erst einmal verkraften, was geschehen war und das musste er wohl oder übel akzeptieren. Dazu gehörte wohl, dass sie sich etwas von ihm abschottete. Wahrscheinlich empfand sie nun Hass für ihn, schließlich hatte er sie im Stich gelassen und ihr das Herz aus der Brust gerissen wie aus einem Beutetier. Grob und ohne sich dabei etwas zu denken. Jaro hatte es nicht anders verdient, als von Tess die kalte Schulter gezeigt zu bekommen. Er hatte es verdient, dass ihn der Schmerz nun von innen auffraß, ob sie ihm je wieder verzeihen könnte. Ähnlich musste es ihr ergangen sein. Doch sie schien weitaus aufgewühlter als er und das beunruhigte ihn.

Am Fuße des Hochsteins angekommen war der gemusterte Rüde sich nicht sicher, ob er sich neben seine Gefährtin legen oder erst einmal Abstand nehmen sollte. Sein Blick schweifte hinauf zu Zanba und wieder zurück zu Tess. Auch sie konnte derweilen nichts anderes tun, als auf Verzeihung und Verständnis der Leitwölfin zu hoffen. Vorsichtig kauerte sich Jaro nehmen der braunen Wölfin, die er so sehr liebte, nieder und begann, mit der rauen Zunge über das dreckige Fell zu schlecken, es zu liebkosen wie er es noch nie getan hatte. Ob Tess das akzeptierte, wusste er nicht, konnte es nur hoffen. Immer näher kam er zu ihr, bis er seine Flanke an die ihre gedrückt hatte und ihren süßen Duft und diese wohlwollende Wärme in sich aufnehmen und genießen konnte. Zärtlich leckte er nun über ihren Kopf und schließlich über ihre Schnauze. Ob sie das Liebesgeständnis erwidern oder ihn davon jagen würde?
„Tessyra. Ich liebe dich so sehr und ich kann es nicht oft genug sagen, wie sehr es mir leid tut und wie sehr ich bereue, fort gegangen zu sein. Ich kann nicht wieder gut machen, was ich damit angerichtet habe, aber ich hasse mich dafür. Und ich verspreche dir, wenn es mich das Leben kostet, ich will für dich da sein, nie mehr lasse ich dich allein, es sei denn, du wünschst es.“

Erneut drückte er sich an sie und gab einen schnurrenden Ton des Genuss' von sich. Ohne auf ihre Antwort zu warten erhob er sich schließlich und schritt vor zu Zanba. Sie musste ihn bereits gesehen haben und anscheinend war es ein Schock für sie, denn nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich hatte Tujaro sich leicht verändert. Ja, was geschehen war, konnte er nicht rückgängig machen und ewig müsste er es mit sich herum tragen. Eine Erinnerung, die er bis in den Tod verfluchen würde. Bei jedem Blick in ein Gewässer würden ihm noch einmal diese grauenvollen Bilder durch den Kopf schießen, von einem Kampf, blutiger als ein vom schlimmsten Dämon, den es gab, zerfetztes Reh. Ob das Rudel ihn wieder erkennen würde? ob er sich selbst im nächsten Herbst wieder erkennen könnte?

“Zanba, ich bin zurück. Ich hoffe, du verzeihst mir. Mein Handeln war falsch.“

Er senkte den Kopf und wartete auf eine Antwort der Leitwölfin.


[läuft Tessyra nach - redet mit ihr - redet mit Zanba]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 07, 2010 7:39 pm

Die braungraue Fähe lag einfach an ihrem Platz, die Augen zu Zan gerichtet. Es waren ... so viele Wölfe. So viele. Tessyra kannte die meisten nichtmal. An die eine weiße Fähe konnte sie sich nochmal wage erinnern. Lubaya. Aber die andere war ihr unbekannt. Sie blickte sich mehrmals verwirrt um, blinzelte. Als seien die anderen Wölfe Geister. Vielleicht war sie ja einer? Welch absurder Gedanke. Tess blickte sich nochmals um. Die Verwirrung war ihr anzusehen, aber dann zuckte sie mit den Ohren und legte den Kopf auf die Vorderpfoten. Sie kam sich so falsch vor. Wie sehr sie das alte Rudel vermisste ... nun schien es ihr, als sie für sie selbst die Zeit gestoppt wurden. Nur für sie. Und für die anderen lief die Zeit einfach weiter. Tess schloss die Augen.

Wie viel Zeit verging? Tess wusste es nicht. Aber plötzlich spürte sie eine raue Zunge über ihren Pelz lecken. Sie zuckte zusammen und wandte den Blick. Tujaro ... die Fähe schluckte leicht und ließ seine zärtliche Fellpflege über sich ergehen. Sie blickte den Rüden unbeirrt an. Ihren Gefährten. Tess ließ ihren Blick über sein braunrotes Fell schweifen, über die ganzen Musterungen. Er hatte ein Auge verloren und auch eines seiner Ohren war zerfetzt wurden. Sie blickte also in das andere, tiefbraune, Auge. Es schmerzte ihr, dass er sein eines Auge verloren hatte. In einem Kampf? Das war wohl das einzig mögliche. Wieso hatte er gekämpft? War er deswegen weggegangen? Oder aus einem anderen Grund? Tessyra wusste es nicht. Und sie wusste, dass sie niemals nachfragen würde. Dafür war der Schmerz zu groß. Er hatte sie verlassen, ihr unerträgliche Schmerzen beschert und nun war er wieder da. Und Tess selbst hatte geglaubt, nie wieder glücklich sein zu können, ohne diesen Rüden. Er war ein Teil von ihr geworden, er gehörte einfach zu ihr, zu ihrem Herzen. Er würde auch immer zu ihr gehören.

Während sie so in Gedanken war, merkte sie erst nach ein paar Sekunden, dass Tujaro sich an ihre Flanke geschmiegt hatte. Sie zuckte abermals zusammen, obwohl es dafür nichtmal einen Grund war. Er war wohl der einzige Wolf, der ihre Nähe nicht mied, sondern sich an ihre Flanke drückte. Es hatte etwas tröstlichen ansich. Es nähte ihr gerissenes Herz langsam wieder zusammen, ganz langsam. Und als er wieder etwas sagte, blickte sie mit einem sanften Ausdruck in das dunkelbraune Auge ihres Gefährten. Sie lauschte seinen Worten. Er wollte sie nie wieder verlassen, er liebte sie. Immernoch. Die Fähe drückte ihren Körper an seinen, als Zeichen, dass sie ihn verstanden hatte. Als wenn sie ihm nicht verzeihen könnte. Sie könnte ihm niemals sagen, dass sie ihn nicht liebte, ohne die Wolfsgötter Anzuglügen. Und noch bevor sie überhaupt nach passenden Worten für eine Antwort suchen konnte, stand Tujaro auf und ging zu Zanba. Sie folgte ihm mit den Augen. Und plötzlich schienen sich alle Wörter in ihrem Kopf zusammenzureimen. Sie sprach sie nicht aus.

.oO(Du warst zwar fort, und doch warst du immer bei mir. Du hast mein Herz in Flammen aufgehen lassen und es zerrissen. Und nun flickst du es wieder zusammen. Und nun sagst du mir, dass du mich nie wieder alleine lassen willst. Und ich glaube dir. Schließlich liebe ich dich. Wie keinen anderen Rüden.)Oo.

Tessyras Augen schienen für einen kurzen Moment zu strahlen. Wurde nun alles wieder gut? Würde Tujaro immer bei ihr bleiben? Wenn nicht ... nein. Er würde bei ihr bleiben, sie musste wieder vertrauen lernen. Also beobachtete sie, wie ihr Gefährte zu Zanba sprach. Ihr ganzer Pelz schien zu prickeln und die Antwort der Alpha abzuwarten. Und doch wusste sie, dass auch Zanba verzeihen konnte. Zumindest war sie sich ziemlich sicher, dass Zanba verzeihen konnte.


[Beim Rudel; bei Tujaro | Denkt nach]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 07, 2010 9:59 pm

Nicht lange musste sie warten, bis sich ein Großteil der Wölfe am Fuße des Hochfelsens versammelt hatte. Ja, es war Stolz, der in jeder Faser ihres Körpers prickelte. Sie war stolz auf sich selbst, auch wenn in letzter Zeit alles schief gelaufen war, was schief laufen konnte. Auch wenn ihr Herz nun mit Flicken und Nähten versehen ist und die Narben nicht mehr unsichtbar werden, trotzdem stand sie noch hoch oben, mit der Schnauze im Wind, der sie sanft liebkoste. Dieses Gefühl, die Spitze erklommen zu haben, trotz aller der schwarzen Finger, die einen packen und nieder zerren, hinein in die Dunkelheit, flammte in ihr auf und floss durch ihr Blut. Und das, obwohl sich so viel verändert hatte. Ja, es hatte eine Wende gegeben, aber wo ein Ende ist, ist auch ein Anfang, und der hatte gerade begonnen. Wenn auch nicht so, wie Zanba es sich gewünscht hätte. In ihren Träumen stand Givaan neben ihr und sie konnte sich in dem Schutz baden, den er ihr bot. Ohne ihn fühlte sie sich nackt und entblößt, ein unangenehmes Gefühl, dass es jedoch zu verdecken und überspielen galt. Jetzt zählte es, dem Rudel den letzten Schreck, die letzte Aufruhr aus dem Knochenmark zu nehmen und zu entsorgen, das Rudel wieder in Sicherheit zu wiegen.

Als jedoch Magai zu der Leitwölfin sprach und das aussprach, das sie vor sich selbst verheimlicht hatte, fühlten sich die Worte an wie Nadelstiche ins Herz. Sie entschleierten Zanba regelrecht, zogen sie wieder runter. Denn sie nahm es auf wie eine Anklage. Eine Anklage, nicht gut genug zu sein, nicht zu genügen. Es fehlte eben etwas. Jemand. Givaan. Er hätte sicherlich dafür gesorgt, dass das Rudel mehr zusammenhält. Oh wie sehr er ihr fehlte, obwohl er beinahe direkt vor ihr stand. Sein Blick war so... unbeschreiblich und es schmerzte in der Brust, wenn Zan auf ihn herab sehen musste. Denn das hatte sie noch nie getan, hatte es nie gewollt. Immerzu hatte sie hinauf gesehen, zu diesem ehrenvollen Krieger, der Tag und Nacht mit sich selbst zu kämpfen hat und trotzdem noch die Kraft aufbringen kann, ein Rudel zu führen. So eine Tat hatte Ansehen verdient, denn außer Givaan konnte niemand besser als Zanba wissen, was in dem Hünen vor sich ging, was sich hinter den kühlen, gelben Augen abspielte, die er stets verschlossen hielt. Schnell wandte die Wölfin den Blick wieder fort, richtete ihn in die Ferne, wo der Horizont von dem dichten Schneefall verdeckt war. Schwer saß der Kloß in ihrem Hals, den sie vergeblich versuchte, herunter zu schlucken. Es war ein eigenartiges Gefühl, ihn nur als Delta Wolf zu haben, über ihm zu stehen, den sie doch immer als ihren Kopf gesehen hatte.

Jäh wurde die Letiwölfin von ihrem Sohn aus den Gedanken gerissen, der verkündete, dass er fort gehen wird. Gemeinsam mit Njima und Blizzard. Alt genug waren sie, wohl war, aber trotzdem fürchtete sich die Mutter der dreien davor, ihre Jungen in die weite Welt ziehen zu lassen, kurz nachdem sie ein Geschehen wie dieses hatten durchmachen müssen. Ob es sie wohl sehr stark geprägt hatte? Hoffentlich nicht. Doch als Zanba die drei so betrachtete, sah sie, was aus ihnen geworden war. Lucky war nicht mehr der zierliche Welpe, der mit einer Pfote im Reich der Toten stand. Im Gegenteil. Er war groß geworden, hatte einen athletischen Körper bekommen und lange Beine. Die Farbe seines Pelz' hob ihm aus dem unendlichen Weiß empor und er schien zu Strahlen, mit jeder Faser seines Körpers. Ebenso war Njima in die Höhe geschossen. Sie erinnerte Zanba an ihre Zeit als Jungwölfin. Und Blizzard... Blizzard war das Ebenbild seines Vaters geworden, hatte massige Schultern bekommen und Muskeln, die bei jeder Bewegung unter seinem rabenschwarzen Pelz tanzten. Nur seine Augen besaßen die Farbe des Himmels, waren von einem strahlenden Blau. Einem kalten Blau. Zanba schauderte. Es war, als spiegele sich der dunkle Geist Givaans in den Augen des Jungwolfes wieder, der lange keiner mehr war.

Und dann, dann sah Zanba in der Menge zwei Wölfe, die sich aneinander schmiegten. Plötzlich war es ihr, als träume sie, als halluziniere sie oder als habe sie den Geist eines längst gegangenen Mitglieds vor sich. Tujaro war zurück. War zurück, um von Tessyra nach Vergebung zu flehen. Sicher würde sie ihm diesen Wunsch gewähren, doch er hatte etwas in ihr bewegt, hatte etwas fort gerissen, das sie verändert hat. Der liebevolle und aufgeweckte Glanz in ihren Augen schien erloschen wie die Sommersonne im Winter. Ob Tujaro ihn wieder mitgebracht hatte? Ob er Tessyra wieder aufbauen könnte, bis sie wieder die Alte war? Nein, alleine würde er es nicht schaffen. Schließlich war die braune Wölfin Zanbas beste Freundin gewesen und ist hinter ihr gestanden, seid Givaan und sie ihre Pfoten in Richtung dieses Landes gesetzt hatten. Und nicht nur der Rüde, der ihr vor vielen Monden das Herz stahl, könnte es ihr wieder so einsetzen, dass alles so schien wie früher. Auch die Unterstützung der Leitwölfin brauchte Tessyra jetzt. Und die des Rudels.

“Bleibe bei uns, solange du es willst.“

Murmelte Zanba, nachdem Tujaro auf sie zugekommen und sie nach Vergebung gefragt hatte. Dann wandt sie sich zu der weißen Fähe Lubaya und zu der ebenfalls weißen Fähe Lunasoleil. Beide waren sie dem Rudel noch fremd und warteten auf ein Wort der Leittiere. Mit erhobenem Haupt betrachtete Zanba die Fähen, ließ ihren Blick über die Runde schweifen und musterte dann die beiden Streuner mit gründlichem Blick. Spione eines fremden Rudels konnten sie nun kaum gebrauchen, geschweige denn jegliche andere Art von Betrügern. Und deshalb war nun ein geschärfter Verstand gefragt. Jakara bestätigte, dass Lubaya zu trauen war. Lunasoleil hatte Zanba als Schemen entdeckt, als sie versucht hatte, Givaan umzustimmen. Die Erinnerung schmerzte und wie gerne die Leitwölfin länger darüber nachgedacht hätte, musste sie jetzt verdrängt werden. Dieser Winter würde hart werden und die Beute rar, was bedeutete, dass noch mehr Mäuler schwer zu stopfen waren. Doch wenn es noch weitere Anhänger von Yakar Akiim geben sollte, dann musste das Rudel gewappnet sein, um einen möglichen Rachezug verhindern zu können.

“Streuner in diesem Revier. Erhört meine Stimme. Ich werde euch Schutz gewähren, solange die Kälte an uns lecken wird. In dieser Zeit jedoch solltet ihr beweisen, dass ihr loyale Wölfe seit, auf die das Rudel zählen kann. Lubaya, Jakara wird dich in die Kunst der Kräuterkunde einweisen. Sehe sie als deine Lehrerin, du bist ihr Schüler.“

Wobei Zanba die ersten Worte so laut sprach, dass auch Streuner, die es nicht gewagt hatten, der Versammlung beizuwohnen, nun wussten, dass man sie keineswegs verjagen würde, sollten sie sich dem Rudel nähern. Aber anstatt Gedanken an die Streuner zu vergeuden, die jetzt noch ihre Duftmarken in dem Revier der Mondkinder setzten, musste sie an jene Mitglieder denken, die das Rudel verlassen hatten. Chazaar und Momala waren gestorben. Für immer fort. Andere hatten das Rudel aus welchen Gründen auch immer verlassen und waren abgewandert – so wie die Jährlinge, die nun ihre eignen Wege gingen. Alles, was Zanba noch für sie tun konnte, war, ein Lied zu singen, von Glück und Pech, von Hass und Liebe, von Trauer und Freude. Ein Lied, welches von der Gemeinschaft erzählte, welche die Wölfe bildeten, von dem Abschied, den sie von den Gegangenen nahmen und von der Freude, die sie empfanden, wenn sie die neuen Mitglieder empfingen. Und dieses Lied stimmte sie an, machte mit ihrer festen Stimme allen weiß, wem der Gesang galt, was er bedeutete. Sie warf das Band von Wolf zu Wolf und verband alle miteinander. Sie spürte, wie alles zu einem großen Ganzen verschmolz, ein Wolf, der die Erde an heulte und jeden weiteren Artgenossen, der ihr bewohnte. Lange klang ihr Lied über die Lichtung, sollte Gefallenen auf helfen, sollte Ängstlichen Mut geben und sollte Schwachen kraft geben. Und als es verklungen war, wurde Zanba wieder ernst. Sie wartete geduldig, bis jeder Wolf verklungen war, um fort zu fahren und dem Rudel zu verkünden, weshalb sie es zusammen gepfercht hatte, von dem Großen See und von ihren Plänen. Außerdem musste sie eine Gruppe los schicken, um eine Herde unten im Wald auszumachen, der sie folgen und die sie jagen konnten, denn seid Tagen hatte die Leitwölfin nichts mehr zu sich genommen.

“Liebes Rudel. Wir haben viel durchgemacht und nun müssen wir zusammen halten. Da ich nun eure alleinige Leitwölfin bin, brauche ich natürlich zwei kluge Köpfe, die mir beiseite stehen. Givaan wird der eine sein. Ihr habt weiterhin auf sein Wort zu hören. Er wird Jagden und Kämpfe ab sofort anführen. Die nächste Jagd jedoch muss Blizzard leiten. Wenn er diese Aufgabe erfolgreich leistet, zählt er als vollwertiges und erwachsenes Mitglied im Rudel. Außerdem werdet ihr beiden Lunasoleil mitnehmen, um ihr Jagdgeschick ein wenig auf die Probe zu stellen. Außerdem wird Raayu mit euch gehen. Reisen werdet ihr selbstverständlich mit uns, doch wenn wir den Wald erreicht haben, liegt es an euch, eine Herde aufzuspüren, der wir folgen und die wir jagen können.“

Sie machte eine kurze Pause, um Luft zu holen.

“Tessyra. Du bist das zweite Mitglied im Rudelrat. Wenn Givaan fort ist, um zu jagen, bist du da, um mir bei Entscheidungen zu helfen und mir zur Seite zu stehen. Komm zu mir, hier oben ist dein Platz.“

Auch an Givaan waren diese Worte gewandt, schließlich sah Zanba ihn noch immer als Leitwolf.

“Magai und Tujaro, ihr werdet euch in unserem neuen Lagerplatz umsehen, ihn erkunden, Duftmarken setzen und nach jeder Patrouille Bericht erstatten.“

Nach einem weiteren Heulen sprang Zanba elegant vom Hochfelsen hinab und bahnte sich einen Weg durch das Rudel.

“Dann lasst uns die Reise antreten, meine Kinder.“

Mit einem triumphierenden Heulen und jaulen preschte die Wölfin los, die Felswände hinab, das Ziel im Visier. Der Winter konnte kommen.


[spricht zum gesamten Rudel – läuft los]

_______________

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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Do Jul 08, 2010 1:57 am

(hat Mag sich nicht erstmal rausgeplayt?)

Givaan hatte sich überwunden und seinen Welpen nachgeheult. Blizzard war doch wieder zurückgekehrt und Jakara lächelte. Lunasoiel, die andere Weiße mit der Narbe bat ebenfalls, im Rudel aufgenommen zu werden. Jaro und Tess beieinander. Tess hatte Tujaro verziehen. Die Streuner durften bleiben, wenn sie sich loyal verhielten. Auch Jaro war wieder Rudelmitglied. Givaan und Tessyra waren Zanbas "Berater". Immernoch war Kara traurig, dass Giv nicht mehr der Alpha der Children of the Moon war. Blizzard sollte die nächste Jagd anführen, dann wäre er ein vollwertiges und erwachsenes Rudelmitglied. Kein Jungwolf, kein Welpe mehr. Und Kara bekam eine Schülerin, Lubaya. Die dunkelgraue hoffte, dass Lubaya darüber glücklich war. Vielleicht war es ja auch ein fehler gewesen, hervorzutreten und für die weiße Wölfin zu sprechen.

Wie eine Statue stand jakara da und ließ die Ereignisse wie einen Film an sich vorbeiziehen. Doch dann rief Zanba, dass sie aufbrechen würden. Jakara sprang mit einem Satz zu Lubaya.

"Na, dann komm! Ich hoffe, ich habe nichts Falsches gemacht!"

meinte sie, immernoch hatte sie die Angst, etwas Falsches getan zu haben. Doch zunächst holte die Dunkelgraue ihre Kräuter und lief schon ein Stück vorraus, bevor sie wieder auf Lubaya wartete.


[sieht und hört nachdenklich, was alles passiert-geht zu Aya, spricht mit ihr-läuft los-wartet]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Do Jul 08, 2010 2:19 pm

Geräuschlos streifte Dasan durch das Unterholz. Es war kalt, und Abend. Die Sonne war untergegangen. Dasans Fell passte sich scheinbar der Dunkelheit an. Er suchte ein Rudel, er hatte lange alleine gelebt und hatte seine Familie suchen wollen, hat sie aber nicht gefunden. Nun wollte er wieder in einer Gemeinschaft leben. Er hatte die Fährte eines Rudels ausgenommen, auf das er nun zu schlich und schweiegnd den Worten der Leitwölfin lauschte, die nur leise an sein Ohr drangen. Sie sagte, dass alle Streuner in der Umgebung den Winter bei dem Rudel verweilen konnten, sich aber beweisen mussten.

Nun gab er sich zu erkennen und ging zu dem Rudel hin, die Alphera saß nochimmer auf dem Hochfelsen, ihre rede hatte geändet. Er wollte sich aus reiner Höflichkeit vorstellen. Auch wenn er hier bleiben durfte, sollte die Alphra Zanba wissen wer er war. Er ging zu ihr hin,

"Sehr geerte Alpha-Wölfin, ich habe Eure Rede mitbekommen und will mich freundlicherweise vorstellen. Ich bin Dasan und möchte Euch noch einmal fragen, ob ich mich Eurem Rudel anschließen dürfte. Ich werde selbstverständlich die Chance nutzen, michn als loyales Mitglied zu beweisen."

Sagte er respektvoll und senkte wärend seiner Worte den Kopf, um seinen Respekt zu unterstreichen. Er kam aus einer guten Familie und kannte es nicht anders. Er wollte die Alphera nochmal fragen, obwohl er die Erlaubnis gehört hatte, und sich dergleich auch vorstellen. Wie sie hieß wusste er nicht ...

"Dürfte ich auch euren Namen erfahren?"

Er hob den Kopf und sah der Alphera in die braunen Augen. In ihren Augen sah man vieles, Liebe, Zuneigung und Vertrauen. Er hoffte, dass er sich ihrem rudel anschließen durfte und dass er sich bewehren konnte. Sollte er dem Rudel beitreten dürfen, würde er das Rudel mit seinem Leben beschützen. Und für dieses auch sterben wenn es sein musste. Dasan hatte so lange ein Rudel gesucht und nun wollte er dafür auch kämpfen, wenn es sein musste, und er würde jede Aufgabe erfüllen, man ihm aufgab.


[Im Wald | geht zum Rudel | stellt sich vor]


Zuletzt von Dasan am Sa Jul 10, 2010 1:40 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Do Jul 08, 2010 4:40 pm

Lubaya bemerkte jene Regung Givaans. Erst beschütze er Zanba, dann missachtete er sie. Trotzdem fühlte sie sich nicht unwohl. Womöglich war es richtig, was er dort tat. Vielleicht irrte sie sich aber auch. Trotzdem erlosch nicht die Flamme, welche der Achtung galt, die der Alpha gespiegelt wurden und sie in ihrem Blickfeld nicht übersah. Trotzdem gab er ihr kein Wort. Wahrscheinlich hatte er sich selbst kaum mehr in der Pfote und erinnerte sich nur ungern daran, nun Delta zu sein. Sie hingegen war ein Neuankömmling. Gewiss, von ihrem Rang aus hatte sie die meisten Aufsteigungsmöglichkeiten, aber waren diese wichtig? Immerhin hatte sie hier Schutz und konnte auch das ein oder andere Mal Achtung genießen.

Als Jakara hervortrat um sie in den Schutz zu nehmen war Aya sichtlich verwundert. Keineswegs hatte sie damit gerechnet. Doch genoss sie diese Art von Schutz und lächelte wohlwollend. Kara schien ihr nett und trotzdem tat sie ihr ein wenig leid. Schließlich verhielt sich Lubaya während dieser Zeit so falsch.. und das auch noch unbewusst. Fast schmerzte diese Empfindung. So gutmütig diese Fähe auch war, Aya ist und bleibt eine eigentlich eigensinnige Fähe. Konnte der Teufel selbst sein, doch sah so harmlos aus. Wir ärgerlich das doch sein konnte. Wenn der Anblick täuschte. Sicherlich würde die Heilerin noch von ihr erfahren und sie besser kennen lernen, wie sie wirklich war. Aber die Kunde der Heilkräuter wollte sie erhören und lernen. Sie wollte mehr darüber erfahren. Etwas, was sie wirklich interessierte.

Zanba erhob dann aber die Stimme. Gespannt hörte die weiße Fähe zu und lauschte dem, was sich dahinter verbarg. Sie fragte sich, ob sie all das gute hatte vergessen. Wie Lubaya ihre Wunden liebkoste und ihr verhelfen wollte, zu einer schnellen Heilung. Wie sie sich um Tess sorgen wollte, bekam sie wohl nicht mehr mit. Genauso wenig, wie Kara ihr etwas über die Kräuter übermittelte. Doch diese verteidigte sie zumindest. Das Tess voll und ganz mit Trujaro beschäftigt war, störte Aya nun auch kein wenig. Einfach nur die Desinteresse dieser Geschehnisse. Aber sie wurde aufgenommen. Zumindest das. Nur musste sie loyal sein. Was sollte sie darunter verstehen? Nie hatte sie ein solches Wort gehört und nun musste sie das sein! Nichts und Niemand würde wahrscheinlich je ihren Charakter formen können. Wie erheblich sowas doch sein konnte!

Schweigend lief sie Jaka entgegen, welche schon auf sie wartete. Sie fragte sie, ob es schlimm gewesen sei. In welcher Hinsicht schlimm? Das sie nun ihre Schülerin war, oder das sie sich für sie eingesetzt hatte? Nichts der Beiden störte sie. Nur die Ansicht, dass sie noch weiter untergeordnet war. Sie war nicht nur ein Neuling, nein, sie war auch eine Schülerin. Also noch unerfahren. Lunasoleil durfte mit zur Jagd, während Lubaya untergeordnet wurde. Nicht, das sie die Heilkräuter nicht interessierten oder sie Kara nicht mochte.

"Nein, es stört mich nicht. Sei dir da nicht besorgt."

Dann lief sie schweigend weiter. Dachte über die Pflanzen nach, die die Heilerin ihr schon zeigte und ihr was dazu erklärte. Dachte über die Definition von loyal nach und darüber, was sie denn nun wirklich sei. Eine wahrlich gute Frage! Was war sie und was schien sie zu sein? Was sie sein wollte war nun eine andere Sache. Was war sie bislang immer gewesen?


[bei Zanba & Co - Jakara | Bemerkt - fühlt - denkt - spricht - denkt]

((Wahrscheinlich werde ich keinen weiteren Post mehr schreiben, bis ich wieder zurück komme.. Doch Jakara, wenn du das machen würdest, kannst du mich ein wenig mitspielen ; ) Ansonsten werde ich dem Rudel schweigend und denkend folgen.))
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Fr Jul 09, 2010 2:32 am

Schweigend hatte er der Stimme der Wölfin gelauscht, welche zwar neben ihm stand, jedoch weitaus höhere Privilegien besaß. Doch im Nachhinein, so dachte der schwarze Koloss, war es eine gute Entscheidung gewesen. Als Leitwolf hatte er sich stets wie eine Art ... Marionette gefühlt, nicht er selbst, nicht dazu befugt, auszuleben, wer er wirklich war. Zudem hatte er Zanba in ihrer Stärke und ihrem Enthusiasmus enorm zurück gehalten, etwas, was es nun wieder gutzumachen galt.
Die Blicke der Wölfin taten ihm gut, unbewusst saugte er sie auf wie eine trockene Wüstenblume das Wasser und doch ... der abweisende Blick aus den stechend gelben Augen wurde nur noch intensiver und richtete sich auf kein bestimmtes Gesicht, kein bestimmtes Blatt, ja, nicht einmal auf eine bestimmte Schneeflocke, welche vor seinem Gesicht tanzte. Und es tanzten anscheinend immer mehr zarte Schneekristalle vor seinem Gesicht, der Schneesturm schien nochmals zuzulegen und sein Wind fegte den Wölfen nur so in die Gesichter, wehte den Schnee wirbelnd auf und ließ ihn teilweise auf den bunten Pelzen wieder fallen. Einem anderen wäre es amüsant vorgekommen, die Wölfe derart zu sehen, ihm jedoch zeigte es nur, wie anders und fremd er war. Isoliert.

Plötzlich ging ein Ruck durch seinen Körper, seine Ohren richteten sich kerzengerade auf und der Nasenrücken kräuselte sich, als er die Lefzen leicht zurück zog. En beinahe leise zu nennendes Grollen entfloh seiner Kehle, würde jedoch seiner mächtigen Erscheinung Tribut zollen. Selbst sein Blick schien stahlhart und angespannt, angriffsbereit, als ihm der Duft des fremden Rüden in die Nase drang. Doch Zanba´s nächste Worte brachten ihn vollkommen aus der Bahn.

.oO( " ... brauche ich natürlich zwei kluge Köpfe, die mir beiseite stehen. Givaan wird der eine sein. Ihr habt weiterhin auf sein Wort zu hören. Er wird Jagden und Kämpfe ab sofort anführen." )Oo.

Einfach so riss sie ihm den Boden unter den großen, samtenen Pfoten weg und brachte ihn einfach einmal so, wie nebenbei, zu Fall. Obgleich er ihr Vertrauen gebrochen hatte, ihr seine Pflichten und Aufgaben - ehemaligen Pflichten und Aufgaben - in gewisser Weise aufgeladen und sie schändlichst behandelt hatte, ernannte sie ihn immer noch zu einem ihrer Vertrauten. Ernannte ihn sozusagen zum ersten Jäger, dem weitaus mehr Macht zugebilligt wurde, als ihm gewiss gut tat. Und eben diese Tatsache, die Tatsache, dass Zanba noch nicht kapituliert und aufgegeben hatte, ließ ihn beinahe weg brechen, hinein in die ewig dauernde Dunkelheit. Wieso tat sie das? Nein, wieso tat sie ihm das an?!
Seine Miene war steinern, die Muskeln waren beinahe bis zum Zerreißen gespannt und wirkten, als quollen sie an jeder nur erdenklichen Körperstelle des schwarzen Hünen hervor, brachen sich durch und waren sein stahlharter Panzer, welcher niemand aufzubrechen vermochte. Nun, beinahe niemand, denn Zanba hatte weitaus öfter in ihn hineingeschaut, als ihm lieb war und doch ... sie war nicht wie er, dass musste er sich stets in Erinnerung rufen. Sie wollte stets nur das Beste und würde ein derartiges Wissen nie ausnutzen, ganz im Gegensatz zu ihm.
Doch ihre nächsten Worte riefen eine erstaunlich befremdende Regung hervor und mit einem Mal erwachte der alte Kampfgeist in ihm.

.oO( "Die nächste Jagd jedoch muss Blizzard leiten." Blizzard ... )Oo.

Obgleich dies gewiss taktlos und unrecht war, funkelte er seinen Sohn zornerfüllt an, zeigte ihm deutlich, dass er nicht auf dumme Gedanken kommen sollte, weil sein Vater sich eine Auszeit nahm. Auszeit! Pah! Zuvor hatte er sich endgültig entschieden, den Posten des Alpharüden gänzlich abzugeben und nun buhlte er mit seinem eigen Fleisch und Blut, welches noch grün hinter den Löffeln war, um eben diesen Rang? Den Rang, den er so verschmäht hatte, in dem Glauben, ihm nicht mehr gerecht werden zu können? Das eigene Wesen zu unterdrücken?
Einen unpassenderen Zeitpunkt hätte sich der Jungwolf gewiss nicht auswählen können, denn als Givaan die Worte Blizzard´s vernahm, die er Lucky und Njima hinterher heulte, versteifte sich sein Nacken, das Fell sträubte sich angriffslustig und der Blick verriet keinerlei Barmherzigkeit und komplette Unberechenbarkeit. Givaan kehrte doch noch zurück, wie es schien!

.oO( Du willst zeigen, der der bessere Leitwolf ist?! Gut, aber ganz gewiss nicht in meinem Rudel! Wage dir nur einen einzigen Versuch und ich vergesse, wer du bist! )Oo.

dachte er, seinen intensiv funkelnden Blick noch immer auf den Jungwolf geheftet. Manch einem Vaterwolf würde es gewiss unbehaglich beobachten, diese Feindseligkeit des Vaters gegenüber dem Sohn, doch beherrschten Zorn und Hass die Gefühle des Schwarzen seit jeher und von klein auf, es war beinahe wie eine Art Angewohnheit. Sofern Blizzard nach Macht strebte, würde er eine ewige Konkurrenz darstellen, bis Givaan den Leitposten wieder intus hatte oder aber tot war. Denn inzwischen hatte er seine letzte - ganz gewiss seine letzte diesbezüglich - Entscheidung gefällt. Doch niemand dürfte erfahren, aus welchem Antrieb er handelte, am allerwenigsten Zanba!
Diese lief just in diesem Moment los, ein letzter drohender Blick galt Blizzard, dass dieser auch ja nicht auf den Gedanken käme, Givaan´s Platz neben Zanba einzunehmen. Dann würde er die Kiefer des Hünen kennen lernen. Ging es um Machtverhältnisse, waren Rüden seit Grund auf schon etwas eigen, doch Givaan, so schien es, war nochmals ein Fall für sich. Ein ganz eigener Fall und umso flinker schloss er zu Zanba auf, nahm seinen Platz dicht neben ihr ein, die Tatsache ignorierend, dass er Deltawolf war. Auf eigene Anweisung. Allerdings hatte er ohnehin viel zu viel Macht intus, jedenfalls für einen Wolf seines Ranges. Hinzu kam die Tatsache, dass ihn ohnehin viele noch als Alphawolf kannten und diese Tatsache würde ihm später gewiss hilfreich sein. Außerdem, ein einzelner Blick hatte ihm gesagt, wie sehr einige Wölfe des Rudels seinen Rücktritt bedauerten.
Ein boshaftes, berechnendes Funkeln trat in seine Augen, verschwand jedoch schlagartig und wurde durch einen kalten Ausdruck tiefen Misstrauens ersetzt, als er erneut den Duft des Streuners wahrnahm, welcher bereits am Hochfelsen gelauscht hatte. Aufgrund der Tatsache, dass Zanba sich als alleinige Leitwölfin bezeichnet hatte und auch aufgrund ihrer Aussage, Streuner dürften sich Willkommen fühlen, verbot es sich, den Rüden zu verbeißen und zu verscheuchen. Denn hier spielte nun mehr als nur ein Streuner mit.
Die Eifersucht plagte den Schwarzen bereits, seit dem sie aufgebrochen waren und als er Dasan ansichtig wurde, wallten alte Gefühle wieder auf. Dementsprechend sträubte sich sein Nackenfell, ließ den ohnehin riesenhaften Wolf noch hünenhafter und massiver erscheinen und auh seine Zähne zeigte er, die Ohren nach vorn gerichtet. Ein nur allzu deutliches Zeichen. Sei er nun Streuner oder nicht, er würde nicht zögern, ihn umzubringen, sollte er auch nur eine verdächtige Bewegung machen, sei es dem Rudel oder Zanba gegenüber.

Er fragte nun nochmals nach, ob er sich diesem Rudel anschließen dürfte, habe er doch die Rede Zanba´s mitgehört. Augenblicklich versteifte sich der ohnehin angespannte Rüde noch mehr und schob sich beinahe unbemerkt dichter Richtung beigefarbener Fähe. Er wusste, hätte Dasan den Wunsch, dieses Rudel zu entmachten, wäre er unlängst über Zanba hergefallen und je nachdem wie wichtig ihm diese Aufgabe war, würde er sich nicht abhalten lassen. Allerdings war selbst ein Givaan mancher Tage ritterlich und würde seine Gefährtin - ja, gottverdammt, sie war Sein und er Ihr, daran würde es nichts zu rütteln geben! - bis in den Tode schützen, sei es auch solch einem ... Anfänger gegenüber.
Givaan erinnerte sich an sich selbst, als er jünger gewesen war und seine Taten waren alles andere als ruhmreich. Ja, er meinte sogar sich an einen Überfall auf eine Leitwölfin und deren nachwuchs zu erinnern, doch war dies bereits lange Zeit her und die Zeit in diesem Rudel - ein seinem Rudel! - hatte ihn geprägt, die Schleier der Vergangenheit waren noch immer dunkel und giftig, doch inzwischen hatte er gelernt, sich zu zügeln. Wenn auch nicht ganz.
Einzig sein Blick allein schien dies zu bezeugen und er warf Dasan einen weiteren, warnenden Blick zu. Allerdings verhielt der Schwarze sich ohnehin recht besitzergreifend, doch war es ihm gleich. Wenn es bedeutete, dass er um Zanba kämpfen müsste, nun gut, er hatte lange nicht mehr gekämpft. An diesem Punkt strauchelten seine Gedanken und er erinnerte sich an Yakar Akiim. Nun gut, allzu lang war es wohl auch nicht her, doch hätte er nichts einzuwenden. Erst recht nicht, wenn es um die Liebe seines Lebens ging.
Kurz huschte sein Blick zu Zanba, kehrte jedoch, angereichert mit Misstrauen und Feindseligkeit, wieder zu Dasan zurück. Mochte er auch selbst kein Alphawolf mehr sein, das Blut eines solchen strömte noch immer zu vollen Prozenten durch die Adern Givaan´s und er würde sich dieses Privileg weder von Blizzard, noch von einem Streuner namens Dasan nehmen lassen. Und erst recht nicht den wohl besten Teil des Leitwolfranges: Zanba.

.oO( Hör auf, sie deine Gedanken bestimmen zu lassen, Weichling! )Oo.

dachte er grollend, doch gleichzeitig wusste er, dass er noch nie so intensiv gefühlt hatte, während dieser Zeit. manchmal war ihm, als würde er paranoid werden, manchmal, als sei er bereits verrückt. Diese Zeit der Ungewissheit nagte stärker an ihm, als er zeigte.
Er schüttelte seinen Kopf, knurrte Dasan nochmals mahnend an und überließ Zanba das sprechen.
Ihm oblag inzwischen nur noch insgeheim der Schutz des Rudels. Und natürlich Zanbas.



[Lauscht - Misstrauisch - Zornig - Misstrauisch gegenüber Blizzard - Wandert los - Denkt nach - Dasan - Neben Zanba ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Fr Jul 09, 2010 11:33 am

Jakara nickte Lubaya zu, erleichtert, weil diese damit einverstanden war, dass Kara es eigentlich war, die beeinflusst hatte, dass die weiße Fähe Heilerschülerin war, anstatt mit Lunasoleil jagen gehen zu können. Kara hatte Lubaya angesehen, dass diese sich offensichtlich nicht so wohl fühlte bei dem Gedanken, jetzt nur eine Schülerin zu sein. Doch sie sagte nichts dazu, sondern erklärte Lubaya in ihrem Lauf immer wieder Dinge über die Kräuter, die dann und wann aus der Schneedecke ragten. In ihr fühlte sie immer noch die lehrende Stimme Winonas, die ihr das alles einst erklärt hatte, bevor sie für immer das Rudel verlassen hatte. War Kara der Grund dafür? Dieser Gedanke plagte die Dunkelgraue immerzu, auch jetzt noch, nach all der Zeit.

Auch wenn sie neben Lubaya und mit dem Rest des Rudels lief, fühlte sich Jakara plötzlich einsam. Sie wünschte, Black, ihr Bruder, wäre jetzt da, wenn auch nur in ihrem Kopf mit seiner von ihr so geliebten Stimme, und würde sagen "Du bist nicht einsam, Jaki, Schwester! Und Winona- du weißt doch, dass sie nicht wegen dir ging!" Doch Black war für immer gegangen, ebenso wie Chazaar. Geblieben war nur Jakara, und ihre Liebe bis in die Ewigkeit, wie die Fähe sie sich doch immer gewünscht hatte.

Jakara stolperte über einen Ast, der vor ihr im Weg lag und wurde aus ihrer Gedankenwelt zurück in die Realität geschleudert. Sie merkte erst jetzt, dass sie wohl einige Zeit nur vor sich hingestarrt haben musste. Sie lächelte Lubaya entschuldigend zu und nuschelte, die Zähne zusammengebissen, damit die Kräuter nicht herrausfielen:

"Entschuldige, ich war nur in Gedanken... äh, ja... ich schätze, wir hören erstmal auf- bei einer Pause und am Großen See werde ich dir mehr zeigen!"

Damit schwieg die Wölfin mit dem schneeweißen Ohr wieder und folgte weiter Zanba.


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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 14, 2010 11:45 am

(Ähm Givaan... Blizzard hat nichts geheult. Er hatte es zu seinen Geschwistern gesagt gehabt, als sie schon los gegangen sind und er sich umentschieden hatte)

Blizzard lauschte den Worten seiner Mutter und nickte leicht als Zeichen, dass er ihre Worte vernommen hatte und auch verstanden hatte. Somit war es also entschieden, wer würde die nächste Jagd leiten.
Doch nach kurzem wanderte sein Blick fort von der sandfarbenden Fähe. Denn er spürte wie ihn jemand an sah, als würde dieser jemand ihm an die Kehle wollen. Seine himmelsblauen Augen verharrten auf dem schwarzen Hühnen. Seinem Vater. Es war nicht zu übersehen, mit welchem Blick der Jungwolf vom eigenem Vater angesehen wurde.
Dennoch blickte Blizzard kühl und unberührt zurück. Früher einst, hätte er leicht seinen Kopf gesenkt und seinen Vater für jenen Ausdruck bewundert. Aber dies war ein Mal gewesen. Nun war es anders! Der schwarze junge Wolf hielt den Blick stand, sah kühl zurück und wandte den Blick nicht annährend von Givaan ab.

Es war Realität das dieser nachtschwarze Wolf, der ihn drohend anblickte, sein Zeuger war. Doch eine andere war es, das Blizzard nun kein kleiner Welpe mehr war. Nein, er war größer geworden. Seine Muskeln waren unter dem dunklen Fell zu erkennen, wenn er ging. Die einst harmlosen Fangzähne, waren zu gefährlichen Waffen geworden. Nein, klein war er nicht mehr auch wenn er wahrscheinlich der jüngste in diesem Rudel war. Und sollte ihn vielleicht der Blick seines eigenen Vaters abschrecken?
Vielleicht sollte es, ja, aber auf eine seltsame Art und Weise lies es Blizzard kalt. Ja es juckte ihn nicht einmal.

Kaum das die anderen sich erneut in Bewegung setzten, schüttelte der Jungwolf kaum merklich seinen Kopf. Nein, er würde bleiben und selbst dann wenn Givaan - sein Vater, sein Zeuger, jener der ihm das Leben einst gab- sich zum Feind machen würde. Blizzard hatte sich entschieden, er würde bleiben und er würde die nächste Jagd anleiten um zu beweisen das er ein wahrhaftiger Wolf war.


[bemerkt Blick Givaans/ blickt kalt und unberührt zurück/ denkt nach/ setzt sich in Bewegung]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 14, 2010 12:20 pm


"Es ist herzzerreißend, nicht wahr? Nicht nur, dass er so TUT. Jetzt Ignoriert er dich. Er kann dich nciht mehr leiden. Du hast widermal jemanden im Stich gelassen. Jaja ... was soll ich noch sagen? Ich habe es immer gewusst. TAUGENICHTS! Versuch's gar nciht erst, dich gegen mich zu wehren, verweichlichtes Stück Dreck! Pah, ich habe es immer gewusst. Doch dein Vater hat mir nciht geglaubt. Wenn er wüsste was du getan hast. Jaja. Er wäre so stolz auf dich gewesen, hättest du das Karibu nach Haue getragen. Dema hätte dir geholfen. Doch du hattest nichts anderes im Sinn als in zu töten. Du dummes Stück Dreck ... Warum wehrst du dich nicht, Kriegerin? Wolltest du nicht gegen mich kämpfen und dein Ding machen? Haha ... ich wusste das du früher oder später nachgibst. Hach, Magai. Was soll ich mit dir machen? Weiterhin auf dich einreden wird wohl nichts nützen. Du nützt den anderen nichts mehr. Weißt du wo sie sind? Sie sind vor dir weg gelaufen. Sie wollten dich los haben - verstehst du? Sie haben dich erkannt. Entdeckt - entlarvt. Sie wissen was du getan hast. Denkst du etwa, dich will noch einer wiedersehen? Pah!! Die Kleine Braune ist gegangen. Sie braucht dich nicht. Nein, als Freundin bist du ihr EGAL. Mhm ... und der große Schwarze. Denkst du ein Krieger beschützt seinen eigenen Feind? Das wäre gegen alle Naturgesetze. Und wer ist noch da ... lass mich überlegen ... NIEMAND?"

Magai hatte sich zurückgezogen, um wieder klar durchdenken zu können. Doch die Worte ihrer Mutter schlichen sich immer mehr ein, je länger sie abseits des Rudels war. Sie hatte sich selber aufgeben. Sie hatte ja recht. So recht. Wer brauchte sie schon? Alle hatten mit sich selbst zu tun. Anfangs hatte sie diese Gedanken mit einem Knurren vertreiben wollen. Vergeblich. Es hatte und hatte nichts genutzt. In dieser Verzweiflung schwand ihre Kraft, sie wurde schwach, hungrig. Ihre primären Sorgen waren nun ihre soziale Inkompetenz. Damit hatte sie in den letzten Monaten ja so viele Probleme gehabt. Nun kam alles auf einmal hoch, es musste sich entladen. Unter Krämpfen wand sie sich unter einem dichten Gebüsch, damit sie keiner erspähen konnte - dachte sie. Tatsächlich war es aber ein hagerer Strauch. Die Augen, der Verstand, alles, einfach alles spielte mit ihr verrückt. So allein gelassen. Es hatte ihr nciht gut getan, dass sie vom Rudel abgewandert war. Langsam stand sie mit wackligen Beinen auf. Weitergehen? Es schien unmöglich. Die rettende Idee war einfach: Kräuter im Alleingang finden und sich von Krämpfen befreien oder zum See laufen. Aber wie würde sie dorthin gelangen? Sie wusste weder Weg, noch wo die anderen waren. Verdutzt umschauen war jetzt das einzige was sie tun konnte, um Hoffnung zu erlangen und die Chance bekommen, weiter zu suchen.
Doch nichts als ohnmächtige Schauer, weit und breit. Stöhnend und erschöpft sank sie zu Boden. Oh grausame Welt ..... Magai war ein purer Pechvogel, dass musste man so sagen.

Glücklich war sie angekommen, bis sie sich so verändert hatte. Was sollte sie tun? Heulen? Ob es einer vernehmen würde? Aber wer konnte die kräftige Fähe tragen, ihr helfen? Raayu war nicht mehr da, er hatte sie verlassen. Es war doch reiner Schwachsinn gewesen, sich seiner anzunehmen. Zanba, Givaan, Tessyra? Die waren alle mit ihren Liebsten beschäftigt. Keiner war noch auf dem Erdenrund, der ihr helfen konnte. WOLLTE.

Ihre einzige Chance: laufen und heulen. Und sie tat es. Lief, so schnell ihre müden Pfoten sie trugen, heulte, so laut wie ihre Kehle es erlaubte.
Oh, Schmerz. Einziger Begleiter in diesen Stunden. Ja, sie war anders geworden. Melancholischer. Trübsinniger. Sogar aggressiver - gegen ihre Mutter und sich. Die Gedanken quälten sie zu sehr. Das letzte Heulen verließ ihre Kehle. Es war kratzig, trotzdessen markant. Sie fiel. Nicht nur auf den Boden, die Gedanken machten es ihr schwer, aufrecht zu bleiben. Die Vorderbeine knickten nach unten, die Hinterläufe folgten.

Und ihre einziger Wille war: Leben.

[ist kurz vorm Nervenzusammenbruch]


[Ich kann wieder angespielt werden ;)]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Sa Jul 17, 2010 9:19 am

Tessyra hatte ihren Blick weiterhin Zanba Zugewand. Sie hoffte, nein, sie wusste, dass Zanba ihren Gefährten aufnehmen würden. Oder? Die Zeit verstrich, Sekunden vergingen. Und dann hörte sie Zans Antwort. Tujaro durfte bleiben. Tess spitzte erfreut die Ohren und ihre braunen Augen blitzten kurz auf. Die braune Wölfin pendelte leicht mit der Rute und blickte ihren Gefährtin und ihre Freundin an. Aber etwas fehlte. Suchend ließ Tess ihren Blick schweifen. Magai war nicht da. Wo war sie? War sie weggelaufen? Die Gedanken der Fähe wurden je unterbrochen, als erneut Zanbas kräftige Stimme ertönte. Die weiße, Lubaya, wurde von Zanba zu Jakaras Schülerin unterwiesen. Tess wand sich kurz der weißen zu und musterte sie. Ihr fiel wieder ein, dass die Fähe mal mit ihr geredet hatte. Aber dann war sie weg gewesen. Also blickte die Wölfin wieder zu Zanba, um weiter ihren Worten zu lauschen. Die nächsten Worte jedoch lösten in ihr ein unwohles Magengefühl aus. Zwei kluge Köpfe? Sie konnte sich bereist denken wer diese waren. Givaan. Da lag sie richtig. Und der zweite musste Magai sein. Oder auch Raayu, der ebenfalls Beta war. Ja, Mag hatte sich um Zanba gekümmert. Als Tess es nicht getan hatte. Und Raayu war Givaan zur Seite gestanden und hatte alles für das Rudel getan. Und sie hatte es nicht gemacht.

Ob die braune Wölfin je wieder ein Vertrauen zu der Alpha aufbauen konnte? Ob sie irgendwann wieder angesehen wurde? Sie vergrub die Schnauze in den Pfoten und schloss die Augen. Zanba machte eine kurze Pause, ehe sie weitersprach. Aber die nächsten Worte der Alpha musste Tess ersteinmal verdauen. Sie zuckte zusammen und riss wieder die Augen auf. Sie ... war eines der Mitglieder im Rudelrat? Langsam hob die Fähe den Kopf. Sie sollte zu Zanba gehen? Sie? Die schmutzige, braune Fähe mit den wunden Ballen, die ihr Rudel, indme sie Beta war, einfach im Stich gelassen hatte? Und dabei wollte sie gehen. Nun schienen alle Fäden sie hier zu lassen. Tess erhob sich langsam und erklomm mit einem einzigen Satz den Hochfelsen, auf dem Zanba stand. Unsicher blieb sie neben ihrer Alpha stehen. Sie ließ beinahe schüchtern ihren Blick über das Rudel schweifen und kam mit ihrem schmutzigen Fell nicht richtig vor. Sie schluckte kurz, aber Zanba sprang bereits wieder anmutig vom Hochfelsen hinab. Tess tat ihr nach, wenngleich es bei ihr nicht so elegant aussah. Sie lief hinter Zan her und neue Energie schoss ihr durch die müden Beine, ließ sie schneller laufen. Freude durchströmte ihr langsam heilendes Herz. Plötzlich schien für sie alles wieder gut zu werden. Und dabei hatte sie doch so fest geglaubt, dass ihr Leben kaputt sei.

Ein Heulen ließ Tessyra zusammenfahren. Wer war das? Die Fähe wurde langsam, bis sie schließlich stand. War das ... Magai? Tess musste dem heulen folgen. Sie konnten Mag doch nicht einfach zurücklassen. Die Silbergraues Fähe war immernoch ihre Freundin. Tess folgte ihrem Geruch und dem leisen Heulen. Und da war sie, lag alleine auf dem Bauch. Was war mit ihr? Leise winselnd trat Tessyra zu ihrer Freundin, stupste sie mit der Nase an die Halsbeuge. Schließlich legte sie sich neben sie und leckte ihr liebevoll das silbergraue Fell.

"Mag! Was ist mit dir? Komm, wir müssen zurück zum Rudel."

Meinte sie leise und drückte ihren Leib gegen Mags um sie dazu bewegen, aufzustehen.


[Hört Zans Worte; erstaunt; neben Zan | Läuft los; bemerkt heulen; bei magai]
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BeitragThema: Re: Kapitel 6 - Der Große See   Mi Jul 28, 2010 9:23 am

Aufmerksam lauschte Zanba den Worten des schwarzen Rüden, der sich als Dasan vorstellte. Sie schien nahezu überzulaufen vor guter Laune. Woher diese kam und weshalb sie nun in jeder Fasan Zanba's Körper's prunkte, war ihr selbst nicht ganz klar, aber sie genoss es. Sie genoss das Kribbeln, das zärtlich über ihre Haut fuhr und ganz und gar nicht den kalten Schauern ähnelte, die die tiefen Minusgrade verursachten. Sie spürte etwas wie Wärme, die von innen hinaus kam und von dem samtenen Rot der untergehenden Sonne unterstrichen wurde. Vor sich sah die Wölfin unentwegt den Großen See, sie sah, was Lunasoleil ihr in ihrem Traum gezeigt hatte, sah das Glitzern der Sonne, die sich auf dem Eis spiegelte. Kaum verschwendete sie einen Gedanken daran, dass etwas sie vom Ziel abbringen könnte und versuchte somit auch krampfhaft, die Schmerzen in jedem ihrer Gliedmaßen zu vergessen, versuchte, diesen riesigen Hunger zu unterdrücken. Und dabei spürte sie, dass ihre Flanken deutlich eingefallen waren und sie in der letzten Zeit einiges an Gewicht verloren hatte. Doch durch ihren dicken Winterpelz fiel es nicht auf, dass ihre Beckenknochen bereits vortraten. Möglicherweise ging es auch den anderen Wölfen so.

“Man taufte mich Zanba. Es ist mir eine Ehre, dich in meinen Reihen begrüßen zu können.“

Beinahe naiv fällte die Leitwölfin diese Entscheidung. Es würde wohl einen Feind im Rudel bedürfen, um sie Vorsicht zu Lehren. Doch zuvor war es immer Givaan gewesen, der die Neulinge eingeschüchtert und unter seine Fittiche genommen hatte. Er war es gewesen, der die Gabe hatte, zu entscheiden, wer Freund und wer Feind war. Eine Gabe, die Zanba sich nun antrainieren musste. Nur den Bruchteil einer Sekunde verurteilte sie sich wegen dieser blauäugigen Entscheidung, bevor sie wieder von diesem unausweichlichen Optimismus übermannt wurde. Gerade, als sie weiter traben wollte, hörte sie ein entsetzliches Heulen und fuhr herum, die Nackenhaare zu Berge gestellt. Sofort erkannte sie, welchem Wolf dieses Klagen gehörte, welcher Kehle es entronnen war. Magai, nun Botschafterin des Rudels. Wut kam in Zanba aus, grundlose und unnütze Wut. So sehr war sie darauf aus, endlich den Wald am See zu erreichen, dass sie gar schon Zorn empfand, wenn ihre Freundin in Not war. Denn es hielt die Reise auf. Entsetzt vor sich selbst schüttelte die Wölfin den Kopf und wandte das Wort an Givaan.

“Ich bin gleich wieder da. Führe Du sie weiter. Sie brauchen einen klugen Wolf an ihrer Spitze.“

Erst, nachdem sie sich mit einigen geschickten Sätzen in Richtung Magai gemacht hatte, fiel ihr ein, dass ihr Gefährte nicht länger Leitwolf war. Sie hoffte nur darauf, ihm jetzt diese Verantwortung in die Pfoten legen zu können. Hoffte, dass er sie nicht mit Groll zertrampeln würde. Und da kam eine Sehnsucht in Zanba auf. Eine, die sie immer gefürchtet hatte und die nun alles andere übertönte. Sie wollte wieder mit ihm sein, wollte ihn wieder lieben können, wie sie es zuvor immer getan hatten. Das Rudel zerrte an ihren Kräften und sie hoffte, dass Givaan, dem es so schwer war, Wärme zu verspüren, seine Gefährtin nicht aufgeben würde. Und sie versprach sich, sollten sie endlich ein Winterquartier gefunden haben, würde sie mehr Zeit Givaan widmen. So sehr vermisste sie seine Nähe, vermisste seinen wärmenden Pelz, vermisste seinen süßen Duft, aber vor allem vermisste sie seine Unterstützung als Leitwolf. Vermisste den Wolf, der sich einst mit ihr aufgemacht hatte, um dieses Revier für sich zu erobern. Denn ein Teil von Givaan schien mit Yakar Akiim gegangen zu sein und innigst hoffte Zanba darauf, diesen Teil zurück gewinnen zu können. Doch auch wenn ihr dieses Unterfangen nicht gelingen würde, sie würde ihn trotzdem lieben.

Als die Wölfin Magai erreichte, sah sie, wie unendlich müde diese aussah. Ausgelaugt, mit den Kräften am Ende. Ein kalter Schauer fuhr ihr über den Rücken, als sie all die Schmerzen sah, die in ihrer Freundin tobten und sie zerfleischten. Der Drang, ihr zu helfen, war groß und zerrte an Zanba. Sanft drückte sie sich gegen Tessyra und augenblicklich wurde ihr wieder warm. Dann leckte sie Magai übers Ohr und winselte fragend. Was war wohl der Grund, weshalb sie zusammengebrochen war? Dabei hatte sie sich doch vor Kurzem noch so sehr für das Rudel eingesetzt. Besorgt kuschelte sie sich an ihre beiden Freundinnen. Gerne wäre sie länger so verweilt, doch sie war nicht gekommen, um sich auszuruhen, sondern um Mag zurück zu holen und die Reise fort zu setzen. Auf einmal erreichte die Nase der Leitwölfin ein abartiger Geruch, der sie an Tod und Verwesung erinnerte. Etwas Bedrohliches ging von ihm aus, doch so plötzlich wie er gekommen war, verschwand er auch wieder. Trotzdem hatte sie das unangenehme Gefühl, beobachtet zu werden. Beinahe hatte das Rudel nun den Fuße der Berge erreicht und einzelne Bäume standen hier und da, doch sie konnte weder Spuren im Schnee, noch irgendwelche Schatten entdecken.

(Ein Hirngespinst)

Sagte sie sich und wandte sich dann zu Magai. Das Bedürfnis, endlich zurpck zum Rudel zu kommen, war nun angeschwollen.

“Hey, Mag. Hör mir zu. Ich weiß nicht, was in dir tobt, doch ich sehe den Schmerz in deinen sanften Augen.“

Vorsichtg drückte sie ihre Nase an die der Freundin, bevor sie fort fuhr.

“Magai. Du hast so ein reines Herz, das weiß ich. Und auch, wenn du dich einsam fühlst, allein mit deiner Vergangenheit, so bist du doch Teil des Rudels und wirst es immer sein. Fortlaufen ist keine Lösung, sich zerfleischen lassen ebenso wenig. Aber Thor gab uns Mäuler, um zu sprechen, gab uns Wärme, um zu lieben und gab uns Zeit, um Wunden heilen zu lassen. Nutze diese Güter, liebe Magai. Und nun komm wieder zurück, ohne dich wollen wir nicht weiter ziehen, denn einst sagte mir eine weise Wölfin, dass wir keine Einzelkäpfer sind, sondern eine Gemeinschaft. Und in einer Gemeinschaft lässt man sich nicht zurück. Komm mit, Mag.“

Zärtlich half Zanba ihr auf und verschwand, bevor sie etwas auf ihre Worte erwidern konnte. Aber sie hoffte, dass Magai nun zur Vernunft kommen und mit Tessyra wieder zurück zum Rudel kehren würde. Dort angekommen lief die Leitwölfin zu ihrem Gefährten, dessen kalte Blicke ihr nicht entgangen waren, als sie verkündet hatte, dass er nun Rudelrat sein würde. Fand er es denn so schrecklich, dass sie seine Unterstützung benötigte? Aber war es denn schön, zu wissen, dass er gezwungen war, ihr zur Seite zu stehen?

“Verzeih mir, dass ich Dich bat, mir als Rat beizustehen. Natürlich hast Du das Recht, diesen Rang abzulehnen.“

Sich schämend blickte sie zu Boden, fast wie ein junger Wolf, der Mist gebaut hatte.

“Aber momentan geht alles drunter und drüber, wie Du es sicher mitbekommen hast und es kommt mir vor, als gäbe es niemanden, der mir so Nahe steht wie Du, niemanden, der mich so gut kennt. Und deshalb verlangt mein Herz danach, Dich in meiner Nähe zu haben, so häufig es geht. Seid Du entschieden hast, den Posten als Leitwolf nicht mehr vertreten zu wollen, kommt es mir vor, als wärst Du von mir fort gerückt und ich fühle mich einsam und verlassen.“

Sie plauderte einfach alles hinaus, was sie bedrückt hatte und merkte, wie naiv sie doch die ganze Zeit gewesen war und es nun immer noch war.

“Aber wie Du schon sagtest, ich muss es akzeptieren. Und so übe ich mich in Toleranz, ununterbrochen. Aber Du fehlst mir trotzdem. Es tut mir leid, wenn ich Dich deshalb verletzt habe. Ich liebe Dich, Givaan. Verzeih mir mein unüberlegtes und naives Handeln. Ich bin ein wenig verwirrt in letzter Zeit.“

Sie seufzte erschöpft und hatte noch immer den Blick zu Boden gerichtet, wo ihre Pfoten tiefe Furchen in den Schnee drückten.

“Vielleicht sollten wir unsere Kräfte erst einmal an Kaninchen und anderen kleineren Tieren auffüllen und anschließend Jagd auf größeres Wild machen. Ich denke, wir sind alle müde und erschöpft. Was meinst du?“

Voller Hoffnung blickte sie ihn an. Hoffnung darauf, dass er ihre Frage nicht abweisen würde. Nun brauchte sie seinen Rat, brauchte seine starken Pfoten, um ihr Halt zu geben. Ob er das verstand oder ob es ihn erneut zornig machte, dass er nicht behandelt wurde wie ein Delta-Wolf? Irgendwo in sich drin schämte sich Zanba dafür, dass sie glaubte, ihn verloren zu haben, nur weil er nicht mehr denselben Rang hatte, wie damals. Schließlich war er noch derselbe Wolf, hatte denselben Charakter und es war sein Wunsch gewesen, behandelt zu werden wie all die anderen Wölfe im Rudel. Wie dumm von ihr, dass sie ihn nicht erfüllen konnte, obwohl sie ihn doch so gerne glücklich machen wollte.


[antwortet Dasan | geht zu Magai & redet mit ihr | redet mit Givaan]

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x female x 5 years x leader x lovely flower x
♥️ Givaan ♥️

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Kapitel 6 - Der Große See

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