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 Kapitel 5 - der Aufschlag

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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Sa Mai 29, 2010 6:22 pm

Lubaya. Dies ist ihr Name. Wie ein Feuer was in ihr lodert ist sie eine Löwin, wie ein Kristall sieht sie zerbrechlich aus. Keineswegs nach einer guten Kämpfernatur.
Sie ist ein Wolf, mit Stärken und Schwächen; Vorlieben und Abneigungen. Positiv wie Negativ. Alles der gleichen. Einfach sie selbst. Sie ist nicht Perfekt. Das ist niemand. Ihrer Meinung nach. Außer ein Wolf, den sie nur noch nicht kennen lernte. Doch wie bald könnte das nur kommen? Jeder Zeitpunkt war möglich. Auch diese Sekunde. Am Morgen, noch recht war, wo die Blätter flogen, mit jedem Windstoß.
Sie suchte ein Rudel, diese weiße Fähe. Wie wunderschön sie doch war! Sie, mit ihren Bernsteinfarbene Augen, die so Hilfesuchend aussahen, so hilflos, so anflehend. Oder auch grausam und schrecklich. Alles. Sie konnte mit ihnen sprechen. Ja so sah es aus. Ebenso wie mit ihrem Maul, was aus feinen, scharfen Zähnen bestand. Ihr Fell, so schneeweiß und glatt. Es lud einfach zum kuscheln ein!

Sie besann sich ihrem Wege. Wählte ihm. Folgte ihm. Einfach irgendwo hin. Irgendwo wird sie schon nach etwas fündig. Nur wie bald? Sie könnte Jahrelang in diesem kühlen Wind laufen, der ihr durchs Fell gleitete und sehen, wie die Bäume neben ihr zu Boden fallen. Der Wind ließ es einfach nicht anders zu.
Ihr Tempo war schnell, unentwegt. Eine gleichförmige Bewegung wurde daraus und die Ausdauer ließ nicht nach. Solang sie lief war sie Frei. Das was sie wollte. Einen Moment genoss sie die Einsamkeit, in der sie machen konnte, was sie wolle. Heulen, Kämpfen, Lachen. Alles, was sie in dem Moment gerade machen wollte. Einfach alles. Doch wie sehr strebte sie nach einer Gemeinschaft? Zu lang lebte sie bisher einsam und allein. Nur einmal durfte sie von dem Anblick und Miterleben eines Rudels kosten. Dort lehrte sie Respekt, der ihr sonst fremd war. Eingebildet war sie. Strebte nach Macht, wie ihr Vater es tat. Niemand wollte so jemanden. Warum auch? Jemand, der die Alpha wie eine Untertanin behandeln würde; es tat.
Ihr Vater war immer so jemand gewesen. Ihre Mutter treu, allerdings nie mit dem Anblick einer starken Fähe, die sie locker mal eben umbringen könnte.

Immer und immer weiter lief sie dem Weg ins Ungewisse entlang. Sah die Blätter zu Boden fallen, spürte den Wind durch ihr Fell wehen, roch die Morgenluft.
Ihr Tempo hatte sich noch immer nicht gesenkt oder nur ansatzweise geändert. Ob sie einem Rudel begegnen würde? Lange hatte sie keins mehr gesehen. Zu lange. Nun hatte sie sich wieder an die Einsamkeit gewöhnt. Was ihre Eltern da für eine Schande angerichtet haben!
Wie sie da nun lief, witterte sie nach einiger Zeit ein Rudel. Groß oder Klein? Ihre Nase vermochte es ihr zu verschweigen.
Langsam und mit Vorsicht ging sie diesem Rudel entgegen. Versteckte sich vor den Wölfen, die sich dort als Rudel aufhielten. Der Alpha hatte so eben jemanden getötet. Doch wen? Was war vorgefallen, dass ein solches Geschöpf ermordet wurde?
Wut stieg in ihr auf. Bedauern, trauer, leid. Alles mögliche. Dieses Rudel hätte sie niemals finden dürfen. Niemals.


[Lubaya allein | Läuft durch den Wald - trifft auf das Rudel - versteckt sich]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   So Mai 30, 2010 11:19 am

Luna blieb stehen, als sie das Ende des Ereignisses mit ansah. In ihren Augen spielte sich wieder der Kampf ab, den sie erst vor ein paar Tagen durchlebt hatte. Blankes Entsetzen und Abscheu. Diese Gefühle konnte man in ihren Augen lesen. Sie wandte den Kopf von dem Geschehen ab. Warum musste ausgerechnet ihr das immer passieren? War sie den mit dem Verlust ihres Rudels, ihres Partners und ihrer Kinder nicht schon genug gestraft? Warum musste sie jetzt auch noch diesen Kampf mit anschauen. Die Fähe schüttelte den Kopf. Sie verstand die Welt nicht mehr. Es kam ihr so vor, als wenn alles in ihrem Leben seit diesen Verlusten schief ging. Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf. Was ist nur aus dieser Welt geworden? Bestand diese Welt nur mehr aus Hass, Kampf, Ruhm und Ehre? Oder kam es der Fähe nur so vor? Sie wusste es nicht. Die Wölfin setzte sich auf ihre Hinterläufe und ihr Blick war auf den schwarzen Rüden gerichtet, welcher blutüberströmt dastand und ein grauenvolles Lied des Triumphes aus seiner Kehle ertönen ließ. Als er seinen Blick durch die Menge schweifen ließ, sah Luna, wie alle ihr Haupt senkten. Vor lauter Angst senkten sie es. Alle. Alle bis auf sie selbst. Doch die Wölfin starrte den Rüden noch immer an. Sie verschwendete keinen Gedanken daran, vor einem Wolf das Haupt zu senken, wenn sie diesen nicht einmal kannte. Aus ihrem Blick verschwand das Entsetzten und neben Abscheu machte sich jetzt aus unerfindlichen Gründen Hass breit. Hass aus diesem Grund, weil die Fähe nicht wusste, warum diese zwei Monster miteinander gekämpft hatten.

Plötzlich fing der Boden unter ihren Füßen an zu schwanken. Sie stand auf und entfernte sich schnell von den anderen. Als die Fähe sich etwas entfernt hatte, wunderte sie sich, dass es ihr auf einmal so schlecht geht.

„Liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich nicht wirklich ausgeruht hatte. Oder daran, dass ich seit Tagen keine ordentliche Mahlzeit mehr hatte.“

Kurz nachdem diese Worte aus ihrem Mund kamen, gaben ihre Füße nach, sie brach bewusstlos zusammen und wurde von der Dunkelheit in Empfang genommen.

Finsternis umfing die Fähe. Luna wollte sich wehren, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Ein seltsamer Geruch stieg ihr in die Nase. Sie erkannte ihn. Es war das Blut, welches sie noch vor ein paar Tagen in ihrem Fell gehabt hatte. Das Blut ihrer Rudelmitglieder. Das Blut Athabas und ihrer Kinder. Und das der Streuner, welche sie zur Strecke gebracht hatte. Sie versuchte, die Augen u öffnen, doch es gelang ich nicht. Ihre Lider waren schwer, als wären sie aus Blei. Sie wehrte sich mit aller Kraft. So kam es der Fähe zumindest vor.

Als sie es endlich schaffte, sah Luna Athaba und ihre Kinder vor sich.

oO(„Steh auf Luna. Du bist noch nicht bereit, in das Reich der Toten zu gehen. Noch nicht.“

Athabas Stimme klang wie eine Bitte, aber auch wie ein Flehen.

„Ich weiß, dass es schwer für dich ist, doch es ist auch schwer für uns. Wir leiden. Genau wie du. Doch du lebst noch. Lass es nicht so zu Ende gehen!“

Er schaute sie an. Seine Augen schienen zu lächeln, auch wenn seine Gesichtszüge nicht danach aussahen. Zögerlich nickte die Fähe. Dann verschwommen die Bilder vor ihren Augen.)Oo

Luna schlug die Augen auf. Diesmal war sie wirklich wach. Es kam ihr vor, als wäre sie Stunden so dagelegen, obwohl gerade einmal ein paar Minuten verstrichen waren. Mühsam erhob sie sich auf ihre Läufe. Die Fähe blieb zitternd stehen und sie schüttelte den schneeweißen Kopf. Ihre Augenlider zuckten noch leicht, doch es ließ nach ein paar Sekunden nach. Plötzlich sah sie eine Fähe, welche sich den Rudel genauso zaghaft näherte, wie sie selbst es noch vor ein paar Minuten getan hatte. Die Wölfin versteckte sich, doch Luna schritt langsam und mit hämmerndem Kopf auf genau diese Fähe zu.


[ redet mit sich selbst / geht weg, als ihr schlecht wird / bricht zusammen / träumt von Athaba und ihren Kindern / wacht auf / sieht eine fremde Fähe ( Lubaya ) auf das Rudel zu schleichen und sich verstecken / geht zu ihr hin ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Mo Mai 31, 2010 7:05 am

Nur widerwillig und elendig langsam wie es schien senkte das massige, blutüberströmte Haupt des Roten sich wieder und gewährte dem Rudel einen Einblick in jenen Irrsinn, den so viele naiv und leichtgläubig als schlichten Rivalenkampf abtaten. Dass dem jedoch nie so gewesen war, hatte er nun bezeugen können und noch immer schien ihm Blick des roten Dämons jener Wahnsinn zu tanzen. Nochmals und als wolle er durch eben jene Geste bestätigen, was ohnehin bestätig war, packte der Hüne den Leichnam des Anderen grob im Nackenfell, spürte das langsam trocknende Blut in beiden Fellen und sog den Geruch des Sieges gierig in die empfindliche Nase.
Knirschend und knackend gaben die Knochen des Geschlagenen nach, barsten und spießen Fell und Fleisch auf. Doch jenes Fleisch würde gewiss nichts mehr spüren, denn es gehörte dem nun den Toten angehörenden Yakar Akiim. Was unmöglich schien, war dem Leitwolf der Children of the Moon gelungen und dieser Gedanke bestärkte ihn nur weiter in seinem Handeln. Beinahe wie nebenbei hatte er erhalten, was er verloren, jedoch nicht vollständig vergessen hatte: Erinnerungen. Sie gehörten wieder zu ihm, doch der Dämon, welcher in ihm hauste, trieb ihm auch den letzen Rest Freundlichkeit aus.

Blutüberströmt und mit gefletschten Lefzen kehrte er dem toten Rivalen nun den Rücken zu, richtete seinen bohrenden Blick auf jeden einzelnen Wolf des Rudels und bemerkte jene zwei weiße Schemengestalten, welche meinten, durch das Verbergen des eigenen Körpers auch gleichsam ihre Präsenz zu verbergen. Für jene Wölfe hatte der schwarze Dämon jedoch lediglich ein verachtendes Schnauben übrig. Wer es sich nicht wagte, ihm gegenüber zu treten, der war es nicht wert, sich seinem Rudel anzuschließen. Der gelb stechende Blick glitt weiter, verharrte kaum und doch stach ihm sogleich ein bitterer Dorn des Zorns, welcher ihn daran erinnerte, wie hinterhältig dergleichen Bindungen waren. Also blickte der finstre Gesell aus kalten Augen kurz über Gefährtin und Freund hinweg, dann stach er regelrecht nach jenem Jungwolf, den er zuvor als Givaan in jenem Rudel gesehen hatte, dessen Leitwolf nun tot zu seinen blutigen Pranken lag.
Mit langen, kampferprobten Bewegungen glitt er einer tödlichen Schlange gleich auf eben jenen Jungwolf zu. Er würde kurzen Prozess mit jenem Wolf machen, wie zuvor mit dem Vater. Doch ein kurzer Blick in dessen durchaus unsicheren Augen und eine kurze Erinnerung flammte auf. Der Jungwolf war zurück gewichen, als sein Vater angegriffen hatte. Zwar dominierte das blutige Verlangen, die Kiefer aufzureißen und dem Welpen vor ihm das Leben regelrecht auszutreiben, doch ein kurzer Gedanke ließ ihn höhnisch und eiskalt lächeln. Ohne jegliche Freude.

»Dein Name, Welpe?«

befahl er mit unnachgiebiger Stimme. Stahlhart ruhte sein Blick auf dem schwarzen Jungwolf, beobachtete jeder der Bewegungen genau und würde ihm somit - und den Umstehenden gewiss ebenso - das Gefühl geben, vollkommen entblößt zu sein. Jeder kleinste Fehler würde gesehen werden und nicht selten zerbrachen Wölfe bereits unter dieser psychischen Last. Ein blutiges Lächeln glitt schwach über die blutigen Lefzen, welche zart vibrierten und von einem dunklen, drohenden Knurren begleitet wurde.
Ohne dabei den Kopf zu wenden, erhob er seine monströse und dröhnende Stimme, wohl wissend, dass beide Fähen, welche den Irrweg gingen und glaubten, ungesehen wieder davon schleichen zu können, ihn ebenso gut verstanden wie der Rest des Rudels. Der kalte Unterton begleitete die Stimme ebenso wie die ungehörte, aber dennoch präsente Stimme des Dämons, welcher nun Teil Givaans war. Was viele gewiss keineswegs glauben mochte, war die Tatsache, dass dieser Dämon bereits seit dessen Geburt in dem rabenschwarzen Herzen des Rüden lebte, bis dahin jedoch nie erschienen war. Zumindest gab es keine Zeugen.

»Die vermeidlich Verborgenen täten gut daran, sich zu offenbaren. Feigheit wird hier ungern gesehen.«

Er wusste, ob sie sich offenbarten oder nicht, dass lag ganz bei den zwei weißen Fähen, welche gewiss Geschwister waren. Dass es ihm jedoch egal war, ob sie sich offenbarten, zeigte seine noch immer zu Aralez gewandte, hünenhafte Gestalt nur allzu deutlich. Somit hätte er wenigstens eine zweite Jagd. Zudem könnte er sich in seiner ersten Beurteilung sicher sein: diese Fähen waren zu feige, um sich seinem Rudel - und somit ihm - anzuschließen und zu unterwerfen.
Ein dunkles, allzu bekanntes Schnauben ertönte und der Blick des blutroten Schwarzen durchbohrte nun wieder in vollster Intensität den Jungwolf.
Dieser würde gewiss nicht allzu leicht davon kommen, sollte er die Möglichkeit `Flucht´ in Betracht ziehen.



[Beobachtet - Aralez - Spricht zu ihm - Spricht indirekt auch zu Lubaya & Lunasoleil - wartet ]

((Sorry Leute. Es ist nicht viel, doch möchte ich Aralez, Lunasoleil und Lubaya die Möglichkeit bieten, auf uns zu treffen. Wobei eine Erinnerung seitens Aralez wohl angebracht wäre. Sofern jemand sie persönlich kennt ... Ihr kennt die Aufgabe ,) ))

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Mo Mai 31, 2010 11:40 am

Luna verharrte in ihrer Bewegung, als der rabenschwarze Rüde sie und die andere fremde Wölfin aufforderte, sich zu zeigen. Sie konnte in seinen Worten hören, dass sie zwei Möglichkeiten hatten. Umkehren und verschwinden oder dem Wolf entgegentreten, sich seinem Rudel anschließen und vielleicht Teil dieses Rudels zu werden. So hatte die Fähe es selbst auch immer gemacht. Jedoch war ihre Weise, wie sie die Wölfe einlud, immer freundlich gewesen. Doch nach diesem Kampf erwartete sie nichts anderes als solche Worte.

Trotzdem entlud sich in ihr Hass, als der Rüde auf den Jungwolf zuschritt und ihn irgendwie mordlustig anstarrte. Auch wenn sie nicht wusste, warum dieser Wolf es tat, wollte sie am liebsten dazwischen gehen und den schwarzen Jungwolf vor diesem Monster bewahren. Doch die Fähe beherrschte sich und schritt langsam, mit federnden Schritten durch die Menge. Direkt auf den schwarzen und blutüberströmten Rüden zu. Ihr Haupt hoch erhoben und ihre Stimmte voller Zorn und Selbstsicherheit. Ihre Stimme klang fordernd.

"Nenne mich wie du willst, doch keinen Feigling. Du kennst mich nicht, wer erlaubt dir also, so zu urteilen? Woher nimmst du den Frevel, mich einen Feigling zu nennen? Gefällt es dir, wenn man dich etwas nennt, was du nicht bist? Ich denke nicht. Also wähle deine Worte bitte mit Bedacht!"

Die Fähe wusste, dass es manchen respektlos erschien, einem anderen Alpha so entgegen zu treten, doch ihre Worte waren keinesfalls respektlos. Sie setzte sich schweigend und wartete. Schaute zwischen den zwei Wölfen hin und her, jedoch ohne den Kopf zu bewegen. Sie wusste nicht, ob dieses Monstrum bemerken würde, dass sie selbst eine Alphera war. Auch wenn das Rudel jetzt nicht mehr bestand, strömte sie diese Aura noch aus. Es war auch erst ein paar Tage her, seit sie das Rudel zerbrechen sah. Geduldig wartete sie auf die Antwort des Rüden. Und auf die Reaktion von ihm.


[ bei Givaan, Lubaya und Aralez l bleibt stehen - denkt - geht zu Givaan & sagt etwas zu ihm - setzt sich und wartet ]


Zuletzt von Lunasoleil am Di Jun 01, 2010 12:49 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Di Jun 01, 2010 9:19 am


Mag wand entsetzt das Gesicht ab, als Raayu begann sich auf den Rüden zu stürzen. Mag wand das Gesicht ab, als Givaan mit seiner Brutalität einen anderen Rüden tot biss. Es war ein regelrechter Kampf der Titanen, Berg gegen Berg - Monster gegen Monster. Obgleich beide lebig waren, schienen sie wie schwarze Schatten die sich gegenseitig zu töten versuchten bis einer der Schwarzen siegte - es war ihr Leitwolf gewesen, Givaan. Jener hatte mit kräftigen Bissen und einer guten Taktik den Gott Akando beschworen der sich sogleich die Seele des anderen holte. Doch bei ihm schien es so, als holte sich der Herrscher der Finsternis lediglich ein Stück verkommenes Fleisch, da von dessen Seele wenig übrig geblieben war - der Hass hatte sie langsam aufgefressen. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie das festzustellen wagte. Und schon bald war es nicht nur die Seele, die dahin war. Knirschend zermahl Givaan mit seinen langen Zähnen die Knochen und alles irdische an diesem Rüden. So viel Grausamkeit an einer Stelle schien unmöglich. Nur schlechtes war an diesem Rudel! Tot, Hass, Kampf. Viele verließen das Rudel, verschwanden, starben. Katastrophen wie Höhleneinstürze kamen auf sie zu! Wozu hatte Mag das verdient? Warum war sie gerade in eben dieses Rudel gegangen?
Was war geschehen seid sie hier war?

Devota ging, die Fähe mit den Schmerzen im Bein. Tujaro ging, spurlos verschwand er bei dem Höhleneinsturz. Ob er erschlagen wurde? Netis sah sie nicht mehr, den kleinen Rüden. Momala war gestorben. Neben ihr, vor weniger Zeit. Er war tot. Raayu war zum Monster geworden - oder war er schon immer ein? Givaan wurde von Minute zu Minute grausamer.

oO( Doch denk daran, was dir hier Gutes widerfahren ist. )Oo

Sprach eine Stimme in ihrem Kopf. Sie wunderte sich. Was waren für schöne Dinge geschehen? Es war noch nicht lange er, seid sie in das Rudel gekommen ist. Doch was war alles geschehen?

Sie hatte die kleine, weiße Lynn kennen gelernt. Sie war so niedlich gewesen, die Kleine. Tessyra wurde zu ihrer einzigen richtigen Freundin hier - sie hatte mehr als ein Lob verdient, wenn es darum geht das sie ihr Gutes getan hat. Zanba, die liebe, gerechte Alphafähe. Sie hat mit ihr gesprochen, nachdem sie so viel Ärger mit Givaan hatte.
Und um ehrlich zu sein hatte auch Givaan an dieser Stelle ein Augenmerk verdient - durch seine komische Art hatte sie viel Selbstvertrauen und Mut bekommen und war weniger ängstlich und schüchtern.

Wo war aber der Rest des Rudels? Mag war erblindet, wenn es darum geht die Umwelt zu bemerken. Sie sah, wie Zanba mit dem Leitwolf gekämpft hatte. Sie war eine gute Quelle, an die man sich richten konnte wenn man nicht weiter wusste. Schließlich war sie die Leitwölfin und hatte die Verantwortung! Aber Zanba tat ihr Leid. Givaan hatte sie anfangs vergessen, sich dann wieder erinnert und nun war er zum Monster geworden. Ach, mit Givaan hatte man immer Sorgen! Wie mit einem Welpen ... komischer Vergleich, obgleich es stimmte.

Langsam ging Mag zu Zanba, betrachtete die anderen Rudelmitglieder und ihr Blick schweifte zum ersten Mal seit Tagen wieder in ihre geliebte Natur. Hier war es zwar ziemlich trostlos und steinig, aber trotzdem war dieser Anblick schöner als der Kampf gerade eben und schöner als das Blut welche an Raayu und Givaan klebte. Eine Brise fuhr ihr durchs Fell. Das silbergraue, zottelige Ding über ihren Knochen bewegte sich mit ihren Muskeln mit, Schritt für Schritt. Zu lang hatte sie nichts gefressen, sodass sie sich zu ihrer Alpha schleppen musste. Keuchend kam sie auch bald bei Zan an, doch diese schien Mag nicht zu bemerken.
Die Muskelfasern spannten sich um die Knochen, schon bald drohten die Beine weg zuklappen. Der hagere Körper hatte keine Kraft mehr. Sie viel letztendlich zu Boden, schloss die Augen.

Irgendwann siegt der Hunger und der Schlaf über irdische Geschöpfe.

So war es mit Mag geschehen.

[denkt, denkt, denkt | läuft zu Zan | bricht zusammen]


>> Normalerweise schaff ich mehr >.>
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Di Jun 01, 2010 11:59 am

Lubaya hörte die Stimme die zu ihr sprach. Sie war die des Alphas. Er konnte nur Alpha sein. Nur Alphas war es erlaubt zu töten. So war dies der beste Beweis. Trotzdem war dies nicht Grund genug um behaupten zu können, sie sei feige. Feige? Sie? Niemals. Das passte nicht. Eher vorlaut und was dazu passte. Doch war feige das richtige Wort? Nein. Das durfte es außerdem gar nicht. Es war unpassend. Oder wollte sie es sich einfach nur nicht eingestehen? Wie auch immer, dies lies sie sich nicht gefallen. Das nicht.
Die weiße Fähe trat aus ihrem Versteck hinaus, zu dem Ort, wo der Fragende sich befand. Wo er tötete. Sie sah den Rüden an. Den Alpha. Das Monster. Er tötete und drohte weiter. Er beherrschte einen rauen Tonfall. Ein Monster. Ihre Haltung ihm gegenüber war wohl nicht die, die hier passend gewesen war. Sie war aufrecht und jede Faser ihres Körpers, sowie jeder einzelne Muskel war angespannt. Nicht vor Aufregung. Nein, keines Wegs. Es zeigte Sicherheit an, keine Angst vor was auch immer. Weshalb sollte sie vor diesem Wolf Angst haben? Wohl möglich gab es vielerlei Gründe, doch noch hatte sie dieses Wesen kennen gelernt. Noch. Was die Zukunft wohl mit sich brachte? Eine gute Frage.
Was sie jetzt tun würde, war ihr klar. Klipp und Klar. Sie würde ihm etwas sagen, was beipflichten. Denn als Feigling ließ sie sich nicht dar stellen.

"Was erlaubst du dir, mich Feigling zu nennen? Ich bin nicht feige! Einen ersten Eindruck nenne ich das! Schließlich guckst du auch nach, wohin du gehst! Oder etwa nicht? Lasse mir doch meine Schritte betrachten, so wie ich dich deine betrachten lasse! Keine Vorurteile, die kann ich überhaupt nicht leiden!"

Das das wohl ein wenig Respektlos war, war ihr nicht bewusst. Bisher spielte es nur einmal in ihrem Leben eine Rolle. Den Rest war sie auf sich alleine gestellt. Verlassen. Alleine. Niemand mochte sich einer Fähe wir ihr anschließen. War sie etwa so grausam? So hässlich? Gab es keinen Grund mal genauer hin zu sehen? Erblindete das schon die Augen? Warum auch immer. Nun war es ihr egal. Sie ist gut damit zurecht gekommen eigene Gedanken zu haben und sie mit sich und niemand anderem zu teilen. Respektierte sich selbst und bewunderte das, was sie geschafft hatte. Fast ein bisschen Triumph war ein Teil von ihr. Selbst Süchtigkeit. Sie lebte ihr Leben und andere das den seine. Andere Meinungen waren ihr bisher kaum mehr wert als ein einziges Blatt an einem Baum mit vielen solchen. Hingegen war ihre Meinung soviel wert wie die ganze Welt besaß. Schließlich teilte sie noch nie mit anderen Meinungen. Trotzdem störte sie ein schlechtes Wort über sie. Sie war stolz auf das, was sie geschafft hatte in ihrem Leben und Tag für Tag alleine in einem Wald leben, wo bestimmt vieler dieser Monster wie der Alpha hausten, war nun wirklich nicht als feige zu bezeichnen! Wenn dann als übermütig, doch nicht als feige.

Sie sah den Wolf vor ihr an. Scannte den kompletten Körper. Jeden Bluttropfen hätte sie mit verbundenen Augen gewusst. Das er viele Muskeln hatte und demnach sehr stark war, war ihr auf den ersten Blick aufgefallen. Trotzdem achtete sie die seine Kraft nicht sonderlich. Sie wusste sie war da und sie dürfte sie nicht unterschätzen, doch gerade war sie unwichtig. Wegen den Worten, die sie an ihn hatte gerichtet, war wohl kaum ein Kampf herraufschwörbar. Nur eine Anmache, doch diese würde sie wohl weiterhin akzeptieren müssen.
Als der Körper dieses Rüdens gut durchdacht war, sah sie sich den Körper von der weißen Fähe neben sich an. Sie wirkte Macht strebend. Oder war sie Mächtig?
Der Körper des Jungwolfes war noch nicht komplett ausgebaut. War er überhaupt schon erweitert worden? Ist er kräftiger geworden? Aya wusste es nicht. Ebenso wenig, wie sehr er sich noch entwickeln würde. Doch zur Zeit war er recht klein. Fast zu übersehen, wenn man den Kopf so weit oben hatte.
Nun streifte ihr Blick über die weiteren Mitglieder. Einen nach dem anderen. Sie entdeckte die Alpha. Anhand ihrer Haltung. Sie war schön. Braun.
Als alle Wölfe eines Blickes gewürdigt waren, sah die Fähe wieder den Alpha an. Das Monster. Sie würde seine Antwort abwarten.


[Bei Aralez, Lunasoleil & Givaan | Geht zu Givaan - redet mit ihm - sieht sich das Rudel komplett an]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Di Jun 01, 2010 2:34 pm

Sekunden verstrichen, die Luft wurde zerrissen, mit jedem Schrei und Knurren, deren Geräusche in die empfindlichen Ohren schnitten. Raayu hatte sie nach hinten gedreht, um sie zu schützen, sie lagen flach auf seinem Haupt, dass voller Hass die Fangzähne immer wieder aufeinanderschlagen ließ. Doch das war Givaans Kampf und Raayu tat sich nur daran, den Jungwolf vom Alpha fernzuhalten, soweit es ging, um dessen Triumph nicht zu stören. Diese Kälte war zurück in seinen Augen, diese Teilnahmslosigkeit. Es war der tote Teil des Rüdens, der die Macht über seine Bewegungen genommen hatte, der seine Emotionen abstellte. Der tötete. War da eigentluch noch irgendwo ein Hauch des Raayus, der nie hatte geboren werden sollen? Der vielleicht sogar Gefühle empfand? Der seinen Visionen udn Träumen folgen wollte, doch gefangen war hinter bder selbst aufgebauten Maske? Die Maske drückte, sie nahm ihm den Platz zum Atmen, sollte man meinen. Doch da war kein Unterschied in dieser Sekunde, zwischen Raayu udn Maske. Da war nichts mehr außer einem Körper, der sein eigenes leben mit jeder Sekunde für das Givaans aufopfern würde. Jederzeit.

Das Blut spritzte zur Seite, befleckte den Boden und die Bäume. Die Lefzen zurückgezogen landete der Hüne wieder schlitternd, das Fell gesträubt, wartete darauf, die Gelegenheit zum Tötem bekommen, starrte wie ein Irrer in die Ferne, ins Nichts, in die Hölle. War nur noch ein Schatten seiner selbst, würde sich nichtmal mehr erkennen. Dann war da ein Filmriss.
Ob es Yakar war oder versehentlich Givaan war ihm nicht mehr klar, er fand sich Minuten Später im Blutbad wieder. Sein Schädel dröhnte, das Blut pulsierte durch seinen mit Adrenalin vollgepumpten Körper. Doch ohne einen Moment im Elend zu verharren, sprang der Rüde auf, sah sie mit weit aufgerissenen, stechend gelben Augen nach dem Feind um. Doch da war kein Feind. Lediglich ein toter Körper, der dem Alpha gehörte und Givaan, stolz darüber. Raayu senkte den Blick. Er war getroffen worden, er hätte tot sein sollen. Niemals zuvor hatte er einen Filmriss gehabt. Was war passiert? Wieso hatte er es zulassen können, angegriffen zu werden? Angestrengt suchte er nach den passenden Bildern in seinem Kopf, versuchte die Erinnerung zu fassen.

"Der Feind war vor mir. Blutgeruch in der Nase. Blut... Noch ein anderer Geruch. Oder war es ein Gesicht? War es ein Ausdruck?", er riss die Augen auf, sah plötzlich wieder alles vor sich. Seine Gedanken verliefen so sprunghaft, er konnte der Zeit nichtmal selbst folgen."MAGAIS AUSDRUCK!"

War es Hysterie, die ihn aufrichten ließ? Die ihn nichtmal dazu brachte, sich nach Givaan, dem gebliebten Alpha umzuschauen? Den Jungwolf zu ignorieren, den er eben noch verwundet hatte? Alles um sich rum auszublenden und zwischen all den Leibern des Rudels, die sich plötzlich viel zu schnell bewegten nach diesem einen einzigen zu suchen? WO war die Fähe, die seinen Blackout verursacht hatte? Raayu hatte ihren Gesichtsausdruck registriert, diese Pure Panik, dieses Entsetzen, Raayu so zu sehen. Scheinbar hatte er einen Moment die Augen nicht abwenden können, selber geschockt, zu was er diese Fähe brachte. Doch WO ZUM TEUFEL WAR SIE? Raayu grub die Krallen in die Erde und hörte sich selbst knurren. Er sah Zanba und - da! Zusammengeklappt auf dem Boden stach das bunte Fell der hübschen Fähe zu ihm heraus. Die Muskeln spannten sich fast wie von selbst und ohne sich nocheinmal um zu schauen war er binnen weniger Bruchteile einer Sekunde bei dem Körper, der so leblos und schlaff auf dem Boden gebettet war. Raayu kam neben Magai zum stehen und packte sie am Nackenfell, um den Leib zu schütteln. Sein Körper zitterte plötzlich, er suchte nach Verletzungen. Seine nicht zur Ruhe kommende Schnauze stubste sie immerzu an, grub sich unter ihren bauch, um sie umzudrehen, suchte nach der Bisswunde. Nach der Bisswunde, die er ihr zugefügt haben musste. Die er zu verschulden hatte.

"Bitte stirb mir nicht weg, Magai."

Hatte er das tatsächlich laut gesagt? Würgte er tatsächlich den letzten Klumpen Fleisch hervor, der seinen Körper noch mit Nahrung und Kraft versorgt hatte und stieß ihn unsanft vor ihr geöffnetes Maul? Wieso um alles in der Welt tat er das? Was war los?

STOP!

Raayu atmete langsam ein. Er musste seine Gefühle ordnen, alles ging so schnell. Ruhig sah er zur toten Magai. Scheinbar tot, ihr Brustkorb hob und senkte sich noch. Er hatte Fleisch für sie hervorgewürgt, starre es ungläubig an. Wieso fraß es es nicht wieder? Was machte diese Fähe mit ihm? Er sah auf seine zittrigen Beine hinunter, sein Fell war blutverklebt und Magais nun auch, nachdem er so ziemlich jede Stelle ihres Körpers berührt hatte. Er schloss die Augen, dann packte er Magai erneut im Kragen und warf sie über seinen Rücken. Unverständliche Worte murmelnd und mit leerem, doch Schreckliches ahnendem Blick folgte er nun Zanba.


[kämpft / hat einen filmriss / erinnert sich / rennt zu magai/ denkt, er hätte sie verletzt / trägt sie]

(tut mir leid, ich kann mir selber nicht gedanklich folgen xD)
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Mi Jun 02, 2010 5:44 am

Jakara war verunsichert und stand etwas ratlos bei den anderen Wölfen. Wen sollte sie verpflegen. Da kam Magai auf Zanba zu, die in Karas Nähe stand. Kara spürte, wie schwach magai war und suchte in ihren Kräutern nach einem Stärkungsmittel für die Fähe. Doch es war zu spät, Magai brach zusammen.

"Magai!"

Schnell lief sie zu ihr, doch Raayu war schneller. Sanft redete Kara auf ihn ein.

"Hey, Raayu, leg Magai bitte ab. Ich möchte ihr etwas zur Stärkung geben. Mach dir keine Sorgen, sie ist nur sehr erschöpft-"

Sie machte eine Pause und seufzte.

"Wie alle hier..."

Müde holte die dunkelgraue Fähe eine Pflanze hervor, die Magai helfen würde und sah Raayu auffordernd an, damit er die Fähe ablegte.
Jakara konnte nicht verhindern, dass sie gähnen musste und spürte, dass auch sie zitterte vor Müdigkeit und vor allem Hunger. Sehnsüchtig dachte sie an einen großen Hirsch, den sie jetzt im Ganzen hätter verschlingen können. Wann hatte das Rudel das letzte Mal eine gute Mahlzeit gehabt?


[sieht, dass Magai zusammenbricht-will ihr helfen-spricht mit Raayu-denkt nach]

(sorry, dass es nur so wenig ist, mehr fiel mir nicht ein...)
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Mi Jun 02, 2010 8:35 am


Mäuse liefen auf dem Körper der Grauen herum. Sie fingen an, immer schneller zu laufen, sodass es sich bald anfühlte als würde sie geschüttelt. Eine Biss sie in den Hals, es tat richtig weh. In Abständen von wenigen Millisekunden stupsten die kleine Tiere sie an, waren auf dem Rücken, gleich darauf am Bauch. Sie vermehrten sich, die Mäuse. Viele von ihnen schoben sich unter ihren Leib und stemmten sie langsam hoch. Eine brummende Stimme schrie ihr ins Ohr. Es war eher ein unkenntliches Summen als eine Stimme - so hatte Magai sich schon immer die Stimme von Mäusen vorgestellt. Alles um sie herum war in ein schönes, dämmriges Licht gehüllt. Die Farben waren unklar ineinander vermischt, sie wirkten wie ein Regenbogen im Sonnenuntergang. Munter liefen die kleinen Mäuschen weiter, immer auf ihrem Rücken, es wirkte fast panisch.
Plötzlich kam ihr der Geruch von Fleisch in die Nase. Süß und lecker war der Geruch. Fleisch ... das hatte sie so vermisst. Schon lange hatte sie nichts mehr gegessen. Doch nun ... was machten diese Viecher mit ihr? Sie wurde aufgehoben, schwungvoll landete sie auf etwas weichem. Ihre Beine stachen ab und hingen in der Luft. Ein kurzer, stechender Schmerz war im Nacken zu spüren.


Die Mäuse verschwanden, genauso wie das dämmrige Licht. Es war ein klarer Morgen, um sie herum war das Schlachtfeld. Sie konnte auf dem Boden schauen ohne zu stehen. Der Geruch von Blut drang ihr in die Nase, sie musste blinzeln und mehrmals schlucken.

"Ihh ... Warum stinkt es ihr so? Warum ... warum stinkt es so nach Blut?"

Ihre Stimme war rau und kratzig, sie klang trocken. Sie drehte langsam den Kopf, bis sie ihre eigenen, blutverschmierten Läufe sah. Hatte sie die Mäuse umgebracht? Doch dann erblickte sie das verklebte, dunkle Fell unter ihr. Wer trug sie? Sie lag ganz still, rührte sich nicht. Mag blickte nach vorn. Musste dort nicht Raayu stehen, bereit seine Zähne in das Fleisch der Fremden zu beißen? Wo war er? Sie musste doch noch vor ihm fliehen, vor diesem Mörder, ohne ein Fünkchen Liebe! Elender ...

Moment. Dunkles, blutverschmiertes Fell? Ein leerer Platz? Ich werde getragen ... Moment. Er trägt mich? Tut eine gute Tat??

Jakara kam an, die dunkelgraue Heilerin. Warum half sie ihr? Hasste sie sie nicht, weil sie sich vor Chazaar verplappert hatte? Aber es war ihre Aufgabe als Heilerin, jedem zu helfen, egal wie sehr sie denjenigen hasste. Dafür war sie Heilerin und Kara machte ihre Aufgabe mit gutem Wissen und Gewissen. Sie wollte ihr etwas geben, was sie stärken sollte. Ein Kraut. Wenn Mag Heilerin wäre, müsste man damit rechnen das sie einem das falsche Mittel gab. Sie konnte nichts unterscheiden was gleich aus sah - und Pflanzen waren nun mal alle grün uns sahen gleich aus. Dafür konnte man Jakara nur beneiden! Sich gut etwas merken zu können war allgemein nicht ihre Stärke.

Sie war sprichwörtlich auf Wolke 7 - denn sie schwebte in der Luft und wurde getragen. Es war wunderbar weich und warm, Raayu's angespannte Muskeln wärmten. Zu jedem anderen hätte man gesagt: "Ist es dir nicht zu schwer?" Aber für einen 93 cm großen Rüde war es ein Leichtes, 62 cm große Fähe zu tragen. Wie gesagt, Givaan, Yakar Akiim und Raayu gehörten zu der Sorte Wolf, die eher einem Berg glichen als einem Wolf.

Er lief langsam los.
Es war morgen, die Luft war kühl, ein typischer Herbsttag. Wind strich über ihr Fell und streichelte es sanft. Sie lag auf dem Rücken des Rüden und sie kam zu sich. Raayu hatte sich gewandelt. Erst war er lyrisch, sprach in Rätseln. Dann wurde er zum Monster, zum Kämpfer zum Verteidiger des Rudels. Und nun? Nun war er Freund, Helfer und vorallem: kein Stein mehr.

[denkt das Raayu's Hilfeversuche Mäsue sind -> träumt | denkt | wird getragen]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Do Jun 03, 2010 7:32 am

Kara bemerkte, wie Magai langsam aufwachte, wie aus einem Traum oder einer Trance. Sie streckte ihr mit dem Maul das Kraut hin und sagte:

"Iss es- doch vorsicht, es ist ziemlich bitter, aber was Besseres zur Stärkung habe ich nicht gefunden!"

Jakara lächelte und blinzelte Magai zu. Wieder gähnte sie. All die Kraft, die sie während ihrer Bewusstlosigkeit aufgenommen hatte, die Ausgeruhtheit, war verschwunden. In Jakara kam wieder die Trauer hoch. Chazaar war tot, anders konnte sie sich das nicht erklären. Die Fähe seufzte. Plötzlich stieg ihr Fleischgeruch in die Nase. Dann sah sie in der Nähe eine flinke Bewegung hinter einem Stein. Ohne nachzudenken raste sie los, sprang über einen Busch und hinter den Stein, hinter dem die Bewegung verschwunden war. Kara blickte sich um, suchte das Gelände sorgsam ab, aber das Kaninchen war verschwunden. Enttäuscht wandte sie sich ab und wollte zurückkehren, als sie plötzlich eine Maus flink durch das Gras kriechen sah.
Diesmal siegte die Wölfin, als sie sich mit einem schnellen Sprung auf das kleine Tier stürzte. Es war recht alt und mager, aber besser als nichts. Der Hunger ließ ihren Magen verkrampfen, als die Fähe zu Raayu und Magai zurückkehrte, die Maus im Maul.

"Hier, das wird dich stärken."

meinte sie und hielt Magai die Maus hin, während sie sehnsüchtig ihren Geruch einatmete. Schließlich aber wandte sich Kara wieder Raayu zu:

"Bist du überhaupt verletzt, Raayu?"

fragte sie den Rüden und legte den Kopf schief.

"Irgendwelche Schmerzen oder so?"

Kara erinnerte sich an das letzte Mal, als sie den Rüden verpflegt hatte. Als er sich nach Winonas Weggang ertränken wollte.

o.O (Ich bin sicher, es ist meine Schuld... ohne mich wäre sie sicher geblieben...) O.o

dachte sie betrübt und senkte den Blick.


[gibt Magai das Kraut-fängt eine Maus und bringt sie Magai-redet mit Raayu-denkt zurück]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Do Jun 03, 2010 10:20 am

Alles schien verworren. Die Fähe konnte ihre Gedanken nicht mehr ordnen und das Licht war schon lange aus ihren kalten, gefühlslosen Augen gewichen. Das Leben, welches sie einst liebte, schien ihr nichts mehr wert zu sein. Alles war egal. Beunruhigenderweise stellte die braungraue Fähe sogar fest, dass sie lieber sterben würde. Nun lag sie dort am Boden, wo sie hingehörte. Staub und Dreck hatten ihr Fell beschmutzt. An einigen Stellen hatte der Sand bereits die Haut weggescheuert und ihre Ballen war rau und entzündet. Still lag sie da, den Kopf auf dem Boden und die Augen weit ausgerissen gen Himmel gerichtet. Als wäre sie tot. Sie blinzelte nicht und wenn, nur langsam, als würde es sie ermüden. Die Fähe wollte sterben.

Nichts um sie herum schien noch zu stimmen. Die Stimmen der anderen waren in Watte gepackt und passten nicht zu ihren Körpern. Tessyra spürte bei jeder Stimme einen abgrundtiefen Hass. Sie alle hatten Glück. Manche hatten einen Gefährten gefunden und waren glücklich, uch nach dieser Schlacht. Aber sie nicht. Sie würde niemals mehr glücklich sein. Nicht mehr ohne ihren Gefährten. Sie hätte heulen können, so schlecht ging es ihr. Nichts als Leere war in ihrem Körper. Sie spürte nichts mehr für Zanba, Givaan, Jakara oder Magai. Sie waren ihr egal. Alles war ihr egal.

Und dann erhob sich die Fähe. Ihre AUgen waren in den Himmel gerichtet und sie öffnete den Fang zu einem tonlosen heulen. Ihre Pfoten und Beine schmerzten unter dem knochigen und dreckigen Körper. Als hätte sie sie Jahre lang nicht bewegt. Langsam wand sie sich um. Sie blickte keinen von ihnen an. Niemand hatte sich ihr zugewand. Nichteinmal Zanba oder Magai. Jakara hatte ihr das Kraut gebracht und Tess hätte ihr gerne gedankt. Aber niemand außer ihr hatte sich für sie interessiert. War sie denn nicht ... Betera? War Zanba doch nicht das, für das Tessyra sie immer gehalten hatte? Interessierte sich das Rudel denn für keinen mehr? Tess wusste, dass es auch niemand bemerken würde, wenn sie ging. Niemans würde sie sehen und niemand würde beachten. Nichts hielt sie hier mehr. Tujaro war der Grund, weshalb sie für immer bei dem Rudel bleiben wollte. Aber Tujaro war tot und Tessyra wollte ihm folgen.

Langsam stackste sie durch die Büsche. Kopf und Rute berührten beinahe den Boden. Sie zeigte keine Emotion, nichteinmal mehr den Schmerz. Obwohl er tief in ihrem vereisten Herzen saß. So tief wie ein klaffendes Loch in den Felsen. Schon bald sah sie das Rudle nicht mehr. Das Rudel, andem ihr einst war lag. Wo sie großgeworden war. Von dem sie eigentlich dachte, dort ein gutes Leben zu finden. Sie hatte sich geirrt. Sie ... hatte ... sich ... geirrt! Tessyra atmete einmal keuchend. Ihre Pfoten schleiften über den Boden wie die eines Altwolfes. Und das, obwohl sie noch so jung. Es war eine Schande, eine so junge und einst hübsche Fähe so zerschunden zu sehen.

.oO(Ich habe mich geirrt. Das, was ich suche, ist nicht hier. Zanba und Givaan sind immer so mit sich selbst beschäftigt, dass sie es nicht bemerken werden. Vielleicht bemerkt Kara es. Oder Magai. Sie werden mich nicht suchen. Und finden werden sie mich auch nicht. Als ob es das überhaipt wert wäre. Wozu ein Abschied? Wahrscheinlich sind sie erleichtert ... )Oo.

Tessyra wusste, wie ungerecht sie dachte. Aber ihre Gedanken trieften vor Slebstmitleid und hass. Ihr Blick war sturr auf den Weg gerichtet, der ihre zerschundenen Pfoten magisch anzog. Sie würden ihren Weg gehen. Entweder in den Tod - was ihr bedeutend lieber war -, oder ins richtige Leben. Welchen Weg sie gehen wird, wird keiner ehrfahren ... keiner.


[Verlässt das Rudel | Letzter Post]


Immerhin ging mir das leicht von der Hand.
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Do Jun 03, 2010 12:02 pm

Zanba ließ sich beißen, ließ sich die Haut aufreißen, ließ sich zerfetzen. Der Schmerz heilte sie, er übertönte all den anderen Schmerz, der in ihrem Herzen wütete. Sie genoss es, als sie fort geschlagen wurde, als noch mehr Blut aus ihrem geschundenen Körper spritzte und ihren Pelz rot färbte. Sie konnte sich nicht mehr bewegen, hatte beinahe vergessen, wie das ging. Plötzlich war der Schwarze nicht mehr über ihr, plötzlich war keiner mehr im Versuch, sie zu töten. Zitternd warf sie einen Blick zu dem Schatten, der nun hinter ihr tanzte. Givaan war es gewesen, der sie fort geschlagen hatte. Er war es gewesen, der ihr die tiefste Wunde zugefügt hatte, aus der nun Unmengen von Blut zu laufen schienen. Er war es gewesen... ER! Hatte er sie zu retten versucht? Hoffentlich. So fest wie möglich klammerte Zanba sich an diesen Gedanken. Was war nur geschehen mit dieser Welt? Mit der Welt, die sie zu ihrem Himmel zu machen versucht hatte? Was war nur geschehen? Sie erinnerte sich an damals... an den Tag, an dem sie gemeinsam mit Givaan Tessyra aufgelesen hatte. Wo war die Fähe nun, die sie zu ihrer Betera gemacht hatte? Immer hatte Zanba von ihr Hilfe erwartet, aber war sie ihr beigestanden, als Tujaro gegangen war? Hatte sie sie beschützt, vor den furchtbaren Schmerzen, die man erfährt, wenn man verlassen wird? Die eisernen Finger der Einsamkeit schlossen sich um Zanba. Sie war allein. Ganz allein. So wie immer schon. Als wäre sie dazu geboren, allein zu sein. Als Welpe hatte man sie ausgesetzt, in ihrem Rudel hatte man sie verachtet und gehasst. Dann hatte sie Givaan gefunden. Aber nun hatte auch er sie verlassen, war zu schwach gewesen, um sich dem Dämon zu widersetzen. Dabei hatte sie ihn immer für so stark gehalten.

Der kalte Irrsinn funkelte nun in seinen Augen, als er Yakara Akiim zerfetzte. Zanba wollte nicht aufstehen, wollte einfach liegen bleiben und spüren, wie der Dreck sich in ihren Körper fraß. Doch dann kam Magai auf sie zu. Die Leitwölfin dankte der Grauen. Dankte ihr so sehr. Wenigstens eine Seele war noch da, die ihr vertraute, zu ihr stand, und der sie nun beistehen konnte. Mit aller Mühe rappelte Zanba sich auf. Die Schmerzen waren unausstehlich, aber wäre sie Alphera, wenn sie so etwas nicht aushalten könnte? Niemals. Und so bereitete sie sich darauf vor, den Worten Magai's zu lauschen. Sie blickte der Grauen fest in die Augen, versuchte, dort etwas zu entdecken. Eine Gefühlsregung. Aber ein toter Glanz erfüllte die Seelenspiegel der Fähe. Sie brach zusammen. Raayu sprang herbei, versuchte, sie zu retten. Jakara kam ebenfalls schnell herbei geeilt. Es ging alles so schnell. Es floss an Zanba vorbei, wie Wasser. Sie schaute sich um, suchte die beruhigenden Augen ihrer Betera. War es etwa schon zu spät? War Tessyra fort gegangen?

Für einen Moment schoss Taubheit durch die Adern der Leitwölfin. Sie schaltete ab. Sie hatte versagt. Als Leitwölfin, als Freundin, als Wölfin. Würde man ihr nach dem Tod noch eine Chance geben? Eine zweite Chance? Hoffentlich. Aber war es wirklich ein Fehler gewesen, sich auf Givaan einzulassen? War es ein Fehler gewesen, nicht die Schwäche zu sehen, sondern die vorgetäuschte Stärke? Nein. Das war kein Fehler gewesen. Es konnte kein Fehler gewesen sein. Aber es war Leichtsinn gewesen. Denn nun hatte er sie wohl für immer verlassen. Einsam war sie geboren, einsam würde sie sterben. Givaan würde ihr nicht nachtrauern, sondern würde sich an ihrem frischen Fleisch ergötzen und den Blutdurst des Dämonen stillen, der ihn nun belebte, dem er sich voll und ganz hingegeben hatte. Warum versuchte er denn nicht, etwas dagegen zu tun? Warum kämpfte er denn nicht, verdammt nochmal?! Er war doch kein verdammter Welpe mehr! Humpelnd und mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht folgte Zanba dem Geruch Tessyra's.

“Tess! Tess! Wo stecksrt du?!“

Immer weiter trieben sie die geschundenen Beine. Immer größer wurde der brennende Schmerze, immer weiter riss die Wunde in ihrem Herzen auf. Die Pfoten waren aufgerissen und blutige Spuren blieben dort, wo Zanba sie absetzte. Aber anhalten war unmöglich. Nein. Sie brauchte Tessyra jetzt, mehr denn je. Aber diese war fort. So wie die Leitwölfin es gewesen ist, als man sie gebraucht hatte. Nein. Der Hilfe ihrer Freundin war sie nicht mehr würdig. Und dann, endlich, sah sie die Konturen eines Wolfes in der Ferne. Schneller wurde ihr Schritt. Ein raues Heuklen entrann ihrer Kehle. Lauter wurde das Jammern vor Schmerz.

“Tess! Bitte! Bitte kom zurück! Lass mich nicht im Stich!“

Laut war ihre Stimme. Laut und verzerrt von Schmerz und Leid. Es war ein Traum. Ein schrecklicher Alptraum. Das konnte nicht die Realität sein. Das durfte nicht die Realität sein.

“Bitte...“

Ihre Stimme erstickte, als ihre Augen sich schlossen und sie zusammen brach. Sollte der Tod ruhig kommen. Zan hatte alles verloren, was sie einst ausgemacht hatte. Das Rudel, Givaan... und nun auch Tessyra. Ihre beste Freundin. Jene Fähe, die ihr Kraft gegeben hatte, wenn sie keine mehr hatte, jene Fähe, die ihr beiseite stand, wenn sie glaubte, es ginge nicht mehr weiter. Jene Fähe, die mit ihr und Givaan gemeinsam den ersten Schritt getan hatte. Den ersten Schritt zu einem eigenen Rudel. Ja, Zanba hatte an sie geglaubt. Hatte ihr vertraut. Und jetzt.. jetzt war sie fort. Und sie hatte all das Schöne im Leben mitgenommen, all die Lebensfreude. Sie hatte Zanba mit sich genommen, unbewusst. Hatte alles mitgenommen, was die langbeinige Leitwölfin ausgemacht hatte. Ihren Optimismus, ihre Lebensfreude, ihren Glauben an das Gute und die Lust am Leben. All das war nun fort. Das erstickte Heulen, das über die Ebenen hallte, spiegelte all das wieder, was Zanba nun durchmachen musste. Tessyra konnte es einfach nicht überhören. Herzzerreißend hörte es sich an, grauenvoll. Es erzählte von dem Wunsch zu sterben, von der fehlenden Kraft, weiter zu machen. Und von einem unendlichen und grausamen Leid.

(Wo bist du nur hin, Tessyra? Wo bist du hin, Givaan? Wo bist du hin, Zanba?)


[fühlt sich einsam / folgt Tessyra / am Fuße des Gebirge, auf einer offenen Ebene / heult]

_______________

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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Do Jun 03, 2010 12:47 pm

Tujaro blickte auf die weite Ebene hinaus. Er sah in der Ferne die Konturen der Gebirge. Lange Zeit hatte er nun in dem Wald verbracht, in dem er auf das Rudel gestoßen war. Weshalb, wusste er nicht genau. Zum zweiten Mal war er fort gewesen. Er hatte sich selbst gesucht, hatte die Seele in sich zu kennen lernen versucht. Damals, als er zu dem Rudel gestoßen war, hatte er nie er selbst sein können. Nie hatte er über das nachgedacht, was ihn geprägt hat, über das, was in seiner Vergangenheit geschehen war. Über all die Dinge, die er zu vergessen versuchte. Aber es war ihm nie gelungen, den Schatten der Vergesslichkeit über all die Geschehnisse zu legen. Nie. Denn er war sich nie im Klaren gewesen, was genau sie mit ihm angestellt hatten, inwiefern sie ihn beeinflusst hatten und was überhaupt geschehen war. Nun wusste er es. Nun war er bereit, zu vergessen. Und gefangen in all der Verzweiflung, die ihn damals behaust hatte, hatte er Tessyra vergessen. Etwas, für das er sich nun hasste. Er hasste sich so sehr, wie er seinen Vater gehasst hatte, bevor es geschah.

Ein kalter Schauer fuhr ihm den Rücken hinab und er schüttelte den hellbraunen Pelz. Obwohl schon mehrere Jahre vergangen waren, lag noch immer der Geschmack von Blut auf seiner Zunge. Von dem Blut dieses Verräters, dieses Mörders. Es gab nur eine Wölfin, bei der er nicht andauernd daran denken musste, wie der schlaffe Körper zwischen seinen Fängen hing. Bei dieser Wölfin konnte er vergessen. Und nun suchte er sie. Sein Herz suchte sie, seine Seele suchte sie. Er liebte sie noch immer und er würde sie immer lieben, egal was geschah. Schon viele Tage streifte er umher, hatte weder gegessen, noch getrunken, in ständiger Begleitung von Aasgeiern, deren gierige Blicke niemals von ihm zu weichen schienen. Wenn er schlief wagten sie es sogar, sich neben ihn zu setzen und ihn mit ihren krummen Schnäbeln das Fell zu durchwühlen. So hatte er auch keinen ruhigen Schlaf finden können. Doch – so kitschig es auch klingen mag – die Liebe, die sein Herz hütete, vermachte ihm jeden Tag aufs neue eine unermessliche Kraft. Dieser Wille, sie endlich wieder zu sehen, war zu groß, als das er sich von Müdigkeit, Hunger oder Durst hätte von seinem Vorhaben abbringen können.

Er betrachtete, wie vereinzelnd einige weiße Flocken vom Himmel hinab fielen und sich sanft zu Boden legten. Dann, plötzlich, zwischen den samtenen Flocken, sah er undeutlich die Konturen eines Caniden, der auf ihn zukam. Er konnte nicht richtig deuten, um welches Tier es sich handelte, aber es erfüllte ihn mit einem Glücksgefühl. Sein Optimismus tippte ohne zu zögern auf Tessyra. Jene Wölfin, nach der sein Herz verlangte, jene Wölfin, die er liebte und vergötterte. Und sofort preschte er los, vergaß in windeseile die Schmerzen in seinen Beinen. Er sprintete über die Ebene, während sich die Konturen zusammenfügten und er einen Wolf erkannte. Einen braunen Wolf. Eine außerordentlich schöne braune Wölfin, die auf ihn zukam. Sie sah erschöpft aus, erschöpft und sehr müde.

(Tessyra, bitte seies. Tessyra, bitte sei es...!“

schoss es Tujaro durch die Gedanken und noch schneller trugen ihn seine Beine. Und dann erkannte er sie. Sein Herz tat einen Satz. Einen kräftigen Satz. Und seine Lefzen zückten sich zu einem freudvollen Lächeln. Er hüpfte, wie er noch nie gehüpft war, und heulte, wie er noch nie geheult hatte. Mit seinem ganzen Körpergewicht sprang er auf Tessyra drauf, schleckte über ihr Gesicht, schlabbere es regelrecht ab, um ihr all seine Liebe auszuschütten. Hoffentlich würde sie ihm verzeihen können. Er sah sich um. Wo war das Rudel? War sie etwa ganz alleine unterwegs? Sorgen kamen in ihm auf. War das Rudel...tot? Oder hatte sie es verlassen? Etwa wegen ihm? Nein, nein, nein. Das konnte nicht sein. Er wollte nicht schuld sein, dass sie zur Einzelgängerin wurde. Er wollte die Schuld nicht tragen. Aber er musste es wohl oder übel tun. War gezwungen, es zu tun. Was für ein verdammter Idiot er doch war. So ein verdammter...!

“Tessyra, ich.. es tu mir so leid. Verzeih mir, bitte. Ich liebe dich so sehr, wie ich noch nie geliebt habe! Du bist die, nach der mein Herz verlangt. Ich war los gezogen, um mich selbst zu finden. Versteh mich doch! Ich musste mich selbst zu vergessen lehren. Aber ich habe gemerkt, dass ich nur in deiner Gegenwart vergessen kann, das du das Heilkraut für all die Wunden bist, die die Vergangenheit mir zugefügt hat! Aber.. was tust du hier so einsam? Wo ist das Rudel? Lass uns zu ihm gehen! Lass uns ihnen endlich mitteilen, das wir vereint sind. Ja, keine Sekunden und ich will es schon in die Welt hianusschrei...“

Er verstummte. Ein herzzerreißendes Heulen zog ihm schließlich einen Schlussstrich. Wo sein Herz kurz zuvor noch so voller Freude war, wurde es nun aufgerissen. Dieses Heulen wirkte wie ein Messer, es zerstach ihn, riss ihm die Haut und die Kehle auf. Schmerzen erfüllten seinen Körper. Tujaro spitzte erschrocken die Ohren. Was für ein Leid musste ein Geschöpf durchmachen, wenn es solch ein... furchtbares und grausames Heulen von sich gab? Mit zitterndem Kiefer erkannte er die Stimme. Er erkannte die Wölfin, die so sehr zu leiden hatte. Die Wölfin, deren Herz gestohlen war, für die der Tod nur eine Erlösung sein konnte. Was war nur geschehen in der Zeit, in der er fort gewesen ist? Was war nur geschehen?!

„Tess, was hast du getan?!“

Entkam es ihn. Doch er bereute seine Worte sofort wieder. Konnte sie wirklich Schuld an all den Schmerzen haben, die Zanba nun hatte?

“Tut mir leid... Lass uns zu ihr gehen! Beeil dich! Wir können sie doch nicht so liegen lassen? Lass uns gemeinsam zurück zum Rudel gehen! Worauf wartest du noch, Tess?!“

Er packte sie spielerisch am Nackenfell und zog sie in die Richtung, aus der das Heulen kam. Aber weshalb waren ihre Augen nur so leer, so trostlos? Als wäre da nicht Tessyra, sondern ein Körper ohne Seele. Tujaro verstand die Welt nicht mehr. Für ihn hatte sich schlagartig alles geändert. Zanba klang, als würde ihr jemand bei lebendigem Leibe das Fell von der Hat ziehen, schlimmer sogar, Tessyra sah aus, als hätte man ihr den Geist aus jeder Faser ihres Körpers gesaugt und nirgendwo waren die Gerüche des Rudels. Erst jetzt bemerkte Jaro das Blut, das in dem Fell seiner Gefährtin klebte. War es etwa Givaan gewesen? Oder Zweibeiner? Er brauchte endlich Antworten. Er musste wissen, was geschehen war. Das war wohl nun dafür, dass er einfach fort gegangen war, ohne ein Wort. Dabei hatte er doch schon so lange Zeit zuvor eingesehen, dass er einen Fehler gemacht hatte. Warum musste ihn das Schicksal nur so sehr bestrafen?


[trifft Tessyra, redet mit ihr, hört Zanbas heulen / bei Tessyra]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Do Jun 03, 2010 2:24 pm

Lubaya, die weiße Fähe, hatte ihren Kopf nun nicht mehr auf den des Alphas gerichtet, sondern in die Richtung, wo erst Tessyra und danach Zanba gefolgt war. Keinen der beiden Wölfe kannte sie. Nur das Blut, was an ihnen klebte ließ sie eine Frage hervor bringen: Was war hier geschehen?
Alles um sie herum schien erstarrt und in Trauer gesenkt. Was war passiert, was ein solches Ereignis auslösen konnte? Warum waren alle von Blut verschmiert, doch nur einer tot? Oder waren es mehrere? Was war das für ein Rudel hier?
Die sonst tapfere und mutige Fähe brach fast in Tränen aus, als sie das von Schmerz erfüllte Heulen erhörte. Sie wollte los laufen und fragen was los war! Warum tat sie es nicht? Was band sie hier fest? War es das grausame was den Alpha bedeckte? Zog sie das an? Nein. Einzig und allein die Antwort die sie bekommen würde, ließ sie an der Stelle stehen, wo sie nun ihre Pfoten trugen. Aber weshalb konnte sie diese Antwort nicht abwarten? Warum lief sie nicht los?

"Was ist hier bloß geschehen?"

Als die Worte heraus kamen, erschrak die Fähe fürchterlich. Sie hatte laut gedacht. Es war gar nicht ihre Absicht gewesen, sie hier zu stellen.
Zu viele Fragen durchquerten ihren Kopf. Alles nur voller Fragen. All dies unerträglich. Sie war in keiner guten Fassung. Nicht mehr. Seit sie merkte, welch ein Fluch auf diesem Rudel zu herrschen schien. War es der Dämon? Das Monster? Oder war es ein Geist, der unvorhergesehene Ereignisse in die Welt ruft? Aya glaubte nicht an Geister. Nie. Auch nicht jetzt. Warum könnte sie sich nicht erklären. Warum war sie nicht früher gekommen? Dann hätte sie vielleicht auch noch helfen können, noch eingreifen. All dies hätte vielleicht nicht so kommen müssen, aber was war geschehen? Ohne diese Antwort konnte sie nicht Leben. Sie war kein Typ, der immer geduldig wartete. Sie strebte nach Macht und Macht kommt nach Wissen. So viel wie verlangt. Warum bekam sie ihre Antwort nicht? Eine weitere Frage von vielen. Sehr vielen. Alle unbeantwortbar. Wen konnte sie Fragen? Niemanden. Sie kannte hier niemanden und niemanden würde sie ausfragen, wenn es ihm schlecht ging.

Plötzlich erhoben sich ihre Pranken. Sie setzte einen Schritt nach dem anderen und versuchte eine Spur auf zu nehmen, die sie nicht kannte. Eine schwierige Angelegenheit, vielleicht aber möglich. Sie musste es probieren.
Der weiße Löwe lief durch den Wald. Witterte und folgte. Sah und lief weiter. Nachdem sie die blutigen Spuren entdeckt hatte, war es ihr ein leichtes zu der braunen Fähe zu finden. Die erst sauberen Pfoten wurden jedoch dreckig. Aber dieses Mal störte es Lubaya nicht. Sie hatte ihr Zeil vor Augen und wusste wie sie es fand. Wenn auch durch ein noch gut bewachtes Revier.
Nun erkannte auch sie die Konturen einer Fähe auf einer Ebene. Immer und immer schneller wurden die Schritte, Sprünge Ayas. Ihre Ausdauer nahm alles mit hin, denn sie wusste wo es lang geht. Aber die Fähe schien sehr weit hinten zu sein. Weit am Horizont. Was war nun los? Sah die Weiße nicht mehr richtig? Oder war es ein anderer Wolf? Was war los?
Sie stoppte. Auf einen Ruck stand sie auf einer Stelle. Auf einer Fährte von blut verschmierten Pfoten. Aber sie führten in zwei verschiedene Richtungen. Eine war immer ein wenig abwegig, allerdings war diese Lubaya noch nicht aufgefallen, sodass sie nun völlig verwirrt war. Konnte sie ihrem Geruchssinn trauen? Oder sollte sie sich einen Weg aussuchen und am Ende dann überrascht werden, wer dort war? Sie entschied sie für ihren Geruchssinn. Auf den konnte sie sich mehr verlassen, glaubte sie. Aber war das wirklich der Fall? Sie wollte nicht dran zweifeln, da gab es bessere Augenblicke. Nun musste sie sich konzentrieren. Sie nahm wieder eine Fährte auf die sie hoffentlich zu ihrem Ziel brachte. Eine Witterung, die eine Spur entlang führte. Ihre Schritte verschnellten sich und wurden erneut zu Sprüngen.

Dann sah sie sie. Genau vor ihr war eine wunderschöne braune Fähe. Wie war ihr Name? War sie die, die geheult hatte?
Weitere Fragen ohne Antwort, doch die wichtigste: Wie konnte sie ihr helfen?
Sie lang am Boden, wohl komplett zerstört von einstigen Erlebnissen. Oder waren es die diesen? Gewissheit konnte Lubaya in diesem Bereich nicht aufbauen, dazu wusste sie zu wenig. Gar nichts wusste sie. Auch wenn sie sich noch was einbilden mag. Sie wusste nichts. Nichts. Nur, dass vor ihr eine Fähe liegt, die am Ende ihrer Kräfte war und an dem Ort, wo sie ankam, ein Schlachtfeld war. Zu was dies verwendet wurden, konnte die Fähe nicht wissen. Zu undeutlich waren Vorstellungen. Nur Umrisse die mit Bleistift gezeichnet waren, die man schnell wieder weg radieren konnte. Zu schnell. Leider.
Jetzt kreisten die Gedanken noch verrückter in ihrem Kopf herum. Doch eines nach dem anderen. Zuerst die wunderschöne Fähe. Vermutlich die Alpha. Doch was hatte sie verletzt?

"Kann ich dir irgendwie helfen? Ich mag dich nicht so am Boden liegen sehen, mit so vielen Wunden. Was wurde dir angetan? In welcher Richtung soll ich nach einer Lösung suchen?"

War eine Hilfe Lubayas überhaupt möglich? Machte sie es noch schlimmer oder besser? Waren es zu viele Fragen? Konnte sie überhaupt eine davon beantworten?

"Was war bloß passiert?"


[Bei Givaan - Bei Zanba | Denkt nach - denkt laut - entscheidet sich dem Hilferuf zu folgen - hat Schwierigkeiten den Weg zu finden - findet Zanba - spricht mit ihr]

((Sorry, Givaan, doch ich konnte es einfach nicht mehr aushalten.. irgendwann drängt das schreiben zu sehr. Entschuldige!
Was hier bloß für eine traurige Stimmung herrscht..))
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 4:33 am

Zornig fuhr der rabenschwarze, breite Wolfsschädel herum, knurrte unterschwellig und zeigte die noch immer blutigen Kiefer. In seinen Augen loderte - wie in letzter Zeit häufig zu sehen war - ein alles verzehrendes Feuer, welches ihn verschlang. Und mit ihm auch seinen Geist. Als nun beide weißen Fähen zu ihm traten, es hätten gewiss Geschwister sein können, wären nicht bei der einen die Augen und die Narbe, bei der anderen die eher zierliche Größe gewesen. Er schnaubte kalt und abwertend, als beide Fähen mit ungefähr ähnlichen Worten zu ihnen sprachen. Er verachtete sie bereits jetzt. Die eine, weil sie sich aufführte, als würde sie die angehende Leitwölfin sein. Er hasste sie bereits dafür, beide, dass sie versuchten, Nähe zu ihm aufzubauen, indem sie ihm per Du ansprachen. Er selbst würde ihnen gewiss keinen Funken Respekt zollen, allein deshalb, weil er Nähe jeglicher Art verabscheute. Und dementsprechend auch Wölfe, die krampfhaft auf jene Nähe bestanden.

"Was ist es, wenn nicht feige, wenn ein Wanderer sich einem Rudel gegenüber verbirgt? Kein offensichtlicher Feind ist? Keinen Grund hätte, diesem Rudel nicht offen entgegen zu treten? Es IST feige, Fähe."

erwiderte er, wobei seine Stimme den Klang von Reibeisen hatte. Der Blick war kalt und man mochte meinen, gegen eine Wand anzutreten. Denn wie eine solche wirkte der rabenschwarze Hüne mit seiner Größe, seiner Masse und seinem Wesen. Kurz überlegte er, den Jungwolf, welchen er zuvor angesprochen hatte, wieder anzuschnauzen, er möge endlich verraten, was er hier wolle - Sterben oder Leben - als sich mit einem Mal die gesamte Situation zu kippen schien. Es glich einem Umsturz der Welt, als würde mit einem Mal alles Kopf stehen, jedes Uhrwerk in die entgegengesetzte Richtung wandern und jeder Wolf vom Hasen gejagt werden.

Ohne sich weiter um Lubaya und Lunasoleil zu kümmern schoss der Kopf herum, richtete sich wild funkelnd auf jene Fähe, der das erste Heulen galt. Es war Tessyra, erinnerte er sich. Betafähe und Freundin Zanba´s. Und wie zuvor die Welt umkippte, stürzten auch seine Erinnerungen wieder ein, begruben ihn förmlich unter sich und zwangen ihn regelrecht dazu, endlich mit Herz und Verstand zu begreifen, was hier geschah. Wer er war. Was er tat. Getan hatte. Doch er hasste sich deshalb gewiss nicht, dafür war er viel zu egozentrisch und selbstverliebt. Doch es gab Dinge, welche selbst den Dämon in ihm zu Fall bringen würden und eben diese Dinge waren drastische Veränderungen.
Ein Leitwolf hatte sein Rudel zu halten, zu führen und über gefahren hinweg zu losten. Er hatte dem Rudel Freund und Feind gleichermaßen zu sein. Einst hatte sein Vater ihm und seinen Geschwistern erzählt, dass ein Wolf, der Angst vor dem Alpha hatte, gewiss dessen Befehlen folgen würde. Aber ein Freund des Alphas würde sein Leben für diesen geben. Würde ohne zu zögern vor die tödliche Kugel eines Zweibeiners springen, wohl wissend, dass er sein Leben gab. Sein Leben für das des Alphawolfes.
Ein weiteres Heulen, kummervoll und innerlich zerrissen, wie es schien, erklang und die Nackenhaare des Schwarzen richteten sich wild sträubend auf. Er kannte diese Stimme, kannte deren Tonlage, deren Augen, deren Gesicht, Fellfarbe, einfach alles. Es war jene Fähe, deren Rudelmitglieder ihre Freunde und ihre Familie war, der jeder Wolf dieses Rudel bedingungslos gehorchen würde. Bedingungslos das Leben geben würde, sollte es soweit kommen. Vollkommen erstarrt lauschte er dem Echo der Stimme, bemerkte, wie Lubaya diesem Ruf folgte und verschwand. Eine gähnende Leere ließ ihn versteinern, stehen, ohne sich bewegen zu können. Rauschend drangen einzelne Worte an seine gespitzten Ohren, welche unruhig umher zuckten. Immer mehr Erinnerungen drängten sich auf. Zanba, fröhlich lachend mit Tessyra. Wie er das Rudel stets vertrieben hatte, als die Welpen geboren worden waren. Damals hatte er noch ein Lächeln, wenn auch kühl, für alle übrig gehabt. Damals war das Rudel der Mondkinder noch komplett, noch unversehrt vom Grauen der Welt. Nun herrschte es mitten unter ihnen und das Wissen Givaan´s, dass er dieses Grauen heraufbeschworen hatte, nagte ungewöhnlich stark an ihm. Obgleich er nie auch nur eine Gefühlsregung zuließ, offenbarte oder zeigte, hatte Zanba dennoch verstanden, was in ihm vorging. Nun war es, als ob er sich selbst dieser letzen Kreatur verschlossen hatte. Er hatte Raayu verloren, ob nun aus Gründen der Liebe zu Magai oder aber aus Gründen des Vergessens und der Demütigung seitens Givaan war unklar. Doch er hatte ihn verloren. Den einzigen Freund, den er neben Zanba je gehabt hatte. Ob es ihn schmerzte? Oh, es brannte wie ein Höllenfeuer, in dessen Gift er zuvor gebadet hatte. Es brannte ihm das Fell vom Körper, die Haut von den Knochen, bohrte sich langsam, elendig langsam in seine Knochen und ließ ihn glauben, kaum noch auf den Pfoten stehen zu können. Zu schwanken. Doch er stand. Standhaft. Ohne einen Funken Schwäche wie es schien. Doch wo vorher noch wildes Feuer und heißer Zorn in seinen Augen loderte, lag nichts mehr. Absolut nichts. Eine erschreckende Leere füllte seine Augen aus und schwach, ein schwächliches Abbild des Schmerzes, der zuvor im Heulen seiner wohl nun ehemaligen Gefährtin lag, klang ihm ihr Heulen in den Ohren. Er hörte ihre Anklage, hörte ihre Vorwürfe, ihren Kummer. Er hatte sie verraten, hintergangen und verlassen. Im Stich gelassen und sich lediglich auf sich konzentriert. Doch mochte man ihm ansehen, dass er nachdachte, ernsthaft nachdachte, so sah man ihm nicht jenen folgenschweren Entschluss an, den er tätigen würde.

Plötzlich setzte sich der Koloss in Bewegung. Langsam, als handle es sich hierbei um das alternde Abbild des strahlenden Rüden, welcher er einst darstellte. Inzwischen hatte wohl auch sein Glanz Schaden erlitten, auch seine Schale wurde langsam marode und besaß bereits allzu viele Risse. Beinahe als bereite es ihm Schmerzen hoben sich die großen Pfoten, hinterließen Abdrücke und waren dennoch unbedeutend. Immer weiter drängte es ihn, doch er war nicht mehr in der Lage, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, geschweige denn, anzuziehen.
Beinahe wie im Traum wandelte er durch den dunklen Wald, düster war sein Gesichtsausdruck und doch zeigte sich in den gelben Augen nichts als Leere. Absolute und nichts sagende Leere. Beinahe nebelhaft erinnerte er sich daran, was seine Aufgabe hätte sein müssen, was er nun hätte tun müssen. Er hätte so vieles tun müssen und tat es nicht. Folgte weder Tessyra, um sie zurück zum Rudel zu schleifen, wie es seine Art wäre. Folgte weder Zanba und Lubaya, um in die Damengesellschaft und -unterhaltung hinein zu platzen und beide zurück zum Rudel zu treiben. Ihnen dort Vorhaltungen zu machen, solche schlechten Scherze zu fabrizieren und sich endlich zusammen zu reißen. Sie waren immerhin keine Jungwölfe mehr. Was ihn zurück zu Aralez brachte, doch erschien ihm die Tatsache, dass der Jungwolf dem fremden Rudel, welches er größtenteils getötet hatte, angehörte, nicht mehr zu beunruhigen oder zu reizen. Viel mehr fühlte er diesbezüglich ... nichts. Ja, es war ihm egal. Alles war ihm inzwischen egal. Egal, ob das Rudel sich nun zerstreute. Egal, ob man ihm nun folgte und ihm zum Kampf forderte. Egal, ob seine Gefährtin sich erhob und das Rudel weiter führte.

.oO( Du musst es tun, Fremder ... )Oo.

dachte er tonlos und trottete weiter. Dann blitze das goldblonde Fell seiner ehemaligen Gefährtin auf. Neben ihr das erheblich hellere Fell der Weißen. Doch sein gelber, ausdrucksleerer Blick hing noch immer auf Zanba, nahm jedes Detail auf und spürte doch nichts mehr. Innerlich vollkommen abgestumpft, hatte der Dämon eine Wüste aus Nicht zurück gelassen. Ein Monstrum, welches fähig war zu Morden und doch nichts mehr zu empfinden schien. Er erinnerte sich an die laut ausgesprochene Frage Lubaya´s. Normalerweise hätte er höhnisch gelacht, sie Dummkopf oder Grünschnabel gescholten und sich nicht weiter darum gekümmert. Doch nun stellte auch er sich die Frage: was war nur geschehen?
Doch dann drangen die Worte der Weißen an seine Ohren und er drehte sich lautlos wieder um. Er würde abdanken. Nein, er MUSSTE abdanken. Wenn er sich nicht mehr selbst genügend kontrollieren konnte und die Leitwölfin anfiel, die Hälfte des Rudels anfiel, dann konnte er keineswegs länger mehr jener sein, der er hätte sein müssen. Oder den Rang behalten, welcher ihm von Geburt zustand. Einer Geburt, die unwürdig war. Eine Geburt, die ihm hatte zum Monstrum werden lassen. Eine Geburt, die viele Wölfe dieses Rudels besaßen. Es war beileibe keine leichte Entscheidung, liebte der Schwarze Macht und Ruhm, doch selbst der Dämon fand die Vorteile erheblich besser. Würde er nicht mehr Alphawolf sein, so könnte er weiter walten, ohne dabei dem Gewissen gegenüber zu treten. Dennoch, die Freude und Euphorie, die er sonst bei derlei Gedanken verspürt hatte war verschwunden. Denn mit dem Leitwolf würde auch ein Teil Givaan´s abtreten. Nur war bislang ungewiss, welcher Teil dann dominieren würde.

Unbemerkt hatte er sich wieder von Zanba und Lubaya entfernt, wohl wissend, dass er gewiss das letze Wesen dieser Erde wäre, welches der geliebten Fähe Trost hätte spenden können. Er hatte sie verletzt. Stark verletzt. Jene Fähe, die sein Herz geschmolzen und seine Liebe errungen hatte hatte ihn nun ebenfalls aufgegeben. Er hatte dies bereits früher getan, doch nun ... Givaan wusste, es würde nicht mehr funktionieren. nachdem er Zanba verletzt hatte, würde sie ihm nie wieder so vertrauen und lieben können, wie einst. Ebenso das Rudel, welches gesehen hatte, zu welchen Taten er fähig war. Zu welchem Dämon er wurde.
Nachdem er sicher war, weit genug vom Rudel und jegliche anderen Lebewesen entfernt zu sein, wurde er sich dessen bewusst, was er tat. Das erste Mal in seinem Leben war er feige. Das erste mal in seinem Leben stand er dem Gegner nicht direkt gegenüber, um diesen in Grund und Boden zu starren. Das erste Mal in seinem Leben stimmte der Rüde ein Lied an, welches nicht von Tod, Verwesung und dergleichen handelte. Den dieses Lied beinhaltete eine Botschaft, die das Rudel der Mondkinder verändern würde. Zum Besseren, dessen war sich der Schwarze sicher.

"Children of the Moon, lauschet mir und nehmet meine Worte wahr. Verdrängt sie nicht und glaubt sie mir, denn sie sind geheult aus ehrlicher Absicht. Tessyra verließ das Rudel und mit ihr verließ Zanba auch der Leitwolf, der euch bis hierhin geführt hatte. Ich werde meinen Rang als Leitwolf aufgeben, den rang eines Deltawolfes einnehmen und dem Rudel wie auch Zanba die Möglichkeit bieten, einen besseren Neuanfang zu starten. Möge Femijailuna uns nun mehr denn je bei Seite stehen."

Die tödlichen Kiefer schlossen sich wieder und mit einem glasigen Ausdruck in den Augen schleppte der Koloss sich zurück. Dass er dem Rudel jedoch keineswegs mehr gegenüber treten wollte, war eine logische Folge. Er hatte sich feige verhalten, hatte es ihnen nicht direkt ins Gesicht gesagt. Er hatte - wie so oft - versagt. Nun war es offenkundig.
Der Koloss war gebrochen.
Der Schwarze hielt inne, nahm den Geruch des Rudels auf und hielt inne. Sie mochten auf halben Wege liegen, also schlug er sich weiter in das Unterholz. Immer tiefer, immer weiter, bis die Sträucher zu dicht und sein Geruch zu verteilt war, als dass er hätte weiter laufen können oder jemand ihn gefunden hätte. Allerdings schien es dennoch Dinge zu geben, die unmöglich schienen und dann doch eintraten. Lautlos ließ der Rüde sich nieder, legte den Kopf auf die Pfoten und schloss die gelben Augen. Langsam hoben und senkten sich die Flanken einer Kreatur, in deren Innern ein Feuer loderte, welches nicht gelöscht werden könnte.
Und genau deshalb ein Fehler für dieses Rudel war.


[Bei dem Rudel - bemerkt Tessyra´s & Zanba´s Verschwinden - Denkt nach - Fällt eine Entscheidung - Tut heulend seine Entscheidung Kund ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 4:43 am

Spielleitung

Sie war ihnen gefolgt. Bis auf den Berg war sie ihnen gefolgt und nun verschwanden sie einfach. Verschwanden ohne ein einziges Wort, weder zum Abschied, noch zu einem Rudel. Und sie hatte es deutlich gewittert, jenes Rudel, hatte es an den zwei Rüden wahrgenommen, welche sich todesmutig wie sie waren in den Abgrund stürzten. Dann waren sie aufgestanden, plötzlich geheilt und verschwanden sang- und klanglos. Ebenso die große, schwarze Fähe.
Langsam folgte nun auch Chepi den drei Wölfen, unsicher, ob sie wirklich diesem Rudel beitreten wollte, in welchem drei solcher Kolosse lebten, allesamt anscheinend regelrecht kampfsüchtig. Sie schauderte und wurde langsamer, ihre Bewegungen zaghafter. Sie haderte mit sich selbst und wusste doch nicht, ob sie folgen sollte. Sie tat es, aus dem verlangen nach einem Rudel heraus. Doch was dann geschah ließ die kleine Fähe in Panik geraten.

Sie betrat den Wald, folgte der Spur, folgte dem Duft, unwissend, ahnungslos und vollkommen leichtgläubig. Sie nahm auch den zarten Duft von Blut auf, jedoch unterschied sich das einer gerissenen Beute und das eines gerissenen Wolfes erst dann voneinander, wenn man der beiden Opfer ansichtig geworden war. Momentan war sie jedoch nichts ansichtig geworden, also wanderte sie weiter. Stets dem sonderbaren Knurren hinter her, welches klang, als ob sich mehrere ranghohe Wölfe um ein Stück Fleisch stritten. Vielleicht war dies ja der Fall?!
Rasch holte Chepi aus und jagte weiter, stets dem intensiver werdenden Geruch nach. Das Herz klopfte ihr vor Freude höher und ihre Zunge hing ihr aus dem Maul. Immer dichter kam sie, rammte ihre Pfoten dann jedoch abrupt und mit weit aufgerissenen Augen in den Erdboden, starrte fassungslos auf das Massaker, welches sich vor ihr erstreckte.
Panik erfasste sie kleine Fähe und in einer gezielten Kehrtwende wich sie zurück, jagte den Grenzen dieses Reviers entgegen, voller Panik, man könnte sie gesehen haben und nun verfolgen. Reißen, wie man es mit Beute zu tun pflegte. Das junge Herz raste unaufhörlich und ihr eigener Atem klang ihr in den Ohren. Dann endlich nahm sie die Grenzen des Reviers wahr, schoss darüber hinaus und verschwand lautlos und leise. Ungesehen womöglich, doch keineswegs fremd.




[Chepi wurde aus dem Play genommen. Nun kann sie einen neuen Charakter erstellen. ]

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Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 7:45 am

Jakara legte die Maus ab und setzte sich. In ihrem Kopf drehte sich alles. Zu viel in so kurzer Zeit. Sie konnte es nicht glauben.
Tessyra war gegangen.
Zanba war ihr gefolgt, und ihr Heulen drang bis zum Rudel.
Eine Fähe, die bei dem Rudel gewesen war, ging. Kara hatte sie nicht gekannt, aber irgendwie tat es trotzdem weh.
Irgendwo in der Ferne tauchte Jaros Geruch auf.

Das reichte, um die dunkle Fähe lospretschen zu lassen. Sie folgte Tess' und Zan's Geruch. Doch das Heulen Givaans drang bis zu ihr. Er trat zurück, der schwarze Alpha wollte ein Delta sein! Hatte sie ihn bis jetzt auch gehasst, nun könnte sie deswegen laut aufheulen. Was waren die Children of the Moon ohne ihren furchtlosen -ja, wenn auch dämonischen- Alphawolf, der nun nur noch den Rang eines Deltas beziehen wollte?
Und schließlich entdeckte Kara auch die Alphera. Die starke, leitende Fähe Zanba. Doch nun lag sie da, lauter blutende Wunden am Körper, am Boden zusammengebrochen. Aber auch Jakara wusste, dass der seelische Schmerz der Größte für die braune Wölfin sein musste. Kara jaulte leise.

"Zanba!"

rief sie und lief zu der Leitwölfin, wie in Trance. Stärker nahm sie nun Tujaro wahr. Hatten er und Tessyra sich gefunden?

(Oh, Tess, oh Jaro! Wo auch immer ihr seid, bitte kommt hierher... Zanba braucht euch! Ich brauche euch! Das ist alles zu viel...)

heulte sie, doch es klang heiser. Sie schnuperte an Zanba und besah sich die Wunden, die sie doch nur wie unter einem Schleier sah. Die Größte Wunde blutete stark, aber sie war keineswegs so schlimm, wie sie jetzt wirkte. Sobald es nicht mehr blutete, würde Zanba schnell wieder gestärkt sein, vorrausgesetzt, sie würde sich stärken können, in Ruhe.
Kara sah sich um. Was sie brauchte, war Moos, um die Wunde zu reinigen, und einige Pflanzen gegen Schmerz, Müdigkeit und Erschöpfung, für Schlaf und Betäubung. Gegen Müdigkeit und Erschöpfung- das war das, was sie selbst brauchte.
Jeder Schritt tat der dunkelgrauen Fähe mit dem schneeweißen Ohr weh, als sie umherhumpelte auf der Suche nach den richtigen Pflanzen. Schließlich hatte sie einiges zusammen. Schnell kaute sie die Kräuter gegen Müdigkeit und Erschöpfung. Sie spürte den bitteren Geschmack auf der Zunge, aber sie kaute mit ausdrucksloser Miene weiter. Endlich wich der Schleier vor ihrem Gesicht und sie konnte wieder klar sehen. Mit flinken Bewegungen versorgte sie Zanbas Wunden und tatsächlich schien der Blutstrom der großen Wunde schwächer zu werden. Sie schob der Alphera die Kräuter gegen Schmerz, für Schlaf und Betäubung sanft in den Mund und flüsterte sanft:

"Kau sie, aber spuck die Blütenreste wieder aus, sonst bekommst du Magenschmerzen."

Kara wusste, nicht mehr lange, dann würde die Wirkung der Kräuter, die sie genommen hatte, nachlassen. Das musste sie ausnutzen. Sie sog tief die Luft ein und pirschte zwischen Gestein und Bäumen umher. Ihr Jagdzug gelang. Ein Rehkitz, dessen Mutter nicht in der Nähe war, versuchte zu fliehen, als es die Wölfin kommen sah, aber durch den Hunger und Ehrgeiz bestärkt, fing sie es rasch. Sie schlug ihre Zähne in das saftige Fleisch und aß. Sie beherrschte sich, noch genug für Zanba übrig zulassen und schleifte diesen Rest zu der Verletzten. Sie legte sich neben sie und wachte über sie, so lange sie noch die Kraft dazu hatte.


[bemerkt Tess' und Zan's Verschwinden- sieht Chepi weggehen-folgt Zan, hört aber noch Givaans Worte-bei Zan-verpflegt sie-fängt ein Rehkitz-isst etwas davon und bringt es zu Zan]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 9:14 am


Danked fraß Magai die Maus, die Kara ihr gab. Sie fraß sie brav, doch bei den Kräutern musste sie mehrmals schlucken, um den widerlichen Geschmack aus dem Mund zu bekommen. Krächzend spuckte sie die Überreste aus. Als sie das Gesicht verzog merkte sie jedoch, wie frischer Saft ihrer Mund füllte. Es war doch zu etwas gute gewesen, denn nun war ihr Durst gestillt. Die Augen öffneten sich langsam, wurden klarer und so geschah es auch mit ihren Gedanken. Plötzlich horchte sie auf.

Wie ein nasser Sack ließ sich Magai von Raayus Rücken fallen, als sie das herzzerreißende Heulen hörte. Tessyra. Ihre einzige Freundin. Magai hatte es schon immer gewusst. Sie war schlecht, alles was sie mochte und liebte starb früher oder später ... oder ging. So, wie es nun bei Tessyra war. Es war nicht nur der Schnee, der melancholische Stimmung erzeugte, es war nicht nur der von Wolken bedeckt Himmel, der ihnen alle das Herz schwermütig machte. Alle liefen sie hinter Zanba her, hinter Tessyra. Warum, wie, weshalb und wo. Das wusste Mag nicht. Sie hatte nicht verstanden warum ihre Vorbilder - Zanba, Tessyra und Givaan - gingen, um sich zu verabschieden. Ihre Meinung verstärkte sich. Sie war nicht nur in ein Unheil bringendes Rudel geraten. Sie selber war das Unheil, denn wirklich jeden den sie mochte verschwand auf geheimnisvolle Art und Weise. Und so geschah es mit Tessyra. Nun mit Zanba. Und bald schon mit Givaan. Wie dankbar sie den dreien in letzter Zeit war! Ohne sie wäre sie noch immer die kleine, verschüchterte Fähe. Voller Angst, Panik und ohne Ziel. Sie säße immer noch hungrig in der kleinen Höhle. Nun heulte auch Zanba. Es klang, als würde ein Paradiesvogel sein letztes Lied anstimmen. Die einst so schöne, stolze und glückliche Fähe wurde mit in den Strom der Trauer gerissen, versuchte nicht sich festzuhalten und das Ufer zu erreichen. Sie ließ sich treiben, wie es einst Magai getan hatte als sie Dema tötete. Als sie Momala tötete.
Der Pechvogel im Wolfspelz, ja , das war sie nun! Magai hatte sie alle getötet, vertrieben, verscheucht. Abgeschreckt. Dema und Momala hatte sie getötet, Kimni, Devota, Netis und nun auch Tessyra hatte sie vertrieben. Givaan hatte sie durch ihre Sensibilität zu Raayu abgeschreckt, sie wusste das er nicht der Typ war, der gerne Romantiker ist.

Ohne nachzudenken schaute sie Raayu tief in die Augen. Es sollte 'Auf Wiedersehen' heißen. Ihr Vorbild brauchte sie aber jetzt. Raayu Vorbild brauchte ihn. Mit leiser Stimme säuselte sie:

"Tu, was du tun musst. Du bist sein Freund. Einen anderen hat er nicht ... glaub ich. Er braucht dich. Genauso wie ich dich, du mich und wie Zanba uns nun braucht. Lass ihn nicht im Stich, wie ich es immer tu! Helfe ihm, Raayu! Achte darauf, das er nichts tut, was er später bereut!"

So schnell wie sie konnte lief sie zu der kleinen, zerstörten Seele. Kaum mehr als ein Häufchen Asche fand sie vor. Mehrere Fähen standen um Zanba herum, um die Zanba die einst so ... stolz, mächtig und ... einfach nur liebevoll war. Sie ging langsam zu ihr. Setzte sich neben ihre Alpha. Sie diente ihr, tat alles um sie am Leben zu erhalten. Sie aufrecht zu erhalten, egal wie tief sie sinkt. Sie hatte ihr geholfen, ja, ganz am Anfang hatte sie ihr vertraut, die Welpen vorgestellt und sich ihrer angenommen. Nun erwartete sie das von ihr. Magai verzichtete auf große Worte. Langsam ließ sie sich auf den Bauch nieder, war dicht an ihr. Na und, und wenn sie sie beißen würde, wegen fehlendem Respekt, das war es wert! Sie würde alles erdenkliche tun, um ihre Alpha wieder auf den Stand zu bringen, indem sie sie am meisten verehrt hatte.
Immer mehr Schneeflocken landeten auf dem grauen Rücke der Fähe. Sie fröstelte nicht, aber sie wusste nicht wie es bei ihrem gegenüber war. Jakara hatte ihr ein totes Reh gebracht, sie war eine so gute Seele. Mittlerweile hatte sie diese sehr gern gewonnen, aber das konnte nichts gutes verheißen! Irgendwann würde sie sterben oder gehen, denn Magai mochte sie. Anders konnte es nicht sein.

"Ich liebe ihn, auch wenn es mir schwer fällt das zu sagen."

Sie wusste nicht, warum sie das Zanba ins Ohr flüsterte. Sie wusste den Sinn in dem Satz nicht. Aber sie beruhte darauf das ihre große Alpha verstehen würde, das sie das Monster Raayu liebte. Und so hatte sie auch Givaan zu lieben. Beide Fähen hatten in diesem Moment mehr gemeinsam, als ihr je aufgefallen war. Nicht nur, das beide 5 Buchstaben hatten. Nicht nur, das beide Monster mit einem Doppelvokal liebten. Die eine mehr, die andere weniger. Aber beide waren innerlich zerrissen. Konnten keine Hilfe annehmen, weil sie wussten das diese eh nicht helfen würde. Magai lag da, rutschte näher an Zanba, versuchte mehr Freund als Rudelmitglied zu werden. Langsam und fürsorglich leckte sie ihr über das Ohr, langsam deshalb, falls es Zanba stören sollte. Der Geschmack von Blut war herrlich, obgleich sie den Geruch doch hasste.

Immernoch stank es Blut. Aber diesmal war es nicht nur Raayus Blut an Magais Fell, sondern auch Zanbas Blut. Es roch süßlich. Wie sehr Magai den Geschmack von Apfelkernen mochte!

[bei Raayu | frisst Maus | verlässt ihn, spricht | legt sich zu Zanba]


Zuletzt von Magai am Fr Jun 04, 2010 10:37 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 10:30 am

Plötzlich war nicht nur Lubaya vor der Fähe, die die Alpha zu sein schien. Es kamen immer mehr dazu. Wo einst das Schlachtfeld war, waren nun nur noch wenige Wölfe. Wo waren die anderen hin? Blieben sie dort?
WAS WAR BlOß GESCHEHEN?
Wie sehr sie die Neugierde für diese Frage hasste. Sie wollte es wissen um helfen zu können, doch wie stellte sie es ohne dieses an? Alle anderen wussten mehr, konnten besser helfen. Hier war sie unnötig. Was sollte sie auch nur tun? Trotzdem wollte Aya dort bleiben. Sie wusste nicht wo sie sonst hingehen sollte.

Plötzlich hörte sie ein Heulen. Es war das des Wolfes, der sie verachtete. Aus gutem Grund bestimmt. Er trat seinen Rang ab. Nun war er nicht mehr Alpha, sondern Delta, was für eine Schande. Was passierte hier bloß alles?
Auch ihm wollte sie helfen, doch dort würde sie nur weniger angesehen sein. Vielleicht würde sie dort ihr Leben verlieren, was sie nicht wollte. Oder doch? Nein. Jetzt wollte sie da sein und nicht aufgeben. Sie war immer gut allein zurecht gekommen und hatte bisher ganze drei Jahre überlebt. Mehrfach stand sie vorm Umkippen und bekam von keiner Seite Hilfe. Lediglich andere Tierarten wollten ihren Hunger an ihrem Fleisch stillen und ein weiterer Kampf lies die Kräfte oft zu Ende gehen. Aber nun lebt sie. Und sie stand auf allen Pfoten ohne um zukippen. Das war Grund genug jetzt nicht auf zu geben! Wann anders aber nicht jetzt!
Sie wollte einen Schritt machen, der ihr Leben fortführten sollte. Doch entschied sie sich nicht. Brachte es einfach nicht übers Herz. Vor einer Verzweigung stand sie. Warum konnte sie nicht durch die Mitte gehen? Weil es da keinen Weg gab. Diese Frage beantwortete sie sich nur widerwillig, aber besser als gar nicht.
Sie entscheid sich eine Kurve zu gehen. Zwar umständlich, aber trotzdem eine gute Lösung. Doch wann würde die Biegung kommen? Sie wusste es nicht. Etwas weiteres, was sie nicht wusste und wissen wollte. Allerdings gab es bessere Fragen, weshalb diese in den Hintergrund gedrückt wurde. Jetzt wollte sie helfen. Hoffte das sie es richtig machte und ebenso, dass man ihr einen Fehler nicht allzu übel nahm. All dieses weiche passte nicht zu ihrem Charakter und trotzdem lebte sie es. Es war komisch etwas unbekanntes zu leben, aber war es etwas, was im Rudelleben entstand? Diese Fürsorge für andere? Dieser Beschützerinstinkt? Wird sie sicherlich noch früh genug erfahren. Jetzt war aber auch dieses unnötig. Wichtig war Hilfe. Hilfe für beide Alpha Tiere.

Sie sah auf Zanba. Auf ihren Blut verschmierten Körper. Es sah schrecklich aus. Würde ihr nicht kalt sein? Aya legte sich neben die Fähe um ihr Wärme zu bieten. Dann leckte sie ihr übers Fell, wie sie es bei einem Welpen gemacht hätte, nur das sie nun der Alpha das Fell leckte. Sie leckte das Blut raus. Dieser Geruch machte sie noch verrückt und der Anblick Sorgen. Auch wenn es sie anwiderte, sie tat es zum Wohle der Braunen. Schwer war es allerdings alles heraus zu lecken. Und ekelhaft ebenso. Was ihr allerdings keinen Grund zum Aufhören brachte. Immer und immer weiter versorgte sie ihren eigenen Körper mit dem Blut, was sie später sicherlich hinaus würgen würde. Aber trotzdem machte sie es. Konnte sie hierbei was falsch machen? Sicherlich. Es sah bestimmt aus, wie eine Mutter ihre Tochter verpflegte und dabei war Lubaya Zanba unterwürfig.
Schlussendlich war so gut wie alles Blut entfernt und der Fähe selbst ziemlich schlecht. Was sie aber ignorierte um nicht noch ein weiteres Problem dar zu stellen. Sie ignorierte es nicht nur sondern verschwieg es ebenso. Welch einen Grund würde es zum herausbringen einer solchen Mitteilung geben, in einer solchen Situation? Sicherlich keinen einzigen. Es war nur eine weitere Schwierigkeit. Unnötig.
Weiterhin blieb die Fähe allerdings liegen, auch wenn sie nicht weiterleckte. Sie sah zwar weiterhin Blut aus den Wunden sprießen, doch war dieses nicht allzu doll, wie das vorherige. Das würde heißen, die Arznei der Heilerin hatte gewirkt. Wenn auch noch nicht ganz. Zumindest einen Ansatz hatten sie gebracht und das war ein Anfang. Ein Anfang, der hoffentlich schnell zum Ende führen würde. Zum Ende der Schmerzen die die Alpha mittragen muss. Die sie miterlebt. Mitleidet. Und auch noch alles der Gleichen. Unfassbar, wie viel Leid auf dieser Braunen lastet und sie es erträgt ohne den Tod mit zu ziehen. Das diese Leid unter anderem auch mit dem verlassen von ihrer Freundin, der anderen Fähe, die sie nicht kannte, zusammenhing war unverkennbar. Wahrscheinlich hatte die Ansage Givaans auch etwas damit zu tun. Womöglich hatte er sie so schwer verletzt und ihr Herz gebrochen. Aber hatte er keine weichen Seiten? Sicherlich war es keine Absicht. Bestimmt nicht. Jeder musste doch eine weiche Seite haben, hatte er sie nicht? Aber warum trat er seinen Rang ab? Das macht es doch nur alles schwerer! Aber er sah wahrscheinlich nicht die Seite, sondern sah auf das Wohl des Rudels, wie es seines Ranges verlangt war. Aber was tat er damit für das Rudel? Er musste der Alpha bleiben. Er musste, musste, musste! Aber trotzdem war es seine Entscheidung. Er hatte sie zu pflegen und zu hüten. Er musste wissen, was nun passieren sollte. Alles lag in seiner Hand. Vielleicht würde es das schlimmer machen, vielleicht besser.
Doch Aya wollte an ein Leben ohne Alpha nicht denken und widmete sich somit wieder ihrem Weg. Sie wollte Zanba helfen. Und wenn die Kurve kommen würde, dann würde sie versuchen zu Givaan Zutritt zu finden, denn auch dieser Stein musste ein Kern haben, der gewiss nicht aus dem selben bestand. Allerdings wusste sie diesen Zutritt nicht zu Missbrauchen und das stand auch gar nicht in ihrem Sinn. Sie wollte einen Lösungsweg finden, nicht mehr.

Weiter lag Aya an dem Rücken der Alpha, dessen Rudel sie noch nicht einmal beigetreten war. Warum sie trotzdem half wusste sie auch nicht. Aber sie fühlte sich in gewisser Weise dazu verpflichtet. Doch half sie damit? Sie würde es erfahren, wenn sich die Alpha oder einer der anderen Wölfe zu Laut meldet, gegen die Weiße, die nur versuchte zu helfen. Auch wenn es ihr nicht gelingen sollte, sie versuchte ihr Bestes zu geben, wie immer, nur das es nicht immer gut zu erkennen war.
Dann fing sie an wieder an dem Fell zu lecken. Das Blut auf zuschlecken, was sich wieder dort ansammelte. Es war immer noch nicht viel, und trotzdem war es da. Es war da und wollte nicht aufhören. Trotzdem lief der Heilungsprozess, versuchte die Blutung zu stoppen, das konnte Lubaya erkennen. Ob es nur Einbildung war?


[Bei Zanba und den anderen, die hinzu kamen | Weiß nicht was sie machen soll - versucht ihren Weg zu finden - schreitet einen ein - legt sich an Zanbas rücken und versucht sie zu wärmen - leckt über ihre Wunden damit das Blut von dort verschwindet und der Anblick mit dazu - denkt nach - hilft weiter - denkt nach]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 11:01 am

Weiterhin schleiften die Pfoten über den Boden. Der trübe Blick war zu Boden gerichtet. Die Fähe wusste nichtmal, wo sie hinlief und es war ihr egal. So verdammt egal. Sie wollte einfach nur weg. Weg von Freude, Glück ... der Liebe. Sie hatte gedacht, sie wäre froh, dieses Rudel hinter sich zulassen. Aber sie fühlte nichts. Niemand hatte sie bemerkt und das war auch gut so. Nein. Falsch. Man hatte es bemerkt. Tessyra verfiel in ein kurzes stolpern, als sie nicht weit entfernt Zanbas Geruch vernahm. Tess spürte einen nflug von Angst, lief jedoch weiter. Was würde Zan mit ihr machen? Würde sie ihr Vorwürfe machen, weil sie so eine schlechte Betera Fähe war? Wenn sie überhaupt jeweils eine war. Sie hatte nichts getan. Sie war eine Schande. Und trotzdem war Zanba immer näher. Tess ignorierte sie, ignorierte alles. Bis sie Zans Worte hörte.

Ihre Ohren zuckten nicht, wie sonst. Sie blieb einfach stehen. Der Blick weiter nach vorne gerichtet. Zanbas Worte rissen ihr Herz auseinander und plötzlich wünschte sie sich nichts mehr, als mit ihrer alten Freundin unter dem Vollmond zu sitzen und zu heulen. Aber das war nicht mehr möglich. Ausdruckslos blickte sie in die Luft zu einem unsichtbaren Punkt, den niemand außer ihr sah. Ihre Rutenspitze gerührte den Boden und sie schauderte, als sie Zanbas schmerzerfülltes heulen hörte.

"Bitte ... bitte Zanba ... lass mich gehen."

Ihre Stimme klang fremd. Rau und von unendlicher Trauer erfüllt. Langsam gaben ihre Beine unter ihrem Körper nach. Sie wollte weiterlaufen! Einfach weiter! Aber ihre Beine gehorchten der Wölfin nicht und sie schnaufte, als sie zu Boden fiel. Auch Zanba lag auf dem Boden. Weit hinter ihr.

"Lass mich gehen ... es wird alles nurnoch schlimmer."

Hauchte sie. Ihr Kopf fiel zu Boden. Niemand würde sie verstehen, den diese Worte waren nur für sie selbst bestimmt. Dann richtete sie ihre Woderbeine wieder nach vorne und versuchte den Oberkörper hochzuwuchten. Schwankend kam asie auf die Beine, taumelte ein paar Schritte nach vorne und ließ sich gegen einen Baum sinken. Ihre braunen Augen waren von Schmerz und Trauer erfüllt. LASST MICH EINFACH GEHEN woollte sie hinausschreien, aber ihr Fang blieb verschlossen. Ihre Augen wurden glasig und sie schloss sie. Ein feines winseln drang aus ihrer Kehle, aber sie erstickte es selbst, als sie die Konturen eines rennendes Wolfes sah, welcher auf sie zu kam. Vollkommen verwirrt. blickte sie den fremden Rüden an, welcher sich ihr genähert hatte. Was wollte er von ihr? Ein abwesender Ausdruck trat in ihre Augen, als sie den fremden Rüden anblickte. Einerseits kam er ihr vertraut vor, andererseits war er so fremd wie ein Sonnenstrahl in der tiefsten Winternacht. Als er ihr über die Schnauze leckte, schreckte sie zurück und robbte nach hinten. Er nannte sie Tessyra. Es war nicht nur das, was sie verwunderte. Plötzlich schoss es ihr wie ein Blitz durch die Gedanken.

"Nein ... nein ... geh ... lass mich in ruhe!"

Sie sagte es, obwohl sie nicht wollte, dass er sie in Ruhe ließ. Sie liebte ihn, sie hatte ihn immer geliebt. Wegen ihm hatte sie so gelitten, wie kein Wolf es je getan hatte. Sie war aus dme Rudel ausgetreten, an dem ihr etwas lag. Und nun war er wieder da. Einfach so. Und Tessyra staarte ihn einfach an. Er wollte zum Rudel gehen? Jetzt? Tess wusste, dass sie dort verachtet wurde. Den Betera Rang war sie los, Zanba würde es ihr nie verzeihen ... und magai wahrscheinlich auch nicht. Sie hörte, wie weit hinter ihr alle bei Zanba waren. Sie hörte ihre Stimmen. Dann ertönte nochmals Tujaros Stimme und bei seinen Worten zuckte Tess zurück. Tieftraurig blickte sie den Rüden an, der ihr Herz zerrissen hatte.

"Sie brauchen mich nicht mehr ..."

Flüsterte sie und hievte ihren Körper hoch und legte die Ohren an den Kopf. Langsam wurde ihr alles zuviel. Nichts passte mehr. Ihr Plan war gescheitert. Wie konnte sie nur so dumm sein! Sie musste nur weiterlaufen .... aber es waren zu viele Wölfe. Alles war zuviel. Und wieder hatte sie sich geirrt


[bemerkt Zans heulen | Briucht zusammen | bemerkt Tujaro | verwirrt | redet]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 11:23 am

Lubaya horchte, als sie eine Stimme wahrnahm. War dies die Stimme Tess'? Sie kannte sie nicht, nur ihr heulen, was sie bereits einmal vernommen hatte. Aber diesmal heulte sie nicht, sondern sprach. Sprach mit Verwirrung, soviel konnte die Weiße selbst heraushören. Soviel. Nicht mehr. Mit wem sprach sie da? Durfte sie, eine Fähe die der Grauen total unbekannt war, einfach so dort hin spazieren und sie bitten im Rudel zu bleiben? Würde sie sie überreden können? Von allen hatte sie gewiss das wenigste Mitspracherecht, schließlich gehörte sie nicht einmal dem Rudel an.
Trotzdem stand sie auf und preschte los. Vergaß all ihre Sorgen um das, was sie später abbekommen wird. Ärger, sicherlich. Die Kurve war gekommen, nur führte sie sie zu jemand anderem hin, jemanden, den sie geglaubt hatte zu verloren zu haben. In gewisser Weise war es wirklich nicht nett, die Kurve nicht für Givaan zu nutzen, doch wollte sie gerade in diesem Moment nicht ihr Leben opfern. Sie würde noch zu dem Koloss kommen. Aber nicht in diesem Moment. Nicht jetzt.

Abrupt blieb sie stehen, stand vor der Fähe, die an einem Baum gelehnt lag. Neben ihr ein Rüde, den sie bisher keinen Blick geschenkt hatte, weil sie ihn nicht entdeckt hatte. War er überhaupt dabei, als sie vor Givaan trat? Wer war er? Das er ihr nichts böses antun wollte oder auch nur konnte, sah man ihm und ihr an. Sie liebten sich. Es war sowas von klar. Auch für einen Wolf, der gar nicht zur Gemeinschaft gehörte. Lubaya. Das sie hier was machte war wohl zu viel, doch Ärger würde sie diesbezüglich jederzeit in Kauf nehmen.
Nun blickte sie der Fähe vor sich in die Augen. Die ihren waren glasig und kein schöner Anblick. Aber Aya konnte dagegen wohl das wenigste machen. Sie legte sich und platzierte ihren Kopf auf ihren Vorderpfoten. Weiterhin blieb der Blick auf Tessyra liegen. Sie dachte nach. Was sollte sie sagen? Sie brachte keinen Ton raus. Verwunderlich. Doch jetzt. Einen kleinen unbedeutenden Laut konnte man hören. Er kam aus ihrer Kehle. Kein Knurren. Ein Fiepsen.

"Warum hast du dich nicht richtig verabschiedet, sondern bist einfach gegangen? Wenn ich dir die Frage stellen darf. Dachtest du, es wäre unnütz? Es würde sowieso niemand dich beachten? So sah es aus. Doch wie du merkst ist es nicht der Fall. Überhaupt nicht. Zanba möchte dich nicht verlieren und trägt so ihre Wunden mit sich. Givaan ist seinen Rang als Alpha abgetreten und möchte nun Delta sein. Wird sich alles wieder zum Alten richten? Bitte sag es mir. Ich bin Lubaya. Noch gar nicht in dieses Rudel intigiert und trotzdem irgendwie dabei. Sicherlich bekomme ich Ärger, doch während dieser Situation nehme ich diesen gern in Kauf. Du bist Tessyra?"

Ihre Stimme war gelassen. Obwohl Aya die Fähe eigentlich bitten wollte zu kommen, blieb Aya erstmal bei ihr und wollte sie beruhigen. Was das für einen Sinn hatte konnte sie sich selbst nicht erklären. Denn den wusste sie auch nicht. Sie flehte eher um Hilfe, da sie diese ganze Trauer auf eine Weise nicht ertragen konnte. Nicht auf die, dass sie ihr mit Abschaum begegnen würde, sondern der, dass sie nicht allen helfen könnte, was ihr das liebste war.
Sicherlich würden auch noch andere Wölfe folgen und sie bitten zu Zanba, der Alpha zu kommen. Ungeduld würde dann sich zu zeigen geben. Doch auch in Geduld war die Weiße nicht die Beste. Aber sie konnte die Graue nicht einfach so drum bitten: 'Komm doch mal kurz bitte mit!' Das war unmöglich. Weshalb lässt sich schwer zu erklären, aber es ist einfach so. Deshalb tat sie es lieber auf die geduldigere und schwierigere Art, als auf die leichte und unbeschwerlichere.


[Bei Zanba - Tessyra | Denkt - läuft zu Tess - überlegt was sie sagen soll - spricht ganz ruhig mit ihr und fragt sie nicht sogleich ob sie bitte mitkommen würde - denkt]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 2:12 pm

Luna wollte den schwarzen Rüden gerade antworten, als dieser sich abwandte und einfach verschwand. Auch die Fähe neben ihr trottete einfach davon. Ohne ein weiteres Wort an dieses Monster zu richten. Doch als sie den Ruf einer Wölfin hörte, welcher einem das Blut in den Adern gefrieren ließ und so herzzerreißend war, wusste sie, warum diese zwei Wölfe einfach gingen. Die Wölfin folgte der anderen weißen Fähe und sah, dass die Alphawölfin verwundet am Boden lag.

"Was ist nur mit dieser Welt geschehen? Was ist hier geschehen? Was bringt einen dazu, solche grausamen Dinge zu tun?"

flüsterte Luna und senkte leicht den Kopf. Plötzlich spitzt die Fähe die Ohren. Sie wirbelte herum, als sie die Worte des schwarzen Rüden hörte.

oO( Er dürfte sich seiner Schande bewusst sein. Doch was für ein Monster tobt denn in ihm, dass er solch grausame Taten vollbringt?)Oo

Die Welt stand Kopf. Sie sah zu der Alphera, dann zu der Wölfin, welcher die Fähe hinterherrufen dürfte, dann zu dem schwarzen Rüden. Die Wölfin bemerkte, dass keiner mehr wusste, was los war. Oder kam es Luna nur so vor? Die Frage selbst beantworten, konnte sie beim besten Willen nicht. Alle Gefühlsregungen, welche sie zeigte und sich in ihr gestaut hatten, waren verschwunden. Stattdessen machte sich in der Fähe das Gefühl von Mitleid breit. Mitleid für das ganze Rudel. Mitleid für jeden einzelnen Wolf, der den Kampf und alles mit angesehen hatte. Ihre Flanke bebte leicht, denn Luna war noch immer sehr schwach, doch keinem fiel das auf. Zum Glück. Denn hier gab es schon genug Probleme. Viel zu viele. Luna stand unschlüssig da. Wusste nichts. Wusste weder, was sie machen sollte noch, wo sie hingehen sollte. Ihr Körper war wie betäubt. Sollte sie helfen, Zanba zu verpflegen? Oder Lubaya helfen,Tessyra zurück zu holen? Oder zu Givaan gehen und mit ihm reden. Ihn fragen, was passiert sei, warum er sich so entschieden hatte, ob sie helfen konnte.
Mit vorsichtigen Schritten ging sie zu Givaan. Auch wenn er sie vorhin so angeschnauzt hatte war die Fähe ihm nicht böse. Die Wölfin blickte ihm direkt in die Augen,setzte sich schweigend neben ihn. Wartete. Und versuchte zu erraten, was passieren würde. Was Givaan machen würde, wenn sich eine fremde Wölfin einfach neben ihn setzte und ihn anglotzte.


[ sieht Lubaya & Givaan verschwinden l hört Zanbas Heulen l fragt sich, was mit Givaan los ist l stellt sich etliche Fragen l geht zu Givaan - schaut ihn an & setzt sich neben ihn l wartet, wie er reagieren würde ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 3:16 pm

Der Schnee schien endlos zu sein. Er fiel und fiel, legte sich wie eine Decke auf das ganze Land. Er fiel bei Tag, fiel bei Nacht, fiel während dem Sturm, selbst bei Sonnenschein fand er kein Ende. Es war womöglich der kälteste Winter seid langem. So kam es dem Welpen zumindest vor, von dem nur noch das Deckhaar auf dem Rücken und die Schnauze zu sehen war. Der Atem wurde immer schwerer und der Tod schlich sich nur quälend langsam an den einsamen Welpen heran. Als spiele er mit den Schmerzen, die jedes Glied des Wolfes plagten. Das Wimmern ging unter in der bedrückenden Finsternis der Nacht und dem unaufhaltsamen Rauschen des Flusses. Zwar war die Welpin noch jung, doch sah er dem Tod ins Auge, der mit jeder Flocke näher kam. Ihr trüber Blick glitt zu den Sternen hinauf, die man vom Schnee kaum sehen konnte. In der Finsternis schien sich auf einmal ein weiterer Stern zu bilden, ein großer, durchsichtiger Schein näherte sich dem winzigen Geschöpf, um sich um es zu legen und es zu wärmen. Ein dankendes Schnaufen gab es mühevoll von sich. Und dann, wie aus dem Nichts, erschien ein Wolf, groß, dunkel bepelzt, leuchtende Augen. Mit seiner feuchten Nase beschnupperte er das kleine Wesen vor seinen Pfoten, hob es behände hoch und trug es davon. Die Welpin warf einen letzten Blick zurück zu dem Stern, den der Rüde anscheinend nicht bemerkt hatte. Es war, als zwinkere er ihr zu, um gleich darauf wieder zum Himmel empor zu steigen. Mit großen, müden Augen blickte die Wölfin ihm nach.

Zanba betrachtete Tylio, wie er sie zu dem Rudel brachte. Vor Staunen öffneten sich ihre Augen. Sie beobachtete, wie Tylio mit Enfina stritt, bis diese die Welpin säugte und sie beobachtete, wie beide sich liebkosten. Verwirrt schüttelte sie den Kopf. Was war mit Demrion, den damaligen Leitwolf des Rudels? Sanft leckte Tylio der fremden Welpin über den Pelz. Deshalb hatte Demrion ihn umgebracht, deshalb hatte Tylio sich so für Zan interessiert... deshalb hatte er ihr bei der Flucht geholfen. Die Langbeinige musste mit ansehen, wie sie aufwuchs, wie sie verachtet und gehasst wurde und wie ihr Herz dennoch nie von der Liebe verlassen wurde, die sie nur wenigen Geschöpfen schenken konnte. Es war, als sammele sie all das Gutmütige in sich, um es eines Tages einem ganz besonderen Wolf schenken zu können. Und dann kam dieser Tag, an dem sie Givaan traf. Nein, er hatte sich nie geändert, er war immer derselbe gewesen. Verschlossen, selbstverliebt, eiskalt und doch so wunderschön und so anziehend. Schmerzen kamen in der Brust der braunen Wölfin auf, als sie mit ansehen musste, wie ihre Liebe zu Givaan wuchs, einer blühenden Blume ähnlich. Und sie musste wegschauen. Niemals hatte er sich geändert und trotzdem war Zanba weggelaufen. Trotzdem spürte Zan auf einmal Ehrfurcht vor ihm. Aber weshalb?

Ihr Leben flog an ihr vorbei, es gab Momente, da musste sie wegschauen, Momente, da wünschte sie sich mehr denn je, sie noch einmal erleben zu können. Aber nur der eine Moment, nur für diesen einen, würde sie alles geben, um ihn nochmal erleben zu können. Den Tag, an dem sie sich in Givaan verliebte. Nun, als sie ein zweites Mal den Kampf sah, der sich im Gebirge abgespielt hatte, als sie ein zweites Mal dem Irrsinn in die Augen blickte, da erkannte sie hinter der Fassade noch immer ihren treuen Gefährten. Den Wolf, der ihr Gesellschaft geleistet hatte, als sie glaubte, kein Ziel mehr zu haben und der ihr ein solches gegeben hatte. Der Wolf, der ihr Leben lebenswert gemacht hatte. Und dann fiel sie. Sie fiel und fiel. Hinein in ein schwarzes Meer, eines, dass aus Nichts bestand. Bis sie sachte auf einem ebenso schwarzen Boden landete. Sie blickte sich um. Pberall war dieselbe Schwärze, nirgendwo auch nur die Kontur eines anderen Etwas. Doch dann, dann erschien plötzlich ein Licht. Es war dieses Licht, dass Tylio damals zu ihr geführt hatte. Das, welches sie gewärmt hatte. Und das, dass ihr damals geholfen hatte, Givaans Schale zu knacken.

„Was bist du?“

Ihre bröckelnde Stimme ging in all der Schwärze unter. Die Wölfin tat einen drohenden Schritt auf das Licht zu, welches sich jedoch nicht rührte. In dem Licht erkannte sie die Konturen eines wolfähnlichen Wesens. Einmal hatte sie gehört, man erlebe sein Leben ein zweites Mal, bevor man stirbt, um anschließend von einem Engel in das Reich der Toten geführt zu werden. War es ein Engel? War das der Tod? Das Ende? Nein, es konnte nicht das Ende sein. Zanba wollte nicht gehen. Wann hatte sie Givaan das letzte mal gesagt, wie sehr sie ihn liebte? Als einen Schwächling hatte sie ihn beschuldigt. Aber jeder war mal schwach. Schwäche war nichts, wo für man andere verurteilte. Denn meistens war der Schwächere der Stärkere. So war es doch, oder? Und Givaan hatte doch schon immer eine Schwäche für den Tod gehabt, war das nicht so? Und Zanba hatte es immer akzeptiert? So würde es auch immer sein. Sie liebte ihn, mit all seinen Schwächen und Makeln, sie liebte all die Fehler, die er tat, und sie liebte seine eiskalte Ader. In seiner Nähe fühlte sie sich geborgen und wohl. Er war ihr Beschützer. Und sie
brauchte ihn an ihrer Seite. Es war, als hole sie ihre Vergangenheit ein, wenn er nicht da war.


“Fürchte dich nicht, Zanba. Ich komme nicht, um dein Ende zu verkünden. Ich komme, um dich daran zu erinnern, dass du Leitwölfin bist und er dein Leitwolf. Das Rudel braucht dich, du dumme Wölfin. Deine Freundin wird wissen, was sie tut. Du bist nicht allein, du warst nie allein, und du wirst nie alleine sein. Das wird er nicht wollen. Auch wenn er ein Dämon zu sein scheint, seine Liebe für dich wird immer erhalten sein. Und deine wird es auch. Glaube an ihn, glaube fest an ihn, baue ihn auf. Du verabscheust ihn schließlich nicht, du fürchtest dich nicht vor ihm, du liebst diesen Rüden. Und er liebt dich. Also, tu verdammt noch mal das Richtige. Ich habe euch Zwei nicht zusammen geführt, damit ihr euch wie Welpen benehmt!“

Zanba schrak zurück. Er hatte Recht. Femijailuna hatte vollkommen Recht. Sie war nun die Leitwölfin eines Rudels und ihre Aufgabe war es, gemeinsam mit Givaan das Rudel zu führen, wie man sie zu führen gelehrt hatte. Und sie war kein Feigling und er war es ganz sicher auch nicht. Sie beide hatte man gewählt, um dieses Land zurück zu erobern, keinen anderen Wolf. Diese Ehre wurde nur ihnen zu teil. Zanba spürte, wie etwas Kühles sich auf ihre Wunden legte und das Brennen angenehm linderte. Sie war verdammt noch Mal stark und sie würde nun verdammt noch mal gemeinsam mit Givaan einen Ort finden, an dem das Rudel überwintern konnte. Und dann, im Frühling würde sie gemeinsam mit ihrem schwarzen Gefährten beobachten, wie der Schnee taute und die Blumen blühten. Sie sah einen Ort. Ein großer See, Tannen außen herum. Dahinter das Gebirge. Dort musste sie hin. Das war ihr Ziel. Der Große See.


Sie erwachte und rang nach Atem. Die Schmerzen hatten nachgelassen und der Schnee hatte bereits eine dünne, membranähnliche Schicht auf dem Boden gebildet. Ein kühler Wind zauste durch Zan's Fell und sie genoss die Wärme, die Magai ihr bot, genoss Jakara, wie sie Zanba zu heilen versprach und genoss die Liebkosung Lubaya's, die sorgfältig die Wunden der Leitwölfin leckte. Ein erholtes Schnaufen zeigte, dass der Krieg, der noch kurz zuvor in ihr getobt hatte, sich langsam legte und Frieden fand. Sie war wieder mit sich selbst im Einklang. Und sie genoss den Moment. Tessyra wollte gehen. Aufhalten durfte die Langbeinige sie nicht, so sehr es sie auch schmerzte. Ja, es zerriss ihr das Herz. Aber weit würde sie nicht gehen. Denn schon bald, ja, bald würde sie spüren, dass Zanba nie an ihr gezweifelt hatte und dann würde sie zurück kehren und am ganzen Leibe erfahren, wie sehr das Rudel sie liebte und brauchte. Und Givaan würde es gleich gehen. Endlich hatte sich alles wieder eingeklinkt. Nun galt es nur noch, dem Gefährten das Herz auszuschütten.

“Ich danke euch, meine Kinder. Ich danke euch so sehr. Aber nun lasst uns gehen. Das Rudel muss seine Gemeinsamkeit wiederfinden. Und was ist ein Rudel ohne den Zweiten im Bunde der Leitwölfe. Lasst uns gehen.“

Und so erhob sie sich, schüttelte den Schnee aus dem Pelz und trottete erneut auf den Ort zu, von dem sie geflohen war. Folgte dem Duft des Blutes, der zugleich der ihres Gefährten war und den sie so sehr liebte. Die Welt hatte sich wieder in die richtige Richtung gedreht. Und dann hörte Zanba das Heulen, das alles zunichte machen sollte. Alles, was sie noch kurz zuvor genossen hatte. Und auf einmal kam nicht mehr Angst und Furcht in ihr auf, sie war zornig und wütend. Die Wölfin verschnellerte ihr Tempo, ja preschte beinahe wutentbrannt zu Givaan zu, bis sie seinen Schatten endlich sehen konnte. Es war keine Wut, die sich aus Hass formte. Sie war aus Liebe geformt, von Liebe geboren, von Liebe geschaffen. Ja, er war der Alpha der Mondkinder und ja, er würde es auch bleiben. Selbst wenn er in das Reich der Toten schreiten würde, dann würde sein Geist noch immer auf das Rudel wachen. Zanba knurrte leicht, die Nackenhaare hatte sie aufgestellt. Aber man konnte ihr ansehen, dass sie ihn trotz allem nicht hasste, nicht verabscheute, nicht verachtete. Sie liebte ihn. Aber sie sah keine andere Möglichkeit, ihn wieder zu Verstand zu bringen.

“Givaan. Mein Gefährte, mein Geliebter, oh du Prachtwolf. Was hast du dir da nur in den Kopf gesetzt? Hast du denn den Verstand verloren? Bist du noch bei Sinnen?! Ein besserer Neustart?! Du bist doch vollkommen durchgeknallt! Ja, ich wollte es noch einmal versuchen, ich bin keine Wölfin, die aufgibt. Verdammt noch mal du bist es auch nicht! Also reiß dich zusammen und geh mit mir gemeinsam diesen Weg, wie wir beide es schon immer gewollt haben! Sei Vernünftig! Das Rudel liebt dich, wenn auch nicht auf die Weise, wie ich es tue. Und es braucht dich. Aber ein Wolf, ja, einer, der braucht dich mehr als du erwartest. Der wäre ohne dich nicht mehr unter den Lebenden. Der hätte ohne dich nie das sein können, was er nun ist. Und der wäre ohne dich nur ein verbitterter, einsamer und gehasster Wolf. ICH! Also, reiß dich zusammen! Nur gemeinsam sind wir stark. Nur gemeinsam schaffen wir es, das Rudel zum Großen See zu führen, nur gemeinsam überleben wir den Winter. Ob du es willst, oder nicht, für mich bist und bleibst du der Leitwolf dieses Rudels, an meiner Seite. Niemals wirst du ein Delta sein. Ich vertraue dir, Givaan. Und ich hoffe, dass ich das nicht unberechtigt tun muss.“

Nun stand sie direkt vor ihm und ihre Augen glühten. Nein, sie wollte ihm nie wie eine Mutter sein, aber sie glaubte, dass es dringend nötig gewesen war, dass ihm endlich jemand die Leviten liest. Und erst, als sie all das ausgesprochen hatte, glätteten sich ihre Nackenhaare wieder, entspannten sich ihre Muskeln wieder, und glätteten sich ihre Lefzen wieder. Sie setzte sich auf die langen Hinterläufe und blickte lange in das schwarze Gesicht ihres Gefährten. Ob es richtig gewesen ist, ihn so anzukläffen? Hoffentlich nicht, Hoffentlich verstand er, dass Zanba ohne ihn nicht konnte. Sie konnte einfach nicht. Und jetzt, wo sie gerade wieder ihre Stärke und ihre Willenskraft zurück bekommen hatte, wollte er sie ihr wieder nehmen? Denn er war es. Er als Leitwolf war ihre Stärke, er als Leitwolf war ihre Willenskraft und er als Leitwolf war es, der ihr die Kraft gab, ein Rudel zu führen.

„Hör mir zu, Givaan. Als ich unten auf der Weiten Ebene im Sterben lag, da hatte ich einen Traum. Ich habe gesehen, wie mein Leben an mir vorbeiflog. Ich habe ein zweites Mal erlebt, wie wir uns kennen lernen. Und ich habe mich ein zweites Mal in dich verliebt. Meine Liebe zu dir ist ein ewig brennendes Feuer. Kein Blut auf dieser Welt kann es zum Erlöschen bringen. Ich liebe dich so sehr Givaan. Femijailuna hat zu mir gesprochen, in diesem Traum. Er brachte mich dazu, mich zusammen zu reißen, aufzustehen und weiter zu kämpfen. Und das habe ich getan. Aber ohne dich, ohne dich an meiner Seite, als meinen Leitwolf, kann ich es nicht. Du gibst mir die Geborgenheit und den Schutz, nach dem ich mich viele Jahre meines Lebens gesehnt hatte. Du als der Leitwolf an meiner Seite. Femijailuna zeigte mir einen Ort, an dem wir gemeinsam das Rudel führen sollen, bevor der Winter über uns herein bricht. Dort werden wir vor den Schneefällen geschützt sein und trotzdem genug Nahrung finden. Bitte, laufe an meiner Seite, wenn wir diesen Ort aufsuchen. Laufe an meiner Seite als der Leitwolf der Mondkinder. Ich liebe dich, Givaan, ich liebe den Dämon, der in dir Leben, ich liebe deinen Durst nach Blut, ich liebe deinen Hang zum Morden. Ja, wenn es sein muss, liebe ich selbst den Wahnsinn, der dich manchmal treibt. Also, lass uns gemeinsam dieses Rudel führen, bis in alle Ewigkeit.“[/b]

Der Glanz in ihren Augen war kaum zu beschreiben. Sie hatte einen Schritt auf Givaan zugemacht, wollte ihm näher sein. Der Drang, seine Wunden sauber zu lecken, war nun größer denn je. Sie woltle für ihn da sein, ihn trösten und liebkosen. Sie wollte ihm die Mutter sein, die er nie hatte, sie wollte ihm die Liebe sein, die er nie zu spüren bekommen hatte, sie wollte ihm die Wärme sein, die er nicht kannte und sie wollte ihm die Gefährtin sein, die ihn abgöttisch liebte. Ja, all das wollte sie für ihn sein, all das und noch vieles mehr. Aber am aller liebsten, am aller liebsten wollte sie die Wölfin sein, die an seiner Seite das Alpha-Paar bildet. Langsamen und vorsichtigen Schrittes trat sie auf ihn zu, leckte mit der rauen Zunge so sanft wie möglich über das Blut, das zu Boden tropfte. Und sie drückte sich an ihn, um ihn zu Wärmen, während der Schnee immer kräftiger zu Boden fiel und immer mehr unter seinem Weiß bedeckte. Ja, der Winter sollte kommen, die Kälte sollte kommen, der Tod sollte sich hinter jedem Busch verstecken. Aber bekommen würde er sie nie, immer würde er an Zanba und Givaan abprallen, solange sie nur zusammen waren. Gemeinsam, wie Yin Yang.


[träumt, steht auf, führt das Rudel zum Gebirge, geht zu Givaan & redet mit ihm / anfangs bei Magai, Jakara und Lubaya, später bei Givaan]

_______________

x female x 5 years x leader x lovely flower x
♥️ Givaan ♥️

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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Fr Jun 04, 2010 5:36 pm

Sanft und kühl glitt der Wind mit zarten Fingern, beinahe, als wolle er das aufgewühlte und aufgebrachte Herz des schwarzen Rüden besänftigen, durch den dunklen, noch immer von vertrocknetem Blut verkrusteten Pelz. Dann plötzlich tanzten kleine, watteweiche Flocken vom Himmel hinab, als seien sie gesandt worden, um den Frieden mit sich zu bringen. Um die Grausamkeit unter sich zu begraben. IHN unter sich zu begraben.
Er ließ es geschehen, den Kopf noch immer auf die Pranken gerichtet. Wie er dort lag, inmitten eines dornenbewährten Strauches, dessen Gestrüpp ein Durchkommen gewiss unmöglich gemacht hätte, hätte er die perfekte Beute ergeben. Nur dass ein Wolf seines Kalibers bei weitem öfter als Jäger denn als Gejagter angesehen wurde. Eine Schmach, wenn man bedacht, welche Wünsche und Sehnsüchte ihn erneut quälten. Ihm vor Augen führten, was geschehen, was getan und was verloren wurde. Was verraten und hintergangen, verletzt und gebrochen wurde.

Leise schnaubend erhob er sich schleppte sich unter jenem Gestrüpp hervor und ließ sich keine drei Schritte davon mitten auf der offenen Lichtung vom Schnee begraben. Das hieß, er wollte es, doch seine eiskalte Einsamkeit, die eiskalte Decke, welche ihm langsam die Wärme zu entziehen schien und seine Muskeln brennen ließ, wurde alsbald wieder durchbrochen. Durch eine schneeweiße Fähe. Er erinnerte sich an sie, ihren Namen hatte sie nicht genannt und er hatte nicht danach gefragt. Nun, wo er seinen Rang abgetreten hatte, hätte er sie von Mitglied zu Mitglied danach fragen können, doch stand ihm nicht der Sinn danach. Wenn er ehrlich war, stand ihm zu nichts mehr der Sinn, bis auf jenes Vorhaben, sich von Schnee und Eis begraben und konservieren zu lassen. Ohne ein einziges Zeichen hielt er die Augen noch immer geschlossen, lauschte seinem dumpf schlagendem Herzen und dem flüsternden Rauschen des Blutes, welches durch seine Ohren schoss
.
Normalerweise wäre er erzürnt aufgesprungen, hätte die Fähe attackiert und solange gebissen, bis sie entweder tot vor ihm lag - eine Tatsache, die ihn noch immer in leichte Ekstase versetzte - oder aber klugerweise den Rückzug antrat. Nun jedoch wollte er von dannen ziehen, davon scheiden und Platz für einen besseren, stärkeren und klügeren Rüden machen. Somit schwieg auch er und er genoss das Gefühl, konzentrierte er sich lediglich auf den Wind und dessen gewisperte Worte, vollkommen allein zu sein. Nichts seitens Givaan deutete darauf hin, dass er ihr Kommen bemerkt hatte, doch sie wüsste es wohl instinktiv. Doch er verhielt sich der Situation nicht mehr angemessen, hatte verloren, was er stets glaubte, nie verlieren zu können. Er hatte sein Wesen verloren, wusste, dass der Dämon nur langsam zurück kehren würde und schlussendlich doch nicht mehr derselbe wäre. Denn etwas war gestorben. Was genau es war, dass konnte er nicht benennen, nur, dass etwas gestorben war, was ihn zu jenem Leitrüden hätte machen sollen, den sein Vater so gern in ihm gesehen hätte. Jene Art von ehrbaren Rüden, welche er stets verachtet - ja, sogar vernichtet! - hatte und ihnen mit mordlustig glänzenden Augen bei ihrem Ableben zugesehen hatte.

Noch heute würde er dies gewiss genießen, womöglich erheblich mehr als je zuvor, denn ohne die Aufgabe, ein Rudel vor Gefahren schützen zu müssen, sollte sich die Familie des Ermordeten rächen wollen, würde er gewiss kaum noch zu kontrollieren sein. Doch noch immer regte sich der schwarze Leib nicht, der Schnee ließ seinen Pelz immer mehr verblassen und mit der Landschaft verschmelzen.
Aus Givaan wurde ein Irgendwer. Und dieser Irgendwer dachte zurück, zurück an Zeiten, die er geliebt und gehasst hatte. An Zeiten, in denen er liebend gern jedem erbärmlichen Wolf an die Kehle gesprungen wäre, der sich ihm in den Weg stellte. Der es wagte, ihn in Frage zu stellen und ihm widersprach. Plötzlich schien es, als sei jenes erkaltete Feuer von neuem erwacht, als würde es mit gesteigerter Intensität leuchten und feuern, beinahe so, als würde es die Welt wissen lassen wollen, dass es noch vorhanden war.
Mit einem Ruck fuhr der Rüde empor, Schnee rieselte an beiden Seiten seinen mächtigen Körper hinab und häufte kleine Schneeberge neben seinen Hinterläufen auf. Doch so rasch, wie er sich bewegt und erhoben hatte, ebenso rasch ließ er sich wieder in den Schnee zurück gleiten. Bettete den Kopf auf die Pfoten und schloss die Augen, ganz so, als sei weder Lunasoleil in seiner Nähe, noch der Geruch der ehemaligen Gefährtin.

Ein heißer Schmerz, brennend und stechend, ließ ihn die Zähne aufeinander beißen. Doch er verharrte, ließ keinen Laut über die Lefzen kommen und schwieg beharrlich weiter. In mancher Hinsicht mochte seine Entschlossenheit in Sturheit ausarten, hier jedoch ging es um mehr als lediglich gebrochenen Stolz und verletze Ehre. Es ging um ein gesamtes Rudel. Ein Rudel, welches bessere Möglichkeiten haben sollte, als unter dem Joch eines selbstverherrlichenden, arroganten und allzu machthungrigen Rüden leben zu müssen.
Auch wenn jener Wolf im Schnee kaum mehr dem Rüden glich. Eher ähnelte er der Hülle eines verlassenen Geistes, der es Leid gewesen zu sein schien, diesem Körper dienlich zu sein. Und in vielerlei Hinsicht schien dies auch zuzutreffen. Der Dämon schwieg, schien beinahe, als habe auch er ihn verlassen. Mochte dieses Ungetüm über ihn herrschen, geherrscht haben, so wusste Givaan dennoch: er war ein Teil von ihm und kein unbedeutend großer Teil. Mochte er momentan von Selbstzweifeln geplagt sein, würde seine boshafte Ader früher oder später wieder zum Vorschein kommen. So war es stets. Doch mit einem Mal war alles anders. Nichts war mehr so, wie es sein müsste und warf den Rüden mehr oder minder aus der Bahn. Er wollte beharrlich und standhaft bleiben, doch der Sturm der nie zugelassenen Gefühle riss den eisernen Kämpfer von den großen Pfoten, warf ihn einem kleinen Blättchen gleich umher und ließ ihn immer wieder gegen die harten Planken der Realität scheppern. Branden und Schiffbruch erleiden. Führte ihm vor Augen, was nur umso deutlicher wurde.
Er würde sich nie ändern.

Dann nahm er jenen süßen Geruch auf, welcher ihm seit einigen Jahren die Welt verschönert hatte, seinen unruhig schlagenden Fetzen in der Brust hatte zur Ruhe kommen lassen und ihn für einige Augenblicke vergessen ließ, wer er war. Doch die Realität war hart und unberechenbar und die eigene Identität ließ sich leugnen, nicht jedoch langfristig verbergen. Und er hatte ihr damit geschadet. Ihr und dem Rudel.
Sie trat zu ihm, aufgebracht, erbost und offensichtlich zutiefst erregt. Ihre Worte schienen gegen eine Mauer zu branden, Wellen zu schlagen und wieder zurück zu fließen, um es danach erneut zu versuchen. Sie hatte allen Grund, zornig zu sein, hatte er doch jenen ungeschriebenen Codex gebrochen, der es vorschrieb, die Eigenen zu beschützen, sei es vor dem Teufel selbst. Oder dem giftigen Apfel im Paradies. Er hatte sie alle nacheinander vergessen und übertreten. Erst hatte er die goldblond scheinende Fähe nicht vor den Dingen gewarnt, welche ihr den Zutritt zum Paradies verweigern würden. Dann hatte er erst das Rudel und wenig später sie attackiert, im zornigen Verlangen, dem Leben unter seinen Pranken selbst ein Ende zu setzen. Es führte ihm nur wieder vor Augen, was er falsch gemacht hatte. Nämlich alles.

.oO( "Givaan. Mein Gefährte, mein Geliebter, oh du Prachtwolf." ... Ironie, nicht wahr, Femijailuna ... "Das Rudel liebt dich, wenn auch nicht auf die Weise, wie ich es tue. Und es braucht dich." ... Illusionen werden aufrecht erhalten, um den Glanz ihrer nicht zu zerstören, Liebste ... um der grässlichen Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen ... "Ich vertraue dir, Givaan." )Oo.

Die letzen Worte ließen etwas in ihm zerspringen, was nicht beschrieben werden konnte. Noch immer starrten die gelben Augen ausdruckslos in die ferne, starrten an den Wölfinnen vorbei hinaus in die Weite, als gäbe es dort Dinge zu sehen, die er nicht gesehen hatte. Doch er hatte sie gesehen, hatte selbst Geschichte geschrieben und war nun eine Kreatur der Finsternis. Der Verdammnis. Eine Kreatur, die lediglich lebte, um zu Töten und durch das Morden lebte. Die einem Rudel erheblich mehr Schaden als Nutzen brachte. Wieso also quälte sie ihn noch länger, anstatt gleich auf ihre Anklage zu kommen?

.oO( "Ich vertraue dir, Givaan." Ein schwerer Fehler, Liebste ... ein sehr schwerer Fehler. Vergiss mich, versuche es, ich bitte dich. Es ist zu deinem - ihren! - Besten. Vertraue mir nicht mehr. Nicht, nachdem was geschehen ist. Und gewiss wieder geschehen wird ... )Oo.

Und als er glaubte, ihre Anklage habe endlich ihren Höhepunkt erreicht, würde ihn nun endlich der Strafe zuführen, die ihn endlich von ihrer Seite riss und sie somit der Freiheit wieder gab, stach sie nochmals nach ihm. Schien mit ihren Worten einen der unzähligen Dornen mitten in sein pumpendes Herz zu schlagen, dessen Funktion inzwischen lediglich dem Lebenserhalt zu dienen schien. Er lauschte ihren Worten widerwillig aufmerksam, doch er wusste, jedem Wort hätte er sich verschließen können.
Nur ihren nicht.

.oO( "Hör mir zu, Givaan. Als ich unten auf der Weiten Ebene im Sterben lag, da hatte ich einen Traum." ... Du kannst nicht sterben, Kleines. Dafür besitzt du viel zu viel Kraft ... "Ich habe gesehen, wie mein Leben an mir vorbeiflog. Ich habe ein zweites Mal erlebt, wie wir uns kennen lernen. Und ich habe mich ein zweites Mal in dich verliebt. Meine Liebe zu dir ist ein ewig brennendes Feuer. Kein Blut auf dieser Welt kann es zum Erlöschen bringen. Ich liebe dich so sehr Givaan." ... Ein Fehler, der dich bereits teuer zu stehen kam und noch immer klammerst du dich an diese banale Hoffnung ... es ist Illusion und Trick, wir möchten uns nicht dem hingeben, was Wahrheit und Realität mit sich bringt ... Verzeih, kleine Freundin ... "Femijailuna hat zu mir gesprochen, in diesem Traum. Er brachte mich dazu, mich zusammen zu reißen, aufzustehen und weiter zu kämpfen. Und das habe ich getan." ... dir gelang dieses Meisterwerk, jenes Meisterwerk, welches ich selbst einst erlebt habe ... doch nun ... sozu? ... damit ich nur wieder gegen ungeschriebene gesetzte verstoße und ein Leben führe, welches nicht dem meinen entspricht?! ... ich kann nicht anders, Kleines ... "Aber ohne dich, ohne dich an meiner Seite, als meinen Leitwolf, kann ich es nicht. Du gibst mir die Geborgenheit und den Schutz, nach dem ich mich viele Jahre meines Lebens gesehnt hatte." ... Schutz, der dir verwehrt wurde .. Geborgenheit, die du dir vrgaukelst, aus Angst, wiederum allein zu sein. Doch du bist nicht allein. Femijailuna ist bei dir und das Rudel. Und auch ich, doch nicht mehr als der ... den du hoffst, zurück zu holen ... Verzeih mir, Geliebte ... )Oo.

Immer und immer wieder stachen sie auf ihn ein, rissen längst verheilt geglaubte Wunden auf und troffen nochmals Salz in die Wunde. Ließen sie brennen und zischen, lodern und entflammen, bis der Rüde glaubte, nicht länger leben zu können. Eisige Kälte schloss ihn ein und er begrüßte sie. Hieß sie Willkommen in der seinen Welt und schloss die Augen.
Vieles gab es zu sagen und doch nichts. Vieles hatte er gesagt und doch nicht. Als nun ein einziges Wort, ein einziger Satz über seine Lefzen kam, vernahm man weder die zornige Gereiztheit, die stets darin mitschwang, noch ein anderes Gefühl. Er schien wie ausgelöscht, leblos, lediglich eine Hülle.

"Illusionen ... Das sind sie. Illusionen."

Leise sprach er diese Worte, schloss die Augen erneut und spürte die raue Zunge seiner Gefährtin über seine verkrusteten Wunden fahren. Er hielt inne, jede Faser des Körpers angespannt wie zu Zeiten des besten Kampfes, jeder Sinn darauf lauernd, die Beute zu schlagen und ihr die Zähne in das Fleisch zu rammen. Dann vertrieb sie die Kälte. Einfach so. Sie hatte sich neben ihn gelegt, drängte sich regelrecht an ihn und ließ die sehnsüchtig erwartete Kälte aus seinen Gliedern schwinden. Beinahe kummervoll blickte er ihnen hinter der Dunkelheit seiner Lider hinter her und doch genoss er dieses ungewohnte Gefühl. Er hatte sie dermaßen in Hass, Zorn und emotionaler Kälte verbissen - vergraben - dass er kaum noch wusste, wie es sich anfühlte, gewärmt zu werden. Dennoch ... ein innerer Instinkt riet ihm, Abstand zu halten. Er würde nur wieder dem erschreckend intensiven verlangen nachgeben, welches bereits jetzt wieder aufzubranden schien. Abrupt sprang er auf, blickte jedoch aus leeren Augen zu Zanba hinab. Ebenso leer wirkten seine letzen Worte, ehe er sich umwandte und loswanderte.

"Es tut mir Leid, werte Alpha. Doch einige Dinge sollten nicht erzwungen werden."



[Abseits - denkt nach & Erinnert sich an Dinge - bemerkt Lunasoleil´s Ankommen - Bemerkt Zanba´s Näherkommen - denkt & spricht - wandert los ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

x male x 5 years x leader of the pack x black devil x
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BeitragThema: Re: Kapitel 5 - der Aufschlag   Sa Jun 05, 2010 12:03 pm

Luna erschrak, als der schwarze Rüde plötzlich auffuhr, sich dann jedoch wieder niederließ. Einerseits verstand sie ihn, aber wiederum auch nicht. Was konnte aus einem Wolf nur so ein Monstrum machen? War es das Vergangene? Das Erlebte? Oder einfach nur erledigtes? Leise und stumm schüttelte die Fähe den Kopf. Was war es nur? Als die Wölfin merkte, wie die Alphawölfin sich nährte, wich der Rüde immer weiter zurück. Warum sträubte er sich so sehr dagegen? Warum nur? Sie ging zur Seite, als die braune Wölfin bei ihnen ankam. Keineswegs hatte sie die Absichten, diese zwei zu stören. Unter keinen Umständen. Schweigend saß die Fähe ein paar Meter daneben, lauschte der Geschichte der Alphawölfin. Jetzt verstand sie. Jedoch nicht nur, weil Luna diese Worte hörte. Nein. Die Wölfin verstand, weil selbst sie ihren Gefährten verloren hatte. Jedoch nicht auf diese Weise. Ihr Alpharüde war tot. Der Partner dieser Fähe jedoch nicht. Er lebte noch. Er lag dort. Lag neben ihr. Tränen kullerten über ihre Wangen, als sie daran dachte. Stumm beobachtete Luna, wie die Wölfin sich zu Givaan legte und ihm über die Wunden leckte, sich an ihn kuschelte. Als jedoch der Rüde aufsprang, schaute sie ihn anfangs verwirrt an, als er zu Zanba sprach. Langsam aber doch, entfernte er sich immer mehr von ihnen.

oO(Nein ... Lass es ... Tu es nicht ... Du kennst sie nicht. Misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts angehen!)Oo

Luna wollte auf ihre innere Stimmte hören, doch konnte sie es nicht. Sie konnte nicht zusehen, wie die braune Wölfin erneut leidete. Mit langen Schritten trabte sie dem schwarzen Rüden nach. Schnell hatte die Fähe ihn eingeholt.

"Ich weiß, dass du mich nicht kennst, aber ich verstehe dich. Doch wenn du so handelst, wird sich nichts ändern. Ich weiß, dass es sich jetzt komisch anhören wird, aber ich habe Begriffen, dass manche Dinge geschehen müssen. Sie müssen enden, damit andere beginnen können. Das ist der Lauf des Lebens und leider kann man dies nicht ändern. Auch wenn man es noch so sehr will. Ja es tut weh, zerreißt dir dein Herz, doch so kann man es nicht lösen. Man kann sich nicht immer von seinen Instinkten oder seinem Kopf leiten lassen. Man sollte auch öfter auf seine Gefühle hören. Oder willst du mir jetzt sagen, dass du keinen Funken Liebe mehr für diese Fähe empfindest? Glaube mir, für die Welt, bist du irgendjemand. Doch für irgendjemand bist du die Welt. Ihr Herz vermisst dich, egal wo du bist."

Sie schnitt dem Wolf den Weg ab und blieb vor ihm stehen. Zwang ihn, seinen Blick wieder der braunen Fähe zu zuwenden. Sie konnte nicht zulassen, dass diese zwei so auseinander gingen. Nicht so.

"Der Rest kommt dadurch doch von selbst, wenn du ihr deine Liebe schenkst! Auch wenn ich es nicht mit Genauigkeit sagen kann, bin ich aber der Meinung, dass sie in Art und Weise fühlt wie du. Sie versteht deine Sorgen, deine Ängste. Dieser Lebensabschnitt ist zu Ende gegangen, also lass einen neuen beginnen. Du musst wieder ins Leben zurückkehren. Ja die Angst kann stark sein, doch du bist stärker. Es fällt einem schwer, dagegen an zu kämpfen, doch es ist möglich. Sie mich an! Ich selbst habe erst vor wenigen Tagen mein gesamtes Rudel verloren. Noch dazu meine Kinder und meinen Partner. Mach nicht den Fehler, welchen ich fast begangen hätte. Tu es nicht!"

Luna blickte dem Wolf in die Augen. Sie wusste nicht, was er machen oder sagen würde. Möglicherweise würde er ihr an die Kehle springen, doch das war ihr egal. Sollte er sie doch in Stücke reißen. Solange sie das hier verhindern konnte, war es ihr recht.Geduldig wartete die Fähe auf seine Antwort. Und auch auf die von Zanba.


[ denkt nach l geht weg, als Zanba kommt l hört ein zwei zu l sieht, wie Givaan weggeht - folgt ihm - versucht ihm ins Gewissen zu reden l denkt wieder l wartet ]
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Kapitel 5 - der Aufschlag

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