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 Kapitel 4 - Pfad ins Unglück

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Raven

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   So Jan 03, 2010 3:26 am


Magai legte sich nah an den Rüden hinan und leckte wieder sein blutendes Auge. Er sah schwach aus. Zu schwach um noch den Kampf mit dem Tod einzugehen. Sie betrachtete ihn als er seine Leftzen zu einem leichten Grollen verzogen hatte. War das an Mag gerichtet?
Sie wusste es nicht, und sie dachte auch nicht daran irgendetwas anderes zu unternehmen als den weißen Wolf zu pflegen. Er spilete gerade ein Spiel mit dem tot.

oO(Nur wenn er sich nicht selbst aufgibt wird er es schaffen dem Tod in die Augen zu blicken und sich von seinen kalten Klauen wegzureißen...)Oo

Bei diesen Gedanken sträubte sich ihr durch Morgentau nassen Nackenfell. Wieder einmal.
Sie lag still, fast so leblos wie der Rüde neben ihr da. Der Kopf auf den Vorderpfoten, dicht am reglosen Körper des Weißen, starrte sie ihn an. Sie wusste nicht was sie machen sollte.
Der Rüde stützte sich auf seine Vorderbeine, verlor aber kläglich und fiepend den Kampf gegen den Schmerz. Seine Knochen knackten laut, seine Augen wurden ausdruckslos und kalt, die Leftzen vielen wieder ein. Es war ein trauriges Bild. Mag dachte lange nichts außer

oO( Wie kann ich ihm doch noch helfen?)Oo

Sie wusste es nicht. In ihrer Unwissenheit hatte sie sich doch schon aber geschworen das sie den Fremden nicht aufgeben würde! Schoneinmal hatte sie einen Wolf sterben lassen. Dema. Mit ihm war es genauso. Nur hatte sie da die Angst weil sie schuldig war. Schuldig an seinem Tod. Bei diesem Wolf war es zwar anders, trotzdem fühlte sie einen ähnlichen Cocktail aus Gefühlen. Was sie empfand konnte sie selbst nicht deuten. War es nur Trauer? Trauer um einen Fremden Rüden der gerade im Inbegriff war zu sterben? War es Angst? Angst zu sehen wie ein Fremder Wolf vor ihr starb und den Kampf gegen die kühle Bestie verlor? Wie er sich kläglich krümmte, fiepte, grollte und gegen ihn ankämpfte ohne eine Spur von Hoffnung? Oder war es nur einfach- nein das fand Magai zu absurd- Freundschaft und Vertrauen?

oO(Nein. Ganz klar.)Oo

Wie sollte sie Angst um einen völlig Fremden haben? Er hatte noch nie zu ihr geredet, er hatte sie noch nicht wahrgenommen, und er hatte sie wahrscheinlich nicht einmal als Retter seiner komplizierteb Lage gesehen. Warum verdammt nochmal wollte sie trotzdem dem Rüden helfen? Sie schob ihn noch einmal mit ihrer Schnauze an.

oO( Er sieht nicht gut aus. Er soll den Kampf gegen den Tod nicht alleine antreten. Hilft es ihm wenn ich weiter mit ihm rede?)Oo

Sie leckte über sein Gesicht und fing an ihn weiter zu beruhigen und ihm einfach stumpfsinniges Zeug zu erzählen.

Hey, es ist alles gut. Ich bin da. Ich helfe dir. Du wirst nicht streben, ich weiß es. Ich merke es. Du hast sicherlich die Willenskraft..

oO( ...hatte er? Hatte er die Willenskraft?)Oo

Sie grollte sich im inneren selbst zu. Natürlich. Und wenn sie selbst daran glauben würde würde sie es auch schaffen!

Mich taufte man einst Magai. Und wer bist du, wenn ich die Ehre habe dich zu fragen? Dich habe ich, obgleich ich noch nicht lange dem Rudel angehöre, noch nie gesehen. Doch dein Geruch. Ich kenne ihn. Du hast mit Tessyra geredet, stimmt´s? Kurz nachdem mich Tess zu sich geholt hatte und die Wanderung begonnen hat... Und du? Wo warst du zu der Zeit? Weg vom Rudel? Wieso? Brauchst du den Schutz dieses Rudels nicht und bist ein Wanderer? Ein Einzelgänger?

Sie beugte sich leicht über den Kopf des Rüden und schaute in seine leeren Augen. Er würde ihr nicht antworten, das war sicher. Aber Mag war es egal. Hauptsache sie konnte mit irgendjemand reden. Mit irgendjemand. Die anderen, sie grollte, hatte ihr noch nicht einmal gesagt was geschehen war. Ihr Gesicht verfinsterte sich für einen Moment, doch sogleich hellte es sich wieder auf und ein besorgter Blick trat in ihre Augen.
[bei Moma//redet mit ihm// denkt eine ganze Weile nach]

(ist heute für eine Woche mein letzter Beitrag, deswegen schreib ich nochmal ;))
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   So Jan 03, 2010 5:54 am

Momala wusste nicht mehr was passiert war als er erwachte aus der Ohnmacht er höhre nur die fremde Wölfin namens Magai reden. Zumindest hatte sie ihm das gesagt. WIe konnte er zu ihr kontakt auf nehmen der netten wölfin die grade neben ihm lag und sich um ihn kümmerte ohne das er sie gebeten hatte und wie konnte er ihre fragen beantworten. Seine trockene kehle schmerzte und gegesen hatte er auch schon lange nicht mehr aber das störte ihn nicht.
Er zog seine leftzen hoch und knurrte denn Tod an , da fiehl im auf das er die frage beantworten musste die ihm gestelte wurde. Er öffnete sein Maul und versuchte einen Ton rauszukriegen.

"M....o....ma ...."

aufeinmal brach seine Stimme an und er erbrach Blut. Es lief einfach aus seinem Mund . Und obwohl er jetzt wahrscheinlich aufgegeben hätte tat er es nicht. Es war ein versprechen das er sich in diesem moment gegeben hatte als die fähe sich vorgestellt hatte eben. Sie war für ihn da dann konnte er ja nicht einfach sterben. Er riss sein Auge nochmal auf da es einfach zugefallen war und schaute die fähe an . Und er hätte gelächelt hätte er gekonnt.
Es war fast wie ein wunder , als er sie ansah war ihm fast jeder Schmerz egal aus dem grund da sie ihm geholfen hatte während ihn jeder andere iognorierte und seine Augen nahmen wieder farbe an und liesen von dem matten ab.

[kämpf weiter an /redet ein wenig / hat wieder mehr lebensmut]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   So Jan 03, 2010 11:04 am


Dev ging es garnicht gut. Ihr Zustand verschlechterte sich zunehmends und sie taumelte.

Was zum Teufel ist jetz los?

Sie hoffte, dass der Schwindel ,wie vorhin, vorbeigehen würde, aber das tat er nicht.

Bin ich etwa so ein körperliches Wrack?

Sie schüttelte den Kopf und der Schwindel legte sich wieder.

Ich pfeif auch meinen Körper

Sobald sie dies dachte, wusste sie, dass ihr mit dieser Einstellung nicht mehr viel Zeit zum leben blieb.
Energisch ging sie immer hinter dem Teilrudel und versuchte, den Anschluss nicht zu verlieren.
Sie wollte es schaffen und nicht als wehleidig dastehen, deshalb sagte sie den anderen von ihrem Zustand nichts.

Ich schaff das schon... und der Alpharüde ist ja nicht da.. zum Glück...

Sie hatte mehr als nur großen Respekt vor ihm.
[fühlt sich nicht gut - zeigt es nicht - ist über Givaans Abwesenheit froh]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Jan 06, 2010 7:41 am

Shenna übertrat die grenze, ihr nackenfell stellte sich auf und jeder einzelne muskeln war angespannt. Dann, jedoch rannte sie ohne zu zögern los. Bald hatte sie eine sehr hohe geschwindigkeit erreicht, ihr körper war sehr gut in form, da sie sich erst vor kurzem an einem gefundenen Kadaver vollgefressen hatte. Ihr fell glänzte seiden als sie durch die landschaft rannte. Sie hatte das Gebirge erreicht, hier würde sie irgendwo das Rudel finden, die Gerüche waren sehr stark geworden. Plötzlich jedoch rammte sie ihre Pfoten in den boden und blieb ruckarig stehen, ihr Körper beebte irgendwas stimmte nicht...im nächsten moment vernahm sie ein ohrenbetäubendes Grollen, und die erde erbeebte ebenfalls. Shenna stand breitbeinig da, und wartete ab. Eine leichte nervosität war ihr anzumerken...wo war sie hier nur gelandet? Wo sogar die Erde missmutig war?
oO(Ach ist doch scheiss egal! weiter jetzt! Zeig denen was ne echte wölfin is!)Oo
Shenna rannte wieder los, aus ihrer Kehle erklang, während dem lauf ein geheul
(ICH KOMME! WO SEIT IHR!)
Schlitternd, rannte sie einen Hang hinauf ihre Ohren zuckten auf eine antwort wartend, und ihre Nase war suchend in zuboden gerichtet.

{überschreitet die grenze, sucht das rudel}
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 07, 2010 6:07 am

Tess hustete leicht vor sich hin. Ihre Lunge fühlte sich an, wie aus Sand und ihr Hals kratze zunehmends. Sie blieb kurz stehen, hustete laut und ging schließlich weiter. Ihr fiel auf, das eine schwarze Fähe - Devota, hieß sie - immer weiter zurückfiel und taumelte. Die Betera Fähe lief zurück und stellte sich vor die schwarze.

Du bist ... Devota, richtig? Ich bin Tessyra. Geht es dir nicht gut?

Fragte sie besorgt. Ja, da war sie mal wieder. Die hilfsbereite, weiche und fiel zu besorgte Tess. Meistens machte sie sich mehr sorgen um andere, als um sich selbst. Aber in einem Rudel musste man nunmal zusammenhalten.

Ich könnte sich stützen.

Fügte sie etwas unsicher hinzu. Sie wusste nicht, wie Devota regieren würde. Aber man konnte die schwarze Fähe ja nicht zurücklassen. Die graubraune Fähe stubste Dev leicht in die Halsbäuge und wartete - wenn auch ungeduldig - auf eine Antwort.

[Hustet - redet mit Dev - bietet ihr an, sie zu stützen]
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Jakara

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 07, 2010 9:05 am

Kara merkte, dass Devota zurückfiel und Tess anbot, sie zu stützen. Schnell lief sie zu den beiden.

Warte, Devota! Ich habe ein paar Kräuter! Ich untersuche dich mal. Hast du Schmerzen und Verletzungen? Ich glaube, so wie du aussiehst, ist dir schwindelig...

sagte Kara und durchwühlt mit der Schnauze ihre notdürftig gesammelten Kräuter. Schließlich fand sie etwas, dass gegen Übelkeit und Schwindel half.

Wenn dir wirklich schwindelig ist, nimm das Kraut hier. Du musst es kauen und dann wieder ausspucken, aber nicht schlucken, sonst wird dir noch schwindeliger... Außerdem brauchst du Ruhe. Falls dir sonst noch etwas fehlt, sag es mir, ich habe noch andere Kräuter... Ich bitte Zanba, anzuhalten...

Kara entfernte sicg wieder und lief nach vorn. Ihr selbst ging es wieder bestens.

Zanba! Wir müssen anhalten! Devota muss sich ausruhen, sonst bricht sie bald zusammen. Nur eine kleine Pause, bitte! Das könnte keinem von uns schaden!

bat Kara die Alpha-Wölfin. Sie stand bittend da und wartete auf die Antwort der Fähe.

[bemerkt, dass Dev zurückfällt und Tess ihr helfen will-sieht sich Dev an-gibt ihr ein Kraut-redet mit ihr-redet mit Zanba]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 07, 2010 2:28 pm

Ruhig hatte sich der Beta von Devota und Magai zurückgezogen und war nach vorne gelaufen. SO war er nun einige Zeit mit dem Rudel weitergewandert, seine Wunden heilten langsam, doch sie heilten. Eis war schon fast ein Wunder, dass der Hüne überhaupt noch lebte und laufen konnte. Nicht einmal klagte er, doch dies war nicht seine Art. Ruhig hielt der den Blick aufrecht um Gefahren ausmerzen zu können und platzierte seine breiten Pfoten sicher auf dem bröckeligen Gelände. Schritt für Schritt stieg er höher auf den Berg, den Pfad entlang. Sein Atem war ruhig, auch wenn er vielleicht ein kleines Keuchen unterdrückte. Ein Glück, dass seine Wunden inzwischen nicht mehr aufgeplatz waren. Auf einmal spürte er eine veränderung. Rums!!!! und die Erde zuckte zusammen und erbebte. Raayus AUgen rissen auf und blickten panisch nach oben.

"Was zum..!"

Er sah die Gesteinsbrocken nach unten prasseln und auf ihn zurollten. Aus den Augenwinkeln sah er Givaan, der irgendeinen Wolf vor einem Größeren Brocken zu retten schien, wer jener war, konnte Raayu nicht mehr erkennen, da er selbst einem Fels auswich und dann halt finden musste, da er den nächsten nicht mehr würde vorbeirollen lassen können. Mit aller Kraft warf er sich gegen den Stein, als dieser ihn zu überrollen schien. Die Spitzen Teile bohrten sich in sein Fell, doch nich in die Haut, doch das Gewicht ließ Raayu laut aufknurren. Sobald er Halt gefunden hatte, sprang er zur Seite, doch die Steine unter seinen Pfoten rutschten weg und warfen den Rüden auf die Seite und er rutschte den Hang hinab. Ihm folgten größere gesteinsbrocken, die über ihn hinwegrollten, Raayu konnte nichts tun, als sich auf den sich bewegenden Boden zu pressen und zu versuchen,w eider auf die Beine zu kommen. EIn größerer Stein schliff gegen seinen Kopf und ließ Raayu aufjaulen, doch wenig später war der erdrustch vorbei und der Hüne konnte sich aus Schutt, Steinen und Staub erheben. Eine Wunde zierte seinen Schädel, doch durch ein Wunder war er nicht weiter verletzt. Ungläubig überprüfte er die Funktionen seines Körpers, ehe er sich erneut an den AUfstieg machte. Es war schwerer, duch den Schutt zu laufen udn Halt zu fassen, doch er schaffte es. Als er oben beim Rudel, zumindest einem Teil ankam, sah er, wie Givaan gerade das Rudel zusammenschrie, vorher hatte er sein Kratzen an der Steinwand vernommen. Raayus Blick wurde kalt und verschlossen, es war etwas geschehen. Etwas furchbares, das halbe Rudel war tot.

Wie kann es anders sein... das können sie nicht überlebt haben...

Lautstark knurrend und irgendeinen Wolf beim vorbeigehen anrempelnd folgte Raa Giv. Mit stampfenden Schritten, keine Schmerzen beachtend lief er dem Alpha nach, der gerade mt Chazaar redete. Giv und er hatten genau die gleiche Art, solch eine Trauer zu verwinden, schweigen und sich kalt geben. So konnten sie das ja auch zusammen tun. Bei Chazaar angekommen, knurrte Raayu Givaans Bruder an, um neben, oder eher halb hinter dem ALpha zu laufen und zu schweigen. Ein klügerer Wolf hätte vielleicht geweint oder geredet, doch nicht Raayu, er hatte nun eben einen Stein mehr auf der Seele zu tragen, einen Mauerstein mehr, der ihn von seinen Gefühlen verschloss. Schweigend lief er weiter, das Leben ging eben weiter udn Givaan hatte ihm seine Stärke bewiesen.


[bemerkt den erdrutsch, schlittert den hang hinab, kehr zurück, folgt givaan]
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Givaan

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Jan 11, 2010 9:00 am

Der Rüde war unaufhaltsam gelaufen, stur nach vorn gelaufen, ohne darauf zu achten, das noch immer ein kleiner Teil des halben Rudels fehlte. Nicht folgen wollte. Nicht folgen konnte. Es gab kein Mitleid für den Schwarzen, keine Trauer, ja, nicht einmal mehr Zorn. Das einzige, was in ihm herrschte, war frostige Leere. Nichts, rein gar nichts war übrig geblieben. Weder die Treue des Rudels bezüglich ihm gegenüber, noch seine Gefährtin. Oder aber die Welpen. Ein grollender Ton entrang sich seiner Kehle und der Rüde hörte Raayu langsam näher kommen. Ihm folgen.

Ich hätte sie gleich von beginn an töten sollen ...

grollte er leise, kaum mehr verständlich. Meinte er damit das Rudel? Oder doch seine Gefährtin? Oder, was am wahrscheinlichsten schien, aufgrund seiner Vergangenheit, seine Welpen? Nun waren sie tot, eingeschlossen oder gar zermalmt, eines Berges wegen. Seine Ohren legten sich für einen kurzen Moment an, als das Heulen der Fähe an seine Ohren klang. Sollte er antworten? Er tat es, doch war seine Antwort garstiger und bissiger, als eigentlich zu erwarten gewesen war. Eine direkte Botschaft klang darin nicht mit, doch wenn sie diesem Rudel beitreten sollte, müsste sie sich beeilen. Er selbst war weder Alphawolf, noch Rüde. Er war leer. Die Fähe sollte entweder bei den Verwundeten, Schwachen bleiben und dort verkümmern, oder sie sollte den drei Rüden folgen, sich ihm nicht in den Weg stellen und schweigen. Als er aufsah, bemerkte er den gekränkten Blick seines Bruders. Was hatte er anderes erwartet? Aus der fleischlosen Hülle GIvaan war nun eine seelenlose Hülle geworden. Worin bestand sein Sinn, wenn nicht einmal mehr der Engel seines Lebens ihm nun noch vor der Finsternis zerren konnte? Wozu, so fragte er sich immer öfter, wozu sollte er gegen etwas ankämpfen, was ohnehin seine Natur war und was irgendwann siegen würde? Komplett in solch morsüschtigen, finsteren Gedanken versunken, achtete er nicht auf den Weg, doch fand er mit traumwalnderischer Sicherheit den korrekten Pfad. Intuition? Womöglich, doch würde sein scharfsinniger Bruder wohl anders kombinieren. Die Dunkelheit hatte ihre Abgesandten gefunden. Raayu hatte einen Höllenrutsch hinter sich, der normalerweis etödliche Folgen gehabt hätte. Doch er hatte überlebt. Givaan trat des Öfteren auf unebene Stellen, doch brachen die Steinchen weg und richteten keinen Schaden an. Sie verschwanden klingend in der Tiefe der Berge. Ein Gläubiger hätte es nun Glück und den Willen Gottes genannt, ein Satanist den Willen Satans. Der Schwarze nannte es lediglich Pech, denn etwas anderes besaß er inzwischen nicht mehr. Doch in Selbstmitleid ertrinken tat er ebenso wenig, wie aufgeben. Entweder folgte ihm das Rudel und überlebte in diesen eisigen, zerklüfteten Gebirge, oder es starb einen jämmelrichen Todes. Einen erbärmlicheren Tod, als irgendwann von Aasgeiern im Frühling zerflückt zu werden, während sich Würmer und Maden durch seine Muskeln bohrten, konnte sich der eingefleischte Krieger nicht vorstellen. Da würde er lieber den Freitod wählen, das würde wenigstens noch mit Mut und Eigenentscheidung zu entschuldigen sein. Doch so ...

Eine ruckhafte Bewegung signalisierte dem Schwarzen, dass anscheinend sein Bruder zurück kehrte. Sollte er tun, was e rnicht lassen konnte. Sollte auch der ihm so ähnliche Raayu zu feige sein, um den Weg gemeinsam fortzusetzen? Denn ohne es zu ahnen hatte Givaan den Weg eingeschlagen, den lediglich ein todessüchtiger Wolf einschlagen würde. Oder aber ein Wolf ohne jegliche, funktionierende EMotionen?!? Der Weg schien ebenso steinig und zerklüftet, wie auch die anderen und selbst hier borhten sich kleine Steine in den Ballen des Rüden. Doch er lief weiter, die Ohren beinahe zornig angelegt und die Augen, so leer und doch so wütend, glühten kurz auf. Man mochte meinen, Givaan kehrte zurück, der einzig wahre Givaan, jene rmit dem pechschwarzen Fell, der schwärzeren Seele und einer Finsternis im Herzen, die wohl einmalig schien. Doch nichts dergleichen geschah. Das Fell glänzte verräterisch, die Seele war zerfressen und die Finsternis schien einer bodenlosen Schwärze zu ähneln, welches alles in sich einzusaugen schien. Seine Pfoten setzten energisch, aber lautlos auf den steinigen Boden auf. Der Schmerz, der aufwallte, als sich ein lästiger Stein in seinen Ballen bohrte, verdrängte er. Den nagenden Hunger überging er und das Grollen seines Magens überhörte er. Lebte dieser Wolf noch, oder war es lediglich die sterbliche Hülle eines Wesens, welches siet nahezu fünf Jahren tot gewesen war, ohne dass es bemerkt worden war? Kurz flammte eine Art Erinnerung in seinem Gedächtnis auf, brannte sich in seine Augenstränge und schien ihn weiter quälen zu wollen. Was konnte grausamer für diesen Wolf sein, als geistige Schwäche? Als seine eigene Schwäche? Die Schwäche seines Nachwuchses. Er sah drei Welpen, im Alter von knapp zwei Monaten. Sie alle waren mager, schwach und in einem erbärmlichen Zustand. Liefen nicht, stolperten vielmehr und landeten dementsprechend häufig im Dreck. Was hatte er da nur in die Welt gesetzt? Solch ein Nachwuchs konnte unmöglich sein eigener sein? Wo bestand die Parallele zwischen ihm und diesen Welpen? Selbst als er knapp zwei Wochen alt gewesen war, hatte er seinen Weg gefunden und war kein einziges Mal gestolpert. Das dies lediglich die Illusion seines schwarzen Verstandes war, mochte er nicht glauben. Tat dies auch nicht. Wozu etwas glauben, was ohnehin nie überprüft werden kann, waren die Welpen doch tot. Es gab lediglich einen Vorteil. Einen winzigen Lichtschimmer für eine verlorene Seele, auf dem Weg in die Hölle. Er war auch tot. Dieser erbärmliche, mickrige Welpe, der sich kurz vor dem Einsturz in das Rudel hatte integrieren wollen. Kein Jungtier seiner Gene sollte überleben und die NAtur hatte augenscheinlich dafür gesorgt. Oder aber auch nicht? Es kam einem Steinknüppel gleich, als er sich die Szene ausmalte, in der Zanba von den Massen des Erdbodens verschlungen wurde. Wie ihr Schädel zwischen zwei Steinen zermartert wurde. Wie ihre unglaublich sanften, braunen Augen entsetzzt in diese grausame Welt blickten udn womöglich etwas wie Erleichterung in ihnen aufflammte, erkannte sie doch, dass es nun vorbei war. Vorbei.

Der Rüde blieb ruckhaft stehen udn hob das erste Mal seit seiner aggressiven Wanderung den Kopf. Sie waren weit gekommen, doch wenn sich das Rudel ein wenig beeilte, würde es diesen Vorsprung in einem gut halben tag wieder heraus geschlagen haben. Voraus gesetzt, dass Givaan hielt und rastete. Doch sein Drang, allem zu entfliehen, war schier übermächtig und somit setzte er sich rasant in Bewegung. Sein schlanker, muskelbepacker Körper jagte durch den fauchenden Wind hindurch, die Lungen krmapften sich mühsam zusammen, wurde die Luft immer dünner. Doch er lief weiter, stets dem höchsten Punkt entgegen. Zumindest dem höchsten Punkt dieses Gebirges. Seine Läufe trugen ihn gehorsam durch die Gerollmienen der Berge, über umgestürtze udn längst vergessene Bäume, an verlassenen Höhlen und Bauen vorbei. Immer höher hinauf. Und je schneller der Rüde wurde, umso dichter fühlte er sich seinem endgültigen Ziel. Er hatte einst etwas geschworen. Ganz genau erinnerte er sich daran. Kurz, bevor er sein Geburtenrudel verlassen und bald darauf Zanba getroffen hatte. Seine einzige und erste Liebe.

"Wem auch immer ich mein Herz schenke, der wird es auf ewig erhalten. Sollte dieses Wesen sterben oder getötet werden, so raste udn ruhe ich nicht eher, bis der Täter gerächt ist. Sei es Gevatter Tod."

Nun also war die Zeit gekommen, in der es hieß, Taten auf Worte folgen zu lassen. Jetzt würde er sich an Gevatter Tod rächen, jedoch auf seine eigene, verdorbene Art und Weise. Er würde sterben. Er würde sich selbst töten und verhindern, dass die Unmengen an Seelen zu ihm hinab gelangen. Denn nichtw enige gingen auf seine Kosten. Gevatter Tod würde also einen seiner treusten Diener verlieren und ihm wäre es wohl bewusst. Der Schwarze schoss einem Pfeil gleich auf den schmalen Pfad zu, der ihn nun noch vom höchsten Punkt des Gebirges trennte. Gefährlich sah er aus und sehr schmal. Doch störte das den 80 kg schweren Koloss keineswegs. Für ihn schien es, als riefe er fast schon nach ihm. Seine Muskeln spannten sich an, waren beinahe vor dem Zerreißen und doch hielten sie dem enormen Druck stand. In einem gewaltigen Satz hatte er das Nadelöhr betreten und jagte dieses nun hinauf. Seine Lungen verlangten nach mehr Sauerstoff, doch seine enorme Selbstdisziplin kam ihm hier wohl zugute. Wenigstens ein einziges Mal, bevor er von dieser Erde schied. Ein dunkles Knurren signalisierte, dass er das Ziel beinahe erreicht zu haben schien. Doch würde er es wohl nicht mehr erreichen.

Als habe Gevatter Tod bemerkt, was sein Diener des Todes vorhatte, wollte er diesen selbst zu sich holen. Ein Geröllbrocken löste sich unter den großen Pfoten Givaan´s und der massige Körper rutschte. Möglicherweise war es wahnwitzig, doch trat der Rüde fast schon selbstvergessens auf den Abgrund zu, die HInterläufe fast schon im Schlund des Todes wissend. Doch als würde eine zarte Stimme ihm nochmals die Vernunft einflüstern, spannten sich die Muskeln der Vorderläufe und in einem gewaltigen Satz sprang er wieder auf den Pfad, um gleich darauf nach vorn zu schnellen. Dann endlich erreichte er den eigens von ihm gewählten Punkt. Den höchsten Punkt des Gebirges. Ohne weiter nachzudenken trat Givaan auf den Abgrund zu und blickte in die schwindelerregende Tiefe. Seine Krallen schabten über den Boden und ein zarter Wind kam auf. Er trug den Duft des Vergessens und der ewig währenden Freiheit in sich. Kurz dachte er an die Wolfsgöttin, welche Romolus und Remus aufgezogen hatte. An den großen Wolfsgott Thor. An die Mutter Natur und deren vier Jahreszeiten, ihre Kinder. Ein verachtender Zug, der tiefer saß, als je bei ihm gesehen, zog sich über sein gesicht, schien Besitz von dem gesamten, hünenhaften Riesen zu ergreifen. Doch diese letze "Schlacht" musste er selbst bestreiten und genau das würde er tun. Er machte noch einen Schritt, eine kaum merkliche Bewegung, nach vorn und witterte. Dann hob sich langsam sein Kopf gen Himmel empor und ein tiefes, langgezogenes Heulen scholl über das gesamte Gebirge. Es schien in jede Spalte zu dringen, jedem von seinem Todeswunsch zu erzählen und der tiefen Freiheit, die er mit sich brachte. Die Augen geschlossen, lauschte er der Melodie des Windes und dem rasanten Klopfen seines Herzen. Es gab kein Gefühl mehr, nur noch dieses Gefühl der Freiheit. Nur ein einziger Schritt und das Rudel würde Luftsprünge machen. Doch dann dachte er an Chazaar. An Raayu. An all die anderen Mitglieder, welche ihm erhalten geblieben waren. Doch was galt das schon? Früher oder später würde eine der Fähen versuchen, den Platz Zanba´s einzunehmen und würde er erst alt und grau sein, müsste man ihn aus dem Hinterhalt angreifen, nämlich dann, wenn er schlief. Freiwillig würde er diesen Rang niemald aufgeben. Zu viel hing an diesem. Mehr, als nur Erinnerungen an seine Vergangenheit. Mehr, als nur die Erinnerungen an seine Gefährtin. Mehr, als das Gift des Zornes und des Hasses. Er hatte versagt und eben dies musste er sich stets vor Augen führen.

Ein letzes Mal hob er zu einem Heulen an. Dunkel und rau klangen seine Silben, formten sich langsam zu einem Gesang, der mit dem Wind hinauf in den Himmel getragen wurde. Hinfort von solch einem grausamen Ort - und Wesen - und hinauf in die Villa der Engel. Todesengel.

[bebmerkt Raayu - zieht weiter - bemerkt das Zurück gehen Chazaar´s - denkt nach - läuft weiter - hält auf höchsten Berg zu - erklimmt diesen - hat Todessehnsüchte - ?]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Di Jan 12, 2010 10:31 am

(Tut mir Leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe...)

Njima konnte garnicht glauben was passiert war. Alles ging so schnell und es passierte einfach ganz plötzlich. Das einzige was sie noch wusste, war, dass sie Zanba gefolgt war.
Nun war sie in einer völlig anderen Umgebung. Eine verlassene Höhle in der jetzt das halbe Rudel war. Doch Zanba, Givaan und auch ihre Geschwister konnte sie nicht entdecken. Ein leises Winseln durchfuhr sie, dann ließ sie sich nieder und legte den Kopf auf ihre Pfoten. War sie jetzt von ihrer Familie getrennt, wäre das schlimmste für gewesen, und dies wusste sie nicht.
Ihre großen Ohren drehten sich immer wieder hin und her, in der Hoffnung, ihre Eltern zu Hören. Doch kein Laut dieser drang sie bis zu ihren Pferden hervor. Für sie war alles Leise und nun war sie ganz allein in ihrer eigenen kleinen Welt.


[Ist in der Höhle - Sucht nach Zanba, Givaan & Geschwistern]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Jan 13, 2010 1:43 pm

Shenna raste los, wieso entfernte sich der Geruch? Flüchteten sie etwa vor ihr? WIeso warteten sie nicht auf die schwarze Fàhe. Wütend rannte sie los, wie ein blitz schoss sie über geröll, das unter ihr wegbröckelte. Ihre Pfoten wurden von unzähligen kleinen steinchen zerstocken, und sie spührte die zarten schnitte die durch manch scharfe kante herbeigeführt worden wahr. Da erblickte sie eine kleine gruppe, noch waren sie weit weg. Dennoch hatte sie gleich bemerkt das es alles, sehr gut gebaute Rüden wahren. Ein schwarzer, schien die kleine meute anzuführen. EIn weiterer schwarzer und ein dunkler folgten ihm. Shenna legte an Tempo zu, und ein lautes knurren entfleuchte ihrer Kehle. Als sie schon in Hörweite der drei war, erhob sie noch während dem Spurt die Stimme.

HALTET EIN! BLEIBT STEHEN VERDAMMT!

was wollten die überhaupt auf diesem berg?!

( rennt, bemerkt Giv, Raayu und Chaz/ folgt ihnen und ruft ihnen zu das sie warten sollen / ist sichtlich genervt
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 14, 2010 6:21 am

Chepi blickte wieder auf den Boden und ignorierte ihn nun. War ja auch egal, hauptsache sie käme mit.
Also folgte die kleine, eilig, doch gehörte sie zu den letzten. Langsam sah sie den Berg hoch. Der war groß.
Doch was wollten man schon dort ? Plötzlich wurde ihr eiskalt, doch wechselte das dann wieder in Warm über.
Es machte ihr Angst wie Givaan dort stand. Als wolle er springen. Generell, von solch einem Berg KONNTE man doch nur springen.
Was wollte man sonst ? Die Aussicht genießen, während das andere halbe Rudel wohlmöglich verschüttet war ?

'Welch absurder Gedanke, dachte er doch wirklich an den Tod. Er hat eine bestimmt, wirklich nette Fähe.
Wieso alles wegwerfen? Zu verstehen wäre es ja doch, versetzt man sich selbst in eine solche Lage.
Doch als Ausenstehender sieht man das ganze wieder anders. '


Chepi sah sich um, sah zu den anderen. Dann erklang plötzlich eine laute Stimme hinter ihr. Ein anderer Wolf - Eine andere Fähe.
Die kleine blickte sich nochmals um. Sie war wohl alleine.
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 14, 2010 10:29 am

Stets mit dem Gügl, nicht unbeding das getan zu haben, was er hätte tun sollen, folgte er seinem bruder. Doch lange blieben sie nicht allein. Der augenscheinlich freiwillige SKlave seines Bruders folgte ihnen, nicht jedoch, ohne ihn zuvor nochmals gerempelt zu haben. Er legte seine Ohren kurz an, zog die Lefzten leicht hoch und wollte Raayu gerade sagen, wie unhöflich er sei, selbst wenn er ihm übergestellt war. Oder eben gerade deshalb. Doch just in diesem Augenblick geschahen zwei Dinge gleichzeitig: das dunkle, dröhnende Heulen einer fremden Fähe erklang und sein Bruder war hinauf in die Berge geschossen. Besorgt runzelte der Graue die Stirn und sah seinem Bruder nach.

.oO(Pass auf dich auf, Bruder.)Oo.

dachte er und winselte leise, doch der Ton wurde mit dem Wind getragen. Ebenso rasch, wie er stehen geblieben war, einzelne Staubwolken umheten noch immer seine dreckigen Pfoten, schoss er zurück. Ihm kam Chepi entgegen und kurz kläffte er ihr aufmunternd zu. Sie würde es schaffen,d aran bestand kein Zweifel. Dass Givaan sich ausgerechnet den höchsten Berg suchen würde, wusste er nicht, konnte es nicht ahnen. Die Luft dort war so dünn, dass selbst das Getier der Berge aus diesen Regionen floh. Immer schneller trugen ihn seine Pfoten, dann schoss ihm eine schwarze Fähe entgegen. Drohend knurrte er, sollte sie seinem bruder oder der Fähe auch nur ein Haar auf seinem oder ihrem Pelz krümmen, er würde persönlich in die Hölle stürtzen, um sie dafür bezahlen zu lassen. Das drohende Funkeln seiner bernsteinfarbenen Augen verschwand, als ihm der Duft von Blut und Schweiß in die empfindsame Nase stieg. Was war da los?

Alarmiert schnellte sein gestählter Körper nach vorn, überwand den inzwischen bereits mehrmals überwundenen, leicht zugeschütteten Pfad und sprang einem anscheinend geschwächten Momala und einer hilfsbereiten Magai entgegen. Entsetzt hielt er inne, erstarrte. Einzig sein Atem war noch zu vernehmen, vom langen Sprint noch mitgenommen. Hunger nagte an seinem Magen und auch die Erschöpfung der langen, an den Kräften zehrenden Wanderung machte sich bemerktbar. Langsam sank er, in Achtung ihrer eigenen Privatsphäre, etwas entfernt von beiden in den Dreck und schloss die Augen. Kopf und Pfoten lagen auf einer Höhe, mitten im Staub udn Geröll. Ein kleines Steinchen stach ihm in den Bauch, doch inzwsichen fand er sich damit ab. Es wäre weitaus grausamer für den grauen Rüden, sollte sein Bruder getötet werden. Chazaar hatte den Ausdruck seiner Augen gesehen. In ihnen schien nichts mehr zu brennen. Weder das einst giftige Feuer des Zornes, noch das sanfte Lodern der Liebe. Es schien alle serloschen zu sein. Immer deutlicher stach die Sorge um seinen Bruder hervor. Wäre er in dieser Situation, so wusste der Graue, würde er sich helfen lassen. Sowohl vom Rudel, als auch von GIvaan. Seinem Bruder. Doch dieser war selbst zu stolz, um Hilfe anzunehmen. Egal, von wem. Er würde eine Dummheit begehen, die ihn unweigerlich das Leben nehmen w...

Laut aufjaulend ließ der Rüde seinen schmerzenden Körper aufschnellen, als schon das dunkle, so endgültig scheinende Heulen Givaan´s durch das gesamte Tal zu schallen schien. Das Nackenfell sträubte sich und Chazaar stand angespannt, den Blick gen Berg gerichtet, auf seinen schwachen Pfoten. Lange würde er dies wahrscheinlich nicht mehr durchhalten, doch schob er dies erneut auf den Futterverlust. Wo nahm das Rudel nur seine Energie her? Es mochte dieser Moment sein, in dem sein Bruder gewillt war, sich in den Freitod zu stürtzen oder aber die tiefschürfende Bewunderung gegenüber dem Rudel,w elches seinen Alpha benötigte, welche den Grauen eine Entscheidung treffen ließ. NOch immer brannte der geifernde Zorn, gepaart mit Trauer in seinem Innersten, doch im Gegensatz zu Givaan vermocht er zu vergeben. Und das tat er in diesem Moment. Für seinen Bruder, welches das einzige Wesen war, welches ähnliches Blut trug. Familie.

Der Kopf des grauen Rüden schoss in die Höhe und sein deutlich hellerer Ton ließ kaum eine Ähnlichkeit zwischen dem Schwarzen Rüden, welcher nahe dem Eigentod stand und dem grauen Männchen, welcher gerade das eigene Leben zu finden versuchte, erkennen. Die Augen geschlossen udn tief konzentriert sah man ihm die Verzweiflung kaum an. Doch man hörte sie. Hörte sie deutlich aus seinem klagenden Heulen heraus, welches seine Botschaft in den Wind legte und darauf hoffte, das Leben des inzwischen liebsten Wesens zu verwahren. Doch in seinem Heulen war auch eine langjährig verschwiegene Geschichte. Eine Geschichte, die beier Leben verändert hatte ...

>GIVAAN! Nein! Halte ein und lausche! Ja, diesen Ton kanntest du bereits von damals. Es ist kaum fünf Jahre her, als du zum Mörder der eigenen Lieben wurdest. Und nun willst du dein eigener Mörder werden? Erinnere dich an jenen feinen Wind,d er dir duch das Fell strich, dich liebkoste und dir sagte, du sollest uns den Rücken zuwenden. Erinnere dich an das Rauschen der Blätter und des Wassers,w elches dich von mir fortbrachte. Bruder ... wir sind eines und du wirst ewig die Fähe in dir tragen, welche du liebtest. Vergiss sie nie, denn ich tat diesen Fehler. Einst bei unserern Eltern, dann bei deinen und somit auch meinen Geschwistern. Noch immer erinnere ich mich an sie, doch nur an ihre blutigen, zerfetzen und leblosen Leichname. Kaum mehr richtiges Fell klebte an ihnen, die Höhle besudelt von Blut und das Leben zerstört. Doch auch bei Celtic Lune tat ich diesen Fehler. Sie ging von uns, ebenfalls durch meine Schuld. Sie verlor ihr Leben, weil sie mir die größte Freude schenken wollte: Welpen. zanba war stark genug, um dies zu überleben. Auch deine Welpen. Doch nun, wo ihre körperlichen Hüllen versiegen, willst du da aufhören, an ihre Kraft zu glauben? Sie LEBEN ... doch um sie am Leben zu erhalten, darfst du sie und dich nicht aufgeben. Givaan, du bist ein durchaus starker Rüde. Führst das Rudel und hast dich gegen alles gestellt. Gegen jeden. Selbst gegen dein eigen Fleisch und Blut. Nun willst du diese gewonnene Stärke einfach aufgeben? DICH aufgeben? Zanba hätte dies nicht gewollt, Givaan. Sie liebte dich und sie hielt dich am Leben? Das bezweifel ich stark. Du lebst noch, aber wieso, wenn sie es gewesen sein soll, so frage ich dich? Entweder behälst du sie in Erinnerungen und lebst weiter oder aber du bist ein Feigling und stürtz dich in den Tod. Sie hätten e snicht gewollt. Mutter nicht, Vater erst Recht nicht. Selbst deine Schwestern udn Brüder hätten es nciht gewollt. Ebenso wenig ich. Givaan ... Bruder ... lass mich jetzt nicht auch noch im Stich!<

Das Heulen verebbte langsam und mit ihm seine Kraft. Schwer fiel sein Körper auf den Boden, hart hob er sich ihm entgegen und pechschwarze Dunkelheit umhüllte ihn. Doch es gab noch jemanden, der diese Dunkelheit verscheuchen konnte. Einfach, weil er selbst aus Dunkelheit zu bestehen schien. Sein geliebter Bruder. Givaan.


[Raayu - Shenna - kehrt zu Momala & Magai zurück - hört GIvaan´s Heulen - sorgt sich - heult ihm eine Botschaft - verliert das Bewusstsein]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Jan 18, 2010 9:54 am


Wolf du hast den Has' gestohlen, gib sie wieder her, gib sie wieder her, sonst wird dich die Kimni holen das fällt ihr nicht schwer, sonst wird dich die Kimni holen, das fällt ihr nicht schwer.

Singend und rum albernd sprang ein kleiner grauer Wolf durch die Gegend. Diese Liedzeilen lagen ihr nun schon ein paar Tage auf den Lefzen. Seit sie ihr Rudel verlassen hatte. Der Text variierte nun schon leicht, Wörter wurden eingeschoben, weggelassen, verhaspelt oder einfach nur verunstaltet. Immer wieder und immer weiter. Sie war unermüdlich. Jeder Begleiter wäre schon seit langem Wahnsinnig geworden und in den Freitod gegangen. Kimnis Gesangskunst war keinesfalls berauschend. Doch es machte ihr Spaß und hielt sie von traurigen Gedanken ab. Und weiter schmeterte sie.

Wolf du hast den Has' gestohlen, gib sie wieder her, gib sie wieder her, sonst wird dich die Kimni holen das fällt ihr nicht schwer, sonst wird dich die Kimni holen, das fällt ihr nicht schwer.

Waldtiere blickten sie seltsam an, nun ja, Kimni war ja auch seltsam. Sehr sogar. Weiter hüpfte sie ohne Vorsicht durch eine Unbekannte Gegend. Das sie Hunger hatte beachtet sie nicht weiter. Es gab schlimmeres, ihrer Meinung nach. Immer munterer wurde sie, obwohl ihre Pfoten langsam schmerzen, sie waren nicht daran gewöhnt so weit zu laufen. Doch ihr Weg war noch weit, sehr weit, unvorstellbar weit, nicht absehbar weit. Sie wusste nicht wie weit sie noch laufen würde. Ihr altes Rudel musste sie hinter sich lassen. Anders als die anderen Wölfe, die ihre Rudel immer unter den tragischsten und bestialichsten Umständen verlassen müssen, war sie davon gelaufen. Sie wusste nicht einmal genau warum. Sie wusste nur das es das einzig rchtige war, das einzigste was sie tun konnte. Etwas was keinen aufschub mehr hätte ertragen können.
Sie war kein Welpe mehr, sie würde bestimmt in anderen Rudeln aufnahme finden. Sie würde sich vielleicht normal verhalten, anfangs zumindest.
Mit vergnügten Schritten hatte sie nun schon einen soweiten Weg zurück gelegt, war in ein fremdes Gebiet gekommen ohne Angst vor der Zukunft zu verspüren, ohne die Befürchtung keine Aufnahme zu finden. Doch bevor sie aufgenohmen werden konnte, musste sie erst einmal eín Rudel finden.

Es war eine Wölfin die hatte 4 Welpen, den Frühling den Sommer, den Herbst und den Winter. Der Frühling bringt Blumen, der Sommer bringt Klee, der Herbst der bringt Trauben, der Winter bringt Schnee.

Immer mehr neue Lieder aus der Welpenzeit wurden in ihr wieder laut, sie hatte sie nicht vergessen.

Es war einmal ein Rüde, der hatte sieben Söhne. Eines Tages sagten die Söhne: Vater erzähl uns eine Geschihcte, da fing der Vater an. Es war einmal ein Rüde, der hatte sieben Söhne. Eines Tages sagten die Söhne: Vater erzähl uns eine Geschihcte, da fing der Vater an.Es war einmal ein Rüde, der hatte sieben Söhne. Eines Tages sagten die Söhne: Vater erzähl uns eine Geschihcte, da fing der Vater an.

Langsam wurde sie jedoch müde. Die Pfoten wurden schwerer, die Lieder leiser. Immer mehr spürte sie die Anstrengung.
Doch an zu halten, Zeit zum weg laufen zu verlieren oder einfach auf zu geben kam nicht in Frage. Immer weiter fürhretn sie ihre Schritte, immer der NAse nach.

Ich soll nicht anhalten. Sie haben gesagt, ich darf nicht nahlten. Erst wenn ich andere gefunden habe. Ich soll erst auf hören wenn mein Freund, der Wind mir ein Zeichen gibt, ich sollerst rasten, wenn die Kräfte mich verlassen, wenn die Pfoten mich nicht mehr tragen. Ich kann durch kommen, ich kann es schaffen, auf andere zu treffen. Ich habe noch nie vor zeitig aufgehört, ich habe noch nie auf die Schwächen meines Körpers gehört.

Viele behaupteten die Witze, die sinnlosen Sätze, all das wären Ersatzhandlungen, all das würde sie z´tun um etws zu verstecken. War dem so? Nein, sicherlich nicht. Zwar war Kimni oft albern, doch war sie tiefgründig genug un sich zu kennen. Die Landschaft veränderte sich zu sehend. Die Landschaft in der sie aufgewachsen war, war verschwunden. So auch ihre Vergangenheit? So auch die, vor denen sie floh?
Mit einem kleinen Kopfschütteln betrat sie einen Wald. Sie fühlte sich wohl, Wälder hatte sie immer gemocht.
Um sich bei Laune zu halten stimmte sie weitere Reime an.

Summ, summ, summ, Kimni summ herum. Ich weiß den Text nicht mehr drum sing ich hier einfach weiter...Summ, summ, summ...ach ja..über Stock und über steine, aber brich dir nicht die Beine, hopp hopp hopp Kimni lauf Galopp...

Immer weitere, noch verrücktere Strophen fielen ihr ein. Immer euphrischer wurde der Gesang, ihre Müdigkeit war verschwunden. Der Wald belebte sie.
Mitten als sie das Lied "Kimni ging durch einen Grasgrünen Wald" schmetterte, blieb sie ruckartig stehen. Ihre Pfoten stemmten sich in den Waldboden, die Ohren alamiert gespitzt, die Rute eingekniffen, wurde die kleine Graue noch kleiner. Sie war kaum noch sichtbar, die Farne versteckten den Körper perfekt. Ein stechender Geruch stieg in die feine Nase. Blut, viel Blut. Sehr viel Blut. Warum?
Man hatte ihr gelernt: wenn du in einem fremden Gebiet bist und Blut witterst, kein anzeichen einer Jagd spürst,lauf weg!
Doch wer konnte etwas gegen eine grenzenlose Neugierde? Kimni konnte nicht wieder stehen. NAchdem sie noch einen Moment still verharrt hatte, schlich sie langsam auf den Geruch zu. Was für ein wunderbares Spiel.
Als sie die Lichtung erblickte, verschlug es ihr die Sprache. Ein Effekt der höchst selten auftrat. Es lagen zwei Wölfe auf der Lichtung. Und Blut. Viel Blut. Von den Wölfen.
Unhöflich, vom Schock versteift trat sie ohne nach zu denken auf die Lichtung.

Was ist denn hier passiert?



[Lichtung|Magai und Momala|ist geschockt]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   So Jan 24, 2010 10:33 am

Zanba nickte kenntnisnehmend zu Jaklara und schaute dann zu Devota. Die Leitwölfin spürte deutlich, wie ihr Herz zu bersten begann. Wunden wurden aufgerissen, die nur durch Givaans Anwesenheit hatten verheilen können. Nun war er fort – vielleicht für immer. Die Erinnerung an den Schwarzen jedoch sprach dafür, dass er es überlebt hatte. Er war kein Schwächling, sondern ein Kämpfer. Er war der einzige, der dem Tod trotze, wie es kein anderer Wolf tat. Givaan musste es überlebt haben. Aber wenn Zan realistisch dachte, dann wusste sie, dass die Steinblöcke, die herabgefallen waren, ihren Gefährten zerquetscht haben mussten. Sie waren so kraftvoll und so furchtbar schnell den Berg herunter gerollt, als hätten sie schon lange zuvor ihre Tat geplant. Bei dem Gedanken daran schauderte die Fähe.

„Ja, eine Pause wird für uns alle das Beste sein.“

Sagte sie. Ihre Stimme klang leer wie ein verwehter Wind. Sie war es gewesen, die ihr Rudel ins Gebirge geführt hatte, und sie war es gewesen, die nicht an einen Erdrutsch gedacht hatte. Also war sie auch schuld für die vielen Seelen, die nun im Land der Toten weilten und um die noch lebenden Freunde trauerten. Nie mehr würde sie ihr Rudel wahrscheinlich wiedersehen können. Nie mehr. Nie mehr würde sie dieses wohlige Gefühl spüren, wenn Givaans eiskalte Augen die ihren trafen. Alles, was sie wollte, war, dass er überlebt hatte. Natürlich sorgte sie sich auch um Welpen und Rudel, doch das alles hätte sie ohne ihn nie gehabt. Ohne den, der trotz all der Finsternis im Herzen das Ihre wieder aufbauen konnte. Wenn er jemals sterben sollte, dann wollte sie mit ihm gehen. Aber dies schien ihr unmöglich, solange sie das Rudel nicht in Sicherheit wusste.

Zanba tat einige Schritte vor und spürte, wie ein wenig kühles Wasser in ihr Fell sickerte. Sie nahm ein paar kräftige Züge und witterte dann in der staubigen Luft. Es waren einige Graupelzchen in der Nähe, so viel war sicher. Doch wie sollte sie an einem Ort jagen, den sie nicht kannte? Zurück in den vertrauten Wald sehnte sie sich, wo sie jede Ebene kannte, jede Gefahr, jedes dort lebende Tier. Die Fremdheit der Höhle schlug wie eine Flutwelle au sie ein und sie drohte, darin unter zu gehen, doch der vertraute Duft des Rudles – des halben Rudels – hielt sie an der Oberfläche. Und so trabte sie an die gegenüberliegende Wand. Sie war hoch und es schien, als laufe die Höhle nach oben hin spitz zusammen. Fünf aufeinander stehende Wölfe hätte man gebraucht, um die Decke zu erreichen. Wenn nicht sogar mehr. Zu den Seiten hin schien die Höhle länglich zu sein. Plötzlich bekam die Leitwölfin einen Schreck. Sie schaute in alle Richtungen. Sie waren in einer Sackgasse gelandet. Die Tunnel hatten das Rudel in eine Sackgasse geführt.

(Wir werden hier nie wieder herausfinden!)

Schoss es ihr durch den Kopf und sie lief die steinernen Wände entlang. Ihre Nase fuhr über den Boden und der viele Staub kitzelte darin. Nein, es musste einen Ausweg geben. Es durfte einfach keine Sackgasse sein! Die Graupelzchen waren doch auch irgendwie in die Höhle gekommen, oder? Zanba folgte dem Duft von einem der kleinen Geschöpfe und fand – zu ihrem Glück – hinter Schutt und Staub verborgen einen kleinen Durchgang. Er war zu winzig für sie oder einen der anderen ausgewachsenen Wölfe. Aber ein Jungwolf könnte sich mit ein wenig Mühe hindurch zwängen. Ihr Blick fiel auf Lucky, den Kleinsten ihres Nachwuchses. Er würde durch das Loch passen. Sie trat zu ihm hinüber und drückte die Schnauze in seinen Pelz.

„Siehst du dieses Loch dort? Da musst du hindurch. Sage uns, was sich auf der anderen Seite befindet und ob wir es sinnvoll wäre, es zu vergrößern. Aber habe Geduld, zuvor solltest du dich ein wenig stärken.“

Die Wölfin leckte ihm über den Pelz und schritt dann zu Njima und Blizzard, um auch ihnen den Pelz zu lecken. Sie empfand es als einen guten Zeitpunkt, um ihre Entwicklung zu begutachten und ihren derzeitigen Stand zu testen, was Jagdgeschick wie auch Überlebenskunst anging. Zanba entfernte sich wieder von ihnen, um zu dem Rudel zu sprechen. Es gab nur wenige Graupelzchen dort unten und es waren mehrere Wölfe hier gefangen. Es würde nicht für alle reichen. Aus Erfahrung wusste die Leitwölfin, dass dies Grund genug war, um in Hass und Krieg auszubrechen. Und das wollte sie möglichst verhindern, denn das Rudel musste in dieser schweren Situtation zusammenhalten. Das war wichtiger, als zu kämpfen, auch wenn sie dies vielleicht als den einzigen Weg zum Überleben sehen würden.

„Hört mir zu, Wölfe!“

Ihre Stimme war zwar laut, doch nicht zu laut. Noch immer trug sie etwas von dieser Leere in sich, doch ein Funke Hoffnung keimte darin. Und er verursachte Hoffnung darauf, dass er wachsen und auch die anderen Wölfe ergreifen würde.

„Es gibt einen Ausweg. Ein kleines Loch, das uns vielleicht hier hinaus führen kann. Doch dort hindurch passt nur ein kleiner Jungwolf wie Lucky. Er wird versuchen, sich hindurch zu zwängen und uns anschließend mitteilen, ob wir es vergrößern können und sollten. Ich denke, ihr seid alle hungrig, aber er sollte als Erster etwas zu sich nehmen, denn wir wissen nicht, was ihn auf der anderen Seite erwartet. Es gibt nur wenige Graupelzchen hier unten und ich bitte, nein, ich befehle euch, wenn ihr eines fangt, dann legt es auf einen Haufen. Sammelt sie, und wir werden sie teilen. Wer eines verschlingt, bevor ich es erlaubt habe, der wird wegen Missachtung der Gesetze bestraft, habt ihr verstanden?“

Ohne auf eine Antwort zu warten machte sie sich daran, einige Happen Fleisch zu verschaffen. Mehr konnte eines dieser winzigen Pelzgeschöpfe auch nicht aufbringen. Lucky musste sich selber eines fange. Er war der einzige, der seine eigene erste Beute selber verschlingen durfte. Was die Strafe wäre, würde dies ein anderer Wolf tun, wusste sie nicht. Bestrafen waren nicht das, für das sie gemacht wurde. Givaan hatte dies meistens vollbracht. Er war derjenige, der sich den Respekt des Rudels verdiente, in dem er ihnen seine Position deutlich klar machte. Zanba versuchte, den Respekt dadurch zu erlangen, eine gute Freundin zu sein. Aber Leitwölfin und gute Freundin zugleich zu sein war kein Welpenspiel.

(Ach, Givaan, mein Gefährte, wo ist deine dunkle Seele nun? Warum weilt sie nicht an meiner Seite, so wie es all die letzten Monde war?)


[redet zum Rudel / in einer Höhle]

_______________

x female x 5 years x leader x lovely flower x
♥️ Givaan ♥️

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Jan 25, 2010 7:01 am

Stille.
Eine Hülle, die wohl nicht einmal mehr den kleinsten Schimmer eines seltsamen Gebildes beherbergt, das scheinbar keiner so recht zu beschreiben, in Worte oder Gesten zu fassen weiß.
Einer losen Materie. Substanz.
Dies, was als Seele bezeichnet wird.
Der Rüde war wohl ein Schatten seiner selbst, kein Funken Hoffnung. Hoffnung war schon immer das gewesen, was dem Rüden verwährt wurde, wovon er kein Lied singen konnte. Niemals hatte er dieses Gefühl verspürt, wozu auch? Alles, was ihn so langsam am Leben hielt, all die Bande wurden dünner und dünner. Die Rache? Sein Vater war tot. Die Geschwister? Von ihm gegangen. Seine Gefährtin? Eine Verräterin. Sein Neubeginn? Genauso verschüttet wie das Rudel, dem er angehörte.
All diese Bande hatten sich aufgelöst, waren nicht aus Stahl gefertigt, sondern aus Zucker.
Und Raayu stand im Regen.

Der Schwarze folgte Givaan, preschte los, als auch der Alpha es tat. Er konnte sich nicht in den Rüden hineinversetzen, da er nicht mehr dachte. Doch vielleicht war sein Gefühl ähnlich dem des Schwarzen. Gefühl? Spürte er eines? Nein, nur Stille, die ihm langsam die Luft abdrückte.
War es die Stille, oder die dünne Luft des Berges, da sich der Rüde durch weitausgreifende, mechanische Schritte hoch hinauf getragen hatte. Auch Givaan schien schon mit dem Atem zu ringen, mit dem Atem. Mit dem Leben.
Melancholie? Trauer? Nein, Stille.

Ein weiteres Band riss.

Nun ertönte das durchdringende Geheul Chazaars, der seinen Bruder des Todes bewahren wollte. Er sprach ihm beruhigende Worte zu, Llaute, die ihn abhalten sollten, seine eigenen Bande zu durchtrennen. Und dabei war Givaan ein noch stärkerer Wolf. Das allerletzte Band Raayus, der Krieger hatte den Stolz mit dem Leben verloren. Schon lange kämpfte er nicht mehr, was mochte mit ihm passieren? Es war ihm egal. Nun machte er weitere Sprünge, die Gesteinsbrocken, die seine Pfoten lösten tanzten durch die Luft und fielen hinab in die gähnende Leere. Zu gerne wäre der Rüde nun einfach hinterher, hätte sein Leben abgehakt. Oder hatte er das nicht schon längst? Nun stand er neben dem Alpha und sah hinab, Nebelschwaden verhingen den Blick ins Tal und er wusste nicht, ob das ein Abgrund war, oder bloß eine steile Wand, die jedoch zum Boden hin führte. In jedem Falle würde er irgendwann auf dem Boden aufschlagen.
Raayu sah hinab in die schwindelerregende Tiefe und dann wieder zu Givaan. Jetzt wäre es wohl am richtigen Zeitpunkt gewesen, etwas zu sagen, dass beide am Leben hielt. Chazaar hatte sich darin versucht, doch ob dies ausreichte? Er fühlte doch etwas. Raayu nicht.
Givaan auch nicht.
Vielleicht sollten sie einfach gemeinsam springen, was war schon das Leben? Biher wurde alles zerstört, was Raa berührt, gesehen oder gefühlt hatte. Nichts war beständig, keine Kleinigkeit. Wenn Giv starb, sein letztes Band, dann war es auch aus für Raayu.

Nun begann Givaan zu Heulen und vielleicht war dies das ausschlaggebende. Raayu wand sich ab vom Tod, knurrte der Leere entgegen und grollte in die Berge, die ein Echo entstehen ließen. Die Fähe, die ihnen entgegen brüllte beachtete er nicht weiter. Dann drehte er sich zu seinem Alpha.

"Wenn, dann gemeinsam. Ich bin nicht besser als du, ich habe es nicht verdient, anders zu sterben."

Der Rüde hielt einen Moment inne, dann setzte er die große Pfote an den Rande des Gesteins.

"Nun ist es an mir zu fragen... was wirst du wählen. Das Leben oder den Tod.."


[folgt Givaan, spricht mit ihm]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Jan 27, 2010 8:18 am

Langsam drangen die einzelnen Geräusche zu ihm durch. Das sanfte Flüstern des Windes,w elcher verräterisch an seinem Pelz zerrte. Der verlockende Anblick der wabernden Nebelschwaden, welche langsam um die hoch aufragenden Berge zu fließen schienen. So auch um den baldigen Todesberg. Weit erstreckte sich der Blick, über leicht verschneite, tiefer gelegene Berghänge und deren Bergspitzen, über einen azurblauen Himmel, welcher sich langsam in einen zarten Rotton zu wandeln schien. Ein Zeichen, wie es dem Schwarzen schien, dessen Name ebenso vergessen schien, wie sein Verstand. Hatte er inzwischen jegliche Art der Vernunft fahren lassen und seinen Intellekt eingebüßt? Doch die Wege seiner stark angeschlagenen Psyche würde wohl niemand mehr verstehen. Das gartsige Heulen der Fähe,w elche verlangte, dass man auf sie wartete, drang kaum mehr an seine Ohren, wurde gänzlich verdrängt. Ebenso die verschreckte Haltung Chepi´s drang nicht mehr bis an sein bewusstsein. Lediglich eine Stimme, ein einzelner Satz.

.oO( "Was wirst du wählen?" )Oo.

Eine keineswegs unberechtigte Frage, doch sein leer scheinender Blick bekam urplötzlich wieder jenen harten, gewohnten Glanz, als er weiter in die Tiefe starrte. Was hatte er auch schon groß für eine Wahl, zog und zerrte die Gewissheit, kläglich versagt zu haben, doch noch immer einer beißenden Fleischwunde gleich an ihm. Mochte er auch äußerlich ein harter und beißwütiger Brocken sein, seelisch war der Schwarze viel zu sehr verstümmelt, als dass er noch hätte rational denken können. Was würde er also wählen? Ihm war keineswegs der Gesichtsausdruck Raayu´s entgangen, schien er doch insgeheim zu hoffen, er möge ihm, seinem seelischen Bruder, wie man es getrost nennen konnte, die Entscheidung abnehmen. Er trat dichter an den Abgrund, Givaan hörte zwei kleine Steine den Hang hinab fallen und schlussendlich verstummen. Sollte er diesen Schritt wagen und schlichtweg alles aufgeben? Das Heulen Chazaar´s war ebenso wenig an seine Ohren gedrungen, wie zuvor die Anwesenheit Shenna´s oder Chepi´s. Normalerweise hätte er augenblicklich reagiert, zeigte ein Wolf des Rudels Schwäche oder näherte sich ein fremder Wolf. Doch die Lage stand anders und somit auch der Geisteszustand des sonst so wachsamen Rüden.

Nun trat er seinerseits an den Abgrund, spürte den zerrenden Wind, welcher ihm in die Nase schnitt und starrte leer hinab in jene Tiefe, die ihm das Leben kosten würde. Unweigerlich. Langsam hob sich die große, samtweiche Pfote, welche ebenso lautlos, wie donnernd laufen und die Beute grausam schlagen konnte. Als habe er nur darauf gehofft, sich nach eben jener Bewegung verzehrt, riss der Wind augenblicklich an dieser Pfote,w elche so lebensmüde über den Abgrund geführt wurde. Eisig schnitt der Wind in das Fell der Wölfe und die dünne Luft ließ ihnen das Atmen schwer fallen. Der Schwarze bemerkte all diese körperlichen Qualen nicht mehr. Seine Qualen waren siet langer Zeit bereits nicht mehr körperlicher Ebene, sie waren inzwischen ausgewachsene psychische Störungen, welche unweigerlich enden würden, sollte er seinem Leben endlich ein Ende setzen. Die Gedanken des Hünen drifteten von seinem Todessehnen leicht ab, kehrten zu der vermeidlichen Todeshöhle zurück, in der die vermeidlichen leichnen seiner Rudelmitglieder und seiner Gefährtin bereits ihre Leichenstarre eingenommen haben müssten. Herrisch schüttelte sich der breite Kopf, der ersten Vorderpfote folgte die zweite Hinterpfote und darauf das Gefühl der Schwerelosigkeit.

Er flog. Unendliche Leichtigkeit ergriff ihn, doch schon bald wurde diese durch grausamere Gefühle ersetzt. Ein stechender Schmerz traf urplötzlich auf seinen ohnehin leicht angeschlagenen Körper, spitze Steine durchbohrten seinen Pelz, Blut floss seinen Körper hinab. Lautes Donnergrollen wurde laut und der Rüde schloss genüsslich die Augen. Jener Schmerz, den er nun fühlte, war eine Qual und Pein, für all jene Taten, die er bereits auf sich geladen hatte, eine grausamer als die andere. Nun endlich büßte er dafür, doch das Gefühl der Schwäche kehrte nicht wieder. Eher schien es, als würde der Höllenritt ihm die Kraft zurück geben, auf die ganz eigene Art und Weise. Immer schneller umrundete ihn die Welt. Ein Streifen Himmel, gleich darauf zog eine grause Masse an ihm vorbei. Auch fügten ihm Steine, Sträucher und anderweitige Gewächse erhebliche Wunden zu, doch spüren tat er nichts. Lediglich fallen, wenngleich es inzwischen eher eine Art Hinabrollen des Berges war. So langsam sich seine Lungen an die dünne Luft gewöhnen konnten und es dennoch nicht gänzlich geschafft hatten, umso panischer lechzten sie nun nach Geruhsamkeit. Doch Givaan, endlich hatte er seinen Namen wieder gefunden und vergaß ihn gleich darauf gleich wieder, würde sich dem Tode zuführen. Langsam zogen sich seine sauerstoffarmen Lungen, welche den krassen Sturz nicht auszuhalten schienen, zusammen, verengten seine Atemwege und ließen den Rüden röchelnd nach Luft ringen. Doch den Kampf um den Tod würde er dieses Mal gewinnen, würde nicht aufgeben. Immer weniger nahm sein Geist auf, immer öfter tanzten schwarze Sterne vor seinem Auge. Doch langsam schob sich die lautlose und schweigsame Freiheit über den Rüden, als er das Gesicht der geliebten Fähe sah. Sie war im Begriff, ihn zu sich zu holen, doch er wollte diesen Weg allein bestreiten. Zu seiner Bestürzung verblasste Zanba mit jedem getanen Atemzug, welche das Leben aus ihm heraus zu schicken schienen. Seine gelb glühenen Augen erglühten ein letzes Mal. Ein letzes Mal kehrte die enorme Kraft des Rüden zurück, entlud sich in einem inneren Kraftakt und nahm ihm schlussendlich die Grundlage zum Atmen. Mit letzer Kraftanstrengung, die ihn an seine Grenzen zu bringen schien, rammte er seine Pfoten in den Boden, schlidderte taumelnd einige Meter weiter und sprang. Er hatte bereits einen guten Weg des zuvor erklommenen Berges geschafft, nun sprang er mitten auf eine hervorstehende Steinplatte zu,w elche jedoch ebenso nachgiebig war, wie das Geröll der Höhle, in der das Rudel begraben war. Als er seitlich, mit einem dröhnenden Geräusch und einem markerschütterndem Knall in den Ohren dort aufkam, verließ ihn der letze Rest seines Willen. Zanba war fort. Raayu würde nun das Rudel führen. Chazaar würde Trauer simulieren. Die neue Fähe würde ihrerseits das Rudel angreifen. Es könnte sich nicht verteidigen und würde kläglich zugrunde gehen. Die Children of the Moon waren gestorben.

Schwer atmend lag ein schwarzer, blutüberströmter und zerrissener Wolfskörper am Hang des keineren Berges, der im Schatten des Giganten stand. Aus dem Koloss aus schwarzem Fell, eisernen Muskeln und eiskaltem verstand schien jedes Leben ges´wischen, doch ein letzes Mal hoben sich seine Lider. Seine dunkle, brüchige Stimme stimmte ein sanftes Lied an, in welcher jedoch noch immer Wut, Zorn und unendliche Trauer mitklang. Es klang über die Hügel und Berge des Gebirges, der Wind trug die Botschaft und den letzen Willen Givaan´s bis über die Grenzen des Reviers.

> Dieses Land war einst stark und stolz. Ich war e snicht und ging an einer Liebe zugrunde, welche mir nun genommen wurde. Wir scheiden aus dem Leben, doch dieses Land bleibt immer gleich. Auch die Kinder des Mondes sollten es bleiben. <

Dann fiel sein Kopf zurück, das dunkle Timbre seiner Stimme erstarb und der schwarze Koloss schien aus dem Leben geschieden. Sollte eine Kreatur, welche dafür bestimmt schien, den Tod zu bringen, nun selbst von eben diesem geholt worden sein? Sollte ein Wesen, welches in der Nacht hauste und der Schrecken aller Welpen und Fähen war, das selbsternannte Vorbild aller Rüden, sollte solch eine Kreatur nun endlich vom Tode erlöst sein? Das Wund floss unaufhaltsam aus den iefen Fleischwunden des Rüden, gewiss waren einzelne Knochen geprellt, womöglich gebrochen. Doch war dies das Ende dieser Kreatur? Kaum einer hätte je daran gedacht, doch es schien so. Nur ... war dem tatsächlich so?


[auf dem Gipfel - denkt nach - springt - heult ein letzes Lied - ohnmächtig ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

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Zanba
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Jan 27, 2010 11:28 am

Chepi's Blick galt immernoch der nachtschwarzen Fähe, die auf den einen teil des Rudels zugerannt kam. Der Wind huschte nur so durch aller Felle, die kleine schüttelte sich. Als wolle sie die Kälte abschütteln. Doch gelang es voll und ganz nicht. Plötzlich erklang er ein dumpfer, nicht wirklich lauter Knall.

(Was war das ?)

schoss es der kleinen Fee durch den Kopf.

( ... das war doch nicht etwa ...)

... mit einem mal drehte Chepi sich um und starrte hoch. Der Alpharüde stand nichtmehr dort. Sprang er ? War das eben sein Körper der wohlmöglich irgendwo aufknallte ? Grausame Vorstellung. Chepi zuckte zusammen. Ihr ganzer Körper zuckte. Nicht weil etwas mit ihr war, sondern weil sie wieder diesen Knall hörte. Langsam setzte sie Pfote vor Pfote, begann zu rennen , hin zu dem Berg. Chepi musste wissen was passiert war. Als sie ein Stück den Berg raufging, überkam sie Unsicherheit und das Gefühl, Hochverrat begangen zu haben. Wie im Flug umdrehend, kehrte sie um.

(Wenn dort oben keiner mehr ist, muss er ja gesprungen sein. Man darf keine Zeit verlieren. Ich ... oder eher WIR brauchen einen schnellen Weg nach unten. Vielleicht hat er das ganze überlebt!)

schrie sie in sich rein. Hätte die Kleine gesprochen, klänge es doch eher nach schreien nicht nach sprechen. Doch wer war schon in ihrer nähe ? Niemand bekanntes.

" Wir ... Er ... Berg ...Wir .."

brachte sie höchstens raus. Vor Chepi das Bild von Zentar. Der Berg. Der Sprung, nein ein Sturz. Schuld. Schuld ! Das war es. Die Schuldgefühle überkamen Chepi, doch musste sie stark sein. Sie mussten den anderen hier etwas beweisen. Schnell lief die kleine Fähe hin und her, deutete immer wieder auf einen möglichen Weg, den sie einschlagen könnten, falls er
noch lebte. Falls man auf die Kleine hören würde.


[Letzter Blick nach hinten - Erklärungsversuche (Gedanken) - Versucht den Berg zu erklimmen - geht wieder runter - versucht zu sprechen - denkt an Zentar]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Jan 27, 2010 1:47 pm

Raayu hatte Givaan fixiert, die Augen keinen Millimeter von ihm gewendet. Giv sagte nichts, doch das musste er auch nicht wirklich. Schon hatte Raayu ihn verstanden. Das Band würde reißen, Raayu konnte schon lange nicht mehr der Wolf sein, der Winona einmal geliebt hatte. Lieben... EIn Gefühl. Kein Gefühl. Raayus Fell wurde vom Winde zerzaust und obwohl es ihn vor der Kälte schützen sollte, schlotterte der Körper des Hünen und seine Augen waren zu winzigen Schlitzen zusammengekniffen. Der WInd heulte, es war ganz anders als damals. Seine gedanken schweiften zurück an den Moment in seinem Leben, als er in das eisige Wasser des Sees gewatet war. Er hatte sich erlösen wollen. Dort war alles still und friedlich gewesen. Friedlich und wie für ihn gemacht. Das Wasser hatte seine äußere Hülle der inneren angepasst. Eiskalt.
Damals hatte Givaan ihn des Todes bewahrt und ihn wieder auferstehen lassen. Und damals hatte Raayu sich ein versprechen gegeben.

"Meine Aufgabe ist es, Givaan mit Leib und Seele zu beschtzen. Ich werde auf Ewig an seiner Seite zu verweilen. Weder Tod noch leben kann dies beenden. Diese Aufgabe habe ich mir erteilt, um einen Grund zu haben, am leben zu bleiben. Stehen zu bleiben und stark zu sein. Ich mache meine Worte wahr, Givaan, darauf kannst du zählen!"

Er dachte diesen Gedanken zuende, als sein geliebter Alpha an den Abgrund trat und dann, einfach fiel. Raayu hatte es gewusst, doch trotzdem traf es ihn wie ein Blitzschlag. Sein einziger Freund stand nunmehr neben ihm. Raayu legte den Kopf in den Nacken. Sollte Zanba und das Rudel überlebt haben, so würden sie dies hören. Zitternd bebte seine Stimme, die Ohren an den Kopf gelegt und den Fang nur leicht geöffnet. Sein Gesichtsausdruck brachte das leid zutage, er zeigte seine Gefühle, nun wo er so alleine war. Tief und langgezogen war seine kehlige Stimme, als sie sich den Weg von seinen schmerzenden Lungen hinauf durch die röchelnde kehle bahnte. Der Wind trug sie weit und solange Givaan noch nicht am Boden angekommen war würde auch er, den letzten gesang seines nun ehemaligen Beta Beschützer vernehmen. Hätte er weinen können, so hätte wohl niemand die Tränenströme aufhalten können und selbst seine Augen konnten nicht mehr Kalt sein.

Givaan war tot und das letzte Band zerrissen.

Raayu fühlte, wie er jeden Moment zusammenbrechen würde, also drehte er sich vom Abgrund ab und lief langsam Bergabwärtes. Doch nach einigen metern blieb der Schwarze stehen und machte wiederum kehrt. Nun trennten ihn vielleicht gute 5 Meter von der Tiefe, die schon Givaan verschluckt hatte. Raayus Lungen pumpten und dann spannte er wie auf Knopfdruck alle Muskeln an und raste die 5 meter wieder hinauf. Kurz vorm Ende des Berges griffen seine Hinterläufe weit über die Vorderläufe und mit einem heftigen, schmerzenden Schub, katapultierte sich der Rüde über den Abgrund hinaus.
Er konnte fliegen.
Zumindest für einen Augenblick. Dann ging es steil bergab und der Wind legte ihm sein Fell an den Körper um ihn so noch schnittiger zu gestalten. Raayus Augen waren weit aufgerissen, doch shene konnte er nicht viel. Tränenflüssigkeit stoben aus seinen Liedern, da die enorme Geschwindigkeit an ihnen zerrte, außerdem drehte sich der Rüde wie ein Blatt im Winde. Nun war er frei. Dieser Tod war zwar härter, doch auch geiler, als ertrinken im See. Wie verzweifelt oder wie treu musste der Rüde schon sein um seinem Alpha hinterherzuspringen. DOch er hatte dich dieses eine Versoprechen gegeben und dieses würde ihm auch keiner nehmen.
Seine Schulter krachte gegen einen Felsbrochen, an dem er aber abschellte und weiter nach unten fiel. Ein Zeitgefühl hatte er nicht, auch denken konnte er nicht. Nun ruderte der Rüde durch die Luft und perlte wieder an einem Gesteinsbrocken ab. Dieser Sturz würde sein letzer sein. Blutschwaden fielen langsamer als er, so schien es, als hinterließe er eine rote Spur in der Luft. Unten wartete schon der leblose Leib Givaans. Nun schloss Raayu ruhig die Augen. Bekam das Zischen in den Ohren im Vordergrund mit, gleich würde er aufschlagen. ER erwartete Schmerzen.
Und er hatte recht.
Mit einem enormen Krach schlug der Wolf auf dem unnachgiebigen Boden auf, so stark, dass er nocheinmal in die Luft flog, um erneut zu landen. Doch Schmerzen spürte Raayu nur einen winzigen Augenblick, bevor seine Knochen barsten und er stumm in seiner Lache aus Blut liegen blieb.


[springt givaan hinterher / wird ohnmächtig / heult vorher noch]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Jan 28, 2010 10:07 am

Tessyra blickte zu Boden, als Jakara kam. Sie wurde hier nicht mehr gebraucht. Schnell entfernte die Betera Fähe sich und trottete wieder hinter Zanba her. Sie fühlte sich so verlassen. So einsam war ihr Herz. Wo war ihr Gefährte? War er ... tot?
Tess schauderte. Es tat so weh, daran zu denken. Sie blickte zu ihrer Alphera. Wie musste Zanba sich fühlen? Wahrscheinlich genauso wie Tess, vielleicht noch schlimmer. Abermals lief ein schaudern über Tess' graubraunes Fell. Wieso war Tujaro weg? Wieso gab es denn keine Antwort auf diese Frage? Warum hatte ihr geliebter Gefährte sie verlassen?
Sie hätte geweint, wenn sie könnte. Um all das, was verloren war. Insgeheim hoffte sie; nein, sie wusste, das die anderen noch lebten. Alle, außer Tujaro. Sie spürte, dass er weg war. Das er vielleicht nicht mehr wiederkommen würde.
Tess wimmerte leise, dann erstrab es. Ihre hübschen, braunen Augen waren leer, ausdruckslos und doch mit unglaublichen Kummer überschattet. Nochmals blickte sie zu Zan. Eigentlich war sie ja wie eine Art Mutter für die Betera Fähe. Sie hatte Tess aufgenommen, als sie noch jung war und den Schutz brauchte. Sie hatte die Fähe zur Betera gemacht.
Tess konnte garnicht zusammen fassen, wieviel Respekt sie für Zanba erwies.
Die graubraune Fähe schüttelte den leeren Kopf. Sie wollte ausruhen. Oder sterben. Was auch immer. Aber sie wollte den Kummer weghaben, den Schwerz, der ihr Herz umfasste wie eine eisige Klaue. Wie durch Watte hörte sie die Worte ihrer Alphera. Tessyra hatte garnicht gemerkt, wie sie angehalten hatte. Ihre Beine taten das, was auch die anderen Wölfe taten.

.oO(Wo seid ihr?)Oo.

Ihre Gedanken gingen zurück an den Tag, als sie Magai kennengelernt hatte und Tujaro zurückkam. Der vielleicht glücklichste Tag in ihrem Leben. Und jetzt war alles ausgelöscht. Wie weggefegt. Weil sie nicht mehr da waren? Wahrscheinlich.
Fern nahm sie den Geruch von kleinen Lebewesen wahr. Achja, sie sollten jagen, für Lucky. Tess selbst hatte keinen Hunger. Überhaupt keinen. Für sie fühlte sich alles leer an.
Nochmals gingen Zanbas Worte durch ihren Kopf. Ein Loch! Sie würdne hier rausfinden!

.oO(Vielleicht.)Oo.

Fügte sie noch in Gedanken hinzu. Sofort wishcte sie diese wieder weg. Wenn Lucky hier rauskäme ... dann ... dann, wäre vielleicht das halbe Rudel gerettet! Und sie könnten die anderen finden!

.oO(Wenn sie noch leben.)Oo.

Wieder wischte sie diesen - für sie absurden - Gedanken davon, stieß einen leichten Winsellaut aus und stakste herum. Ihre Pfoten fühlten sich so an, als würden sie gleich unter ihr nachgeben. Einmal aus Kummer, Schmerz und Hoffnung. Ein merkwürdiges Gemisch aus Gefühlen.


[Beim Rudel / voller Kummer]


Zuletzt von Tessyra am Di Feb 16, 2010 6:14 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jakara

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ALTER : 22
ORT : auf dem Weg zur Höhle

Charakterinformationen
Gesundheit:
65/100  (65/100)
Hunger/Durst:
60/100  (60/100)

BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Fr Jan 29, 2010 6:32 am

Das Rudel machte eine Pause. Jakara blieb einfach stehen, in einer Trance gefangen. Ganz plötzlich war sie gekommen. Dumpf klangen Zanbas Worte. Dumpf klangen alle Geräuche. Kara schüttelte den Kopf. Sie war am Ende. Sie hätte noch laufen können, bis sie die gesamte Erde erkundet hätte. Doch in ihre Seele drang ein Geist ein. Haluzinationen kamen. Black tauchte vor ihr auf. Wieder und wieder blinkten Lichter vor ihr auf, um sie im nächsten Augenblick mit der Dunkelheit allein zu lassen.
Lucky sollte durch ein Loch krabbeln... er sollte fressen... Zanba sprach...
Jakaras Kopf schwirrte. Nichts und alles war da und sie wusste nichts und alles. Plötzlich nahm die Fähe eine plötzliche bewegung am Rand der Höhle wahr. Sie schnappte danach. Es war eine kleine Maus. Abgemagert wie ihre Seele. Und doch noch etwas wert.
Die Geräuche kehrten zurück und Kara lebte wieder.

"Hier, Lucky! Friss und stärke dich!"

sagte sie und schob ihm die Maus hin.

"Immer noch besser als nichts, oder?"

fügte sie lächelnd hinzu.

(Er baut seine Kräfte wieder auf und du deine Seele, Kara... Lass dich nicht beeindrucken von dem, was hier geschieht...)

Kara sah zu den Kräutern, die sie, um die Maus zu fangen, hatte fallenlassen.

"Braucht jemand Hilfe?"

fragte sie mit lauter, fester Stimme.
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Sa Jan 30, 2010 8:06 am

Netis nickte nur. Zu sehr hoffte er das der kleine Lucky es schaffte. Dabei durfte er sich nicht verletzen. Netis schloss für einen kurzen Moment die Augen, ehe er sie wieder öffnete und einen von den Graupeln fing. Dann legte er die Graupel auf den Haufen den die anderen schon gebildet hatten. Netis setzte sich in eine dunkle Ecke und betrachtete die anderen Wölfe. Irgendwie sahen sie alle voller Hoffnung aus, auch er hatte Hoffnung. Sie würden die Höhle schon irgendwie wieder verlassen können, früher oder später würde ein anderer Wolf sie schon finden, das war Netis sicher. Nickend legte er sich hin. Sein kopf bettete er in seine Vorderpfoten ein und schloss wieder seine Augen, ehe er sie wieder öffnete und sich umschaute. Netis machte die Dunkelheit etwas Angst, er war es nicht gewöhnt, die Dunkelheit zuertragen. Sein Blick ruhte auf Zanba. Netis bewunderte sie, Zanba sah so friedlich und sorglos aus. Es schien als würde Zanba die Wahrheit verdrängen.

oO(Wie kriegt sie das hin? Ich versauere hier vor lauter langeweile und Angst.)Oo


Als jemand seine Stimmer erhob hebte er wieder seinen Kopf. Es war eine sehr große und kräftige Wölfin. Sie fragte ob jemand hilfe bräuchte, Netis überlegte ob er sich melden sollte. Er brauchte keine Hilfe, aber sie fragte ja ob jemand Hilfe bräuchte und dann würde Netis bloß wieder einen drauf bekommen denn er war nicht gefragt, deshalb hielt er lieber seinen Mund und schwieg.



[liegt und überlegt]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Sa Jan 30, 2010 9:57 am

Shenna rannte nochimmer den beiden rüden nach...als jene...plötzlich den berg hinunter sprangen...Verwirrt blieb sie stehen..rannte zu dem ort, wo eben noch die beiden riesen gestanden hatten. Und blickte hinunter...da lagen nun ihre körper...Shenna starrte in die tiefe ehe sie den berg hinnter lief...

Später
Shenna stand nun vor einem riesigen leib, muskelbepackt und blutverschmiert lag der wolf, komisch verrenkt vor ihr. Shenna legte den kopf schief. Er atmete noch, gnau so wie der andere. Sie prustete kurz dann stubste sie den Rüden vor ihr mehrmals ...nicht wirklich sanft an.

( Sieht die rüden springen/ geht zu den körpern)
( sorry aba i.wie is mir nichts gutes eingefallen XD
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Sa Jan 30, 2010 10:42 am

Chepi sah verzweifelt umher. Was nun ? Ein anderer Rüde sprang ebenfalls. Das alles wirkte komisch und ihr wurde plötzlich kalt. Der Wind durchstreifte das Fell der jungen Wölfin, doch interessierte sie das nicht sondern sah zu der Fähe,die eben noch hinter Chepi war. Schnell machte Chepi such auf dem Weg hinunter, runter den Berg. Der Gedanke an den Tod der Wölfe brachte sie innerlich zum kochen.

(Wäre ich nicht gekommen, hätte das Rudel vielleicht zusammen diesen Erdrutsch überlebt.)

doch verdrängte sie diesen Gedanken wieder, als sie unten war bei der anderen Wölfin. Kurz wurde sie von Chepi angesehen, doch dann wendete sie sich den beiden verletzen zu.

"Givaan .. und fremder Wolf ? Lebt ihr noch?"

brachte sie nur zitternd und nervös hervor. Doch schien zumindest Givaan zu atmen. Dann blickte sie die Fähe nochmal an, es war kein bösartiger aber ein etwas merkwürdiger Blick. Er war auchnicht böse gemeint,doch verstand Chepi nicht warum sie hierunter lief. Sie legte eine Pfote auf die Stelle an Givaans Körper, aus der Blut floss. Damit versuchte sie die Blutung zu stoppen.

"Bitte lauf und hol etwas mit dem du mir helfen kannst, fremde Wölfin. Ich flehe dich an. Hilf ihm!"

bettelte Chepi die andere Wölfin an.


(Blickt umher // Denkt // Läuft den Berg hinunter // Spricht zu ihnen // Versucht Givaan zu helfen // Spricht zu der Fähe )
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Feb 01, 2010 11:11 am

Lucky war seiner Mutter schweigend durch die Tunnel gefolgt. Bald würde er sein erstes Lebensjahr beendet haben und damit galt er noch als jung. Doch er war schon alt genug, um zu wissen, dass Worte in diesem Moment nicht weiterhalfen. Zudem würden seine Worte trocken sein, so wie der Staub, der aufwirbelte, wenn Lucky seine Pfoten absetzte. Es kam ihm vor, als habe sich der Staub auch auf sein Herz gelegt. Wer ihn kennt, weiß, dass er jene Art von Jungwolf ist, die ihre Neugierde und Lebenslust nicht verbergen, sondern jeden Moment auskosten, in dem frische Luft durch ihre Lungen gleitet. Er liebte es, herum zu springen, Spaß zu haben, einfach alles auszuprobieren, solange er es noch konnte. Er wusste, dass er bald alt sein würde und dass ihm spätestens dann jedes Gelenk schmerzen würde. Zwar hatte er noch nie einen solch alten Wolf gesehen, doch wusste er, dass jeder mal alt wird. Die Zeit ist nun mal ein Fluss, dessen Strömung kein Lebewesen aufhalten kann. Einer, der durch die Landschaft der Erinnerung fließt und überall seine Spuren hinterlässt.

Gerne hätte Lucky nun seinen blick zum Himmel erhoben, der die Antworten auf viele Fragen zu hüten schien, doch über ihm war nichts anderes als dieser öde bräunliche Ton. Endlich erreichte das Rudel eine Höhle, die sich in die Höhe erstreckte. Er folgte seiner Mutter zu der Pfütze und trank ein wenig aus der winzigen Pfütze. Das kühle Nass floss seinen Hals herunter und wusch etwas von dem vielen Staub hinunter, den der Jungwolf bereits eingeatmet hatte. Aber es half ihm, um die eigenen Beine wieder zu spüren. Jedenfalls mehr als zuvor. Und das genügte schon, um wieder einige, wenn auch zaghafte, Sprünge zu machen und dabei mit dem Schwanz hin und her zu wedeln. Als seine Mutter sprach hörte er gebannt zu. Nie hätte er erwartet, solch eine Aufgabe zugeteilt zu bekommen. Er sah hinüber zu seinem Bruder, Blizzard, er war derjenige, der das Rudel herausführen sollte. Er war der Stärkere und Größere von beiden und er war derjenige, der eines Tages das Rudel führen wird, und derjenige, auf den der Vater stolz war.

Winselnd zog Lucky den Kopf ein. Hatte er Angst? Ja. Aber wovor? Nein, er hatte keine Angst davor, sich durch das Loch zu zwängen, sondern eher davor, die letzte Hoffnung des Rudels zu sein, und derjenige, auf den das Rudel sich verließ. Ob er für so etwas schon bereit war? Er spürte einen eifersüchtigen Blick seines Bruders. Ja, Blizzard mochte es nicht wenn ein anderer als er im Mittelpunkt stand. Es kam Lucky vor, als wolle blizz so schnell wie möglich Givaans Posten einnehmen und in dessen Pfotenstapfen treten. Doch um diese zu füllen, müsste er sich noch ändern. Nicht nur vom körperlichen, sondern auch vom Charakter. So wie es Lucky schien, hatte Blizzard sich selbst noch nicht gefunden. Auch war Lucky derjenige, der als erstes etwas essen durfte, und im Gegenteil zum Rest des Rudels sein Futter nicht abgeben musste.

Als er selbst noch nichts gefangen hatte, brachte Jakara, die Heilerin des Rudels, ihm eine magere Maus. Aber so mager sie auch war, das bisschen Fleisch an ihren Knochen stärkte den Jungwolf. Doch schon bevor er sie gegessen hatte, hatte er sich stark genug gefühlt, durch das Loch zu krabbeln. Nur fühlte er sich nun sicherer. Nach einem letzten Kuss auf die Lefzen seiner Mutter und einem mutigen Zwinkern steckte er die Schnauze in das Loch. Er duckte sich, um hindurch zu passen. Nun wusste er, weshalb Zanba ihn ausgewählt hatte, und nicht Blizzard. Er war eindeutig der schmächtigere der beiden. Bis jetzt hatte Lucky diesen Vorteil seines Körpers nicht zu schätzen gewusst, doch nun war ihm klar, wie nützlich ihm dies war. Robbend bewegte er sich vorwärts. Es war weniger ein Loch, durch das er sich zwängte, sondern eher ein Riss, der auf gegraben wurde. Hier und da rissen ihm einige Fellbüschel aus, doch schon bald hatte er es geschafft, sich durch den Spalt zu zwängen. Die Wand war dick gewesen, doch irgendwer, der zuvor hier gelebt hatte, hatte dieses Loch genutzt, sowie auch den Rest des Tunnelsystems.

Auf der anderen Seite angekommen hustete Lucky. Er befand sich nun in einer Art Hohlraum. Der Tunnel, durch den er geschlüpft war, stieg aufwärts, und auch der Raum, in dem er sich befand, war der Boden alles andere als Eben. Außerdem war die Decke flach, doch nur bis zu einem bestimmten Punkt, dort ging sie beinahe senkrecht hinauf. An einigen Stellen waren Brocken abgefallen und boten eine Art Griff für Pfoten. Lucky konnte deutlich erkennen, dass vor ihnen schon einmal ein Wolf hier gelebt hatte. Er erinnerte sich an die alten Legenden, die ihm erzählt wurden. Es war also nichts außergewöhnliches, dass er auch die Duftmarken der Wölfe riechen konnte. Zwar waren sie nur sehr, sehr schwach, doch hier und da konnte seine Nase sie wahrnehmen. Er blickte an der steilen Wand hinauf. Von ganz oben schien ein Lichtschein hinunterzufallen, so schwach wie die Duftmarken der Wölfe, so schwach wie das Rudel, dass auf Luckys Bericht wartete.

Schnell hastete er zu dem Spalt zurück und gab mit einem kräftigen Heulen bescheid, was er gesehen hatte. Ob es dem Rudel weiterhelfen konnte? Oder nur eine Sackgasse war? Vielleicht hatten es die Wölfe, die einst hier gelebt haben, ja gar nicht bis nach oben hin geschafft, sondern sind vorher abgerutscht und zu Tode gestürzt? Das wusste er nicht, aber als Pessimist war er nicht geboren, und so glaubte er fest daran, dass das Rudel es dank dieser Entdeckung hier raus schaffen würde. Und auch wenn nicht, dann würde er den Wunsch nicht verlieren, seinem Vater endlich zu erzählen, was er vollbracht hat. Er sah das Bild schon vor sich, wie in Givaans sonst so kalten Augen der Stolz blitzt und er seinem Sohn einen großen Lob ausspricht.


[isst eine Maus / zwängt sich durch den Spalt / berichtet dem Rudel von seiner Entdeckung]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Feb 08, 2010 11:46 pm

Wohlige Schwärze umhüllte den Rüden, ließen ihn in sie eintauchen und vergessen, was es bedeutete, Schmerzen zu verspüren, seelische, wie körperliche. Die Augen waren geschlossen und auf den Lefzen des Grauen lag tatsächlich die Anspielung eines feinen Lächelns, doch es schien kaum Bestand zu haben. Immer weiter rutschte der Rüde in die immerwährende Tiefe, ohne sich dagegen zu wehren. Selbst sein geliebter Bruder war nichtig, schließlich hatte er den Tod gewählt. ZUvor zweifelte Chazaar an der Entschlusskraft seines Bruders, doch er dachte an den Vorfall, der ihrer beider Leben veränderte und musste einsehen, dass die Hoffnung, die er sich gemacht hatte, unbegründet war. Givaan würde springen und sein willenloser Sklave wahrscheinlich ebenso. Doch irgendetwas an diesem Gedanken stimmte nicht. Irgendetwas schien Fehl am Platz, doch so sehr Chaz sich auch anstrengte, der Fehler wollte ihm nicht einfallen. Lag es daran, dass er dachte, sein bruder sei unbesiegbar? Sein bruder sei nicht in der Lage, aus Liebe zu handeln und sich nun aus Liebe umbrachte? Lag es daran, dass er ein gesamtes Rudel zurück ließ, ohne auch nur ansatzweise darüber nachzudenken? Oder woran lag es sonst? Es lag daran, dass der Graue es nicht verstehen konnte, weshalb sein Bruder, einst selbst der Todesbote, sich umbringen sollte, wegen einer einzelnen Fähe. Langsam kehrte sein bewusstsein zurück, doch schmerzen tat sein Kopf dennoch. Leise stöhnend schlug er die Augen auf und hob matt seinen Kopf. Erschöpft ließ er diesen jedoch gleich wieder zurück gleiten. Konnte ein Bruder die Schmerzen seines Bruders spüren? Chazaar bezweifelte es, allein aus Verstand und Vernunft heraus, doch es fühlte sich beinahe so an. Doch schlagartig war er wieder klar bei Verstand. Ihm war ein fremder Geruch in die Nase gestiegen und er wusste, dass Momala verletzt war. An den Grund konnte er sich nicht mehr erinnern, doch er meinte, den schwachen Duft Magai´s auszumachen. Sie waren also - den Fremden hinzugerechnet - vier Wölfe. Ein schwacher Trost und dennoch etwas, was den Rüden neue Kraft verlieh. Wenn er schon seinen Bruder nicht "erretten" konnte, dann wenigstens einen kleinen Teil des Rudels. Er stand leicht schwankend auf, nieste und schüttelte gleich darauf seinen Pelz aus. Der bernsteinfarbene, misstrauische Blick fiel auf die graue Fähe und seine Augen verengten sich leicht, als er ihre sprachlose Miene sah.

"Seid gegrüßt, Fremde. Sagt, seid Ihr auf der Suche nach einem Rudel oder lediglich auf Reisen?"

Eine elementäre Frage, doch langsam konnte sich der Graue dem Gefühl nicht erwehren, als wäre dies die vollkommen falsche Frage. Nicht, weil hinter ihm ein verletzter Rüde lag und er erst einmal einen kleinen Plausch halten musste. Sondern eher, weil es kein Rudel mehr gab. Givaan hatte sich umgebracht, Zanba war höchstwahrscheinlich tot und die Teile des Rudels waren in alle Himmelsrichtungen versprengt. Es wurde Zeit, dass Chazaar erwachsen wurde und Verantwortung übernahm. Nun würde er selbst die zwei Fähen und den verletzen Rüden führen müssen. Das Gefühl, seinem Bruder den Rang streitig gemacht zu haben verstärkte sich nur weiter, doch er war machtlos dagegen. Fragend blickten seine bernsteinfarbenen Augen in die der Fähe, regungslos und ausdruckslos. Was hielt ihn noch, außer diesem kümmerlichen Rest des Rudels? Eigentlich nichts mehr. Sollte die Fähe vor ihnen den Einfall haben, dieses Rudel zu übernehmen, würde er Gegenwehr leisten, doch viel Kraft wäre ohnehin nicht mehr dahinter. Seufzend blickte Chazar zurück zu Momala und Magai, dann kehrte sein entschlossen wirkender Blick wieder zu Kimni.



[erwacht - erinnert sich - bemerkt Kimni - fällt einen Entschluss - richtet das Wort an Kimni]
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Kapitel 4 - Pfad ins Unglück

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