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 Kapitel 4 - Pfad ins Unglück

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Zanba

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   So Feb 14, 2010 9:56 am

Zanba freute es, dass das Rudel trotz der hoffnungslosen Situation noch immer den Worten der Leitwölfin glaubte. Obwohl, ganz hoffnungslos war es nun nicht mehr. Sie fürchtete sich um ihren Welpen. Wer konnte ahnen, was sie auf der anderen Seite erwarten würde? Vielleicht ein Schwarm von Aasgeiern, die sich über den Jungwolf hermachen? Oder Berglöwen? Von den sandfarbenen Leisetretern hatte Zan bereits gehört. Doch gesehen hatte sie diese nie. Bergziegen, Murmeltiere und andere Bewohner der Gebirge waren ihr bereits begegnet. Doch die Berglöwen, die sich ungern unten im Wald oder im Grasland aufhielten, hatte man ihr immer vorbehalten. Wie also sollte sie wissen, wie sie ihren Sohn vor ihnen schützen sollte? Zu unerfahren war er, als dass er ein ganzes Rudel von Leisetretern hätte verjagen können.

Man kennt Zanba als eine Optimistin, doch der Gedanke daran, Givaan für immer verloren zu machen, zeigte eine andere Seite. Ihr Blick war getrübt, die Augen leer und die Schnauze zu Boden geneigt. Die letzte Hoffnung, die ihr blieb, alles, woran sie nun noch glauben konnte, war ihr Sohn. Lucky. Der, den sie vor den Fängen des eigenen Vaters hatte schützen müssen. Der Kleinste, Jüngste und Schmächtigste des Wurfes. Der, der die Balgereien unter den Welpen meist verloren hatte. Es waren allein diese Gedanken, die den Pessimismus zeugten. Zan glaubte zu wenig an Lucky. Ihr Bild von ihm zeigte einen schmächtigen Jungwolf, einen Graupelzchenjäger. Einen Verlierer. Aber solch einer war er schon lange nicht mehr. Und nun war die Zeit gekommen, in der er beweisen konnte, was aus ihm geworden ist.

(Der Schwächere wird den Stärkeren besiegen)

Selbst war Zanba damals die schmale und schwächliche Fähe gewesen, doch hatte ihr Körper auch ihr so manche Vorteile verschafft, wie es nun bei Lucky war. Ihre Mutter hatte ihr diese Worte oft zugeflüstert, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Und nun stärkte es nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch ihre Hoffnung. In demselben Moment, indem sie an diese weisen Worte zurückdachte, erklang das Heulen ihren Sohnes, der Bericht erstattete. Zanba lauschte ihnen und dachte über sie nach. Ihre braunen Augen weiteten sich, ihre Lefzen hoben sich zu einem wölfischen Grinsen und die Schleier fielen von ihrem Blick. Es gab einen Ausgang. Einen, der das Rudel wieder zurück in die Freiheit brachte. Doch noch war dieser nicht erreicht. Vor ihnen lag die Wand, die zu durchdringen war. Und der Abhang, von dem Lucky gehört hatte.

(Ob das Rudel es in seiner Verfassung schaffen wird, ihn zu erklimmen?)

Am liebsten hätte die Leitwölfin aufgeheult vor Freude. Nicht länger wollte sie diesen negativen Wörtern lauschen, die ihr durch die Gedanken sausten. Nun wollte sie an das glauben, dass dem Rudel bevorstand. Und an den Triumph, der Teil dessen war. Sie trommelte ihre Wölfe erneut zusammen, die sich noch immer mit der Jagd beschäftigten. Auch sie schienen erschöpft zu sein, doch Zanba hielt den Glauben fest, dass auch ihre Augen bald wieder strahlen würden. Sie schüttelte sich den Staub aus dem Pelz. Nicht länger wollte sie ihn bei sich tragen und sich von ihm den Geruchssinn trüben lassen. Heulen konnte sie jedoch nicht, denn wer konnte ahnen, was die Wände des Tunnelsystems dazu sagen würden?

"Wölfe dieses Rudels, Kinder des Mondes! Lauscht meinen Worten! Schon bald wird Tageslicht wieder das sein, was unsere getrübten Augen wahrnehmen. Mein Sohn hat einen Ausweg gefunden! Alles, was wir nun noch tun müssen, ist, zu graben. Wir müssen den Spalt erweitern, damit jedes Rudelmitglied hindurch passt. Auf der anderen Seite erwartet uns ein Abhang, an dessen Ende sich der Ausgang dieser Höhlen befindet. Und der ist unser Ziel. Also, packen wir es an! Nicht länger wollen wir vom Dreck begraben sein, nicht länger sollen uns die Strahlen der Sonne verborgen sein! Folgt mir, meine Kinder!"

Ihre Stimme klang nun fest und entschieden. Sie sprang auf den Spalt zu, steckte die Schnauze hindurch und begann, mit dem Kopf leicht die Wände zu lockern, um den Spalt anschließend mit den Krallen zu erweitern. Wilde Entschlossenheit flammte durch ihren Körper und brachte ihn zum Erhitzen. Nun war sie sich ganz sicher, dass sie Givaan bald wieder bei sich haben könnte. Es dauerte nicht mehr lange, dann könnte sie ihren Gefährten endlich wieder sehen. Nein, es würde nicht mehr lange dauern. Doch wer konnte versichern, dass dies keine Täuschung oder purer Optimismus war?


[gibt dem Rudel den Befehl, zu graben / in den Höhlen]

_______________

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♥️ Givaan ♥️

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Jakara

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Feb 15, 2010 8:42 am

Lucky hatte sich nun durch den Spalt geschoben, un Jakara wartete gespannt auf die Rückkehr des Jungwolfes. Erinnerungen lebten in ihr auf, die Gedanken von früher, als sie noch auf der Flucht war, mit ihrer Mutter unnd Black.

(Wer hätte gedacht, dass all dies eines Tages vorbei sein wird und ich nun in einem Rudel bin... Mutter hat nie Gutes vom Rudelleben erzählt, aber ich bin dafür geschaffen worden.)

Black. Der Schwarze. Givaan. Dunkle Seelen. Kara wusste, sie hätten sich verstanden.

(Wo bist du, Black?)

Doch ihr Bruder war anders als der Alpha der Chilren of the Moon. Er hatte Demut gelernt, hatte seine schwarze Seele wie eine Maske aufgesetzt und wieder abgelegt.
Kara dachte wiederwillig an damals, schon einige Zeit her, als sie Givaan angefallen hatte wie ein Junges seinen Vater. Wie eine Verrückte. Sie hatte den Verstand verloren, für eine kurze Zeit.

(Wie Mutter. Sie sagte, wenn sie Vater lange ansah, hat sie auch den Verstand verloren. Weswegen auch immer.)

Viel war nicht mehr übrig von Karas Erinnerung an diesen Vorfall in dem Rudel. Doch dann hatte sie sich in Chaz verliebt.

(Anfangs sah es gut aus. Aber ich verstehe ihn. Wer weiß, was eines Tages wird...)

Jakara hatte so über Vergangenes nachgegrübelt, während Lucky durch das Loch gestiegen war. Jetzt kehrte er zurück, und Kara lauschte aufmerksam seinem bericht. Als Zan den Befehl erteilte, zu graben, fakelte die Fähe nicht lange und half schnell der Alphera. Sie räumte die runterfallende Erde zur Seite und stieß mit dem Kopf gegen die relativ dünne Wand. Bald würde sie durch sein.


[denkt über ihre Vergangenheit nach-hört Lucky zu-befolgt Zans Befehl und hilft ihr]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Feb 15, 2010 12:11 pm

Chepis Augen wanderten hin und her. Ihr Herz schlug wie wild. Dann nahm sie ihre Pfoten weg. Alle 4 mit Blutbedeckt. Blutrot. Nichtnur ihre Pfoten, nein, alles um die beiden Wölfe herum. Aber auch die fremde Wölfin. Auch um diese herum war das Blut. Doch momentan völlig unnütz. Der Tod ist etwas schmerzliches, doch was, wenn man jemand davor bewahren kann?
Erneut umspielte der Wind das Fell der Fähe. Sie rannte umher, nicht wirklich rannte sie. Doch Chepi war sehr nervös.

' Was tun? '

Darauf hgab es für sie, zumindest in dem moment keine Antwort. Hilfebedürftig heulte sie, sie heulte nach anderen aus dem Rudel. Irgendwer musste doch in der Nähe sein. Oder vielleicht, hörte ja irgendwer das Heulen, derer, die in der Höhle verschüttet wurden.
Vor lauter Angst versuchte sie, den anderen Rüden zu Givaan zu bringen um sich um beide gleichzeitig sorgen zu können. Die andere hatte sie schon lange nichtmehr beachtet. Doch es gelang ihr nicht. Dennoch, beide atmeten noch. Auch wenn es Flach war, sie lebten. Sanft sprach die Fähe zu den Rüden.

" Bitte , lebt. Ihr beiden. Das Rudel brauch euch. Grade euch. Givaan, es tut mir Leid wenn ich dich so angefallen hab. Aber spätestens jetzt müsstest du doch merken das ich euch gegenüber kein Feind bin. Selbst, wenn du das jetzt nicht wirklich hörst. Denk doch nur dran, der rest DEINES Rudels ist jetzt woanders, nein, nicht jene die fest stecken, sondern die, die jetzt nicht bei dir sind. Sondern woanders und sich nichts böses denken. Du musst Leben. IHR müsst Leben ! Nicht für mich, für euch selbst. "

Die Fähe stoppte. Anscheinend hatte sie wieder übertrieben. Ja, wahnsinnig wurde sie. Als ob irgendwas in ihrem Gehirn nicht funktionieren würde, oder wollte.
Was sollte man jetzt schon machen? Auf Hilfe warten konnte man bis die beiden sterben würden.


[nervös | läuft umher | heult | spricht zu den beiden | denkt, das sie verrückt ist | stoppte vor den beiden ]
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Givaan

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Di Feb 16, 2010 8:31 am

Langsam und lautlos schlugen die mächtigen Schwingen auf und ab, schwangen den ebenso kräftigen wie zugleich auch eleganten Leib in die Lüfte. Ein dunkler, wissender Schrei entrang sich der Kehle des Adlers, welcher mit ausgespreizten Flügeln über den strahlend blauen Himmel glitt. Freiheit. Endlose Freiheit spiegelte sich in seinen scharfen Augen wieder, der Wind blies sanft in das schwarze Federkleid des Vogels und strich sanft über dessen langen Körper. Ein sonderbares Gefühl durchströmte ihn, ließ ihn höher emporsteigen, der Sonne entgegen streben und stets immer höher gleiten. Niemand sollte vor ihm in jener luftigen Höhe sein, niemand sollte vor ihm die gewaltige Macht der unbeschreibbaren Freiheit verspüren. Immer dünner wurde die Luft, ließ seine Lungen nach mehr Sauerstoff verlangen, doch mit jedem Flügelschlag spürte das wilde Tier das endlose Verlangen, endlich jenen Gipfel zu erreichen, den er sich selbst auserkoren hatte. Die Stille war allumfassend, selbst die Geräusche seiner auf und abschlagenden Flügel schienen gänzlich verstummt. Nichts als ruhiges Schweigen umgab ihn, hüllte ihn ein und trug ihn immer höher, weiter hinauf, bis in die Wipfel der Welt. Hier, wo das Denken endete und lediglich die Fantasie die Leere auszufüllen vermochte, spreizte er seine mächtigen Schwingen ein weiteres Mal aus und ließ sich treiben, vom Winde wehen. Und er dachte an nichts.

Dunkelheit umgab ihn und doch verspürte er nicht jene Angst, die ein Wesen seiner Art hätte verspüren sollen. Eine Art innerer Frieden hatte sich in ihm ausgebreitet, flutete in sanften Wellen über sein Bewusstsein und ließ ihn vergessen. Alles vergessen, was zu vergessen galt und doch nicht gänzlich verdrängen. Einzelne Lichtpunkte flackerten auf, durchbrachen die Dunkelheit und ließen ihn geblendet den Kopf abwendten. Lange schon lebte er in jener dunklen Einsamkeit, genoss sie und ging gänzlich in ihr auf. Was nur war dies für ein sonderbares Gefühl, welches sich seiner ermächtigte und ihn närrischerweise glauben ließ, er sei erlöst? Dass dem nicht so war und nie so sein würde, machte ihm eine ungewöhnlich starke Macht bewusst. Vor Schmerzen krümmte sich sein eingefallener Leib, die eingesunkenen Augen quollen aus den Höhlen hervor und Blut troff aus seinem Maul, als er röchelnd nach Luft schnappte. Die Lichtpunkte näherten sich ihm und je dichter sie kamen, umso intensiver schien das unbeschreibliche Gefühl des Schmerzes zu werden. Immer mehr von der vertrauten Dunkelheit wurde verdrängt und mit sich genommen, je dichter die Lichtpunkte heran glitten und verstärkten seine Schmerzen nur. Doch plötzlich verlor er die eigens erhobene Kontrolle über diesen Leib, fuhr aus ihm heraus und starrte auf jene verkrümmte Gestalt. Ein schemenhafter Umriss krümmte und wehrte sich gegen die gleißend helle Macht, welche nun kaum noch einen Meter von ihm entfernt verharrte. Langsam bildete der Schemen des Lichtes eine Form, verfestigte sich und ließ ihn erkennen, um was es sich handelte. Voller Entsetzen wollte er wieder in seinen Körper fahren, Kontrolle erhalten und zurückgewinnen, die Gewalt über die eigenen Taten wieder herstellen. Doch nichts dergleichen geschah und die unerträglichen Schmerzen blieben. Es schien beinahe, als quälte das Licht ihn absichtlich, ließ ihn Schmerz und Pein erleiden, als würde eine bösartigere Macht als er eine dargestellt hatte willkürlich seine Knochen aushöhlen und sich an seinem Leid ergötzen. Stöhnend sah er seinen Körper, welcher sich wand und um Gnade flehte. Doch immer tiefer ging der Schmerz, ließ ihn schier wahnsinnig werden, bis er endlich in wohltuender Finsternis versank ...


Regungslos lag der blutüberströmte Körper des nachtschwarzen Rüden inmitten der eigenen Blutlache. Der Brustkorb hob und senkte sich flach und kaum mehr nennenswert und doch bestand noch ein letzer Funken Lebenswille. Wenn er auch noch so gering gehalten war, er bestand und allein diese Tatsache schien es dem Geiste des Rüden wert, sich ein letzes Mal zu erheben. Doch der geschundene Körper regte sich nicht, selbst nicht, als Chepi ihre Pfoten von seinen unzähligen Wunden zurück zog und der brennende Schmerz endlich nachließ. Die sonst so stechend drein blickenden, eiskalten Augen blieben verborgen, die Lider geschlossen und kein Muskel unter dem mitgenommen aussehendem Fell zuckte mehr. Die Atmung stockte und es wirkte für einen kurzen Moment, als habe Gevatter Tod sich endlich seinen Preis geholt. Doch noch herrschte ein letzer Rest Stolz in diesem Körper und solange dieser nicht erloschen war, solande das glutvolle Feuer seines Herzens nicht gänzlich erloschen war, solange würde er kämpfen.

Nur mäßig kehrte das Bewusstsein zurück und doch sprachen keinerlei Anzeichen dafür, dass dem so war. Man hätte getrost meinen können, Givaan sei nun der Asche seiner Familie zugetan worden, doch ein schwaches Klopfen des Herzens ließ sich noch vernehmen. Doch mit jedem Schlag, den es tätigte wurde es kräftiger, lebendiger und kühner. Mit jedem zaghaften Schlag folgte ein weiterer, bereits ein klein wenig mutigerer Schlag und bald schon klopfte das Herz des Schwarzen ungewöhnlich heftig gegen seinen Brustkorb. Die dünne Luft setzte ihm zu, doch langsam kehrte das Bewusstsein des Rüden zurück. Doch mit diesem kehrten unerträgliche Kopf- und Leibesschmerzen ein, welche sich durch seinen gesamten Körper zu ziehen schienen, oberflächlich wie auch tiefgründiger. Langsam und stockend setzte die Atmung wieder ein, mühsam rang die zuckenden Nasenflügel um jeden Atemzug, doch ebenso wie zuvor der Herzschlag wurde auch seine Atmung gleichmäßiger. Staub drang in seine Nase und es kam der geschundenen Seele vor als drängen tausend kleiner Nadeln in seine Nase ein und drängten tiefer in seine Luftwege. Hustend lag er auf der Seite, spuckte Blut und spürte wie sich Herzschlag und Atmung nur langsam wieder einpegelten.
Ebenso langsam wie zuvor Herzschlag und Atmung eingesetzt hatten, setzten auch wieder die Sinne des Riesen ein. Sanfter Wind wehte um seine Nase, griff liebkosend in seinen Pelz und ließ ihn erneut an den Traum der Freiheit denken. Seine Ohren zuckten kurz, als sie vereinzelte, kaum merkliche Geräusche dicht über oder aber auch unter dem Erdboden aufnahmen und ein dumpfes Summen breitete sich in seinem Kopf aus. Wider aller Erwartungen tilgte dieses Summen den dröhnenden Kopfschmerz in keinster Weise, schien ihn eher noch zu verstärken und doch war Givaan diese Tatsache mehr als Willkommen. So schmerzhaft und unangenehm all diese Empfindungen auch waren, sie bewiesen ihm lediglich, dass man ihn noch nicht zu sich genommen hatte, dass er seinen letzen Atemzug noch aufsparen sollte. Diese Gewissheit verlieh ihm neue Kraft, doch machte der Rüde nicht den Fehler und handelte übereilt. Langsam sog er nochmals die dünne Luft in seine Lungen, genoss das Gefühl der Befreiung und stockte. Wenngleich er nicht in der Position gewesen wäre, um einen Angriff zu starten, zogen sich seine Lefzen leicht zurück und entblößten die noch teilweise blutbespritzen Zähne. Fremde Gerüche kitzelten seine Nase und langsam glitten die Augenlider zurück und entblößten zwei glühende, gelbe Augen, die sich kampfbereit und entgegen aller Vernunft auf die zwei Wölfe hefteten. Der Geruch von Blut lag in der Luft und nun benebelte ihm dieser Sinneseindruck gänzlich die Nase, ließ ihn keinen klaren Gedanken mehr fassen. Dunkel lag sein Knurren in der unbewegten Luft, der harte Ausdruck seiner Augen schien sich weiter zu verstärken und unter Schmerzen, die Givaan unerwähnt bleiben ließ, stemmte er sich empor. Blut troff langsam aus seinen Wunden, kurz zuckte der Rüde zusammen, als er seinen Brustkorb in aller Deutlichkeit spürte und doch hatte er etwas gefährliches und stolzes an sich. Eiskalt und so wie in früherer zeit glitt sein Blick über eine zierliche, graugefärbte Fähe und eine größere, schwarzgefärbte Fähe. Wie auch früher lag in seinem Blick die kalte Arroganz, das Wissen um die Macht, die er bald besitzen würde und das Wissen über seine körperliche Kraft, wenn diese auch stark angegriffen war. Wollte er doch einen stolzen EIndruck hinterlassen, richtete er sich weiter auf, präsentierte sich in seiner gewaltigen Größe und fletschte seine Zähne. Schmerz wallte in unregelmäßigen Wellen über seinen Körper, doch nutze der Schwarze dies bald für sich aus. Er erinnerte sich schwach an eine zierliche und langbeinige Fähe, deren Fell eine Art Bronzeton besaß. Oder war es Braun? Ärgerlich schüttelte er seinen Kopf und sah sich nach ihr um. Sie war verschwunden und mit ihr seine gesamten Erinnerungen wie es schien. Doch nun war es gleich, diese beiden Fähen würden die ersten Mitglieder seines Rudels darstellen.
Mit drohendem Blick hob er seinen Kopf unter einigen gewichtigen Schmerzen an, hielt inne, um nach Luft zu haschen und ließ sein dunkles, leicht lädiert klingendes Heulen ertönen, welches über die Bergspitzen tanzte und sich in diesen verfing. Nun wüsste jeder von dem Dämon, der diese unwirtliche Gegend besetzt hatte, zumindest für diesen Moment. Ein dämonisches und zutiefst beunruhigendes Lächeln, welches kälter war als das arktische Eis glitt über seine Züge und nichts, weder in seinem Blick, noch in seinem Gesicht, zeugte von Wärme und Fröhlichkeit. Es war die Maske eines erkalteten Wesens. Er war zurückgekehrt und würde sein Unwesen trieben.

"Wer seid ihr?"

bellte er mit rauer, befehsgewohnter Stimme. Sein BLick glitt sowohl über Chei, die ihm ebenso unbekannt war wie Shenna, dann glitt der gelbglühende Blick zu ihr weiter. Den anscheinend toten Kadaver ließ er außer Acht, wenngleich Givaan das Gefühl nicht abschütteln konnte, dass dieser Rüde keineswegs tot war. Doch dies war nun nebensächlich und der eiskalte Blick des Schwarzen bohrte sich tief in die Seelen ihm gegenüber. Ja, er war wahrlich zurück gekehrt und je weiter diese fremde Fähe war, umso größer würde sein eigenes Rudel sein. Triumpfgefühl überdeckte jegliches Schmerzempfinden und das BLut bahnte sich weiter seinen Weg aus den Wunden, floss das Fell hinab und sammelte sich zwischen den Pfoten des Rüden. Dieser jedoch liebte den Geruch des Blutes, selbst wenn es das eigene war. Dämon.


[Erwacht - erinnert sich an kaum etwas - bemerkt Shenna l Chepi ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

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Zanba
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Di Feb 16, 2010 9:13 am

Noch immer, in einer Art Trance blickte Chepi zu dem Rüden. Wahrhaftig, sein Geist ward zurück gekehrt und das Leben hauchte ein. Möge dies lange halten. Dennoch, die Ungewissheit blieb. Es war, als hatte sich nichts verändert. Er war immernoch Givaan, sein Eiskalter, Mordlustiger und teilweise monströser Blick durchbohrte die Fähe wie sonst was. Allerdings schien es als wäre er ersteinmal nicht darauf hinaus die beiden Fähen, Shenna und Chepi, zu töten. Ganz im Gegenteil, als wolle er ein neues Rudel gründen. Aber was sollte aus Zanba und dem Rest werden? Es konnte ja nicht sein das er das alles vergessen hatte. Oder doch ? Vielleicht war er ja wahnsinniger als Chepi selber und wollte sich nicht erinnern. Es war ein kalter Wind, der den Körper von Chepi umhüllte und sie frieren lies. Als wolle er sie einfrieren so das sie nie gehen könnte. Vorsichtig sog Chepi die klare Luft ein, klar konnte man es nicht wirklich nennen. Der Blutgeruch lag in der Luft. Und nichtnur in der Luft lag er, das ganze Blut konnte man auch über den Boden verteilt sehen. Soetwas hatte sie nochnie mit angesehen. Dann wandt sie sich wieder an den Alpha Rüden und seine Frage. In dem Falle, er hatte wirklich vergessen was geschehen war, mochte sie ihn aufklären.

Mein Name ist Chepi. Weißt du noch was passiert ist?

fragte sie mit sanfter Stimme. Egal ob der Rüde zueben noch unfreundlich geklungen haben mochte. Wo man helfen konnte sollte man auch helfen. Vorsichtig versuchte sie , zumindest eine, der Blutungen zu stoppen und hielt kurz ihre Pfote dagegen. Doch das Fell der Wölfin lief nurnochmehr Rot an. Blutrot. Und immernochnicht wusste sie, was zu tun war. Ihr zuvoriges Heulen hatte nichts gebracht. Waren die anderen doch zuweit weg ? Oder waren sie gar mit einer anderen Sache beschäftigt? Was auch immer das sein mochte, es gab keine Erklärung dafür. Weder Antwort noch Erklärung, nichtmal war diese Frage richtig formuliert gewesen. Was immer auch war, Chepi hatte es gemeistert, so würde es auch dieses mal ausgehen, oder nicht?
Langsam war die Fähe sich wieder im klaren, es war eine ausdruckslosigkeit die sich eben über ihren gesamten Körper gelegt hatte. Doch nun wirkte ihr Blick aufmerksam und besorgt. Es kommt nicht drauf wer wo ist, sondern wer wie ist. Zumindest ginge es um Verletzungen würde das zählen.


[wie in Trance | denkt über Givaans Verhalten nach | Spricht zu ihm ]
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Raven

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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi Feb 17, 2010 7:22 am

Der letzte Beitrag Momala's

Immer wieder geschah es, dass der Polarwolf Blut erbrach. Die Lähmungen waren nciht besser geworden, im Gegenteil, immer heftigere Schmerzen durchzuckten seine Läufe. Die Fähe lag immer noch dicht an dem Leib des Rüdens. Der Drang nach Nahrung und Wasser vermehrten sich mit jeder quallvollen Minute, die er hier auf dem Platz bei Magai, Chazaar und einer grauen fremden Fähe litt. Sie waren nur noch verschwommene Körper um hin herum, wenigstens hatten sie noch eine Seele, eine Zukunft und Hoffnung. Alle der hier Anwesenden waren nicht sichtlich verletzt, nur er spielte den Kampf mit dem Tod. Denn als einzigster hatte er es verdient. Er war schon immer schlecht gewesen, hatte nie ein leichtes Spiel in seinem ganzen verdammten Leben. Alle hatten noch Hoffnungen auf Glück...

Ein weiterer Schub frischen Blutes quoll aus dem verschmierten Maul des Rüden. Die Hilfestellung der freundlichen Fähe neben ihm, dass sie ihm das Fell leckte, nützte in diesen Augenblicken wenig, das Blut lief unaufhaltsam.
Plötzlich wurde alles um ihn herum ruhig. Friede und Glück umspülten Geist und Seele. Ihm wurde warm, es war ein schönes Gefühl, er entspannte die gelähmten Glieder. Die vorher schmerzenden Läufe waren offentsichtlich geheilt, sie hingen schmerzlos an seinem Körper. Das warme, wohlige Gefühl wurde von kaltem Hass seiner selbst abgelöst. Wieder wurde er von Schmerzen heimgesucht. Sie durchzuckten abermals Läufe und Glieder.

Das Licht ging aus.

Er sah die Fähe neben sich nicht mehr, die sich sichtlich Sorgen um ihn machte. Er sah Givaan's Bruder Chazaar nicht mehr, der Bruder seines Leitwolfes, welcher ihn im Rudel aufgenommen hatte. Er sah die kleine, graue Fähe nicht mehr, welche erst freudig, dann geschockt auf die Lichtung geplatzt war. Er sah nichts mehr. Schneidende Kälte durchfuhr den blutverschmierten Pelz des Polarwolfes, er versuchte, irgendwie die Kälte zu vertreiben, aber die Schwäche hinderte ihm am Bewegen und Knurren. Soweit war es mit ihm gekommen. Der Tod rüttelte an ihm, er versuchte sich die Seele zu holen.
Die dunkle Seele des weißen Rüden. Düfte, Geräusche und Raum waren weg.
Er spürte nichts mehr, nicht einmal die Kälte von vorhin, welche ihm eindringlich gemacht hatte, dass es aus war.

(Ich habe es nicht besser verdient.)

sagte er in Gedanken zu sich selbst. Das Versprechen von vorhin brach er mit diesem Gedanken. Hier, ohne Raum und Zeit, verloren im Nichts war er wieder wie früher. Die Schmerzen verebbten nun hoffentlich zum letzten Mal, das Fell war nun wieder makellos. Lichter erfüllten seine Gedanken, Erinnerungen kamen hoch. Erinnerungen an seine letzten Minuten, Erinnerungen an seine Gefährtin Seeryna, die er doch so geliebt hatte und welche er doch aber verletzt hatte. Er dachte an das Gespräch mit Tess, bevor sie aufgebrochen waren.
Er dachte an sich. Hass über seinen Körper, über seine Gedanken kamen hoch.
Er fauchte und wehrte sich gegen die Bilder, welche ihn jetzt verfolgten und welche ihm immer wieder gezeigt wurden. Hier fühlte sich alles leicht und locker an, hier konnte er wieder laufen und sein. Und er fragte sich nicht, wo er war.
Minuten, Stunden, Tage vergingen, bevor ihm klar wurde, warum er wieder wie früher war. Der Tod hatte ihn in seine alte Verfassung verschafft. Nun wollte er nicht seinen Körper, sondern schlussendlich seine Seele.

Helles Licht kam auf ihn zu, und Momala willigte mit dem schwarzen Herrscher ein. Die Seele verschwand, der blutverschmierte Körper blieb. Irgendwann wird er vergammeln, dann werden die Erinnerungen an ihn verloren sein. Für immer. Er hatte es geschafft, der Tod, er hatte eine weitere Seele. Für immer.
_________________________________________________

Magai hatte nicht mitbekommen wie Givaan und die anderen gegangen waren. Sie wusste nicht, was geschehen war, was die Wölfe taten oder was sie nicht taten. Sie konzentrierte sich voll und ganz auf den Rüden naben ihr. Er spuckte Blut, mehrere Male und einmal hatte er ihr sogar geantwortet. Momala hieß er, der Polarwolf der dem Tode Nahe war. Er sah furchtbar aus, auch das reinigen des weißen Fell nützte wenig bei der Menge Blut, die er von sich gab. Immer neue Schwalle des roten Saftes kamen aus dem Maul, immer wieder und wieder. Sie spürte immer noch unendliche Fürsorge, und sie hoffte, dass der andere Teil des Rudels kam, denn unter ihnen befand sich die Heilerin Jakara. Sie hätte ihm sicherlich helfen können. Mag konnte es nicht, denn sie hatte keinerlei Ahnung über das Heilen. Klarer Himmel. Sie schaute oftmals Hilfe hoffend in den Himmel um sich nicht allein zu fühlen. Doch baldig kam der graue Rüde Chazaar, vor dem sie damals so peinlich gestolpert war, welcher sich anfangs bedeckt hielt. Es dauerte auch nicht lange, bis eine kleine graue, eigenartig singende Fähe angelaufen kam. Sie platzte mitten in die Lichtung und sah erstmal geschockt aus. Sie fragte was passiert sei, doch Mag hatte keine Lust zu antworten. Sie konzentrierte sich voll und ganz auf das blutige Antlitz des Polarwolfes.

Er wird es nicht schaffen.

Trauer stieg in der silberhellen Fähe auf. Trauer um einen fremden Rüde, welchen sie nur durch einen dummen und schmerzhaften Zufall kennengelernt hatte. Ausdruckslos starrte sie auf das schlappe Bündel Fell. Sie selber hatte gesagt, dass sie den Rüden namens Momala niemlas aufgeben würde, egal wie schlecht es ihm ging. Sie tat alles, was in ihrer Macht stand, versuchte ihm zu helfen, immer besser und länger versuchte sie, ihn am Leben zu halten. Doch innerlich wusste sie selber nicht, was sie dazu sagen sollte. Versprechen soll man nicht brechen, aber wenn das Versprechen so nah am Scheitern liegt? Wenn man mit allen vereinten Kräften versucht, jemanden zu helfen, es aber nicht schafft? Soll man sich schuldig fühlen oder darüber wegschauen, nach dem Motto: Es war nicht meine Schuld? Was soll man in so einem Fall unternehmen? WAS?

Magai wurde nervös, als sie zusah, wie sich die Pupillen des Rüden weiteten und er mit panischem Blick...immer schwächer...und schwächer...und schwächer wurde. Sie stupste ihn an. Oft, immer wieder versuchte sie, ihn zu animieren, er sollte doch aufstehen, irgendetwas machen, einfach nur wieder...atmen! Sie sprang auf und grub ihre Schnauze unter den Leib des Rüden. Sie half ihm mit dieser Hilfestellung, dass er doch wieder aufstehen möge. Immer und immer wieder lief sie um ihn herum, in völliger Panik, und versuchte ihn zu reanimieren, egal wie. Doch es gelang ihr nicht. Erschöpft fiel sie zu Boden, es war zu schwer gewesen, zu hektisch und zu Nerven raubend, dem Rüden zu helfen. Doch sie wollte es nicht wahr haben. Nein, unmöglich konnte sie sich jetzt ausruhen! Doch irgendwann hatte die Erschöpfung gewonnen. Die Beine brachen ihr weg, und ihr wurde schwindelig. Sie sah zu Moma. Er lag steif neben ihr, zuckte sich nicht. Es war eindeutig.

Er war tot.

Er steht nie wieder auf. Atmet nie wieder. Zuckt nie wieder mit den Lefzen. Schaut nie wieder durch die klaren Augen. Empfindet nie wieder Glück. Nie wieder. Mag war wie erstarrt in ihrer Liegestellung. Sie schaute lange und eindringlich auf den leblosen Körper. Sie nahm den kleinen Kopf in den Nacken und heulte. Trauer klang in dem lauten Heulen, dem lautesten Ton, den Mag jemals von sich gegeben hatte, mit, es war ein eiskaltes, trauererfülltes Heulen.
Es klang weit über das Gebirge, welches sie umgab. Sie schaute Chazaar und die graue Fähe an. Sie hatten nichts getan. Nichts unternommen, als es noch Sinn gemacht hätte!

Knurrend verließ sie den Platz und legte sich in ein Gebüsch. Sie hoffte darin unsichtbar für die anderen zu sein, doch war ihr klar, dass früher oder später einer der anderen kommen würde. Oder sie hoffte, dass jemand kommen würde und sich ihrer annehmen würde. Der zweite Wolf, den sie hat sterben lassen. Wieder ein Rüde, welchen sie nur flüchtig kannte, wieder einmal hatte sie nichts unternommen. Nichts. Sie schloss die Augen...und versuchte die Bilder des sterbenden Rüdens aus dem Hirn zu bekommen. Doch es gelang ihr nicht.

[sieht Momala sterben - versucht ein letztes Mal zu helfen/ vergebens - geht vom Platz in ein Gebüsch ]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Feb 18, 2010 9:51 am

Auch wenn Njima nicht wusste, was als nächstes geschehen würde, verbarg sie keine Angst mehr. Sie wusste, das nach allem, was bislang passiert war, auch noch die Strähne voller Glück auftauchen würde und diese begann, als Lucky doch das kleine Loch passte.

Zwar war Njima nichts passiert und auch keine Wunden schmückten sie, es lag nur die tiefe Trauer in ihr, die sie innerlich zusammenfallen ließ. Die junge Fähe ließ sich dabei dennoch nichts anmerken und befolgte jeden einzelnen Befehl gehorsam, so wie ihn Zanba, ihre Mutter, vorgab. Wenn Njima helfen sollte, so half sie, wenn sie nichts tun sollte, so tat sie nichts. Sie tat alles was Zanba sagte, bemühte sich um auch wirklich helfen zu können und versank allmählich in Trauer, Trauer, die sie nicht ausdrücken konnte, Trauer, von der sie nicht wusste, das es sie gab.

Für einen Moment lang sah sie zu Zanba, träumte nachdenklich davon, das alles wieder ganz normal währe und machte sich letztendlich wieder an die Arbeit.
Ihre kleinen Pfoten drückten und pressten sich auf den Boden, dann half sie weiterhin mit, die Öffnung der Höhle zu vergrößern.


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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Feb 18, 2010 10:26 am


Kimni hatte das Desaster auf der Lichtung erkannt. Der Helle lag im Sterben, die Graue versuchte in zu retten. Wieder einmal fühlte sich die Kleine wie zerschlagen. Es war schon immer so gewesen, wenn sie großes Leid gesehen hatte. Hilflosigkiet, Trauer, die zerrinnende Hoffnung auf ein Wunder. Von Stunde zu Stunde, später von Minute zu Sekunde wurde es unerträglicher, man wünschte sich einfach nur, dass alles vor bei gehen würde. Der Zustand des Bangens und Zweifelns erfasste sie wieder.

(Es sieht schlimm aus..so schlimm wie damals. Ich glaube es gibt keine Hoffnung mehr.)

So fröhlich und unbekümmert Kimni war, in solchen Fällen erstarte sie zu einem pessimistischen Stein. Der Schock, der ihr jedes Mal die Glieder lähmte, hatte sie erneut in den kalten Griff genommen. Der geliebte Wind erschien nun bedrohlich und unheilverkündend, nicht wie sonst erfrischend. Er überbrachte ihr ein bkanntes Klagelied, ein Lied, dessen Text und Inhalt der jungen Grauen wohl bekannt waren. Wie nah standen sich die beiden wohl? Wie gut kannten sie sich? Wie lange kannten sie sich? Kimni ging es immer schlechter. Sie erhielt sich ihre lustige Art, um nicht ständig an Tod und Verderben zu denken, sie erkannte, dass es immer eine fröhliche, helle Seite im Leben gab. Doch in solchen Momenten sah nicht einmal sie diese helle Seite. Sie schloss die Augen. Trotz ihres dichten Felles fror sie, es war allerdings nicht der Wind, der sie dazu brachte. Die schreckliche innere Kälte hatte sie gepackt und würde kein Entrinnen dulden.

Als sie sich wieder etwas gefangen hatte, schloss sie die Augen und konzentrierte sich auf etwas, bemerkte sie plötzlich den Fremden auf der anderen Seite der Lichtung. Was er hier wohl tat? Er hatte sie etwas gefragt. Wahrscheinlich etwas banales. Doch sie wollte antworten. Mit entschlossenem Blick sah sie ihn an.

Ich bin Kimni, ich such ein Rudel und suche eine neue Gegend zum Leben. Ich habe kein genaues Ziel vor Augen.

Das wollte sie sagen, es klang hochtragend doch nicht zu wichtigtuerisch. Doch diese Szene hatte sie komplett geschockt. Es gelang ihr nur tief Luft zu holen, was schwerst arbeit war. Ihr Brustkorb war von einem eisernen Band umschnürrt, ließ keinen Platz für den Weltenatem. Sie fühlte sich schwach. Schwach und klein. Hilflos. Schwindelig. Alles auf einmal.

"Ich...bin...Kimni...ich weiß..wei...nicht ob ich...eine Rudel such....suche....was...ist ....hier...passiert....können ...wir fort?"

Es fiel ihr unheimlich schwer, diese Zeilen über die Lippen zu bringen. Doch sie musste sprechen oder etwa nicht? Worte waren immer so schrecklich banal und nichtssagend. Wie sollte sie den Wust von Gedanken in Worten ausdrücken, die alle schon einmal gesprochen wurden? Wie sollte sie helfen, jemanden helfen der wahrscheinlich dem Tod schon zu nahe war? Sie konnte doch nur Lappalien tun. Nichts, was sie tun konnte, wäre erfolgreich. Aussichtslos. Finster. Der unmittelbare Weg für sie zeigte kein Licht. Vom Regen in die Traufe.

Langsam richtete sie ihre Schritte, welche in einer unvorstellbaren Taubheit auf den Boden trafen, zu dem Fremden. Anscheindend wusste er, was sie jetzt tun könnte. Noch während sie versuchte, die Lichtung zu umgehen, geschah es.
Der Weiße starb. Wie immer, wenn Kimni dies sehen musste, schwanden ihr die Sinne. Taumelnd setzte sie ihren Gang fort. Eine gefühlte Ewigkeit verging, als die Graue plötzlich knurrte und sich im Gebüsch versteckte. Sie wollte ihr helfen. Ihre Augen flogen zu dem Fremden auf der anderen Seite. Verstand er mehr als sie? Würde er ihr helfen? Ihre wackeligen Schritte näherten sich der Grauen. Langsam, sie wusste eh nicht, was sie sagen oder tun sollte, wenn sie sie erreicht hatte, näherte sie sich der Grauen.

(Hoffentlich hilft mir der andere Rüde! Ich muss wahnsinnig sein, einfach zu einer Fremden zu gehen, um sie zu trösten!)

Sie stand neben dem Gebüsch; es war näher als sie angenommen hatte. Langsam, behutsam, setzte sie sich zu der Grauen. Was würde nun geschehen?


[nähert sich Magai / antwortet Chazaar / bei Magai, Momala und Chazaar / im Gebirge]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Do Feb 18, 2010 3:15 pm

Nichts. Nichts. Nichts. Nichts. Und auch Stille. Stille und nichts, alleine. Ruhe. Tod.
Schreien! Raayu lag am Boden, am ende des Lebens und am Ende des Berges. Blutlache, eine solche, größer als der schlaffe Körper selbst. Seine zuvor noch geringfügige Atmung setzte aus. Kein Leben wohnte mehr in jenem Körper.

Und doch. Wer war das? Raayu war in einem Schwarzen gebilde, hatte die Augen geöffnet, doch sah er nur schwarz. Schemen gewiss, doch wusste er mit diesen nichts anzufangen. Panisch blickte er sich um, sah zu seinen Pfoten hinab. Er stand in schwarzem Nebel. Panik war nicht normal für den Rüden, er war niemals panisch. Nun jedoch, versanken seine Pfoten in diesen Schlieren, diesen unmaterischen Wassermengen, die ihn umwaberten udn zu verschucken und verlingen versuchten. Eine Stimme drang zu seinen Ohren, eine ihm unbekannte stimme, so dröhnend und laut, dass der steinerne Rüde sich die Ohren verdecken wollte. Doch wie auch, konnte er sich nicht rühren. Ein schauderhaftes, triumphierendes lachen, Nicht aus Raayus, mit Geifer verschmiertem Fang drang es.

" Ich hole dich, Raayu. ich, Akando. Hahahahaha! Du hast lange auf dich warten lassen. Schön, dass du die Hölle wähltest."

Der Rüde knurrte und grollte, sein Fell sträubte sich in alle Richtungen ab, doch kein Klang drang aus seiner Kehle heraus, keinen einzigen Laut verursachte sein Versuch. Die Stimme lachte und der Nebel verwandelte sich in einen Strudel, um seine seine herum. Plötzlich musste Raayu die Augen zusammenkneifen, Licht blendete ihn, aus heiterem Himmel erschienen und nun inmitten des Schwarzen Sumpfes. Das Licht war warm und wohltuhend, auch wenn Raayu doch der war, der die Dunkelheit so liebte, der den Tag mied, soweit es ging. Doch dieses Licht zog ihn unweigerlich an und seltsamerweise konnte er sich plötzlich rühren und watete durch das schwarze Wasser, welches sich aufgetan hatte auf die Lichtquelle zu.

"Warte, Scheusal! Du kannst dich nicht so einfach umentscheiden! Du wähltest, trage die Konsequenzen, Raayu."

Er drehte sich zu der Dunkelheit um, als nun das Licht sprach.

"Komm mit, Raayu. Givaan ist nicht tot, deine Aufgabe ist noch nicht beendet, er steht, er atmet, er braucht dich. Komm, auch deine Zeit lässt noch auf sich warten. Honowi wird dir Kraft schicken, soweit ich Femijailuna heiße!
Akando, geh zurück in die Nacht, du kommst du früh. Der Rüde ist doch nur verwirrt, er weiß nicht, wann das Leben beginnt und der Tod einsetzt. Sein Körper ist tot, doch solange auch nur ein einzelnes Blutkörperchen sich regt in ihm, werde ich ihn zurückholen. So wie nun!


Raayu sah nur zu, wie das Licht geradezu explodierte und alles eintauchte in diese gleißende Helligkeit, die wohltuhende Wärme und das Leben. WO war der Raayu, der die Dunkelheit liebte? Den Tod erwartete? Scheinbar vorerst beiseitegeschoben. Mit zusammengekniffenen Augen wurde er umhergeschleudert, durch Licht udn Dunkelheit, durch Raum und Zeit. War das Wirklichkeit? Realität? Hatte Femijailuna ihm neue Bänder geknüpft? Givaan lebte? Raayu dachte nicht, er sah nur noch den Schemenhaften Umriss eines Wolfes, so groß wie ein Fels, die Muskeln stachen heraus, schwarz wie die Nacht. Honowi. Und mit einem male lag der Rüde wieder am Fuß des Berges und spürte sich selbst, wie er nun Blut spieh udn es ihm aus dem Fang tropfte vermischt mit Geifer und Dreck. Die gebarstenen Knochen? Scheinbar hatte es sie nie gegeben. Konnte er es wagen, doe Augen zu öffnen? Raayu riss sie auf, scheinbar geritten von einem Dämon, sie zucken viel zu schnell hin und her, schon hatte der Rüde sich wieder auf die Pfoten erhoben und den Rücken weit in den Himmel empor gereckt. Ein Knurren entstieg seiner Kehle, er sträubte das Fell, die Beine noch zitternd vor Erregung. Blut lief an seinem Leibe hinab wie zuvor auch bei Givaan, Raayu spannte die Muskeln an und entlud seine Kraft mit einem gewaltigen Heulen. Dann erst war er wirklich zurück.
Der Körper sackte wieder zusammen, doch nicht vollends, Raayu stand noch immer und sah um sich. Dort stand nun wirklich Givaan, sein Alpha, auch er hatte den Sturz überlebt. Raayus Augen wanderten empor, er konnte den Gipfel nicht erkennen, der nebel verhing ihm die Sicht. Doch er lief durch das Blutbad zu Givaan, verneigte sich vor seinem Alpha und sah drohend zu Chepi und Shenna.

"Wag es nicht, Givaan in diesem Ton anzusprechen!", zischte er und verengte die Augen. Giv war am Leben, Giv war sein Leben.


[ist tot / findet sich in dunkelheit wieder / begegnung mit drei Göttern / wacht auf / heult / geht zu giv und verneigt sich / droht chepi udn shenna]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Fr Feb 19, 2010 11:25 am

Leicht wagemütig sah sie den Rüden an. Hatte er eben mit ihr gesprochen. Hatte er eben SO mit ihr gesprochen ? Wie tief musste man Gesunken sein, um schlechte von guten Dingen, um das Pessimistische und Optimistische, das Liebevolle und das Hasserfüllte voneinander zu trennen ? Und, wielange brauchte man dafür ? Sicherlich, man konnte und kann es nicht von jetzt auf gleich entscheiden, einfach so. Einfach so, wenn man zueben noch am sterben war, dannach, direkt so aufspringen ? Wieviel Lebensmut musste solch ein Wolf haben ? Eigentlich wäre man glücklich ; doch dieser ? Was dachte dieser Wolf sich. Dieser Wolf, irgendwie fiel Chepi zu ihm der Name Raayu ein. Musste in irgendeinem Zusammenhang mal gefallen sein. Ach was, schluß mit dieser Dinge. Keine Spekulationen mehr, kein garnichts.

Etwas genervt drehte sich nun auch Chepi zu dem Rüden, Raayu , herrum. Sein Fell, blutverschmiert. Es war deutlicher zu sehen, als das, welches Givaans Körper 'zierte'. Leicht wacklig auf den Beinen fiel ihr Blick zu Shenna. Sollte die Schwarze Fähe doch auchmal ein Wort sagen. Es schien, als wäre sie ebenfalls bereit zu sterben. Plötzlich machte eine ungewöhnliche Hitze sich in dem Körper der Fähe breit, wäre sie ein Mensch , würde man es als Fieber bezeichnen. Doch wie sollte das bei Wölfen gehen? War das die jahrelange aufgstaute Wut, die sich bei solch einem Satz ausbreiten, ausdrücken wollte? War es das ? Es war ein , nicht ganz, gewöhnlicher satz für eine Fähe wie dieser. Wut, für all jene , die ihre Familie zerstört hatten. Wut, für all die, die Svana das Leben zur Hölle machten, Wut für all die, ... stopp! Das ging zu weit. Sonst war Chepi auchnicht so. Die ganze Zeit die sie prägte, machte sie zu einer Optimitischen Fähe. Und jetzt? Kaum war noch etwas davon übrig, als ihre Augen glänzten und vor Hass nur so strotzen. Hatte Chepi sich nichtmehr im Griff? Kurz waren ihre Lefzen zu sehen, doch senkte die Fähe dann den Kopf.

Es tut mir Leid. Das eben , hatte nichts mit dir zu tun.

sprach sie dann in einem sanften Ton. Dennoch, obwohl ihre Augen den Glanz, DIESEN Glanz wieder verloren hatten, funkelten sie unschuldig.
Der Blick der Fähe wand gen Himmel, gen Erde. Doch wo immer sie hinsah, sie sah Blut. Blut für die Unschuld. Blut, für den Tod. Blut, für das Verlangen. Blut, für alles andere. Sie konnte Givaan verstehen, sie verstand seine Mordbereitschaft, seine Mordlust und all die anderen Dinge. Aber warum? Was war aus dieser kleinen unschuldigen Fähe geworden ? Ein nichts. Ein Blutsüchtiges nichts. Chepi sehnte sich nach Blut.
Ihre Pfote lies sie langsam über das Blut der Rüden gleiten. Doch zugleich überkam sie das schlechte Gewissen. Das alles kam doch nur so, da die Liebe fehlte. Das Gefühl von Liebe und Geborgenheit.

Mein Name ist Chepi. Keinesfalls wollte ich mit Givaan böse reden. Ich weiß nicht, was du denkst. war wohl das einzige, was richtig war. Oder auchnicht.


[Denkt nach | Wird von Wut und Hass erfüllt | Entschuldigt sich | Blutrausch | Wird 'normal' | Spricht zu Raayu.]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Sa Feb 20, 2010 7:04 am

Ein dunkles, warnendes Grollen entfloh seiner Kehle und die sonst so eiskalten Augen wurden mörderisch dunkel. Diese Fähe erlaubte sich ebenso viel wie auch jener Rüde, der anscheinend meinte, ihn zu kennen. Mit gesenktem Kopf und zurück gezogenen Lefzen schnellte er herum, der Nasenrücken war gefurcht und die Augen wild entschlossen. Seine Stimme ebenso dunkel wie sein Herz und ebenfalls so kalt wie jenes. Er sprach zu beiden, der vorlauten Fähe und dem vertrauensvollen Rüden, welche beide der Annahme waren, ihn zu kennen. Wenn sie wüssten! Er schnaubte höhnisch, ließ die Lefzen wieder zurück gleiten, die Zähne verbergen und das gesträubte Fell glättete sich wieder. Seine Stimme triff vor Zorn und Hohn, Spott und Verachtung. Sein glühender Blick bohrte sich teilweise in Raayu´s Augen, tweilweise in Chei´s.

"Ich kenne weder Euch, naive Fähe, noch Euch, unterwürfiger Rüde. Aber dennoch benötige ich Rudelmitglieder, also seht euch geehrt, wenn ihr beide meinem Rudel angehört. Was ihr hiermit offiziell bestätigt sehen könnt."

Mühsam versuchte er sich zu erinnern, ob er diese Gerüche nicht doch schon wahrgenommen hatte, doch das einzige, was er wirklich wahrnahm, waren Schmerzen, Blut und nebelhafte Dunkelheit, die seine Erinenrungen stark trübten. Er erinnerte sich an die hübsche Fähe, welche wohl das erste Wesen gewesen war, welches ihn tatsächlich zur Ruhe hatte kommen lassen. Doch nun war sie fort. Ein hasserfülltes Knurren, welches tief aus seiner breiten Brust zu kommen schien, signalisierte, dass er momentan keineswegs gut gelaunt war. Nun, in gewisser Weise konnte getrost gesagt werden, dass dem ohnehin nie so war, doch dies waren belanglose Nebensächlichkeiten, an denen der Schwarze sich nun nicht aufhalten wollte. Mit einer energischen Bewegung schüttelte er sich, spritze sein Blut weit über Gestein, Wolf und Pflanze, dann zuckten seine Ohren alarmiert auf. In einer geschmeidigen Bewegung fuhr er herum und starrte aus misstrauischen Augen hart in das Unterholz der kleinen Baumgruppe, welche ungewöhnlich dunkel war. Kurz zweifelte er an seinem Geist, doch dann vernahm er eine leise wispernde Stimme, die nach ihm rief und ihm Heilung und neuerliche Kraft versprach. Seine Nackenmuskeln spannten sich an, verhärteten sich und ließen seinen Kopf beinahe automatisch in Kampfposition nieder sinken. Etwas schlich durch die dunklen Nebelschwaden, die langsam aus jenem Wald hervor kamen und bereits seine Pfoten zu umschweben schienen. Mit einem anhaltenden Knurren, welches leise und gleichbleiben dunkel blieb, glitt der Rüde auf die Dunkelheit zu. Wurde von ihr umhüllt und spürte gleichermaßen die Linderung, die ihm zuteil wurde. Seine Augen schlossen sich und das Gefühl, zu schweben oder gar zu schwimmen verstärkte sich. Eine sonderbare innere Ruhe erfüllte ihn mit tiefen Frieden und ließen sein Temperament für einen Augenblick schweigen.
Immer näher kam eine unsichtbare Gewalt, kraftvoll und mächtig, ohne jedoch eine sichtbare Veränderung hervorzurufen. Und dann wurde es plötzlich still um ihn herum. Das zarte Summen der Fliegen, welche höchstwahrscheinlich einen Kadaver ansteuerten, verebbte. Das leise Rauschen des Windes wandelte sich in zartes Wispern und verstummte ebenfalls. Selbst die Anwesenheit der drei Wölfe hinter ihm schien gänzlich zu verschwinden, hinter hohen Nebelmasen verborgen zu werden. Schweigen breitete sich um ihn herum aus, in ihm aus und ergriff von ihm Besitz. Dann endlich schob sich ein dunkler Körper aus dem Nebel hervor, trat zu ihm und blickte aus weltgewandten Augen zu ihm hinab. Es hätte sein Spiegelbild sein können und für einen kurzen Augenblick dachte er dies. Doch bereits die Haltung war eine gänzlich andere als er eingenommen hätte. Doch die vollkommene Gewissheit wurde ihm erst bewusst als er in die hellen Augen des Rüden sah. Selbst wenn sie identisch mit seinen gewesen wären, in ihnen lag eine Güte, die schlichtweg unbeschreiblich wäre und ihn doch an ein dunkles Augenpaar erinnerte. Zanba. Doch der Wolf vor ihm war eindeutig schwarz und erheblich größer als jene Fähe, ja, größer als er selbst. Und ganz langsam drang eine dunkle, freundliche udn vor allem ungemein ruhige Stimme durch den Nebel in sein Bewusstsein. Es war keine Stimme wie jene, die er oder die drei für ihn fremden Wölfe besaßen, es war eher eine Art wispernde Ahnung, eine Art von Stimme, jedoch keine eigene. Er sollte zu ihm treten, zu ihm, den Vater des Lebens und dem ersten Kind des Mondes. Mondkind. Etwas regte sich in seinem gedächtnis, schien auf ihn einzustürmen und doch vorbei zu jagen. Es war eine Erinnerung, dass wusste der Schwarze, doch wodurch genau hervor gerufen, war ihm nicht klar. Dann traf ihn der sanfte Atem des Rüden und er meinte ein zweites Wesen wahrzunehmen. Seine Augen schlossen sich scheinbar von selbst und ließen das Gefühl in ihm wohnen, glücklich zu sein, wenngleich es nicht tatsächlich das Gefühl Glück war. Es war lediglich eine Illusion, hervorgerufen durch die Gewissheit, bald wieder in alter Stärker zu erstrahlen wie ein großer, rabenschwarzer Stern.
Langsam zogen sich die zwei Wesen zurück, doch die gewissheit blieb, hielt an und er nährte sich von dieser. Mit dem Verschwinden der Präsenzen verschwand ebenfalls der Nebel, die Dunkelheit, ja, selbst die kleine Baumgruppe verschwand. Zurück blieb ein Rüde, der inmitten eines Gerölhaufens stand, den Kopf stolz erhoben und mit neu gewonnener Kraft.
Gotteswerk?
Womöglich, doch Givaan hatte jene Begegnug bereits beinahe wieder vergessen, als ihm der Duft dreier Wölfe in die Nase stieg. Knurrend fuhr er herum, spürte seine sehnigen Muskeln, die unter seinem Fell spielten. Gewiss, verkrustete Blutspuren hingen noch immer in seinem Fell, doch man meinte ebenfalls, er sähe bereits gestärkt aus, kräftiger. Und er würde diese Kraft nutzen, in jeglicher Form.

Sein Blick traf auf Raayu, wurde nachdenklich und schließlich schnaubte er. Endgültig? Womöglich, doch was genau er dachte, wüsste wohl nur er und dies würde auf ewig so bleiben. Mit stolzen, kraftvollen Schritten trat er zu Chepi und Raayu, sein Blick verweilte auf beiden. Als betrachte der Vater unter strengem Blicke seine Kinder. Rasch schüttelte er diesen Gedanken ab, war es ihm doch verhasst, nur daran denken zu müssen, solche schwachen Bälger in die Welt zu setzen. Er selbst konnte so stolz und stark sein wie er wollte, doch es würden sich unweigerlich auch die schwachen Gene einmal durchsetzen und darauf wollte er es nicht ankommen lassen. Bestand auch nur ansatzweise die Gefahr, dass er diese zwei Fähen irgendwann einmal beglückte, würde er selbst dafür Sorge tragen, deren Nachwuchs zu töten. Er duldete keinen Widerspruch und ebenso wneig duldete er schwachen Nachwuchs. Oder Nachwuchs an sich. Eiskalt bohrte sich sein glühender Blick in den der Zwei und als er sprach, klang darin deutlich der Befehl mit. Dies war nun sein Revier. Wer seinem Rudel nicht angehörte, ihm oder seinen Befehlen nicht folgte und fälschlicherweise in seinem Revier unerlaubt jagte, würde sich wünschen, Akando hätte ihn geholt. Ein dämonisches, eiskaltes Lächeln stahl sich auf seine Züge.

"Folgt mir! Ich habe Frischfleisch gewittert!"

Dass jenes "Frischfleisch" einst einmal Rudelmitglied seines vergessenen Rudels war und selbst die anderen zwei der drei Wölfe einst teile eben jenes Rudels waren, wusste er nicht und selbst wenn, momentan wäre es dem Schwarzen wohl schlichtweg egal. Sein Magen knurrte und verlangte nach Fleisch, die Vegetation in den Bergen war karg und dementsprechend auch die Beute. Somit war es ihm gleich ob er Artgenossen oder Wildziege fraß, hautpsache sein Hunger war gestillt. Ohne noch weiter auf die schwarze Fähe einzugehen, schien diese ohnehin geistig abwesend, was für Givaan keineswegs ein vorteilhafter Schachzug wäre, setzte er sich in Bewegung, übersprang mit kräftigen Sätzen die Geröllhaufen und verschwand schon recht bald im zart diffusen Nebel der Bergspitzen, spürte wie seine Lungen sich immer weiter ausbreiteten und immer mehr Sauerstoff zu sich nahmen. Der Grund seines zuvor gewollten Freitodes war vergessen wie so vieles vor jenem Sturz auch. Sein einstiger Freund Raayu war ihm fremd, das zuvor aufgebaute Rudel war ebenso vergesen wie sein Nachwuchs und die Partnerin. Seine Pfoten lösten einzelen Steine, welche klingend weggeschleudert wurden und schließlich wieder aufkaumen, trugen ihn immer weiter dem verräterischen Geruch von frischem Blut entgegen und einem weiteren - verhassten - Geruch. Es war ein bekannter Geruch der Vergangenheit und noch im Laufen warf er seinen Kopf in die Lüfte und stieß ein beinahe brüllendes Heulen aus. Es hallte zwischen den riesenhaften bergen wieder und kündigte sein Kommen an. Doch sein Fleisch würde ohnehin nicht mehr weit laufen können, wenn überhaupt. Immer dichter kam er dem Lager des Toten und seiner "Wache". Und dann teilte sein mächtiger Körper das Gebüsch und er sprang einem Todesgott gleich aus jenem. Sein funkelnder Blick erfasste innerhalb von wenigen Sekunden die Lage, sah das Fleisch, die Fähen und den Rüden.

Dann ging er in den Angriff über.


[wütend - "nimmt" Chepi & Raayu auf - "trifft" Femijailuna & Honovi - wittert & zieht weiter - greift an ]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

x male x 5 years x leader of the pack x black devil x
True Love Comes But Once - Just With You
Zanba
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Sa Feb 20, 2010 6:01 pm

Ein winziges Pflänzchen Hoffnung wuchs in Tessyra heran. Es würde zwar umso mehr wehtun, wenn es wieder absterben würde. Aber jetzt konnte sie nur Hoffen. Das sie alle noch lebten. Sie vernahm Zanbas Worte wie durch Watte. Müde begab sie sich zu dme Tunnel, kratzte mit den Pfoten über die bröckelnden Steine. Auf der andern Seite war noch Lucky, der sich durch das Loch gequetscht hatte. Tess hatte es beobachtet, mit leichter Sorge in den leeren Augen.

Tess fühlte sich leer. So leer, wie nochnie in ihrem Leben. Und es gab kaum einen Grund! Natürlich; das Rudel war gespalten und niemand wusste, ob dieser andere Teil noch lebte. Es war so grausam es nicht zu wissen. Tess ruckelte mit ihren schlaffen Pfoten an den Steinen herum, schob einmal ihren Kopf hindurch und erhaschte einen Blick nach draußen. Sie sah Luckys schwarzes Fell, Stein ... Wo würde dieser neue Pfad sie hinführen?
Es gab so viele Fragen in Tess' Kopf, aber sie sprach nicht eine einzige aus. Warum auch? Wen sollte sie fragen? Sie wand ihren braunen, leeren Blick zu Jakara, die grüblerisch wirkte. Sie wand ihren Blick wieder ab, schob erneut ihren schmalen Kopf durch das Loch und zog ihn wieder zurück. Staub und kleine Steinchen bedeckten ihr Fell. Sie hatte sich nichteinmal geschüttelt. Wieso auch? Was gab es zu verlieren?


[Hilft beim graben | Denkt nach]
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BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mo Feb 22, 2010 9:18 am

Sein anfangs so harter BLick wurde milde, als er die Verwirrung der jungen, zuvor so fröhlich wirkenden Fähe bemerkte. Er selbst konnte keine Angst oder gar Trauer zeigen, noch immer klammerte er sich an das zart keimende Pflänzchen der Hoffnung. Doch dann hoben sich die blutverschmierten Flanken des Weißen ein letzes Mal und ein starrer Ausdruck trat in Chazaar´s Augen. Nun war er fort, hinweg geweht vom hauch des Lebens. Mühsam schluckte er, hörte das Blut in seinen Ohren rauschen und sah verschwommen sowohl Magai, als auch Kimni, welche beide im Gebüsch verschwanden. Er selbst kannte den Weißen nie sonderlich gut und hatte stets das Gefühl gehabt, er suhle sich in seinem Selbstmitleid, doch solch einen qualvollen, langwierigen Tod hätte selbst sein Bruder nicht verdient. Mit langsamen, leicht schwankenen Schritten erhob er sich, stemmte die großen Pfoten hart in den Erdboden und streckte seinen Kopf in die Höhe. Jemand würde diese beiden Fähen zurück zu GIvaan und sopmit zurück zum Anfang des Rudels bringen müssen. Er würde dies tun und dafür Sorge tragen, dass beide Fähen gesund bei seinem Bruder angelangten. Langsam und ruhig lief er auf das Gebüsch zu, sah beide Fähen in jenem sitzen und wartete, bis ihm beide in die Augen sahen. Er wollte es ihnen ins Angesicht sagen, nicht mit einer vermeidlichen Wand sprechen, die ohnehin all seine Worte wahrnehmen und aufnehmen würde. Als er sich ihrer AUfmerksamkeit sicher war, klang seine Stimme ruhig und milde, einfühlsam und warm. Doch der zarte Hauch von Hoffnung sprach ebenso aus ihr heraus und der Graue hoffte inständig, beide Fähen würden ebenfalls jenen Funkenschlag verspüren und neue Hoffnung, neue Kraft schöpfen.
Langsam sog er die Luft durch seine Nase ein, hielt das Maul geschlossen und nahm ein letzes Mal den unverblümten Geruch des Weißen war. Er würde ihn nie vergessen.

Die Erde nahm sich, was ohnehin ihr gehörte. Momala, einst ein großer, gewiss auch starker Rüde wurde frühzeitig wieder zu dem, was er einst war. Geboren aus Erde und nun zurück geschenkt, der ewige Kreislauf des Lebens. Doch vergessen werden wir ihn nie. Denn er lebt. Tief in uns, tief in unseren Herzen und auch ein Teil seiner Seele macht nun ein Teil unserer Seele aus. Er wird nun in jedem zarten Windhauch schweben, mit jeder grollenden gewitterwolke über uns wachen und nie wieder von uns weichen. Femijailuna nahm seinen Geist und seine Seele zu sich auf und somit wird uns Momala stets erhalten bleiben. Er lebt, doch nur, wenn wir ihn leben lassen. Wenn wir ihn ehren. Wenn wir ihm die letze Ruhestätte gewähren.

Sein Blick ruhte lange Zeit nachsichtig und doch leicht drängend auf den beiden Fähen, dann wand er sich ab. Keinen Millimeter hatte er sich bewegt, ihnen sowohl Nähe als auch Distanz geschenkt. Ob sie ihn jedoch akzeptierten, ob sie ihn an sich heran ließen, damit er ihnen half, das war eine Entscheidung, die er ihnen nicht abnehmen könnte. Schwer seufzend wand er sich dem Leichnam des weißen Rüden zu, trat langsam an diesen heran und blickte nachdenklich auf ihn hinab.

Lebe weiter in Frieden und finde dein ganz eigenes Paradies, Seelenwandler.

flüsterte er leise in den Wind und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Als sich die bernsteinfarbenen Augen wieder offenbarten, lag in ihnen ein entschlossener Glanz und prüfend glitt der BLick über die karge Landschaft. Ohne Umschweife machte er eine kleine Kuhle aus, welche leicht geschützt von einigen großen Gesteinsbrocken gegen Wind und Wetter abgeschirmt udn geschützt wurde. Seine Vorderpfoten glitten über Stein und Erdreich, langsam grub er eine kleine Mulde aus, vergrößerte diese rasch und spürte bald sowohl seine brennendne Muskeln, als auch seine aufgerissenen pfoten. Doch er grub weiter, immer weiter. In vollkommener Starrsinnigkeit grub er weiter, bemerkte weder den aufkommenden Wind, noch das nahende Unheil. Chazaar war abwesend, damit beschäftigt, einem Toten die letze Ehre zu erweisen. Als sei er versessen darauf arbeitete er unermüdlich weiter.

Das wilde Heulen ließ den Kopf des Grauen emporschnellen. Schwer atmend stand er inmitten einer beachtlichen Kuhle, doch mochte sie noch immer zu klein sein, um Momala tatsächlich zu vergraben und vor Räubern zu schützen. Das NAckenfell des Grauen sträubte sich angespannt und eine Gänsehaut bemächtigte sich seiner. Givaan.
Mit einer einzigen bewegung war er aufgesprungen, hatte sich zwischen den Leichnam und das Gebüsch geschoben und wartete nun in Abwehrhaltung auf seinen Alpha und Bruder. Dann erschien er.
Der wilde Ausdruck der gelben Augen ließ ihn erstarren, erkannte er selbt in diesen Augen, Augen voller Hass und Mordlust, nichts weiter als einen mörderischen Wolf. Er wollte etwas rufen, seinen Bruder zur Besinnung bringen, doch im selben Augenblick, als er in seine Augen sah, wusste er, dass er ihn erkannte. Doch etwas an ihm wirkte sonderbar fremd. Irritiert wich Chazaar einen Schritt zurück und sein Bruder nutze dies schamlos aus. Das gesamte Gewicht Givaan´s presste ihm die Luft aus den Lungen und ihn keuchend nach Luft schnappen. Noch immer war e rnicht fähig, auch nur etwas zu sagen, geschweige denn, seinem Bruder etwas entgegen zu setzen. Er dachte zurück an Jakara, daran wie sie seine Wunden und Verletzungen gepflegt hatte, als Givaan ihn beinahe schon einmal umgebracht hatte. Doch sonderbarer Weise schien es dem Schwarzen grandios zu gehen, wohingegen er selbst - ausgelaugt vom Graben und der mahlzeitlosen Wanderung, der Sorge und der Trauer - ausgehungert und schwach war. Seine Beine begannen heftg zu zittern und als der mächtige Kiefer seines Bruders sich um sein Hinterbein schloss und kräftig zubiss, jaulete er schmerzerfüllt udn grell auf. Panik stand in seinen sonst so beherrschten Augen und das blanke Entsetzten spiegelte sich in ihnen wieder.

Bruder, bitte! Ich flehe dich an, lass mich leben!

winselte er, rollte sich auf den Rücken und entblößte seine Kehle. Seine eigene Schwäche würde sein Todesurteil sein, wenn Givaan weiter gegen ihn vorging, doch bemerkte er das Zögern des Schwarzen. Hoffnung und eine stumme Bitte flackerten in seinen Augen auf und die große, rabenschwarze Pfote, welche ihm langsam immer tiefer in die Bauchgegend dürckte, ihm gedärm und Organ zusammen drückte und ihn immer flacher atmen ließ, verharrte.
Flehend sah er seinen Bruder an, spürte seinen keuchenden Atem noch in den Flanken und betete inständig. Ein letzes Mal schnappte Givaan nach seiner Kehle, riss kurz vor dem finalen Biss den Kopf seitlich und vergrub seine spitzen Zähne in seiner Schukter und dem Übergang des Halses. Schrill schrie Chazaar auf, nicht mehr fähig, die Schmerzen zu unterdrücken, dann ließ sein Bruder ihn hart zu Boden fallen. Sein Blick war ieskalt und härter als jene Steine, die womöglich Zanba und das Rudel verschüttet hatten.

.oO( Zanba! )Oo.

Dieser rettende Gedanke durchwühlte seinen Kopf und ließ ihn neuen Mut schöpfen. Sein BLick erwiderte den kalten des Bruders und bemerkte erstaunt, dass dieser anscheinend jede Persönlichkeit eingebüßt zu habens chien. Was war nur geschehen, oben in den Wipfeln der Berge? Er sah mitgenommen aus udnd och besaß er wieder genügend Kraft, ihn, Chazaar, zu bekämpfen. MÜhsam und zitternd richtete er sich auf, Blut floss seinen Hals und die Schulter hinab und ließ ihn würgen. Kurz verweilte der BLick auf seinen blutgefärbten pfoten, dann blickte er auf, in das abweisende und verachtende Gesich des einzigen Bruders, der ihm geblieben war.

Denk an Zanba. Denk an deine Welpen. Denk an dein Rudel. Sie alle würden dich feiern, wenn du einhälst und das Rudel mit neuer Weisheit und Stärke führst.

Aus dem Augenwinkel bemerkte er die zwei Fähen, hoffte, sie mögen sich aus diesem bruderzwist heraus halten. Doch wieso war er erneut hervor gebrochen, jener alter Streit, der seinerseits stets aufrecht erhalten wurde und nun von GIvaan weiter geführt wurde? Wieso verspürte sein bruder plötzlich einen solch großen Hass auf ihn? Wieso wieder? Seine Haltung war eingesunken, die Augen trübe und der Wille gebrochen. Wenn Givaan ihn nun töten würde wollen, wäre dies ein Leichtes.

.oO( Ich habe nie auch nur ansatzweise deine oder Vater´s Stärke besessen. Ich war schwach, ich bin es immernoch und doch bin ich stolz darauf. Was ist nur aus dir geworden, Bruder, dass du eine geifernde, blutsüchtige Kreatur geworden bist? Was tat man dir an? )Oo.


[spricht zu Magai & Kimni - gräbt ein Grab - kämpft gegen Givaan - versucht, ihn zu besinnen]
[ANMEKRUNG des Autors: Givaan´s Post floss teilweise in diesen hier ein, doch da beide von ein und derselben person gespielt werden, ist dies kein Problem. Doch das Steuern anderer Charaktere ist untersagt, sofern es nicht die eigenen sind.]
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ORT : Am Ort des Geschehens

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Gesundheit:
85/100  (85/100)
Hunger/Durst:
40/50  (40/50)

BeitragThema: Re: Kapitel 4 - Pfad ins Unglück   Mi März 03, 2010 8:32 am

Die gelben Augen erglühten, voller Hass und wildem Zorn. Ohne auch nur noch ansatzweise auf jenen blutigen leichnam zu achten, der anfangs sein Opfer gewesen war, setzte er mit einem mächtigen Sprung nach vorn, riss seinen Bruder zu Boden und konnte nicht umhin, ein verächtliches Schnauben auszustoßen. War selbst sein eigen Fleisch und Blut so schwach, dass er selbst ihn, den knapp zwei Jahre älteren mühelos umbringen konnte? Doch solche Dinge schossen dem Rüden eher beiläufig durch die breite, schwarz bepelzte Stirn. Der wilde Blick war nun mit der Intensität des Höllenfeuers auf Chazaar gerichtet, schien ihn zu durchbohren, ihn zu versengen und schlussendlich zu töten.
Mitleid? Givaanw usste nicht einmal mehr, wen er eigentlich töten wollte - Chazaar oder die Erinnerung an die Schwäche seines Wurfes. An die Schwäche seiner Familie. Ja, er sah es noch immer als Schande an, als tiefgehende, markerschütternde Schande. Nun war ihm alles gleich, wenn er wenigstens diesen Rüden unter seinem massigen Körper endlich zwischen seinen Zähnen zerquetschen und zermalmen könnte. Wenn er spüren könnte, wie die Knochen in seinem Fang splittern, hören wie sie langsam aneinander reiben und schlussendlich durch das Fell und die Haut seines erbärmlichen Bruders stechen. Wie sein Bruder sich selbst umbrachte, langsam, schmerzvoll und quälend peinigend.
Diese Gedanken waren es, die ihn den eigentlich tödlichen Kehlbiss umsetzten und seine mächtigen Kiefer um das Hinterbein seines Bruders schließen ließen. Ein dunkles, Furcht einflößendes Knurren entfloh seiner Kehle und verschwand zwischen der kargen Bewaldung des Gebirges. Immer fester griffen seine spitzen Zähne nach dem Knochen, kratzen bereits an Muskelenden und Sehnen, spürten bald darauf das harte Material einer harten Konsitenz und mit einem letzen Biss packte der Schwarze nochmals zu.

Das schrille Heulen und Jaulen seines grauen Bruders klang wie Musik in seinen Ohren und ließ ihn für kurze Zeit das Opfer entgleiten. Dies nutze sein Gegenüber nun schamlos aus und brachte sich in die einzige Position, die Chazaar nur noch das Leben retten konnte: demütige Unterwerfung. Die Kehle entblößt, ebenso der empfindliche Bauch, präsentierte sein Bruder sich nahezu wie ein dummes Wildtier, welches darauf aus war, zu Sterben. Oder welches unwissend war. Die Verachtung, gepaart mit loderndem Zorn, welche sich in seinen Augen spiegelte, verbrannte ihm selbst beinahe das Herz, welches erstaunlicherweise noch vorhanden war und schlug. Seine große Pfote einem Todesboten gleich auf seiner Brust sitzend, verharrte er. Er spürte den Schmerz, den er Chazaar zufügte, indem er immer wieder fester zudrückte und somit Gedärm und anderweitige Organe ihrer natürlichen Freiheit beraubte und sie schmerzlichst und unfreiwillig verkleinerte. Ein boshaftes Lächeln glitt über seine Lefzen, doch wie so vieles trieb dies lediglich den Schauer der Angst über einzelen Wolfsrücken. Seine Augen waren leer - bis auf den lodernden Zorn darin - und selbst wenn er seine Lefzen zu einem verunstalteten Lächeln verzog, blieb das Eis seiner Augen bestehen. Nichts erhellte seine Miene, nichts nahm jene Grausamkeit, die ihn umschwebte wie ein zweiter Mantel.
Die Hoffnung in Chazaar´s Augen wirkte beinahe wie ein grotesker Kontrast. Doch wenngleich beide Rüden Brüder waren, glichen sie sich keineswegs. Sie waren wie Tag und Nacht, wie Jing und Jang, wie Hell und Dunkel. Dies zeigte sich noch deutlicher, als Givaan seinen Bruder hart zu Boden warf und nochmals Richtung Kehle schnappte. Das grelle Funkelns einer Augen wich einem trüben Schleier, der seiner gestoppten Mordlust zugrunde lag. Die bereits blutgetränkten Kiefer des Schwarzen schlossen sich dicht neben die Kehle um die Schulter des Bruders, rissen herrisch an dieser und zogen somit den gesamten Leib des Bruders nochmals umher. Das schrille, schmerzgepeinigte Jaulen Chazar´s klang ihm lange in den Ohren, nicht, weil er ein schlechtes Gewissen bekam etwa, nein, sondern weil dieser Ton so durchdringend und laut gewesen war. Es fachte seine Wut nur weiter an, doch es sollte noch viel grausamer werden.

Gerade, als er von ihm abließ, ihn mit seiner aufgerissenen Schulter und dem höchstwahrscheinlich gebrochenem Bein zurück lasen wollte, das Glück dieses Rüden, der sich einst Bruder schimpfte, herausfordern wollte, setzte der Graue nochmals zu einem Versuch an, den Bruder umzustimmen. Ein fataler Fehler.
Das wilde, heulende Knurren war kaum mehr zu beshcreiben und der breite Schädel des Wolfes war beinahe auf Höhe der Pfoten abgesenkt. Das Rücken- und Nackenfell aufgestellt, wirkte der ohnehin gewaltige Rüde fast schon unwirklich. Der Gott des Todes. Die glühenen Augen schienen keine Pupillen mehr zu besitzen und Geifer troff seitlich aus dem fang des Schwarzen. So unkontrolliert, so mordlustig und blutrünstig wie er momentan war, erinnerte er seinen Bruder wohl gewiss an jenen Vorfall vor knapp viereinhalb Jahren. Damals hatte er seine Geschwister regungslos umgebracht, doch selbst dann, als man ihn vertrieb, verbannte und brandmarkte, selbst dann war er nie so unbeherrscht gewesen. Seine grenzenlose Wut richtete sich nicht länger gegen das, was Chazaar repräsentieren konnte, sondern direkt gegen ihn. Er hatte den größten Fehler seines Lebens gemacht. Er hatte Welpen erwähnt, er hatte behauptet, er besäße Welpen.

Das vor Geifer verschmierte Maul weit aufgerissen, sprang er nochmals nach vorn, geradewegs gegen seinen Bruder und hörte das grässlich platschende Geräusch, als seine Schulter sich tief in der Wunde des Gegners vergrub. Doch das war Givaan nicht genug. Er wollte ihn LEIDEN sehen! Wild aufheulend, den Eindruck auf ein tollwütiges Tier erweckend sprang er zurück, den Kopf weit gesenkt und die nun buschige Rute weit empor gestreckt. Er würde diesem Wurm zeigen, mit wem er sprach!

"Du ELENDIGER WURM!"

brüllte er dem Grauen entgegen. Seine Stimme klang rau und dunkel, lange Zeit hatte er sie nicht mehr benutzt. Ein Trugschluss, doch Givaan war nur auf Rache aus. Rache für etwas, was nie geschehen würde und doch geschehen war. Die Lefzen weit zurück gezogen entblößte er seinem Gegner die perlend weißen Zähne. Obwohl es einst als Angstgebärde gesehen wurde und dies gewiss bei vielen Wölfen noch der Fall war, so wirkte diese Gebärde so wie es beabsichtigt war: grenzenlos aggressiv.
Eine letze Chance gab er ihm, schlich mit gesträubtem Fell und drohend knurrend um ihn herum, stieß immer wieder nach vorn und biss zu, egal in was. Sein Bruder war noch nie ein großer Kämpfer gewesen, hatte den Kampf stets gemieden und nun würde sich das Versäumnis zeigen. Er würde ihn töten. Restlos.
Ohne große Umschweife stemmten seine Hinterpfoten den mächtigen Körper empor, ließen ihn über den Kopf des grauen Rüden hinweg fliegen und schwer hinter diesem landen. Doch seine Reaktion wäre ohnehin zu kurz. Mit einem gezielten Biss hatte er sich im Nacken seines Bruders festgebissen, schüttelte diesen wie einen ungehorsamen Welpen und spürte bald darauf das Blut langsam aus seinem Fang laufen. Wie er dieses Gefühl liebte! Immer aggressiver wurden die Bewegungen des Schwarzen, immer heftiger schüttelte er den Grauen und doch vernahm er nicht das vertraute Knacken des Genicks. Grollend und unendlich zornig spie er den Grauen aus, als wäre er nicht würdig, auch nur ansatzweise gebissen zu werden. Doch die nun wild auflodernde Mordgier des Rüden war erwacht und rasch drehte er sich um. Noch immer wehrte sein Bruder sich nicht, wenngleich beide bereits blutbeschmiert waren.
Dann jedoch sah er seine endgültige Chance und den Kopf vorausgetreckt jagte er auf den Bruder zu. Die Kiefer vergruben sich schmerzlich ein weiteres Mal im Hinterlauf des Grauen und rissen diesen restlos von den Pfoten. Nun würde er büßen. Die Lefzen weit zurück gezogen zeigte er nochmals seine Zähne und spürte gleich darauf das süße, schmackhafte Blut der Kehle durch seinen Kiefer fließen. Der Saft des Lebens floss langsam seinen Unterkiefer entlang, die Kehle hinab und färbte sein rabenschwarzes Fell an. Die Atmung seines Gegners wurde immer flacher und ebbte immer rascher ab. Doch noch immer ließ Givaan nicht von ihm ab.

Er war nicht länger Givaan.


[kämpft - will Chazaar nun endgültig töten]

_______________

Die Schwärze ist mein Leben.
Die Finsternis meine Seele.
Die Dunkelheit mein Herz.
Und der Tod mein Schicksal.


Blutdurst, Schmerz und Tod,
das ist wonach ich dürste
und was ich glaube.
(c) Raven

x male x 5 years x leader of the pack x black devil x
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Zanba
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Kapitel 4 - Pfad ins Unglück

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